Ukraine-Krieg aktuell: Raketenangriffe auf Kiew
Newsblog zum Krieg in der Ukraine Raketenangriffe auf Kiew Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Mychailo Fedorow gibt überraschend sein Amt auf. Russische Raketen schlagen in Kiew ein. Alle Entwicklungen im Newsblog. Donnerstag, 16. Juli Raketenangriffe auf Kiew Das russische Militär hat die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht ein weiteres Mal mit ballistischen Raketen angegriffen. Nach Auskunft von Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram gab es Einschläge in zwei Stadtteilen: In einem Lager im Westen der Stadt und einem unbewohnten Haus in einem östlichen Stadtbezirk seien Brände ausgebrochen. Angaben der ukrainischen Luftwaffe zufolge feuerte das russische Militär in zwei Wellen mindestens acht Raketen auf die Dreimillionenstadt und ihre Umgebung ab. Mittwoch, 15. Juli Rosatom: Drohne tötet Chefingenieur des AKW Saporischschja Eine ukrainische Drohne soll nach russischen Angaben den Chefingenieur des besetzten Atomkraftwerks Saporischschja in der Südostukraine getötet haben. "Eine Drohne der ukrainischen Streitkräfte griff einen Dienstwagen des AKWs an der Grenze zwischen dem Werksgelände des Kraftwerks und der Stadt Enerhodar an", sagte der Chef des russischen Atomkonzerns Rosatom, Alexej Lichatschow, laut einer Mitteilung bei Telegram. Es sei ein zielgerichteter Angriff gewesen. Ebenso sei der Fahrer des Dienstwagens bei dem Angriff ums Leben gekommen. Lichatschow verlangte demnach von der internationalen Atomaufsicht IAEA eine "klare Reaktion". Die russische Führung sei informiert worden. In Moskau reagierte das Außenministerium sofort. "Wir fordern von den zuständigen internationalen Gremien, allen voran der IAEA, eine klare und unmissverständliche Erklärung, in der dieser Mord verurteilt wird", schrieb die Sprecherin, Maria Sacharowa, bei Telegram. Namentlich nannte sie den Chef der IAEA Rafael Grossi. Selenskyjs Verteidigungsminister erklärt seinen Rücktritt Der ukrainische Verteidigungsminister Mychailo Fedorow hat seinen Rücktritt erklärt. "Es war eine große Ehre, dem ukrainischen Volk als Verteidigungsminister zu dienen", erklärte Fedorow am Mittwochabend im Onlinedienst Telegram. Am Sonntag hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Regierungsumbildung verkündet, die unter anderem den Rücktritt der ukrainischen Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko beinhaltete. In einer langen Stellungnahme auf Telegram zählte Fedorow die Erfolge seines Ministeriums auf, dessen Leitung er im Januar übernommen hatte. In einer zweiten, kürzeren Stellungnahme legte er seine Misserfolge dar. "Ein bisschen seltsam ist es schon": Selenskyj lässt die Ukraine rätseln Selenskyj: Können Patriots bald selber bauen Die Ukraine dürfte nach Einschätzung von Präsident Wolodymyr Selenskyj das US-Flugabwehrsystem Patriot bis zum Jahresende selbst herstellen können. Er rechne damit, dass sein Land bis dahin technisch dazu in der Lage sein werde, sagte Selenskyj am Mittwoch vor Journalisten. Die Ukraine verfüge zudem über einen Entwurf für eine Startrampe und eine Rakete für das europäische Raketenabwehrprojekt Freyja. US-Präsident Donald Trump hatte der Ukraine nach dem Nato-Gipfel Anfang Juli überraschend in Aussicht gestellt, Patriotraketen im eigenen Land produzieren zu können. Das Patriot-Flugabwehrsystem ist die einzige Waffe, mit der die Ukraine Russlands ballistische Raketen abfangen kann. Damit greift Russland immer wieder Wohngebiete, aber auch wichtige Rüstungsbetriebe in der Ukraine an. Die Ukraine dürfte aber über nur noch wenige Patriotraketen verfügen. Selenskyj bezifferte den Bedarf seines Landes für den Winter auf 300 Raketen, um russische Angriffe auf Kraftwerke abwehren zu können. Bei dem geplanten Abfangsystem Freyja handelt es sich um eine Entwicklung der ukrainischen Firma Fire Point. Es soll nach Angaben Selenskyj aber frühestens in einem Jahr einsatzbereit sein. Insgesamt neun europäische Länder, darunter auch Deutschland, beteiligen sich an der Finanzierung und Entwicklung des Abwehrsystems. Es soll Europa unabhängiger machen von Waffenlieferungen aus den USA. Tote und Verletzte nach russischen Angriffen in Ostukraine Durch russischen Beschuss sind im ostukrainischen Gebiet Donezk nach Behördenangaben mindestens zwei Menschen getötet worden. Acht weitere Menschen seien bei Angriffen unter anderem mit ferngesteuerten Drohnen verletzt worden, teilte der Militärgouverneur der Region, Wadym Filaschkin, bei Telegram mit. Den Angaben nach waren die Siedlung Jasna Poljana und die nahe Stadt Kramatorsk Angriffsziele. Kramatorsk ist nur etwa zwölf Kilometer von der Frontlinie entfernt. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen die russische Invasion. Zuletzt hatten Experten der Vereinten Nationen einen Anstieg ziviler Opfer durch die Kampfhandlungen festgestellt. Selenskyj schlägt neuen Ministerpräsidenten vor Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will den Chef des staatlichen Energiekonzerns Naftogaz, Serhij Korezkyj, zum neuen Ministerpräsidenten nominieren. Die Vorbereitungen auf die kalte Jahreszeit hätten für das Land oberste Priorität, sagte Selenskyj am Mittwoch in Kiew. "Die Prioritäten sind klar – die Vorbereitung auf den Winter", erklärte er. Nach allen Konsultationen sei Korezkyj der am besten geeignete Kandidat für das Amt. Loading... Loading... Loading... Das Parlament wird voraussichtlich am Donnerstag über die Personalie abstimmen. Eine Zustimmung gilt als sicher, da Selenskyjs Partei über die Mehrheit der Mandate verfügt. Selenskyj hatte die bisherige Regierungschefin Julija Swyrydenko in dieser Woche nach einem Jahr im Amt entlassen. Das Parlament nahm ihr Rücktrittsgesuch am Dienstag an. Der Rücktritt der Ministerpräsidentin zieht automatisch die Demission des gesamten Kabinetts nach sich. Daher wird mit einer umfassenden Regierungsumbildung gerechnet. "Ein bisschen seltsam ist es schon": Selenskyj lässt die Ukraine rätseln Besonders im Fokus steht dabei die Zukunft von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow. Der 35-Jährige leitet das Ministerium seit sechs Monaten und gilt als Förderer technologischer Innovationen. Selenskyj ließ offen, ob Fedorow im Amt bleibe. Er kündigte für Mittwochnachmittag Gespräche mit dem Minister und der Armeeführung an. Die politische Umgestaltung fällt in eine Phase, in der die Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland vermehrt auf Angriffe mit Langstreckendrohnen setzt. Ukrainer schießen Kampfhubschrauber mit Drohne ab Die ukrainischen Streitkräfte melden den Abschuss eines russischen Kampfhubschraubers vom Typ Mi-28 in der russischen Grenzregion Belgorod. Nach Angaben der ukrainischen Drohnenstreitkräfte sei der Hubschrauber am Mittwoch nahe dem Ort Wjasowoje von einer Drohneneinheit getroffen worden. Ein von der Ukraine veröffentlichtes Video soll den Einsatz zeigen. Eine unabhängige Bestätigung der Angaben liegt bislang nicht vor.