Ukraine-Krieg aktuell: Drohnen-Nachtangriff auf Moskau - Flughäfen lahmgelegt
Startseite Politik Ukraine-Krieg aktuell: Drohnen-Nachtangriff auf Moskau – Flughäfen lahmgelegt Von: Franziska Schwarz, Nail Akkoyun, Felix Busjaeger Uns auf Google folgen Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg im Ticker: Kiew attackiert russisches Hinterland. 81 Drohnen auf Moskau – drei Flughäfen vorübergehend dicht. Update, 7:01 Uhr: Wolodymyr Selenskyj kommt heute (28. Juli) nach Washington – ein Treffen mit Donald Trump und allen Senatoren ist wohl geplant. Wenige Stunden nach seiner Ankunft in der US-Hauptstadt empfangen sämtliche 100 Mitglieder des US-Senats den ukrainischen Staatschef zu einem Gespräch im Kapitol, berichtet The Hill. Im Mittelpunkt der Zusammenkunft dürfte laut dem Bericht ein Gesetzentwurf stehen, der deutlich härtere Sanktionen gegen Russland und dessen Handelspartner vorsieht. Für Selenskyj ist es nicht das erste Treffen dieser Art: Bereits im Februar kamen zahlreiche Senatoren beider Parteien in München mit ihm zusammen. Neben dem Senatstermin steht für ihn heute auch ein Treffen mit US-Präsident Trump auf dem Programm. Transparenzhinweis Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Drohnen-Nachtangriff auf Moskau – Flughäfen lahmgelegt Update, 28. Juli, 5:17 Uhr: In Moskau haben die Behörden in der Nacht einen massiven Drohnenangriff gemeldet. Die Flughäfen Moskaus – Vnukovo, Domodedowo und Schukowski – wurden daraufhin vorübergehend gesperrt. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin meldete nach und nach insgesamt 81 angeblich abgeschossene Drohnen, die Kurs auf die russische Hauptstadt genommen haben sollen. In sozialen Netzwerken kursierten Bilder von überfliegenden Drohnen sowie Rauchentwicklungen in der Region Moskau, wie die Ukrajinska Prawda berichtet. Update, 22:35 Uhr: Bei russischen Angriffen auf die Oblast Donezk sind Zivilpersonen getötet und 18 weitere verletzt worden, darunter ein elf Monate altes Kind. Getötet wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft der Oblast Donezk unter anderem zwei Männer im Alter von 38 und 55 Jahren sowie eine 47-jährige Frau in Spasko-Mychajliwka und Druschkiwka, wie die Ukrainska Pravda berichtet. In Kramatorsk wurden demnach sechs Menschen verletzt, weitere Opfer gab es in Slowjansk, Rajhorodok, Druschkiwka und Bylbasiwka. Die Behörden leiteten Ermittlungen wegen Kriegsverbrechen ein. Laut Staatsanwaltschaft setzte Russland unter anderem eine FAB-250-Gleitbombe, eine FPV-Drohne sowie Drohnen der Typen Molnija-1 und Geran-2 ein; beschädigt wurden Wohnhäuser, Mehrfamilienhäuser und Fahrzeuge. Ukraine-Krieg aktuell: Caritas-Mitarbeiterin getötet Update, 19:49 Uhr: Bei einem russischen Raketenangriff auf die ukrainische Stadt Charkiw ist am Wochenende eine Mitarbeiterin des katholischen Hilfswerks Caritas getötet worden. Die Hilfsorganisation sei „tief erschüttert über den Tod unserer Kollegin der Caritas Ukraine“, erklärte der Leiter von Caritas international, Oliver Müller. Ihr zehnjähriger Sohn sei verletzt worden, er habe aber „diese Tragödie überlebt“. Bei dem Raketeneinschlag am Sonntag sei ihr Haus vollständig zerstört worden. Die Frau war der Caritas zufolge als Sozialarbeiterin in einem Team für medizinische Hilfen tätig. Demnach musste sie 2022 nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine aus ihrer Heimatstadt Wowtschansk fliehen und baute sich in Charkiw ein neues Leben auf. „Dieser unerbittlich geführte Krieg macht vor niemandem Halt“, erklärte Müller. Auch die Mitarbeitenden der Caritas seien diesen Gefährdungen „täglich ausgesetzt“. Ukraine-Krieg aktuell: Russischer Drohnenangriff auf Eisenbahn-Arbeiter Update, 18:13 Uhr: Bei einem russischen Drohnenangriff auf einen Reparaturtrupp der ukrainischen Eisenbahn Ukrzaliznytsia im Gebiet Donezk ist ein Mitarbeiter getötet worden. Zwei weitere Bahnarbeiter wurden durch Schrapnell verletzt, berichtet die Ukrainska Pravda unter Berufung auf Oleksandr Pertsovskyi, den Vorstandsvorsitzenden von Ukrzaliznytsia. Der Trupp war demnach im Einsatz, um eine zuvor durch russische Angriffe beschädigte Infrastrukturanlage zu reparieren. Update, 17:10 Uhr: Rumänien hat einen Mitarbeiter der russischen Botschaft in Bukarest ausgewiesen und damit auf das Eindringen mehrerer Drohnen in seinen Luftraum reagiert. Der zur „unerwünschten“ Person erklärte Mitarbeiter müsse das Land innerhalb von fünf Tagen verlassen, teilte das rumänische Außenministerium mit. Der russische Botschafter Wladimir Lipajew sei über die Entscheidung informiert worden. Die rumänische Armee hatte zuletzt an drei Tagen in Folge Drohnen im Luftraum über dem NATO-Land abgeschossen. Am Montag wurde eine weitere Drohne gesichtet. Bei einer am Freitag abgeschossenen Drohne handelte es sich nach Angaben von Präsident Nicusor Dan um ein Modell des vom Iran entwickelten Typs „Schahed“, das von Russland im Ukraine-Krieg eingesetzt wird. Ukraine-Krieg aktuell: Selenskyj trifft neuen britischen Premier Andy Burnham Update, 15:49 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist zu einem Treffen mit dem neuen britischen Premierminister Andy Burnham in Großbritannien eingetroffen. Nach seiner Landung erklärte Selenskyj am Montag, die Ukraine und Großbritannien hätten die „stärksten Beziehungen in der Geschichte der Zusammenarbeit“ zwischen beiden Ländern aufgebaut. Burnham wollte Selenskyj als ersten ausländischen Staatschef seit seinem Amtsantritt empfangen. Der ukrainische Präsident reist dann zu einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump in Washington weiter. „Großbritannien steht Schulter an Schulter mit der Ukraine, und unsere Unterstützung bleibt unerschütterlich“, erklärte Burnham anlässlich des Selenskyj-Besuchs. Russland dürfe am britischen Durchhaltewillen nicht zweifeln: London werde nicht nachlassen, bis ein „dauerhafter und gerechter Frieden für die Ukraine“ erreicht sei. Burnham hatte bereits kurz nach seinem Amtsantritt am Montag vergangener Woche mit Selenskyj telefoniert. Ukraine-Krieg aktuell: Kiews Drohnentruppen attackieren russische Tanker im Schwarzen Meer Update, 14:53 Uhr: Die ukrainischen Drohnentruppen haben nach eigenen Angaben mit dem Beschuss russischer Tanker im Schwarzen Meer begonnen. „Die ersten 20 Tanker im Schwarzen Meer wurden in der Nacht zum 15. Juli erledigt“, schrieb der Chef der ukrainischen Drohnentruppen, Robert Browdi, auf seinem Telegram-Kanal. Die Drohnen hätten 17 Öltanker, zwei Gastanker und ein Schleppschiff getroffen. Die Angaben waren zunächst nicht unabhängig zu prüfen. Zuvor berichteten die Ukrainer, im Asowschen Meer aktiv gewesen zu sein. Nach Angaben Browdis wurden im Asowschen Meer insgesamt 116 Schiffe attackiert. Damit sei „die erste Runde des Seekriegs beendet“. Ukraine-Krieg aktuell: 80 Tankstellen in Charkiw zerstört Update, 13:27 Uhr: Russische Streitkräfte haben in der Oblast Charkiw mehr als 80 Tankstellen zerstört – auf der Strecke zwischen Charkiw und Poltawa gibt es nun keine einzige Tankstelle mehr. Das berichtete der Regionalabgeordnete der Oblast Charkiw, Oleksandr Skoryk, gegenüber Slawa.TV. Laut Skoryk verschärfe sich die Lage bei den Tankstellen in der Region täglich, am stärksten betroffen sei die Fernstraße Charkiw–Kiew, insbesondere der Abschnitt zwischen Charkiw und Poltawa. „Stand heute sind alle Tankstellen auf der Fernstraße Charkiw–Kiew – konkret auf dem Abschnitt von Charkiw nach Poltawa – vollständig zerstört: in Walky, Tschutowe und weiter in Richtung Poltawa“, sagte Skoryk. Die letzte noch funktionierende Tankstelle in Walky sei am 26. Juli von russischen Streitkräften zerstört worden. Insgesamt hat Russland in der Ukraine mehr als 200 Tankstellen zerstört, davon über 80 in Charkiw und der gleichnamigen Oblast. Ukraine-Krieg aktuell: Iran droht Kiew Update, 12:17 Uhr: Russische Streitkräfte haben in der Nacht vom 26. auf den 27. Juli zivile Handelsschiffe in Häfen der Oblast Mykolajiw beschossen. Das teilte die Verwaltung der Seehäfen der Ukraine mit. Laut der Behörde befänden sich die getroffenen Schiffe „seit Beginn der umfassenden Invasion 2022 in ukrainischen Häfen blockiert und würden nicht für die kommerzielle Schifffahrt genutzt“. Bei dem Angriff wurde eine Person getötet, mehrere weitere wurden verletzt, wie die Hafenverwaltung in einer Erklärung mitteilte. Es handele sich um einen weiteren gezielten russischen Angriff auf die zivile Schifffahrt und die ukrainische Hafeninfrastruktur, betonte die Behörde. „Angriffe auf Schiffe, die seit Jahren blockierte Häfen nicht verlassen können, zeigen einmal mehr den systematischen Charakter des russischen Terrors gegen den maritimen Sektor und stellen eine unmittelbare Gefahr für das Leben ziviler Seeleute dar“, heißt es in der Erklärung. Update, 11:36 Uhr: Das iranische Außenministerium hat am Montag mit „unvorhergesehenen“ Konsequenzen nach dem ukrainischen Angriff auf ein iranisches Schiff im Kaspischen Meer am Wochenende gedroht. Ministeriumssprecher Esmaeil Baqaei bezeichnete das Vorgehen der Ukraine bei einer wöchentlichen Pressekonferenz als „absolut illegalen und ungerechtfertigten Akt, der gegen die Charta der Vereinten Nationen verstößt, sowie ein gefährlicher Akt des Abenteuers, der von uns sicherlich nicht unbeantwortet bleiben wird“. Die Folgen des ukrainischen Vorgehens „werden sicherlich unvorhergesehen sein“, fügte er hinzu. Ukraine-Krieg aktuell: Neue Sanktionen gegen Russland stehen im Raum Update, 10:46 Uhr: Die EU-Kommission denkt offenbar über ein neues Verfahren zur Verhängung von Russland-Sanktionen nach. Auslöser ist der Widerstand Griechenlands, der die Verabschiedung des jüngsten Sanktionspakets der Europäischen Union verzögert hatte. Das berichtet die Financial Times. Wie es demnach heißt, suchten EU-Beamte nach Wegen, die Verabschiedung gezielter Finanzsanktionen künftig schneller durchzusetzen. Athen fordert seit Wochen eine Ausnahmeregelung für Schiffe der Reederei Dynagas, damit diese weiterhin russisches Flüssigerdgas (LNG) transportieren dürfen. Diese Forderung hatte Griechenland offenbar zur Bedingung für seine Zustimmung zu einem umfassenderen, inhaltlich davon unabhängigen Sanktionspaket gegen Russland gemacht. Drei mit den Gesprächen vertraute Beamte erklärten, in Brüssel werde derzeit diskutiert, wie sich diese Blockadetaktik künftig eindämmen lasse. Sie werde von Mitgliedstaaten zunehmend genutzt, um Unternehmen zu schützen, die weiterhin Geschäfte mit Russland betreiben. Erstmeldung: Die Ukraine hat in der Nacht zum Montag erneut tief in russisches Territorium geschlagen und dabei strategische Ziele weit hinter der Frontlinie angegriffen. Im Mittelpunkt der jüngsten Angriffe im Ukraine-Krieg stand der Rostower Seehandelshafen, einer der wichtigsten russischen Umschlagplätze für Güter im Asow-Schwarzen-Meer-Becken. Videoanalysen von Astra zeigten Rauch, der nach dem Angriff über dem vierten Frachtterminal des Hafens aufstieg. Gouverneur Juri Sljussar bestätigte, dass eine Drohne in ein Hochhaus in Hafennähe einschlug. Besonders weitreichend war ein ukrainischer Drohnenangriff auf die russische Teilrepublik Udmurtien, rund 1350 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Nach OSINT-Analysen von Astra zur aktuellen Lage im Ukraine-Krieg richtete sich der Angriff gegen das Objekt „Prioritet“ der staatlichen Reservebehörde Rosreserv. Die streng gesicherte Anlage nahe der Siedlung Borok im Kambarsky-Distrikt dient als strategisches Staatslager für Treibstoff, Erdölprodukte und Schmierstoffe für Kriegs- oder Notfallsituationen. Udmurtiens Gouverneur bezeichnete den Angriff als den „massivsten Drohnenangriff der letzten Zeit“ auf die Republik. Das russische Blatt Kommersant berichtete, dass Mitarbeiter eines nahegelegenen Wildberries-Lagers in Sarapul evakuiert wurden, das Lager selbst jedoch nicht beschädigt worden sei. Ukraine-Krieg aktuell: Kiew nimmt Russlands Hinterland ins Visier Auch die grenznahe russische Großstadt Belgorod wurde in der Nacht von ukrainischen Drohnen getroffen. Zwölf Menschen, darunter zwei Kinder, wurden verletzt. Mehrere Wohngebäude, mehr als 15 Fahrzeuge und ein Privathaus wurden bei dem aktuellen Angriff im Ukraine-Krieg beschädigt. Lokalen Berichten zufolge verursachte der Angriff zudem einen Stromausfall im Stadtzentrum, der die Straßenbeleuchtung und die Wasserversorgung unterbrach. Auf ukrainischer Seite meldete der ukrainische Geheimdienst (DIU) einen gezielten Treffer auf ein russisches Luftabwehrsystem in der besetzten Krim. Operatoren der Abteilung für unbemannte Systeme des DIU zerstörten demnach einen Abschussbehälter sowie eine 96L6-Radarstation des Typs S-400 Triumf in der Nacht vom 25. auf den 26. Juli. In derselben Nacht setzte die russische Armee im aktuellen Ukraine-Krieg ihre Angriffe auf ukrainisches Territorium fort. Russische Streitkräfte griffen mehrere Regionen mit gelenkten Luftbomben und Drohnen an. Den tödlichsten Einschlag verzeichnete die Stadt Saporischschja: Eine russische Lenkbombe zerstörte ein Privathaus und tötete einen 67-jährigen Mann. Ein 22-Jähriger wurde nach mehreren Stunden lebend aus den Trümmern geborgen und hospitalisiert. Eine weitere russische Drohne traf eine Wohnung in einem Wohnhochhaus und verletzte zwei Personen. Ukraine-Krieg aktuell: Zahlreiche Angriffe gemeldet In der Region Sumy wurden bei mindestens sieben Lenkbombenabwürfen fünf Zivilisten verletzt. In Dnipro entfachte ein Drohnenangriff einen Brand an einem Privatwohnhaus und die ukrainische Luftwaffe meldete, 15 russische Drohnen über der Region Dnipropetrowsk abgefangen zu haben. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe griff Russland in der Nacht insgesamt mit 147 Kampfdrohnen an, von denen 123 abgeschossen wurden. Wie aus Angaben von Ukrenergo, dem staatlichen ukrainischen Stromübertragungsnetzbetreiber, hervorgeht, gelang es der russischen Armee, durch die jüngsten Angriffe im Ukraine-Krieg insgesamt in vier Oblasten Stromausfälle auszulösen. „Notfallreparaturen sind bereits im Gange, wo immer es die Sicherheitslage zulässt. Die Mitarbeiter der Energieversorger tun alles, um die vom Feind beschädigten Anlagen so schnell wie möglich wiederherzustellen“, hieß es in einer Erklärung. Ukraine-Krieg aktuell: Neue Zahlen zu Russlands Verlusten Laut dem ukrainischen Generalstab steigen Russlands Verluste im Ukraine-Krieg weiter. Im Verlauf des vergangenen Tages hat Wladimir Putins Armee 1590 Soldaten verloren. Die Kämpfer wurden entweder getötet oder verwundet. Damit belaufen sich die russischen Gesamtverluste seit Kriegsbeginn am 24. Februar 2022 auf geschätzte 1.440.580 Militärangehörige. Hinzu kommen nach ukrainischen Angaben 12.225 zerstörte Panzer (+8), 25.032 gepanzerte Kampffahrzeuge (+13), 46.831 Artilleriesysteme (+37) sowie 1.519 Luftabwehrsysteme (+1). Die Zahlen stammen vom ukrainischen Generalstab und sind nicht unabhängig überprüfbar. (red mit Agenturen)