Ukraine-Krieg aktuell: Kiew startet neue Angriffe - St. Petersburg und Krim im Visier
Startseite Politik Ukraine-Krieg aktuell: Kiew startet neue Angriffe – St. Petersburg und Krim im Visier Von: Felix Busjaeger, Christian Stör, Simon Schröder, Franziska Schwarz, Nail Akkoyun Uns auf Google folgen Aktuelle News zum Ukraine-Krieg im Ticker: Kiew greift Ölterminal in St. Petersburg an, auch Krim im Visier. Russland nimmt Stadt ein. Der Ticker. Update, 8:55 Uhr: Die Ukraine hat erneut russische Ölanlagen an der Ostsee bei St. Petersburg mit Drohnen angegriffen. Auch der Ölhafen von St. Petersburg selbst scheint getroffen worden zu sein, wie Videos in russischen wie ukrainischen Telegramkanälen nahelegen. Zuletzt hatte die Ukraine Anfang Juni Tanks im Ölhafen von St. Petersburg in Brand geschossen, als dort das Internationale Wirtschaftsforum von Kremlchef Wladimir Putin beginnen sollte. Die Folgen des Dauerbeschusses sind im Alltag der russischen Bevölkerung spürbar: Die Ukraine hat mit massiven Drohnenangriffen auf Russlands Ölraffinerien eine schwere Treibstoffkrise ausgelöst – von den zehn größten Anlagen des Landes sind inzwischen fast alle mindestens einmal getroffen worden. Rund ein Drittel der gesamten Raffineriekapazitäten steht mittlerweile still. Im ganzen Land bilden sich lange Schlangen an Tankstellen – in der Region Transbaikalien warteten Autofahrer Berichten zufolge bis zu 36 Stunden. Transparenzhinweis Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Ukraine-Krieg aktuell: Kiew attackiert russische Ölanlagen bei St. Petersburg Update, 8:00 Uhr: Kiew hat in den frühen Morgenstunden ein Ölterminal in Sankt Petersburg attackiert. Vor Ort war von Explosionen sowie Drohnen über der Region Leningrad die Rede. Russische Behörden sprachen von Dutzenden abgeschossenen Flugkörpern über dem Gebiet. Laut russischen Telegram-Kanälen stiegen schwarze Rauchwolken und Flammen aus dem Hafengebiet der Stadt auf. Das betroffene Terminal am Großen Hafen Sankt Petersburg zählt zu den bedeutendsten Kraftstoffumschlagsanlagen Russlands und wickelt jährlich rund 12,5 Millionen Tonnen Erdölprodukte ab. Ukraine-Krieg aktuell: Kiew attackiert erneut die Krim Update, 6:50 Uhr: Die Ukraine hat in der Nacht erneut massiv die von Russland besetzte Krim angegriffen und dabei offenbar wichtige Infrastruktur getroffen. Laut russischen Telegram-Kanälen erfasste das NASA-Branderkennungssystem FIRMS Feuer am Fährterminal an der Meerenge von Kertsch sowie auf einem Militärflugplatz in der nordkrimischen Stadt Dschankoi – nur einen Tag nach ukrainischen Angriffen auf den Luftwaffenstützpunkt Saky. Ukrainische Drohnen haben die Halbinsel in den vergangenen Wochen systematisch unter Beschuss genommen, um russische Nachschubwege zu kappen und die Militärinfrastruktur zu zermürben. Das Ausmaß der Schäden war zunächst unklar. Russland erobert Frontstadt Update, 4. Juli, 5:55 Uhr: Das russische Militär hat nach eigenen Angaben die strategisch wichtige Stadt Kostjantyniwka im Osten der Ukraine eingenommen. Generalstabschef Waleri Gerassimow habe Präsident Wladimir Putin darüber unterrichtet, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die Industriestadt sei unter hohen Verlusten für die ukrainischen Verteidiger erobert worden, wurde Putin von seinem Sprecher Dmitri Peskow zitiert. Putin habe noch am Abend die sofortige Evakuierung aller in Kostjantyniwka verbliebenen Zivilpersonen angeordnet. „Wir alle wissen, dass diese Stadt ein wichtiges Verkehrszentrum und ein großes Industriezentrum des Donbass ist“, sagte der russische Präsident laut Reuters. Eine Stellungnahme der Regierung in Kiew lag zunächst nicht vor. Ukraine-Krieg aktuell: Russische Angriffe kosten Leben Update, 22:15 Uhr: Bei russischen Angriffen auf die ukrainischen Großstädte Saporischschja und Dnipro mit Gleitbomben, Drohnen und Raketen sind mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. „Drei Tote und zwölf Verwundete, unter ihnen auch Kinder“, schrieb Olexander Ganscha, Militärverwalter von Dnipro. Die Region sei im Tagesverlauf von mindestens 50 Angriffen getroffen worden. In der frontnahen südostukrainischen Großstadt Saporischschja wurden durch eine Gleitbombe mindestens zwei Zivilisten getötet. Weitere 21 seien verletzt worden, teilte der Militärgouverneur des gleichnamigen Gebiets, Iwan Fedorow, bei Telegram mit. Ukraine-Krieg aktuell: Bundesregierung erhöht Druck auf China Update, 21:28 Uhr: Die Bundesregierung hat der Regierung in Peking unmissverständlich deutlich gemacht, dass sie eine Ausbildung russischer Soldaten durch China missbilligt. „China muss wissen, dass dieser russische Aggressionskrieg gegen die Ukraine unsere Kerninteressen bedroht“, sagte Außenminister Johann Wadephul (CDU) am Rande seines Besuchs in Brasilien in der Hauptstadt Brasília. Das Auswärtige Amt hatte den chinesischen Botschafter an diesem Donnerstag zu einem dringlichen Gespräch gebeten, wie die dpa schreibt. Zuerst hatte der Spiegel darüber berichtet. Die Bundesregierung habe Berichte, wonach in China russische Soldaten ausgebildet würden, „mit großer Besorgnis“ gelesen, sagte Wadephul. Europa sei selbstverständlich bereit, seine Kerninteressen zu verteidigen. Ukraine-Krieg aktuell: Stromausfälle auf der Krim Update, 20:20 Uhr: Wiederholte ukrainische Drohnenangriffe haben auf der von Russland besetzten ukrainischen Halbinsel Krim in größeren Gebieten für Stromausfälle gesorgt. „Derzeit sind mehr als zehn Bezirke ganz oder teilweise ohne Strom“, zitiert die russische Nachrichtenagentur Tass den von Moskau eingesetzten Gouverneur Sergej Aksjonow. „Der Feind greift das Stromnetz der Halbinsel täglich mit Drohnen an.“ Die Lage sei schwierig. Er machte keine Angaben darüber, wie viele Menschen von den Stromabschaltungen betroffen seien. Ukraine-Krieg aktuell: Russlands viertgrößte Raffinerie muss Produktion einstellen Update, 19:19 Uhr: Insider berichten, dass die viertgrößte Ölraffinerie Russlands, Norsi, nach einem Drohnenangriff aus der Ukraine die Verarbeitung von Rohöl einstellt. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Der Gouverneur der Region Nischni Nowgorod, Gleb Nikitin, teilt mit, dass bei dem Angriff eine Person ums Leben gekommen sei und eine Industrieanlage Schaden genommen habe. Zwei Personen, die mit dem Vorfall vertraut sind, erklären demnach, dass die Drohne die Hauptanlage der Raffinerie traf, die 53 Prozent der gesamten Kapazität von Norsi ausmacht. Der Eigentümer Lukoil äußert sich zunächst nicht zu dem Vorfall. Norsi gilt als der zweitgrößte Benzinproduzent in Russland. Update, 18:38 Uhr: Wolodymyr Selenskyj erklärt, dass die Ukraine langfristig mehr Hightech-Waffen produzieren könne als Russland. Das berichtet die Kyiv Post. Im Mittelpunkt von Beratungen mit dem ukrainischen Oberbefehlshaber standen der Ausbau der heimischen Rüstungsproduktion sowie Themen wie Drohnen, Robotersysteme, Raketenentwicklung und elektronische Kriegsführung. Im Ukraine-Krieg setzt Kiew nun verstärkt auf internationale Finanzierung: Selenskyj wies das Außen- und das Verteidigungsministerium an, bei den Partnern zusätzliche Mittel für die Rüstungsindustrie einzuwerben. „Ich erwarte konkrete Ergebnisse und Vereinbarungen mit unseren Partnern“, sagte der ukrainische Präsident. Ukraine reagierte auf russischen Angriff vom Donnerstag mit Gegenschlägen Update, 17:44 Uhr: Nach dem massiven russischen Angriff auf Kiew mit mindestens 30 Todesopfern hat die Ukraine mit Attacken auf verschiedene Ziele in Russland und in den von Moskau besetzten Gebieten reagiert. Dabei wurden nach Angaben der örtlichen Behörden vom Freitag mindestens zehn Menschen getötet. Auch Russland griff die Ukraine erneut an, Behördenangaben zufolge wurden in der Ukraine fünf Menschen getötet, darunter ein Kleinkind. In Kiew gedachten die Menschen am Freitag der Opfer des Angriffs am Vortag, bei dem nach neuesten Angaben der Rettungsdienste mindestens 30 Menschen getötet wurden. Der Leiter der Militärverwaltung der Hauptstadt, Tymur Tkatschenko, sagte, 91 weitere Menschen seien verletzt worden. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko hatte die russische Attacke als „massivsten Angriff des Feindes auf die Hauptstadt“ bezeichnet und den Freitag zu einem Trauertag für die Opfer erklärt. Wegen der durch den Angriff ausgelösten Luftverschmutzung riefen die Behörden in Kiew die Bewohner auf, möglichst viel Zeit zu Hause zu verbringen. USA warnt Polen: Russland könnte Provokation gegen NATO planen Update, 12:24 Uhr: Die USA sollen Warschau davor gewarnt haben, dass Moskau über eine bewaffnete Provokation gegen Polen nachdenkt, um „die Entschlossenheit der NATO zu testen“. Das berichteten The Telegraph und das Portal Onet. Demnach stammen die Informationen von Quellen aus dem Umfeld des polnischen Präsidenten. Demnach habe Washington darauf hingewiesen, Russland könne mit einer solchen Aktion versuchen, die NATO zu „testen“ und zugleich westliche Partner Kiews dazu zu bringen, ihre Unterstützung für die Ukraine auszusetzen. Der Telegraph schrieb, ein solches Vorgehen könne binnen weniger Monate erfolgen. Als mögliche Szenarien nannten Onet-Quellen demnach Drohnenangriffe auf kritische Infrastruktur wie Kraftwerke oder die Inszenierung eines massiven Luftangriffs, um Polen zur Aktivierung seiner Luftverteidigung zu zwingen. Als radikalstes Szenario wird demnach ein hybrider Angriff im Grenzgebiet genannt – möglicherweise unter Beteiligung belarussischer Soldaten. Russland könnte einen Zwischenfall etwa damit begründen, dass Truppen sich aufgrund gestörter GPS-Signale „verirrt“ hätten, oder eine angebliche „Rettungsmission“ nach einem Hubschrauber-Notfall konstruieren. Ukraine-Krieg aktuell: Russland weitet Angriffe weiter aus Update, 9:11 Uhr: Russland hat die Ukraine nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe in der Nacht zum 3. Juli mit zwei luftgestützten Raketen vom Typ Ch-59/69 sowie 105 Drohnen angegriffen. Die ukrainische Luftabwehr habe 83 Luftziele abgeschossen oder elektronisch außer Gefecht gesetzt, dennoch seien ein Flugkörper und 21 Drohnen an 16 Orten eingeschlagen. Demnach begann der Angriff am 2. Juli gegen 18:00 Uhr. Die beiden Ch-59/69-Raketen seien aus dem vorübergehend besetzten Teil der Oblast Saporischschja abgefeuert worden. Zudem habe Russland 105 Angriffsdrohnen der Typen Shahed (teils mit Strahlantrieb), Gerbera und Italmas sowie Parodiya-Attrappen eingesetzt. Die Drohnen seien aus den russischen Städten Kursk, Orjol, Brjansk, Millerowo und Primorsko-Achtarsk sowie aus dem vorübergehend besetzten Donezk gestartet worden. An der Abwehr seien unter anderem Kampfflugzeuge, Flugabwehrraketeneinheiten, Mittel der elektronischen Kampfführung, Einheiten für unbemannte Systeme sowie mobile Feuergruppen der ukrainischen Verteidigungskräfte beteiligt gewesen. Ukraine-Krieg aktuell: Hohe Verluste für Russland Erstmeldung: Kiew hat neue Zahlen zu Russlands Verlusten im Ukraine-Krieg veröffentlicht. Nach Angaben des Generalstabs haben die russischen Streitkräfte binnen 24 Stunden etwa 1250 Soldaten verloren. Insgesamt sind demnach bereits mehr als 1,4 Millionen russische Soldaten im Kampf getötet oder schwer verwundet worden. Zudem gibt die Ukraine an, in den vergangenen 24 Stunden 48 Marschflugkörper, 57 Artilleriesysteme und mehr als 2100 Drohnen zerstört zu haben. Nachfolgend ein Überblick der von Kiew genannten Zahlen zu den russischen Gesamtverlusten im Ukraine-Krieg. Soldaten: 1.407.150 (+1250 zum Vortag) Panzer: 12.073 (+4) Artilleriesysteme: 45.225 (+57) Mehrfach-Raketenwerfer: 1912 (+2) Luftabwehrsysteme: 1463 (+4) Marschflugkörper: 4846 (+48) Drohnen: 387.342 (+2152) Die Daten lassen sich unabhängig nicht überprüfen und basieren auf Schätzungen des ukrainischen Generalstabs.