Ukraine-Krieg aktuell: Mehrere Tote und Verletzte nach Russland-Angriff
Startseite Politik Ukraine-Krieg aktuell: Mehrere Tote und Verletzte nach Russland-Angriff Von: Nail Akkoyun, Felix Busjaeger Uns auf Google folgen Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg im News-Ticker: Putin gibt sich siegessicher, räumt Treibstoffmangel ein – und lehnt Gespräche mit Selenskyj kategorisch ab. Dieser News-Ticker ist beendet. Die weiteren Entwicklungen in unserem neuen News-Ticker zum Ukraine-Krieg. Update, 21:29 Uhr: Bei russischen Angriffen in mehreren Regionen der Ukraine sind insgesamt mindestens neun Menschen getötet und mehr als 40 Menschen verletzt worden. Bei einem Raketenangriff auf die zentralukrainische Industriestadt Dnipro wurden am Montag Behördenangaben zufolge mindestens fünf Menschen getötet. Drei Menschen starben bei einem Drohnenangriff auf einen Bus in der südlichen Stadt Saporischschja, ein weiteres Todesopfer gab es in Charkiw im Nordosten. In Charkiw wurde bei einem Angriff mit einer Lenkbombe eine 23-jährige Frau getötet, wie Bürgermeister Ihor Terechow mitteilte. Fünf weitere Menschen wurden seinen Angaben zufolge verletzt. Die regionale Staatsanwaltschaft veröffentlichte auf Telegram ein Video, das eine Straßenbahn und beschädigte Gebäude sowie eine zugedeckte Leiche zeigt. Transparenzhinweis Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Der Chef der Militärverwaltung der Region Dnipropetrowsk, Oleksandr Hanscha, sprach im Onlinedienst Telegram von fünf Toten und 28 Verletzten in der Stadt Dnipro, von denen vier in Lebensgefahr schwebten. Die Menschen hätten „traumatische Hirnverletzungen, Splitterwunden, Knochenbrüche und Explosionsverletzungen“, teilte Hanscha mit. Er veröffentlichte Fotos, die ein beschädigtes Gebäude zeigten sowie eine unkenntlich gemachte Leiche. „Russische Truppen haben einen Luftangriff auf ein privates Unternehmen in der Stadt Dnipro ausgeführt“, erklärte die ukrainische Polizei. Auf von der Polizei veröffentlichten Fotos waren Rettungssanitäter zu sehen, welche die Verletzten in der prallen Sonne versorgten. Dnipro liegt rund 100 Kilometer von der Front entfernt und wird regelmäßig von der russischen Armee angegriffen. Russischer Ukraine-Veteran droht Putin mit Meuterei - Haftstrafe verhängt Update, 19:46 Uhr: Ein russischer Ukraine-Veteran, der dem russischen Präsidenten Wladimir Putin mit Meuterei gedroht hatte, ist zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Ein Gericht in der Region Woronesch befand Alexander Lunin schuldig, „extremistische Symbole“ gezeigt zu haben. Nähere Angaben zu den Symbolen oder zur Dauer der Haftstrafe machte das Gericht am Montag nicht. Lunin selbst teilte im Onlinedienst Telegram mit, er sei zu einer elftägigen Haftstrafe verurteilt worden. Lunin hatte sich zu Beginn der russischen Offensive in der Ukraine 2022 freiwillig gemeldet und war laut Medienberichten auch an der Front. In der vergangenen Woche veröffentlichte der 39-Jährige dann auf der Onlineplattform Instagram Videos, in denen er ein Treffen mit Putin fordert. In einem der Videos wirft er russischen Kommandeuren Folter und Missbrauch von eigenen Soldaten vor, die sich weigerten, „sinnlose, selbstmörderische Anweisungen“ zu befolgen. Update, 17:24 Uhr: Bei russischen Angriffen auf die ukrainischen Städte Dnipro und Saporischschja sind insgesamt mindestens sieben Menschen getötet und mehr als 30 Menschen verletzt worden. Bei einem Raketenangriff auf die zentralukrainische Industriestadt Dnipro wurden am Montagmorgen Behördenangaben zufolge mindestens fünf Menschen getötet. „Russische Truppen haben einen Luftangriff auf ein privates Unternehmen in der Stadt Dnipro ausgeführt“, teilte die ukrainische Polizei mit. Der Chef der Militärverwaltung der Region Dnipropetrowsk, Oleksandr Hanscha, sprach im Onlinedienst Telegram von fünf Toten und 28 Verletzten, von denen vier in Lebensgefahr schwebten. Update, 14:51 Uhr: An der Prydniprowskyj-Front sind russische Truppen nach Angaben des ukrainischen Militärs derzeit nicht in der Lage, größere Angriffe am linken Ufer des Dnipro oder im Inselgebiet des Flussdeltas durchzuführen. Stattdessen würden sie die Zivilbevölkerung mit Beschuss „terrorisieren“. Das sagte Pawlo Drohal, Sprecher des 30. Marinekorps der Ukraine, den Portalen Espreso und Slawa.TV zufolge. Drohal erklärte demnach, russische Streitkräfte hätten in den vergangenen zwei Wochen praktisch keine Angriffsoperationen am linken Dnipro-Ufer durchgeführt. Zugleich setzten sie weiterhin intensiv Kampfdrohnen ein und griffen die Regionen um Cherson und Nikopol an. Betroffen seien vor allem Wohnhäuser, kritische Infrastruktur und der öffentliche Nahverkehr. Einheiten des Marinekorps arbeiteten daran, diesen Angriffen entgegenzuwirken, so Drohal. Russische Versuche, im Inselgebiet des Dnipro-Deltas Fuß zu fassen, seien demnach wirksam vereitelt worden; derzeit würden keine entsprechenden Aktivitäten beobachtet. Update, 12:23 Uhr: Litauens Verteidigungsministerium sieht derzeit keine Hinweise darauf, dass Russland einen groß angelegten militärischen Angriff auf die baltischen Staaten vorbereitet. Die Gefahr von Sabotageakten gegen Litauen bleibe jedoch hoch. Das berichtete der litauische öffentlich-rechtliche Sender LRT. Die Stellungnahme erfolgte demnach als Reaktion auf einen Bericht der britischen Zeitung The Guardian. Diese hatte unter Berufung auf Quellen geschrieben, Russland bereite möglicherweise eine „Provokation“ gegen die baltischen Staaten oder Polen vor. Das litauische Ministerium betonte, solche Berichte zielten darauf ab, die Lage in den baltischen Staaten zu eskalieren. „Derzeit gibt es keine Anzeichen dafür, dass Russland einen groß angelegten militärischen Angriff auf die baltischen Staaten vorbereitet, aber das Niveau der Bedrohung durch Sabotage (Brandstiftung oder andere Handlungen gegen kritische Infrastruktur auf litauischem Staatsgebiet) bleibt hoch“, erklärte das Verteidigungsministerium. Ukraine-Krieg aktuell: Stromausfälle in besetzten Gebieten Update, 11:12 Uhr: In den von Russland besetzten Teilen der Südukraine ist es nach Angaben der eingesetzten Besatzungsbehörden zu Stromausfällen gekommen. „Alle Kreise des Gebiets Cherson sind ganz oder teilweise ohne Strom“, schrieb der Leiter der russischen Besatzungsverwaltung, Wladimir Saldo, auf Telegram. Energieversorger und Einsatzkräfte arbeiteten demnach daran, die Versorgung in den Haushalten so schnell wie möglich wiederherzustellen. Auch Jewgeni Balizki, der von Moskau eingesetzte Gouverneur des Gebiets Saporischschja, berichtete in der Nacht von Notabschaltungen und Schäden an Energieanlagen. Ursache seien ukrainische Angriffe auf das Stromnetz gewesen, schrieb er. In einem Interview mit dem kremlnahen Korrespondenten des russischen Staatsfernsehens, Pawel Sarubin, räumte Kremlchef Wladimir Putin am Vorabend Probleme ein. Angriffe auf kritische Infrastruktur – insbesondere auf die Energieversorgung – verursachten Schwierigkeiten, sagte Putin. Man beobachte einen gewissen Mangel, allerdings keinen kritischen. In den vergangenen Monaten hat die Ukraine ihre Angriffe deutlich ausgeweitet und dabei vor allem Ziele der russischen Ölindustrie ins Visier genommen. Dies hat zunächst auf der seit 2014 besetzten Schwarzmeer-Halbinsel Krim, inzwischen aber auch in weiten Teilen Russlands zu Versorgungsproblemen mit Treibstoff geführt. Update, 10:18 Uhr: Der russische Machthaber Wladimir Putin hat behauptet, er habe neben Aufforderungen zu einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auch neue Vorschläge zur Beendigung des russischen Krieges gegen die Ukraine erhalten. Das sagte Putin in einem Interview mit dem Kreml-Propagandisten Pawel Zarubin, dessen Transkript auf der Kreml-Website veröffentlicht wurde. Als Beispiel nannte Putin einen möglichen Ansatz zur Deeskalation: „Es gibt auch neue Vorschläge. Einige davon kann ich bereits nennen. Zum Beispiel ein Stopp der Angriffe tief in die Gebiete beider Seiten.“ Ukraine-Krieg aktuell: Russland startet neue Angriffe Update, 8:50 Uhr: Russische Streitkräfte haben die Ukraine nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe seit dem Abend des 28. Juni mit 108 Drohnen unterschiedlicher Typen angegriffen. 82 davon seien bis 8:00 Uhr zerstört oder durch elektronische Mittel außer Gefecht gesetzt worden, dennoch seien mehrere Treffer registriert worden. „Bis 08:00 Uhr hatten [ukrainische] Luftverteidigungskräfte 82 Shahed-, Gerbera-, Italmas- und andere Drohnentypen im Norden, Süden und Osten des Landes zerstört oder gestört. Treffer durch 25 UAVs wurden an 11 Orten registriert sowie der Absturz abgeschossener Luftziele (Trümmer) an vier Orten“, teilte die Luftwaffe mit. Demnach wurden die Drohnen aus den russischen Städten Brjansk, Kursk, Millerowo, Orjol und Primorsko-Achtarsk sowie aus den vorübergehend besetzten Gebieten der Oblast Donezk, vom Kap Tschauda und aus Hwardijske gestartet. An der Abwehr seien unter anderem Flugzeuge, Flugabwehrraketeneinheiten, Mittel der elektronischen Kampfführung, Einheiten für unbemannte Systeme sowie mobile Feuergruppen der ukrainischen Verteidigungskräfte beteiligt gewesen. Laut Luftwaffe dauerte der Angriff um 8:00 Uhr noch an, da sich weiterhin russische Drohnen im Luftraum befanden. Erstmeldung: Kiew/Moskau – Wladimir Putin gibt sich ungeachtet wachsender militärischer Verluste im Ukraine-Krieg und ukrainischer Angriffe auf russischem Territorium siegessicher. Auf dem Kongress der Regierungspartei Einiges Russland beklagte der russische Präsident „harten und ohne Übertreibung beispiellosen Druck“ des Westens auf Russland. Der Westen habe es nicht geschafft, Russland im Ukraine-Krieg „auf dem Schlachtfeld“ zu besiegen, und versuche deshalb, „die politische Lage anzuheizen und innere Unruhen zu säen“. Doch dieses Vorhaben würde scheitern. In einem separaten Interview mit dem Staatsfernsehkorrespondenten Pawel Sarubin betonte Putin, die russische Armee werde weiterhin alles unternehmen, um die Ziele der sogenannten Spezialoperation umzusetzen. Ukraine-Krieg aktuell: Putin räumt gegenwärtige Lage ein Seinen Optimismus mit Blick auf den aktuellen Ukraine-Krieg begründete Putin unter anderem mit einem angeblichen „katastrophalen Personalmangel“ der ukrainischen Streitkräfte. Er behauptete zudem, den russischen Streitkräften sei der Vorschlag unterbreitet worden, die Kampfhandlungen auf vier Gebiete in der Ostukraine zu beschränken – was Kiew ermöglichen würde, Truppen aus anderen Regionen dorthin zu verlegen. Putin lehnte diese Entscheidung im Ukraine-Krieg kategorisch ab: „Aber die Rettung des Kiewer Regimes ist nicht Teil unserer Pläne.“ Gleichzeitig räumte er Probleme im Inland ein: An russischen Tankstellen komme es zu Warteschlangen und Treibstoffengpässen infolge ukrainischer Angriffe auf Ölinfrastruktur. „Leider gibt es immer noch Schlangen an den Tankstellen, und die richtige Benzinsorte ist nicht immer verfügbar“, sagte Putin. Trotz dieser Eingeständnisse zeigte sich Putin entschlossen. Er versprach, Russland werde „alle Herausforderungen überwinden“, darunter „Terroranschläge auf unser Territorium und auf Infrastruktureinrichtungen“. Wie bereits mehrfach zuvor kündigte er an, Russlands Wirtschaft auf „ein grundlegend neues technologisches Niveau“ zu heben. „Wir durchleben eine schwierige Zeit, aber sie hat uns viele Lektionen gelehrt“, sagte Putin mit Blick auf den aktuellen Ukraine-Krieg. „Russland kann nur als starker und unabhängiger Staat existieren. Andernfalls wird es kein Russland geben.“ Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Putin beharrt auf Maximalforderungen Den westlichen Wunsch nach Friedensverhandlungen betrachtete Putin mit Skepsis. Er erklärte, der Westen strebe weiterhin danach, Russland eine strategische Niederlage zuzufügen. „Dort werden zwar vereinzelt verschiedene Gerüchte laut, dass man dies angeblich nicht mehr anstrebe, aber offiziell hat niemand diese These von der Tagesordnung gestrichen“, sagte Putin. „Wozu brauchen sie dann aber die Einstellung der Kampfhandlungen und die Friedensverhandlungen, von denen sie immer häufiger sprechen und an denen sie teilnehmen wollen?“ Jede friedliche Lösung hat Putin bislang abgelehnt. Auch ein direktes Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wurde zurückgewiesen. Moskau beharrt auf Maximalforderungen, darunter die vollständige Kontrolle über den Donbass. Russlands Verluste im Ukraine-Krieg Während Putin seine Durchhalteparolen für den Ukraine-Krieg formulierte, veröffentlichte der ukrainische Generalstab neue Verlustzahlen. Demnach hat Russland seit Beginn des Vollangriffs am 24. Februar 2022 bis zum 29. Juni 2026 insgesamt etwa 1.402.200 Soldaten verloren. Die Kämpfer wurden entweder verwundet oder getötet. Ihre Zahl stieg allein am vergangenen Tag um weitere 1230 Militärangehörige. Hinzu kommen nach ukrainischen Angaben 12.066 Panzer, 24.845 gepanzerte Kampffahrzeuge sowie 44.969 Artilleriesysteme. Die Zahlen stammen vom ukrainischen Generalstab und können nicht unabhängig verifiziert werden. Unterdessen erschütterte eine Meldung die ukrainische Armee: Oberst Wolodymyr Kononnikow, Kommandeur der 154. Separaten Mechanisierten Brigade, wurde am 28. Juni tot aufgefunden. Das ukrainische Operationskommando Süd bestätigte den Tod und erklärte, die Umstände würden untersucht. Die Polizei der Region Saporischschja meldete, ein Kommandeur einer Militäreinheit sei mit einer Schusswunde tot aufgefunden worden. Die Ermittler leiteten ein Strafverfahren wegen vorsätzlicher Tötung ein. „Oberst Wolodymyr Kononnikow war ein Offizier, der sich der Ukraine und dem Militär verschrieben hatte, ein verantwortungsbewusster Kommandeur, dem das Personal und die Bedürfnisse seiner Einheit am Herzen lagen“, hieß es in einer Erklärung des Kommandos. Weitere Details wurden von den Behörden nicht bekannt gegeben. Ukraine-Krieg aktuell: Selenskyj plant Denkmal für gefallene Soldaten Auf der politischen Bühne in Kiew brachte Selenskyj einen Gesetzentwurf zur Errichtung eines nationalen Pantheons in das Parlament ein. „Die Namen aller Helden, die in verschiedenen Jahrhunderten und Epochen für die Ukraine gekämpft und die Ukraine inspiriert haben, werden vereint und für immer in unsere Geschichte eingeschrieben“, sagte Selenskyj bei einer Veranstaltung zum Tag der Verfassung. Präsidialamtschef Kyrylo Budanow ergänzte: „Niemand wird den Ukrainern jemals wieder vorschreiben, welche Helden sie verehren, welche Feiertage sie begehen oder welche Geschichte sie lernen sollen.“ Der Hinweis auf kulturelle Selbstbestimmung galt auch als Stichelei in Richtung Polens, dessen Präsident Karol Nawrocki Selenskyj in einem Geschichtsstreit einen hohen Orden aberkannt hatte. (red mit Agenturen)