Ukraine-Krieg aktuell: Kiew hat wohl russisches Geheimdienstschiff versenkt
Newsblog zum Krieg in der Ukraine Ukraine: Haben russisches Geheimdienst-Schiff versenkt Aktualisiert am 14.07.2026 - 17:18 UhrLesedauer: 14 Min. Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Europa steckt aus Sicht von Russland in einer Sackgasse. Die Ukraine versenkt ein FSB-Schiff. Alle Entwicklungen im Newsblog. Dienstag, 14. Juli Chef von ukrainischem Rüstungskonzern Ukroboronprom tritt zurück Der Chef des staatlichen ukrainischen Rüstungskonzerns Ukroboronprom, Herman Smetanin, ist zurückgetreten. Dies geschah eine Woche nach einem russischen Angriff auf ein Lager des Unternehmens in der Region Kiew, der Explosionen mit mehreren Todesopfern auslöste. Smetanin nannte am Dienstag keinen Grund für seine Entscheidung. Zum kommissarischen Nachfolger wurde der ehemalige stellvertretende Verteidigungsminister Serhij Bojew ernannt, wie der Konzern mitteilte. Ein Auswahlverfahren für einen neuen Chef sei eingeleitet worden. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte nach dem russischen Angriff vom 6. Juli erklärt, dass Verantwortliche des Rüstungskonzerns zur Rechenschaft gezogen würden. Anfang des Monats wurden zwei weitere hochrangige Führungskräfte von Ukroboronprom entlassen. Der Staatskonzern vereint rund 100 Waffenhersteller des Landes. Die ukrainische Rüstungsindustrie ist während des mehr als vier Jahre andauernden russischen Angriffskriegs stark gewachsen; der jährliche Produktionswert wird inzwischen auf rund 50 Milliarden Dollar geschätzt. Ukraine: Haben russisches Geheimdienst-Schiff versenkt Die ukrainische Marine hat nach eigenen Angaben ein Patrouillenschiff des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB mit einer Seedrohne versenkt. In einer auf Telegram veröffentlichten Stellungnahme erklärte sie, das Schiff "Izumrud" sei nahe der russischen Schwarzmeerstadt Noworossijsk getroffen worden. Demnach habe es unter der Besatzung Tote und Verletzte gegeben. Eine unabhängige Bestätigung der Angaben liegt bislang nicht vor. Nach ukrainischen Angaben stand die "Izumrud" seit 2014 im Dienst und verfügte unter anderem über einen Hubschrauberlandeplatz. Die Marine erklärte zudem, das Schiff habe 2018 an der Konfrontation mit ukrainischen Schiffen in der Straße von Kertsch teilgenommen. Noworossijsk, unweit der von Russland annektierten Halbinsel Krim, war bereits mehrfach Ziel ukrainischer Angriffe. Die Ukraine kündigte zudem weitere Angriffe an. Von russischer Seite gab es zunächst keine Stellungnahme zu den ukrainischen Angaben. Ukrainisches Parlament nimmt Rücktritt von Ministerpräsidentin an Das ukrainische Parlament hat den Rücktritt von Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko angenommen. Die 40-jährige Ökonomin legte ihr Amt nach einem Jahr auf Bitten von Präsident Wolodymyr Selenskyj nieder. Mit dem Ausscheiden Swyrydenkos tritt am Dienstag verfassungsgemäß die gesamte Regierung zurück. Selenskyj begründete die Regierungsumbildung kaum. Er erklärte lediglich, die Ukraine ändere ihren politischen Kurs und benötige neues Personal. Einige Abgeordnete äußerten im Parlament Unbehagen über den abrupten Wechsel. Swyrydenko hatte das Amt vor einem Jahr übernommen, nachdem ein Korruptionsskandal die ukrainische Führung erschüttert hatte. Kritiker warfen ihr vor, nicht entschlossen genug gegen Bestechlichkeit vorgegangen zu sein. Der Oppositionsabgeordnete Jaroslaw Schelesnjak von der Holos-Partei kritisierte die Bilanz der scheidenden Regierung: "Uns wurden jeden Tag Ergebnisse versprochen. Die Regierung hat dieses Versprechen gehalten: jeden Tag Präsentationen, jeden Tag Pressekonferenzen und jeden Tag ein neuer Verdächtiger in einem Korruptionsfall." Swyrydenko betonte in ihrer Abschiedsrede dagegen, für sie hätten stets konkrete Resultate gezählt. Sie fügte hinzu, dass die Vorbereitung auf den kommenden Winter die größte Herausforderung für die neue Regierung sein werde, da mit verstärkten russischen Angriffen auf das Strom- und Gasnetz zu rechnen sei. Kreml kritisiert Merz für geplante Sicherheitsgarantien an Kiew Der Kreml hat Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz zu künftigen Sicherheitsgarantien für die Ukraine kritisiert. "Sicherheitsgarantien ohne die Beteiligung Russlands zu formulieren, ist unmöglich", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Nachrichtenagenturen zufolge. Die Aussagen von Merz zeugten davon, dass die Europäer in einer Sackgasse stecken. Sollten die Europäer davon tatsächlich überzeugt sein, "dann schließt das die Teilnahme der europäischen Länder am Prozess der Regulierung aus", sagte Peskow. Stein des Anstoßes ist offenbar ein Satz von Merz auf der Pressekonferenz beim Treffen der sogenannten Koalition der Willigen. Der Bundeskanzler hatte dort die Erfolge des ukrainischen Militärs in den vergangenen Wochen hervorgehoben und erklärt, dass dies Chancen auf einen Frieden biete. Die Koalition wolle auch nach einem Waffenstillstand einen Beitrag für die Sicherheit der Ukraine leisten. "Wie wir im Einzelnen unsere Sicherheitsgarantien ausgestalten, das werden die Ukraine und ihre Partner entscheiden, nicht Moskau", sagte Merz. Die sogenannte Koalition der Willigen plant eine multinationale, von Europa geführte und von den USA unterstützte Truppe. Sie soll nach einem Ende des russischen Angriffskriegs helfen, die Sicherheit der Ukraine zu gewährleisten. Die Bemühungen um ein Kriegsende sind aber seit Monaten festgefahren. Loading... Loading... Loading... Ukraine: Haben mit Drohnen elf russische Schiffe getroffen Bei ukrainischen Drohnenangriffen sind im Asowschen Meer nach Angaben aus Kiew elf russische Schiffe getroffen worden. Unter den Zielen seien fünf Tanker, fünf Frachtschiffe und ein Schlepper, teilte der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, via Telegram mit. Damit steige die Zahl der in den vergangenen neun Tagen getroffenen Schiffe auf 116. Bulgarien nicht bei "Koalition der Willigen" für die Ukraine Der EU- und Nato-Mitgliedstaat Bulgarien hat eine Teilnahme an der "Koalition der Willigen" zur Unterstützung der Ukraine abgelehnt. "Der Platz von Bulgarien ist nicht dort", sagte der neue bulgarische Ministerpräsident Rumen Radew in Paris einem Bericht des Bulgarischen Nationalen Fernsehens BNT zufolge. Bulgarien nehme nicht an einer Koalition teil, die auf eine Fortsetzung der finanziellen und militärischen Hilfe für die Ukraine bestehe, erläuterte Radew. Er habe zwar eine Einladung von Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron zur Beteiligung an einer "Koalition der Willigen" erhalten, in Paris halte er sich aber anlässlich des französischen Nationalfeiertags auf. Estland: Russland hält unangekündigt Schießübungen auf Peipussee ab Russland hat nach Angaben von Estland unangekündigte Schießübungen auf dem Peipussee durchgeführt. Nur wenige Kilometer von der Grenze zu dem baltischen EU- und Nato-Land hätten russischen Einheiten erstmals eine Übung mitten auf dem See abgehalten. "Das ist definitiv nicht typisch. Russland hat bisher keine Aktivitäten mit Waffen auf dem Peipussee durchgeführt. Insofern ist das etwas Neues", sagte Verteidigungsminister Hanno Pevkur estnischen Medienberichten zufolge. Der estnische Grenzschutz sei nicht informiert worden, habe die Lage aber überwacht und verfolgt. Die Übung soll den Berichten zufolge einen Tag nach dem Nato-Gipfel am 9. Juli stattgefunden haben und auf der estnischen Seite zu hören gewesen sein. Auch soll auf russischer Seite ein Aufklärungsballon über dem Fluss Narva gestartet worden sein. Der Peipussee liegt im Osten des Baltenstaates zwischen Estland und Russland – er ist einer der größten Seen Europas. Die Grenze und dazugehörige Kontrolllinie verläuft durch das Gewässer.