Ukraine-Krieg aktuell: Russland meldet Tote nach Drohnenangriff auf Krasnodar
Startseite
Politik
Ukraine-Krieg aktuell: Russland meldet Tote nach Drohnenangriff auf Krasnodar
Von: Jens Kiffmeier, Stephanie Munk, Nail Akkoyun, Felix Busjaeger
Uns auf Google folgen
Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Europäische Vertreter treffen sich in Kiew. Russland soll eine neue Angriffswelle gegen westliche Unternehmen starten. Der News-Ticker.
Update vom 24. August, 06:20 Uhr: Die EU hat der von Russland angegriffenen Ukraine zum Nationalfeiertag fortgesetzte Hilfe zugesichert. „Wir werden die Ukraine weiter so lange und so umfassend wie nötig unterstützen“, sagte Ratspräsident António Costa vor der geplanten Teilnahme an Feierlichkeiten in der Hauptstadt Kiew am heutigen Montag. Bereits in den vergangenen viereinhalb Kriegsjahren habe man mehr als 220 Milliarden Euro mobilisiert.
Zugleich drohte Costa Kremlchef Wladimir Putin mit neuen Sanktionen gegen dessen Land. „Wir werden den Druck erhöhen, bis Russland das Töten beendet, ernsthaften Friedenswillen zeigt und an den Verhandlungstisch kommt“, sagte der frühere portugiesische Regierungschef. In diesem Sommer sehe man deutlicher als je zuvor, dass der Krieg Russlands Ressourcen aufzehre. Die bereits verhängten beispiellosen EU-Sanktionen zeigten Wirkung.
Ukraine-Krieg aktuell: Russland meldet Tote nach Drohnenangriff auf Krasnodar
Update vom 24. August, 05:24 Uhr: Nach russischen Behördenangaben sollen bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der Millionenstadt Krasnodar im Süden Russlands zwei Kinder ums Leben gekommen sein. Wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass berichtete, seien bei der Attacke in der Nacht auf Montag Drohnentrümmer auf eine private Kinderbetreuungseinrichtung gestürzt. Dabei wurden zwei Kinder getötet und sieben weitere verletzt, wie es unter Berufung auf den Gouverneur des Gebiets Krasnodar, Wenjamin Kondratjew, hieß. Auch zwei Erwachsene wurden demnach ins Krankenhaus gebracht. Die russischen Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Auch ein Warenlager, mehrere Häuser und noch im Bau befindliche Wohnblöcke sollen dem Tass-Bericht zufolge von herabfallenden Drohnentrümmern getroffen worden sein. Die Lagerhalle gehöre dem zweitgrößten russischen Onlineversandhändler Ozon und sei in Brand aufgegangen, Verletzte oder gar Tote gebe es nach Angaben des Unternehmens nicht. Rettungskräfte seien im Einsatz und versuchten, die Flammen zu löschen, berichtete Tass weiter unter Verweis auf Angaben Kondratjews.
Update, 21:21 Uhr: Russland hat laut westlichen Geheimdienstquellen eine neue Sabotagekampagne gegen Rüstungsunternehmen in Europa gestartet. Dabei soll der Kreml Mitglieder lokaler krimineller Gruppen anwerben und Angriffe so planen, dass sie unterhalb der Schwelle für eine Reaktion der NATO nach Artikel 5 bleiben. Ziel sei es, die Unterstützung für die Ukraine zu erschweren und Spannungen innerhalb des Bündnisses zu schüren, berichtet der Telegraph.
In dieser Woche nahm Lettland drei eigene Staatsbürger wegen des Verdachts auf Brandstiftung an einer Drohnenfabrik im benachbarten Estland fest. In der Nacht zum 15. August war ein Gebäude des Rüstungsunternehmens Milrem Robotics in Tallinn in Brand geraten, das Waffen an die Ukraine liefert. Die estnischen Behörden prüfen einen möglichen Zusammenhang mit russischer Sabotage. Der Fall reiht sich laut NATO-Vertretern in eine wachsende Zahl mutmaßlicher Sabotageakte gegen die ukrainische Rüstungsversorgung in NATO-Staaten ein.
Ukraine-Krieg: Solidaritätsbesuch in Kiew von nordischen und baltischen Staaten
Update, 19:27 Uhr: Die Staats- und Regierungschefs der nordischen und baltischen Staaten sind zu einem Solidaritätsbesuch nach Kiew gereist. Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Störe sagte der Ukraine während des Besuchs am Sonntag für das kommende Jahr Unterstützung in Höhe von neun Milliarden Dollar (7,7 Milliarden Euro) zu. Der Großteil der Hilfe werde an die ukrainische Armee gehen, erklärte die norwegische Regierung.
Die ukrainische Armee habe ein Defizit von 27 Milliarden Dollar, erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Sonntag. Er forderte die EU auf, Zahlungen aus einem Darlehen in Höhe von 90 Milliarden Euro vorzuziehen, um die Lücke in diesem Jahr zu schließen. Ohne rund zehn Milliarden Dollar bis zum Jahresende werde die ukrainische Armee nicht über genügend Waffen verfügen, warnte der ukrainische Präsident.
Update, 13:58 Uhr: Neue Offensiven an der Ukraine-Front: Der ukrainische Generalstab hat für den 22. August 254 Gefechte im Ukraine-Krieg gemeldet – so viele wie selten an einem einzigen Tag. Besonders hart umkämpft waren laut dem Lagebericht die Abschnitte bei Kostjantyniwka mit 25 sowie Pokrowsk mit 24 russischen Angriffen. Russische Streitkräfte setzten dabei auf massive Feuerkraft: Neben zwei Raketenangriffen mit sechs Raketen und 98 Luftangriffen warfen die Besatzer 329 gelenkte Fliegerbomben ab und schickten fast 12.000 Kamikaze-Drohnen in Richtung ukrainischer Stellungen, wie Ukrinform berichtet. Die Gesamtverluste der russischen Armee seit Kriegsbeginn bezifferte der Generalstab auf rund 1.476.580 Soldaten – allein am Vortag wurden demnach 1.310 weitere Angreifer getötet.
Transparenzhinweis
Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Offensive im Ukraine-Krieg: Ukraine nimmt die Krim unter Beschuss
Update, 13:13 Uhr: Im Ukraine-Krieg hat der ukrainische Generalstab Treffer auf mehrere sicherheitsrelevante Ziele auf der von Russland besetzten Krim gemeldet – darunter Infrastruktur zur Steuerung von Angriffs-Drohnen sowie eine Radaranlage. Die Angriffe erfolgten am 22. August sowie in der darauffolgenden Nacht. Konkret wurden in Tschornomorske eine Abschuss- und Lageranlage für ferngesteuerte Wasserdrohnen sowie eine Relaisstation zur Kontrolle der Drohnentypen Geran und Gerbera beschädigt oder zerstört. Zusätzlich meldete der Generalstab einen Treffer auf eine ST-68-Radarstation nahe Jewpatorija. Die Schadensauswertung laufe noch.
Ukraine-Krieg aktuell: Will Russland die Verluste mit neuer Mobilisierung ausgleichen?
Update, 11:55 Uhr: Trotz hoher Verluste an der Front will Russland den Ukraine-Krieg aktuell nicht beenden; So rechnet die Ukraine damit, dass Russlands Präsident Wladimir Putin nach den Parlamentswahlen im September 300.000 weitere Soldaten mobilisiert. Das erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj laut der Nachrichtenagentur Reuters. 2027 könnte Russland demnach Hunderttausende weitere Soldaten einziehen, um die restliche ostukrainische Region Donezk zu erobern.
Neuwahlen im Ukraine-Krieg? Selenskyj lehnt Forderung ab
Update, 10:29 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Forderung von Ex-Verteidigungsminister Mychailo Fedorow nach Neuwahlen im Krieg zurückgewiesen. „Ich glaube, dass Wahlen als solche in einem Krieg wie diesem ein großes Risiko darstellen“, sagte Selenskyj am Sonntag laut der Nachrichtenagentur AFP. Er warnte vor einem „Tsunami für das Land, der die Ukraine spalten wird“. Zuvor hatte Federow seine Forderungen nach Neuwahlen laut ukrainischen Medien mehrfach wiederholt.
Verluste im Ukraine-Krieg: Russland zahlt weiterhin hohen Blutzoll an der Front
Update, 9:34 Uhr: Russland verzeichnet weiterhin hohe Verluste an der Front: Seit Beginn des Ukraine-Kriegs verloren Putins Truppen laut ukrainischem Generalstab insgesamt 1.476.580 Soldaten – allein am vergangenen Tag kamen demnach 1.310 weitere Verluste hinzu. Zusätzlich zu den Gefallenen und Verwundeten büßte Moskau bislang 12.292 Panzer, 439 Flugzeuge sowie mehr als 474.000 Drohnen ein, wie der Kyiv Independent meldet.
Soldaten: 1.476.580 (+1.310)
Panzer: 12.292 (+0)
Gepanzerter Fahrzeuge:25.202 (+26)
Artilleriesysteme: 48.451 (+69)
Mehrfachraketenwerfer: 2.054 (+0)
Luftabwehrsysteme: 1.585 (+1)
Drohnen: 476.566 (+1.925)
Trotz Putin-Warnung: Ukraine setzt Russlands Wirtschaft unter Dauerfeuer – Ozon-Lager getroffen
Update, 08:03 Uhr: Trotz scharfer Warnungen von Russlands Präsidenten Wladimir Putin vor harter Vergeltung hat die Ukraine die Angriffe auf Russlands Wirtschaft fortgesetzt. So nahmen Kiews Truppen erneut russische Infrastruktur ins Visier und griffen in der Nacht auf Sonntag mit Drohnen ein Logistikzentrum des Online-Händlers Ozon in der russischen Stadt Orenburg an. Videos und Fotos in sozialen Netzwerken zeigen Rauch, der aus dem Lager aufsteigt.
Es war bereits der zweite Angriff auf Ozon-Einrichtungen innerhalb von 24 Stunden: Eine Nacht zuvor hatten ukrainische Streitkräfte ein Lager des Unternehmens im Gebiet Samara attackiert. Das ukrainische Verteidigungsministerium begründete die Angriffe damit, dass Ozon Waren an das russische Militär liefere: „Systematische Schläge auf Lagerstätten für Güter mit doppeltem Verwendungszweck erschweren dem Feind den Betrieb und wirken sich negativ auf die russische Gesamtwirtschaft aus“, erklärte das Ministerium laut Kyiv Independent.
Ukraine-Krieg aktuell: Putin verspricht Vergeltung
Update, 18:40 Uhr: Kremlchef Wladimir Putin hat nach den massiven ukrainischen Angriffen auf Ölraffinerien und Logistikzentren in Russland Kiew mit einer harten Antwort Moskaus gedroht. Die Ukraine habe mit den gegen Russlands Wirtschaft gerichteten Attacken die „Büchse der Pandora“ geöffnet – also eine Quelle des Unheils –, sagte Putin in seinem ersten Interview mit dem Moskauer Staatsfernsehen seit Beginn der Angriffe vor einigen Wochen. Kiew habe nun selbst den „Geist aus der Flasche“ gelassen.
„Die Gegenmaßnahmen werden nicht lange auf sich warten lassen. Die bekommt ihr“, sagt er an die Adresse Kiews. Ultranationalistische Kreise in Russland hatten Putin zuletzt aufgefordert, härter gegen die Ukraine vorzugehen. Nun sagte er: „Dabei werden die Handlungen der russischen Armee noch deutlich spürbarer und zerstörerischer ausfallen.“ Die Ukraine habe diese Reaktion selbst provoziert, behauptete Putin, der selbst vor viereinhalb Jahren seinen Angriffskrieg gegen das Nachbarland begonnen hatte.
Zivilisten bei ukrainischen Drohnenattacken getötet
Update, 14:50 Uhr: Bei Drohnenattacken der Ukraine gegen Ziele im Süden Russlands sind mindestens drei Zivilisten getötet und mehrere Menschen verletzt worden. Im Gebiet Krasnodar wurden bei einem Angriff auf zivile Infrastruktur und Wohnhäuser zwei Kinder getötet, wie Gouverneur Weniamin Kondratjew mitteilte. Zwei Erwachsene seien verletzt worden. Der ukrainische Generalstab teilte mit, dass dort ein Kraftstofflager Ziel der Angriffe gewesen sei.
Im Gebiet Samara meldeten die Behörden einen Toten nach einem Drohnenangriff. Dort waren eine Ölraffinerie und der zweitgrößte russische Online-Versandhändler Ozon Ziele der Angriffe Kiews. Es gab mehrere Verletzte. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass in der Nacht 457 ukrainische Drohnen abgewehrt worden seien. Von unabhängiger Seite ist das nicht überprüfbar. Zur Anzahl von Treffern machte das Ministerium keine Angaben.
Russischer Raketenangriff auf Kiew während Wadephul-Besuch
Update, 12:55 Uhr: Inmitten des Aufenthalts von Wadephul in der ukrainischen Hauptstadt Kiew hat Russland den Vorort Boryspil mit ballistischen Raketen angegriffen. Laut der ukrainischen Luftwaffe setzte Putins Armee mindestens drei Raketen ein. Boryspil liegt nur knapp 30 Kilometer östlich von Kiew, Luftalarm galt auch in der Hauptstadt.
Bei dem Angriff wurde mindestens ein Mensch getötet, fünf seien verletzt worden. Das teilte Gouverneur Tymur Tkatschenko bei Telegram mit. Es gebe Schäden an Lagerhallen, Wohnhäusern und mindestens einer Tankstelle. Unbestätigten Berichten zufolge hat das russische Militär auch besonders gefährliche Streumunition eingesetzt.
Ukraine-Krieg aktuell: Wadephul kündigt „ungewöhnliche Wege“ bei Verhandlungen an
Update, 11:36 Uhr: Außenminister Johann Wadephul will kommende Woche mit US-Minister Marco Rubio über eine Friedenslösung im Ukraine-Krieg sprechen. „Ich setze darauf, dass die USA weiter bereit sind, eine aktive Rolle hier auch zu spielen in den Verhandlungen mit der Ukraine“, sagte der CDU-Politiker bei seinem Besuch in Kiew, bei dem er sich ukrainische Drohnen und andere Waffen im Außenministerium zeigen ließ.
Deutschland, Frankreich und Großbritannien würden weiterhin sehr eng zusammenarbeiten, betonte Wadephul: „Wir brauchen die Bereitschaft dazu, auch ungewöhnliche Wege zu gehen. Wir müssen auf allen Wegen versuchen, Gespräche zu initiieren. Das scheitert derzeit an Moskau.“
Ukraine-Krieg aktuell: Erneuter Angriff Russlands – Berichte über Tote und Verletzte
Update, 10:56 Uhr: Nach dem dramatischen Angriff auf ein Einkaufszentrum mit vielen Toten und Schwerverletzten hat Russland in der Nacht erneut die Ukraine angegriffen. Dabei seien mindestens zwei Menschen getötet worden, teilten die Behörden mit. In Kiew brach nach Angaben der Militärverwaltung durch die Angriffe ein Feuer in einer Lagerhalle aus. Dabei seien eine Person getötet und mehrere Menschen verletzt worden. Bei einem Drohnenangriff in der Region Saporischschja seien außerdem ein Mann getötet und vier weitere Zivilisten verletzt worden.
Ukraine-Krieg aktuell: Russischer Versandhändler Ozon in Flammen – 500 Mitarbeiter evakuiert
Update, 10:05 Uhr: Erstmals im Ukraine-Krieg hat die ukrainische Armee ein Lager des russischen Online-Versandhändlers Ozon angegriffen. Das Unternehmen bestätigte einen Angriff auf sein Logistikzentrum im russischen Gebiet Samara. Das Lager sei in Brand geraten, es seien 500 Mitarbeiter in Sicherheit gebracht worden. Es gebe auch Verletzte, teilte Ozon am Morgen mit. Für Mitarbeiter und Angehörige sei ein Notruftelefon eingerichtet worden.
Zuvor hatte die Ukraine seit Wochen den größten russischen Online-Versandhändler Wildberries wiederholt mit Drohnen angegriffen. Die Schäden allein bei dem Unternehmen gehen nach Schätzungen von Branchenexperten in die Milliarden.
Ukraine-Krieg aktuell: Zahl Todesopfer nach Drohnen-Attacke auf Einkaufszentrum gestiegen
Update, 12:28 Uhr: Die Zahl der Todesopfer des russischen Angriffs auf ein Einkaufszentrum in Kramatorsk in der Oblast Donezk ist auf zwei gestiegen: Unter den Trümmern wurde die Leiche einer Frau geborgen. Das teilte Oleksandr Honcharenko, Leiter der Militärverwaltung der Stadt Kramatorsk, mit: „Rettungskräfte haben die Leiche eines zweiten Opfers – einer 1957 geborenen Frau – aus den Trümmern des Einkaufszentrums in Kramatorsk geborgen, das gestern von einem russischen Luftangriff getroffen wurde.“
Am Morgen des 20. August hatten russische Streitkräfte Kramatorsk und Slowjansk in der Oblast Donezk angegriffen. Zu den Zielen zählten Geschäfte; auf das Zentrum von Kramatorsk wurden neun Bomben abgeworfen. Die Angriffe lösten zwei Großbrände in Gewerbebetrieben aus. Bis zum Abend des 20. August waren ein Toter und elf Verletzte bekannt.
Ukraine-Krieg aktuell: Selenskyj prangert Raketen-Problem an
Erstmeldung: Kiew/Moskau – Die aktuelle Lage im Ukraine-Krieg bleibt angespannt. Und die kommende Zeit könnte Schwachstellen in der ukrainischen Armee offenlegen. Denn ballistische Raketen bleiben das größte ungelöste Problem der ukrainischen Luftverteidigung. Deswegen hat sich Präsident Wolodymyr Selenskyj erneut mit drängenden Worten an seine westlichen Partner gewandt und seine Forderung nach zusätzlichen Patriot-Luftverteidigungsraketen erneuert.
„Leider stellen ballistische Raketen derzeit die größte Herausforderung dar. Zwar konnten etwa 90 % der Marschflugkörper bei diesem Angriff abgefangen werden, doch die Situation bei ballistischen Raketen ist deutlich schlechter“, sagte Selenskyj in seiner Abendansprache zur aktuellen Lage im Ukraine-Krieg. Zugleich kündigte er an, die Kapazitäten für Langstreckenangriffe weiter auszubauen: „Wir werden auf diesen russischen Angriff reagieren, wie wir auf andere russische Angriffe reagieren – unsere Antwort wird vollständig gerechtfertigt und weitreichend sein.“
Zwar gelang es der Ukraine beim massiven russischen Angriff auf Kiew in der Nacht vom 19. auf den 20. August etwa 90 Prozent der eingesetzten Marschflugkörper abzufangen, doch bei ballistischen Raketen sehe die Lage deutlich schlechter aus. Der kombinierte Angriff im aktuellen Ukraine-Krieg umfasste ballistische und Marschflugkörper sowie Kampfdrohnen. Dabei kamen nach aktuellen Angaben 17 Menschen ums Leben, 42 wurden verletzt. Mehr als 200 Objekte wurden beschädigt, darunter 86 Wohngebäude, ein Kinderkrankenhaus sowie weitere zivile und kommerzielle Einrichtungen.
Russische Streitkräfte setzten ihre Angriffe auf die Hauptstadt auch am Abend des 20. August fort: Im Bezirk Holosiivskyi traf eine Drohne ein Geschäftszentrum. Bürgermeister Vitali Klitschko bestätigte die Attacken im aktuellen Ukraine-Krieg und meldete kurz darauf einen weiteren Brand in demselben Bezirk, ausgelöst durch herabfallende Drohnenteile auf ein Nichtwohngebäude. Zudem warnte Klitschko, dass Bewohner der Bezirke Desnianskyi und Dniprovskyi mit Unterbrechungen der Warmwasserversorgung rechnen müssten. Besonders besorgniserregend: Laut Klitschko wurde am Nachmittag des 20. August erstmals seit mehreren Monaten gezielt eine kritische Infrastruktureinrichtung der Hauptstadt angegriffen.
Abseits des Ukraine-Kriegs: Zwischenfall an NATO-Grenze
Parallel zu den Angriffen auf die Ukraine sorgte ein Zwischenfall im NATO-Gebiet für Aufsehen. Ein russisches Militärflugzeug soll am 20. August den finnischen Luftraum über dem westlichen Golf von Finnland verletzt haben. Das finnische Verteidigungsministerium bestätigte den Vorfall und leitete eine Untersuchung ein, die vom Grenzschutz geführt wird. Über den Flugzeugtyp, die Dauer des Eindringens oder den genauen Flugweg wurden zunächst keine Informationen veröffentlicht.
Verteidigungsminister Antti Hakkanen kündigte an, dass weitere Details im Laufe der Ermittlungen folgen würden. Es ist nicht der erste derartige Vorfall: Bereits am 27. Mai war ein russisches Militärflugzeug verdächtig nahe an den finnischen Luftraum herangeflogen. Finnlands Luftwaffe reagierte damals mit einem Einsatzflug. NATO-Staaten beschreiben solche Annäherungen als „Provokationen“, die darauf abzielten, die Luftverteidigung der Allianz zu testen. Rumänien entsandte am selben Tag F-16-Jets gegen eine mit Sprengstoff beladene Seedrohne nahe dem Neptun-Tiefseegasprojekt im Schwarzen Meer – ein weiteres Zeichen für die anhaltende Eskalation entlang der NATO-Ostflanke.
Ukraine-Krieg aktuell: Russlands Verluste steigen