Ukraine-Krieg aktuell: EU-Land will Ukraine-Hilfen verweigern
Newsblog zum Krieg in der Ukraine
EU-Land will Ukraine-Hilfen verweigern
Von dpa, afp, reuters, t-online, pa, jse
Aktualisiert am 20.10.2026 - 19:09 UhrLesedauer: 8 Min.
Bulgarien will sich nicht an weiteren Hilfen für die Ukraine beteiligen. Polen kann derweil keine weiteren Patriots schicken. Alle Nachrichten im Newsblog.
Dienstag, 20. Oktober
Bulgarien lehnt Beteiligung an neuer EU-Finanzhilfe für Kiew ab
Bulgarien wird sich nach den Worten von Regierungschef Rumen Radew nicht mehr an einer neuen Finanzhilfe der Europäischen Union (EU) für die Ukraine beteiligen. Beim jüngsten EU-Gipfel forderte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj von der EU weitere 70 Milliarden Euro für das kommende Jahr, um im Abwehrkampf gegen Russlands Angriffskrieg bestehen zu können.
"Wie kommt euch das vor dem Hintergrund von all dem, das in Europa geschieht, vor? Bulgarien kann auf keiner Weise an diesen 70 Milliarden (Euro) beteiligt sein", sagte Radew vor Journalisten in der Kleinstadt Twardiza, wie die bulgarische Nachrichtenagentur BTA berichtete.
Der bulgarische Regierungschef erinnerte daran, dass die EU der Ukraine im vergangenen Jahr 90 Milliarden Euro für die Jahre 2026 und 2027 bewilligt hatte. Für dieses Darlehen hatten drei EU-Staaten – Ungarn, Tschechien und die Slowakei – ausgehandelt, nicht an den Kosten beteiligt zu werden. Bulgarien war allerdings daran noch beteiligt.
Polen stellt Ukraine keine Patriots zur Verfügung
Polen kann der Ukraine nach eigenen Angaben keine Patriot-Raketen mehr zur Verfügung stellen. Außenminister Radosław Sikorski sagt in einem Interview mit "pap.pl.", innerhalb der Nato gebe es aber noch Staaten, die die Ukraine unterstützen könnten. "Russland produziert mehr Raketen, als uns Abfangflugkörper zur Verfügung stehen, um sie abzuwehren", sagte Sikorski über die Nato. Er appellierte andere Nato-Staaten, Patriot-Systeme mit der Ukraine zu teilen.
Ukraine-Gipfel mit Trump, Putin und Xi: Der Albtraum wird wahr
Donald Trump wendet sich Wladimir Putin zu und setzt die Ukraine unter Druck. Vor einem schweren Kriegswinter droht Kiew ein gefährlicher Machtpoker – bei dem China zum Gewinner werden könnte. Lesen Sie hier mehr dazu.
Selenskyj sucht in Oslo Verständigung mit US-Unterhändler Witkoff
Auf der Suche nach einer Friedenslösung für sein Land ist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj für ein Treffen mit dem US-Unterhändler Steve Witkoff in Oslo eingetroffen. Auf der Nachrichtenplattform X kündigte er eine Reihe von Gesprächen an: Zu dritt mit dem norwegischen Regierungschef Jonas Gahr Støre und dem finnischen Präsidenten Alexander Stubb, einzeln mit Witkoff, dann eine Runde zu viert.
"Ich bin jedem dankbar, der die Ukraine und einen würdigen Weg zum Frieden unterstützt", schrieb Selenskyj. Die norwegische Hauptstadt ist ein neuer Schauplatz in den bislang erfolglosen Friedensbemühungen für das von Russland seit viereinhalb Jahren mit einem verheerenden Angriffskrieg überzogene Land. Auch das Format ist neu.
"Ziel ist es, die diplomatischen Bemühungen wieder in konstruktivere Bahnen zu lenken", sagte Støre laut der Nachrichtenagentur NTB. Wittkoff soll die Ergebnisse später weiter nach Moskau tragen.
Von der Leyen fordert neue EU-Strategie für die Arktis
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen fordert angesichts der wachsenden russischen Militärpräsenz in der Arktis eine Neuausrichtung der europäischen Strategie für die Region. Die Werte, die bislang die Sicherheit im Norden garantierten, könnten nicht mehr als selbstverständlich gelten, erklärt von der Leyen bei der Vorstellung einer neuen EU-Arktis-Strategie. "Die Arktis ist ein Raum, in dem die tektonischen Platten der Geopolitik aufeinanderprallen", sagt sie.
Drohnenangriff löst Feuer in russischer Region Tambow aus
Ein ukrainischer Drohnenangriff hat in der vergangenen Nacht in der russischen Region Tambow ein Feuer auf einem Betriebsgelände ausgelöst, wie der Gouverneur der Region Jewgeni Perwischew, mitteilte. Nach seinen Angaben wurde niemand verletzt, weitere Einzelheiten nannte er aber bisher nicht.
Nach Einschätzungen des ukrainischen Beobachtungsprojekts Exilenova+ und von Analysten des unabhängigen Telegram-Kanals Astra könnte eine wichtige Ölpipeline-Station im Kreis Mitschurinski getroffen worden sein. Die Anlage Nikolskoye ist Teil des Druschba-Pipelinesystems, über das Erdöl transportiert wird. Sie dient unter anderem der Lagerung und Weiterleitung des Rohstoffs und kann nach vorliegenden Informationen täglich bis zu 300.000 Tonnen Erdöl umschlagen.
Bereits im Sommer 2025 war die Anlage mindestens zweimal Ziel ukrainischer Drohnenangriffe. Seit Monaten greifen ukrainische Streitkräfte wiederholt russische Ölraffinerien und andere Teile der Energieinfrastruktur an. Die Angriffe gelten als einer der Faktoren, die zur Treibstoffkrise in Russland beitragen.
US-Gesandte reisen nach Norwegen
Der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, und der Nahost-Gesandte Steve Witkoff reisen Insidern zufolge in dieser Woche zu einer neuen Verhandlungsrunde über ein Ende des Krieges in der Ukraine nach Norwegen. Zwei der drei mit der Angelegenheit vertrauten Personen sagten, sie erwarteten auch die Teilnahme des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Der Zeitplan sei jedoch vorläufig und könne sich noch ändern. Das Weiße Haus reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.
Trump offen für Treffen mit Xi und Putin
US-Präsident Donald Trump hat sich offen für einen Dreiergipfel mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und Chinas Staatschef Xi Jinping gezeigt. "Ich würde es tun", sagte Trump am Montag vor Journalisten in Washington. Vereinbart sei das Treffen aber noch nicht. Nach Trumps Angaben würden bei einem solchen Gipfel Atomwaffen und die Denuklearisierung im Mittelpunkt stehen, der Ukraine-Krieg könne aber auch zur Sprache kommen.
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