Ukraine-Krieg aktuell: Russischer General getötet
Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Russischer Generalmajor offenbar bei Angriff in der Ukraine getötet
Der russische Generalmajor Anton Grinus ist tot, die Umstände seines Todes sind noch unklar. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Mittwoch, 16. September
Russischer Generalmajor Grinus nach Ehrung getötet
Der russische Generalmajor Anton Grinus ist nach Angaben russischer Militärblogger und des tschetschenischen Generals Apti Alaudinow getötet worden. Grinus, Kommandeur der 4. motorisierten Garde-Schützenbrigade, war erst am 27. August mit dem Titel "Held Russlands" ausgezeichnet worden. Die genauen Umstände seines Todes sind bislang unklar. Berichte bringen ihn mit ukrainischen Angriffen in den besetzten Gebieten Luhansk und Donezk in Verbindung.
Grinus hatte Anfang Juli die Einnahme der ostukrainischen Stadt Kostjantyniwka an Präsident Wladimir Putin gemeldet. Die ukrainische Seite und westliche Militärbeobachter bestreiten jedoch, dass die Stadt vollständig unter russischer Kontrolle steht.
Lukaschenko lässt Gefangene frei: USA lockern Sanktionen
In Belarus hat US-Unterhändler John Coale nach Verhandlungen mit Machthaber Alexander Lukaschenko erneut Gefangene freibekommen. Im Gegenzug versprach er, die US-Sanktionen gegen zwei große belarussische Unternehmen aufzuheben. "25 Gefangene sind heute frei!", teilte Coale nach den Unterredungen in Minsk bei X mit. Das Engagement für direkte Diplomatie von US-Präsident Donald Trump bringe direkte Ergebnisse. "Vielen Dank, Präsident Lukaschenko, für diesen Schritt", sagte Trumps Sondergesandter.
Die freigelassenen Gefangenen trafen später im benachbarten Litauen ein und wurden Medienberichten zufolge von Vertretern der belarussischen Opposition, ihren Unterstützern und Angehörigen in Vilnius empfangen. Viele zeigten sich glücklich über ihre Freilassung und bedankten sich bei allen, die für ihre Freiheit gekämpft hatten. Beim Grenzübertritt und Transport wurden sie nach Angaben des litauischen Außenministeriums von lokalen Behörden unterstützt.
Russland fliegt Mitarbeiter von geschlossenem Generalkonsulat in Bonn aus
Nach der von der Bundesregierung angeordneten Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn hat Russland ein Flugzeug nach Deutschland geschickt, um Beschäftigte außer Landes zu bringen. Für den Sonderflug sei von deutscher Seite eine entsprechende Genehmigung erteilt worden, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Mittwoch in Berlin. Er stehe "im Zusammenhang mit der Ausreise der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des russischen Generalkonsulats Bonn".
Die Bundesregierung hatte die Schließung des Generalkonsulats zum 18. September als Reaktion auf den Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig-Halle Anfang August angeordnet. Damals war in der Nähe ukrainischer Frachtflugzeuge eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden. Der Flughafen gilt als Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen an die Ukraine. Die Bundesregierung macht Russland für den Anschlagsversuch verantwortlich.
Ukraine trifft russischen Bomber auf der Krim
Ukrainische Streitkräfte haben nach eigenen Angaben einen russischen Su-24-Bomber auf dem Militärflugplatz Saky im von Russland besetzten Teil der Krim getroffen. Der Generalstab teilte am 16. September mit, dass das Ausmaß der Schäden noch geprüft werde. Der Flugplatz war bereits mehrfach Ziel ukrainischer Angriffe.
Bei weiteren Angriffen zwischen dem 15. und 16. September seien zudem ein russischer Drohnenstandort nahe Donezk, drei Bodenstationen zur Steuerung von Drohnen sowie ein Munitionsdepot und mehrere Lager für Treib- und Schmierstoffe in den Regionen Luhansk, Donezk und Saporischschja getroffen worden. Die Angaben des ukrainischen Generalstabs lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.
Große russische Dieselraffinerien drosseln nach Angriffen massiv
Die ukrainischen Angriffe auf die russische Öl-Infrastruktur zeigen Wirkung: Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, wurden bei ukrainischen Angriffen drei der landesweit wichtigsten Dieselraffinerien getroffen. Auf sechs Anlagen – Omsk, Kirischi, Taneco, Wolgograd, Norsi und Perm – entfällt demnach rund die Hälfte der russischen Dieselproduktion. Dem Bericht zufolge wurde die Raffinerie Kirischi vollständig stillgelegt, während die Anlagen Norsi und Wolgograd nur noch etwa ein Viertel ihrer üblichen Kapazität erreichen.
In der Oblast Leningrad, in der die stillgelegte Anlage liegt, haben die regionalen Behörden Treibstoffbeschränkungen eingeführt. Gouverneur Alexander Drosdenko erklärte am Dienstag, die Maßnahmen seien nur vorübergehend und bis zum 1. Oktober befristet. Die Situation bleibe jedoch schwierig.
Fünf Tote nach Angriff auf ukrainischen Linienbus
Ein russischer Drohnenangriff hat im Süden der Ukraine mindestens fünf Menschen getötet. Bei dem Angriff auf einen ukrainischen Linienbus seien zudem mindestens sieben Passagiere verletzt worden, wie der Gouverneur des südostukrainischen Gebiets Dnipropetrowsk, Oleksandr Hanscha, bei Telegram mitteilte. "Die sieben Verletzten befinden sich derzeit in ärztlicher Obhut. Sie erhalten alle notwendige Hilfe", sagte er. Er warf Russland Terror vor und veröffentlichte auch ein Foto von dem getroffenen Bus, an dem Blutspuren zu sehen sind.
Selenskyj kündigt "unpopuläre" Gesetzentwürfe an
Wolodymyr Selenskyj hat mehrere potenziell "unpopuläre" Gesetzentwürfe zum Stopfen des Milliardendefizits im Haushalt angekündigt. Der ukrainische Präsident erwähnte in seiner abendlichen Ansprache am Dienstag sieben nicht näher benannte Gesetzentwürfe, die zur "Finanzierung des staatlichen Haushaltsdefizits nötig" seien. "Einige Sachen mögen schwierig sein, unerfreulich und unpopulär", sagte er. "Aber ohne diese Dinge ist es derzeit unmöglich, den gesamten Bedarf unserer Verteidigung und die Widerstandskraft der Ukraine zu gewährleisten."
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Das Defizit ergibt sich vor allem durch ein Minus von umgerechnet 23 Milliarden Euro im Verteidigungsbereich. Die Ukraine ist mit einer sich verschlechternden Wirtschaftslage konfrontiert. Russische Angriffe trafen unter anderem die Metallbranche und führten zu einem Rückgang bei den Agrarexporten. Das von Russland angegriffene Land ist stark auf finanzielle Unterstützung seiner westlichen Partner angewiesen.
Selenskyj will "in Kürze" am Rande der UN-Vollversammlung in New York den französischen Präsidenten Emmanuel Macron treffen, wie er im Onlinedienst X erklärte. Dies habe er mit Macron vereinbart. Mit dem französischen Staatschef habe er über mögliche Maßnahmen zur Beendigung des russischen Angriffskrieges gesprochen.
Ukraine meldet erfolgreichen Test neuer Drohnenabwehr-Waffe
Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj erfolgreich eine neue, selbst entwickelte Waffe zur Abwehr von Drohnen getestet. Bei einem Einsatz in der Nacht sei ein Treffer erzielt und eine Drohne vom Typ "Shahed" zerstört worden, sagte Selenskyj am Dienstag in seiner abendlichen Videoansprache. "Einige technische Details müssen jedoch noch verfeinert werden", erklärte er weiter. "Wir brauchen noch etwas mehr Zeit." Die Arbeit an weiteren Entwicklungen werde fortgesetzt.