Ukraine-Krieg aktuell: Explosionen in Kiew
Startseite Politik Ukraine-Krieg aktuell: Heftige Explosionen in Kiew – Einkaufszentrum getroffen, ein Toter Von: Stephanie Munk, Teresa Toth, Christian Stör Uns auf Google folgen Aktuelle News zum Ukraine-Krieg: Russland überzieht Kiew in der Nacht mit Raketen, es gibt Verletzte und einen Toten. Putin bekommt eine Drohung aus dem eigenen Militär. Der Ticker. Update vom 19. Juli, 6:15 Uhr: Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht mit ballistischen Raketen angegriffen. In der Nacht waren Dutzende Explosionen im Zentrum zu hören, darunter Einschläge von Flugabwehrraketen. Der Militärverwaltung zufolge wurde dabei ein Mensch getötet. Eine Detonation war so stark, dass sie die Alarmanlagen geparkter Autos im Stadtzentrum aktivierte, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Explosionen waren auch in Luftschutzeinrichtungen zu hören. Kurz zuvor hatte die ukrainische Luftwaffe vor ballistischen Raketen gewarnt, die sich Kiew näherten. Bürgermeister Vitali Klitschko meldete Schäden in mehreren Stadtteilen sowie Brände. Mindestens sieben Menschen seien verletzt worden, von Toten schrieb Klitschko zunächst nichts. Die ukrainische Luftwaffe gab an, mehr als zwei Dutzend ballistische Raketen seien auf Ziele in und nahe der Hauptstadt abgefeuert worden. Laut der Militärverwaltung wurden ein Wohngebäude und ein Einkaufszentrum mit Freizeiteinrichtungen getroffen. Klitschko berichtete von brennenden Fahrzeugen und Rauch in der Nähe eines weiteren Einkaufszentrums. In einem Wohnhaus sei ein Feuer ausgebrochen, ebenso in einem Supermarkt. Transparenzhinweis Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Ukraine-Krieg aktuell: Proteste in Kiew gegen Entlassung von Selenskyjs Verteidigungsminister Update vom 18. Juli, 21:24 Uhr: Auch in der Ukraine gibt es offenen Widerspruch gegen Regierungsentscheidungen. In Kiew halten Proteste gegen die Entlassung von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow an. Jetzt hat Präsident Selenskyj Gespräche mit dem Militär geführt. „Natürlich höre ich, was die Leute sagen“, versicherte der Staatschef in einer Videoansprache. Dabei habe er auch „lange“ mit Fedorow und ebenso mit Armeechef Olexander Syrskyj gesprochen. „Entscheidungen bezüglich der Armee werden ausgearbeitet“, versprach Selenskyj, ohne Details zu nennen. Fedorow war abgesetzt und am Freitag kommissarisch durch den Geheimdienstler Jewhenij Chmara ersetzt worden. Seine Kandidatur muss Selenskyj noch im Parlament einreichen und von den Abgeordneten bestätigen lassen. Update vom 18. Juli, 21:08 Uhr: NATO-Militärchef Admiral Giuseppe Cavo Dragone hat sich im Exklusivinterview mit dem Kyiv Independent überzeugt gezeigt, dass die Ukraine die Kriegswende erreicht. „Die Ukraine gewinnt gerade etwas, sie verliert nicht“ sagte der Vorsitzende des NATO-Militärausschusses. Als nächsten realistischen Schritt nannte er einen Waffenstillstand und Verhandlungen – nicht die vollständige Rückeroberung ukrainischer Gebiete. Eine russische Aggression gegen Polen oder die baltischen Staaten hält er zwar für möglich, aber kostspielig für Moskau: „Heute würden sie weit mehr verlieren, als sie gewinnen könnten. Und wir sind bereit.“ Ukraine-Krieg aktuell: Russischer Soldat droht Putin offen mit Militärputsch Update, 18:19 Uhr: Während der Krieg andauert, wächst in Russland der Unmut über den Kreml – ausgerechnet aus den eigenen Reihen. Ende Juni drohte der russische Soldat Alexander Lunin in einem Instagram-Video, das zehn Millionen Mal aufgerufen wurde, Putin offen mit einem Militärputsch: „Die Armee wird ihre Waffen gegen den Kreml richten.“ Lunin wurde festgenommen, verbrachte elf Tage in Haft und entschuldigte sich nach seiner Freilassung öffentlich bei Putin. Beobachter sehen die Moral in Russlands pro-Kriegs-Gemeinschaft auf einem Tiefpunkt. Der staatliche Meinungsforscher WZIOM soll Putins offene Vertrauenswerte seit Juni nicht mehr veröffentlichen, nachdem sie auf den niedrigsten Stand seit Kriegsbeginn gefallen seien. Die Rekrutierung neuer Vertragssoldaten ging laut der russischen Investigativplattform iStories im Vergleich zum Vorjahr um rund 20 Prozent zurück – bei gleichzeitig steigenden Prämien und geschätzten 50.000 Desertionsfällen allein im Jahr 2025. Ukrainische Armee trifft russisches Öldepot Update, 17:01 Uhr: Die Ukraine hat in der Nacht erneut Ziele im Moskauer Gebiet angegriffen. Das getroffene Öldepot trägt den Namen „Nafto-Service“ und dient laut ukrainischem Generalstab auch der Versorgung der russischen Armee mit Treibstoff und Schmierstoffen. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärte, über 370 ukrainische Drohnen seien in Richtung Moskauer Gebiet gestartet worden, 64 davon auf dem Anflug auf die Hauptstadt abgeschossen worden. Gouverneur Worobjow meldete mindestens einen Toten und 37 Verletzte in der Region. Im Schwarzen Meer traf die Ukraine zudem ein Patrouillenschiff der Klasse Swetljak (Projekt 10410) in Kertsch auf der besetzten Krim – bereits das zweite Mal binnen zwei Tagen, dass ein Schiff dieses Typs ins Visier genommen wurde. Der Angriff erfolgte genau einen Monat nach dem bislang größten ukrainischen Drohnenangriff auf Moskau vom 18. Juni, bei dem die Moskauer Ölraffinerie getroffen wurde. Reuters berichtete am 24. Juni, dass diese den Betrieb in diesem Jahr voraussichtlich nicht wieder aufnehmen werde. Ukraine-Krieg aktuell: Ukrainische Drohnentruppen sollen 13 russische Schiffe getroffen haben Update, 14:21 Uhr: Die ukrainischen Drohnentruppen haben nach eigenen Angaben 13 weitere russische Schiffe getroffen. Damit steige die Gesamtzahl der im Schwarzen Meer und dem benachbarten Asowschen Meer beschossenen Schiffe auf 172, teilte der Chef der Drohnentruppen, Robert Browdi, in sozialen Netzwerken mit. In der Nacht seien acht Frachter, ein Tanker, ein Gastransportschiff, ein Schlepper und zwei Schwimmkräne getroffen worden. Er kündigte an, die Operation gegen russische Schiffe an den verbleibenden Juli-Tagen und in der ersten Augusthälfte fortzusetzen. „Moskau wird untergehen“, sagte Browdi. Von unabhängiger Seite waren die Angaben nicht überprüfbar. Ukraine-Krieg aktuell: Kiew greift Logistikzentren und Ölanlage in Russland an Update, 12:16 Uhr: Die Ukraine hat nach eigenen Angaben zwei wichtige Logistikzentren in den russischen Regionen Moskau und Tambow sowie eine Ölanlage angegriffen. Die Logistikzentren seien für die Lieferung sanktionierter Bauteile für die Drohnenproduktion und Navigationsgeräte genutzt worden, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj über Telegram mit. Zudem hätten ukrainische Angriffe Ziele im Asowschen und im Schwarzen Meer getroffen. Russischen Angaben zufolge wurde bei den Drohnenangriffen ein Lagerhaus des größten russischen Online-Händlers Wildberries in der Stadt Kotowsk in der südlichen Region Tambow getroffen, wobei sieben Mitarbeiter der Nachtschicht getötet worden seien. Verluste für Russland Update, 9:38 Uhr: Die Ukraine leistet weiter massiv Gegenwehr mit Drohnenschlägen gegen Russland. Auch das Moskauer Gebiet war Ziel neuer Angriffe. In der Stadt Elektrostal – rund 50 Kilometer östlich von Moskau – sind nach Angaben von Gouverneur Andrej Worobjow 24 Menschen verletzt worden, davon einige schwer. In dem Gebiet um die Hauptstadt sei außerdem in der Stadt Noginsk auf dem Gelände eines Öldepots ein Brand ausgebrochen. 48 Drohnen habe die russische Flugabwehr abgeschossen. Die Angaben waren von unabhängiger Seite nicht überprüfbar. Update, 11:10 Uhr: Am Morgen hat Kiew neue Zahlen zu Russlands Verlusten im Ukraine-Krieg veröffentlicht. Nach Angaben des Generalstabs haben die russischen Streitkräfte binnen 24 Stunden etwa 1420 Soldaten verloren. Insgesamt sind demnach bereits mehr als 1,42 Millionen russische Soldaten im Kampf getötet oder schwer verwundet worden. Zudem gibt die Ukraine an, in den vergangenen 24 Stunden 85 Artilleriesysteme, fünf Marschflugkörper und mehr als 1900 Drohnen zerstört zu haben. Nachfolgend ein Überblick der von Kiew genannten Zahlen zu den russischen Gesamtverlusten im Ukraine-Krieg. Soldaten: 1.427.410 (+1420 zum Vortag) Panzer: 12.151 (+3) Artilleriesysteme: 46.169 (+85) Mehrfach-Raketenwerfer: 1946 (+3) Luftabwehrsysteme: 1502 (+6) Drohnen: 414.798 (+1914) Marschflugkörper: 4914 (+5) Die Daten lassen sich unabhängig nicht überprüfen und basieren auf Schätzungen des ukrainischen Generalstabs. Ukraine-Krieg aktuell: Gebiet rund um Moskau wird zum Ziel ukrainischer Angriffe Ukraine-Krieg aktuell: Ukrainische Gegenangriffe – Tote und Verletzte in Russland Update, 8:20 Uhr: Bei ukrainischen Drohnenangriffen in Russland sind nach Behördenangaben mindestens sieben Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Im Gebiet Tambow starben sieben Menschen, es gebe auch 25 Verletzte, teilte Gouverneur Jewgeni Perwyschow bei Telegram mit. Bei den Opfern handele es sich um Mitarbeiter eines Verteilzentrums des russischen Online-Versandhändlers Wildberries. Die getroffene Stadt Kotowsk liegt rund 500 Autokilometer südöstlich von der Hauptstadt Moskau entfernt. Proteste in der Ukraine Update, 18. Juli, 6:45 Uhr: In der ukrainischen Hauptstadt Kiew haben am Freitagabend erneut tausende Menschen gegen die Ablösung des beliebten Verteidigungsministers Mychailo Fedorow protestiert. Die Demonstranten schwenkten ukrainische Flaggen und hielten Plakate in die Luft, auf denen „Bringt Fedorow zurück!“ und „Respektiert das Volk!“ zu lesen war, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Fedorow war am Mittwoch im Rahmen einer Regierungsumbildung von Präsident Wolodymyr Selenskyj zurückgetreten. Ukraine-Krieg aktuell: Folgenschwerer Angriff in der ukrainischen Hafenstadt Odessa Update, 21:22 Uhr: Im Ukraine-Krieg sind bei russischen und ukrainischen Angriffen in beiden Ländern am Freitag mindestens sieben Menschen getötet worden. Der folgenschwerste Angriff ereignete sich in der ukrainischen Hafenstadt Odessa, wo Vize-Bürgermeister Oleksandr Filatow zufolge zwei Menschen getötet und acht weitere verletzt wurden, als eine russische Rakete in einem Wohngebäude einschlug. Unter den Todesopfern befand sich demnach auch eine Frau, die in einem nahen Park mit zwei Kindern spazieren ging. Durch den Angriff wurden Wohngebäude, eine religiöse Einrichtung, eine Schule, Fahrzeuge sowie weitere zivile Infrastruktur beschädigt, wie Filatow weiter erklärte. Bei einem Angriff auf die nahegelegene Hafenstadt Mykolajiw kamen zwei weitere Menschen an Bord eines zivilen Schiffes ums Leben, wie die örtliche Staatsanwaltschaft mitteilte. Das Schiff fuhr demnach unter ausländischer Flagge. Bei dem Angriff seien zwei weitere Schiffe beschädigt worden. Ein Todesopfer und fünf Verletzte gab es der Militärverwaltung zufolge bei einem Angriff in Cherson. Ukraine-Krieg aktuell: Kreml reagiert auf Trump-Rede Update, 15:21 Uhr: Der Kreml hat am Freitag US-Geheimdiensterkenntnisse über angebliche russische Versuche, in amerikanische Wahlen einzugreifen, „entschieden“ zurückgewiesen. Die Stellungnahme erfolgte, während US-Präsident Donald Trump strengere Wahlgesetze forderte und erneut – ohne belastbare Belege – vor angeblichen Schwachstellen im US-Wahlsystem warnte. In einer rund 25-minütigen Rede im Weißen Haus hatte Trump am Donnerstag Zweifel an der Integrität des US-Wahlprozesses geäußert. Er sagte, das System sei anfällig für Manipulation und Einflussnahme aus dem Ausland – etwa durch China, den Iran und Russland. Zugleich kündigte der Präsident an, Geheimdienstdokumente freizugeben, die die Fähigkeiten ausländischer Regierungen beschreiben sollen, „die US-Wahlinfrastruktur zu kompromittieren“. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte dazu vor Journalisten, „Russland hat sich niemals in die inneren Angelegenheiten anderer Länder eingemischt“. „Und wir erwarten, dass niemand versuchen wird, sich in unsere einzumischen.“ Ukraine-Krieg aktuell: Demos in Kiew gehen weiter Update, 13:57 Uhr: In Kiew und anderen Städten der Ukraine dauern Demonstrationen gegen die Personalpolitik von Präsident Wolodymyr Selenskyj den dritten Tag in Folge an. Die Demonstranten fordern vor allem die Wiedereinsetzung des entlassenen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow, wie die staatliche Nachrichtenagentur Ukrinform meldete. Viele verlangten auch eine Entlassung des Oberkommandierenden der Armee, Olexander Syrskyj. Gemeinsames Zeichen der Proteste waren die Losungen auf braunen Papptafeln. Update, 13:15 Uhr: Der ukrainische Militärgeheimdienst (HUR) hat vor einer Intensivierung des russischen Drohnenterrors in Frontgebieten gewarnt. Russlands Streitkräfte haben demnach den Befehl erhalten, Angriffe auf zivile Infrastruktur in der Ukraine sowie in Grenzregionen zu verstärken. Angeblich sollen dabei ferngesteuerte Drohnen wie Molnija-1, Molnija-2, Geran-Seeker, Gerbera-Seeker, Lancet sowie weitere unbemannte Systeme eingesetzt werden, um Ziele aufzuspüren und zu treffen. Besonders im Visier: Tankstellen, Lastkraftwagen und Personenfahrzeuge. Der HUR betonte: „Der Befehl russischer Kommandeure zur Intensivierung des Drohnenterrors in den Frontgebieten stellt eine reale Bedrohung für die Zivilbevölkerung der Ukraine dar.“ Ukraine-Krieg aktuell: Russischer Drohnenangriff in der Südukraine Update, 12:25 Uhr: Bei einem russischen Drohnenangriff auf die Hafeninfrastruktur der südukrainischen Stadt Mykolajiw sind den Behörden zufolge zwei Menschen getötet worden. Zudem seien drei zivile Schiffe unter ausländischer Flagge beschädigt worden, teilte die regionale Staatsanwaltschaft mit. Bei den Todesopfern handele es sich um zwei ukrainische Staatsbürger, die sich an Bord eines der ausländischen Schiffe befunden hätten. Zudem musste der staatliche ukrainische Energiekonzern Naftogaz nach einem russischen Drohnenangriff die Arbeiten an einer Gasförderanlage in der nordöstlichen Region Charkiw einstellen. Ukraine-Krieg aktuell: Tote und Verletzte bei russischen Angriffen Update, 11:30 Uhr: Bei russischen Drohnen- und Raketenangriffen sind nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj erneut mehrere Menschen in der Ukraine getötet und verletzt worden. „In Odessa wurden zwei Menschen getötet“, teilte Selenskyj auf der Plattform X mit. Es gebe auch fünf Verletzte. Bei einem Luftangriff in der Region Saporischschja seien zwei Menschen getötet und fünf weitere verletzt worden. Insgesamt hat Russland laut Selenskyj in der Nacht mehr als 130 Drohnen und acht Raketen eingesetzt. Betroffen gewesen seien mehrere Regionen. Gegen die Region Sumy im Nordosten habe Russland 15 Gleitbomben eingesetzt. Es gebe einen Verletzten. Wohnhäuser und andere zivile Infrastruktur seien beschädigt worden. Ukraine-Krieg aktuell: Drohnentruppen treffen zwölf russische Schiffe Kiew setzt im Ukraine-Krieg seine Angriffe auf die Schattenflotte von Wladimir Putin weiter fort. Die Drohnenstreitkräfte nahmen heute erneut zwölf weitere Schiffe im Schwarzen Meer ins Visier. Nach ukrainischen Angaben wurden neun Frachter, zwei Tanker und ein Schlepper attackiert. Seit Beginn der Operation am 6. Juli wurden damit insgesamt 159 Schiffe beschädigt, 117 im Asowschen Meer und 42 im Schwarzen Meer. Das erklärte Ziel der Operation ist laut Kommandeur Robert Browdi „eine unheilbare Lähmung der Logistik“ für Öl, Treibstoff und Fracht, die unter Umgehung internationaler Sanktionen transportiert werde. „Jedes selbstfahrende Schiff in eine auf dem Meer treibende Barke verwandeln, blind und taub. Das Ziel ist nicht, das Wasser mit Ölflecken zu verschmutzen, also wird es keine Rumpfbrüche geben“, sagte Browdi laut der Ukrainska Prawda. Proteste in der Ukraine Unterdessen hat das ukrainische Parlament eine neue Regierung gewählt. Für die Ernennung von Ministerpräsident Serhij Korezkyj stimmte eine deutliche Mehrheit von 289 Abgeordneten. Korezkyj, der bislang den staatlichen Energiekonzern Naftogaz leitete, soll das Land auf den nächsten Winter vorbereiten. Korezkyjs Ernennung lief weitgehend geräuschlos ab. Aber die geplante Ablösung des populären Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow gerät zur Schlammschlacht. In Kiew und anderen Städten gingen mehr als tausend Menschen auf die Straße, um die Wiedereinsetzung des 35-Jährigen zu fordern. Nach seiner Entlassung warf er dem Armeechef Oleksandr Syrskyj vor, Reformen zu blockieren und das Land zu spalten. Syrskyj, der wegen seiner rigiden Führung und hoher Truppenverluste in der Kritik steht, wies die Vorwürfe zurück und rief dazu auf, sich auf die Verteidigung des Landes zu konzentrieren. Als neuen Verteidigungsminister hat Selenskyj nun den Geheimdienstler Jewhenij Chmara vorgeschlagen. Chmara leitete den Geheimdienst SBU seit Januar geschäftsführend. Chmara übernehme das Amt zunächst kommissarisch, teilte Selenskyj mit. Das Parlament solle die Personalie später endgültig bestätigen. (Quellen: dpa, AFP, Reuters) (cs)