Ukraine-Krieg aktuell: Selenskyj bestätigt Probleme bei Raketenabwehr
Newsblog zum Krieg in der Ukraine Selenskyj: Konnten 90 Prozent der Marschflugkörper abwehren Aktualisiert am 21.08.2026 - 09:02 UhrLesedauer: 20 Min. Putin muss die Effektivität ukrainischer Angriffe eingestehen. Ein Krankenhaus in Kiew wird getroffen. Alle Entwicklungen im Newsblog. Freitag, 21. August Ukraine: Russische Drohnen beschädigen Grenzübergang zu Moldau Bei einem russischen Drohnenangriff in der südukrainischen Region Odessa ist in der Nacht ein Grenzübergang zu Moldau beschädigt worden. Der Passagier- und Fahrzeugverkehr am Kontrollpunkt Tabaky ist eingestellt und wird auf andere Übergänge umgeleitet, wie der ukrainische Grenzschutz auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mitteilt. Die moldauischen Behörden seien über die Situation informiert. Ukraine: Können Marschflugkörper abwehren – Probleme bei Raketen Die Ukraine hat bei dem massiven nächtlichen Angriff Russlands auf Kiew und die umliegende Region am Donnerstag rund 90 Prozent der abgefeuerten Marschflugkörper abgefangen. Ballistische Raketen stellen für die ukrainische Luftverteidigung jedoch weiterhin eine deutlich größere Herausforderung dar, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag. Der kombinierte russische Angriff in der Nacht vom 19. auf den 20. August umfasste sowohl ballistische Raketen als auch Marschflugkörper und Angriffsdrohnen. "Leider sind ballistische Raketen derzeit die größte Herausforderung. Während bei diesem Angriff rund 90 Prozent der Marschflugkörper abgefangen wurden, sieht die Lage bei den ballistischen Raketen deutlich schlechter aus", sagte Selenskyj in seiner Abendansprache. Der Präsident erneuerte seine Forderung nach zusätzlichen Patriot-Flugabwehrsystemen, auf die die Ukraine zur Abwehr russischer ballistischer Raketen angewiesen ist. Ukrainische Soldaten fliehen aus deutschem Training Ukrainische Soldaten, die zur Ausbildung in Deutschland waren, sind offenbar während dieser Zeit desertiert. Bekannt geworden sind jetzt die Fälle von zehn Personen, die von zwei Militärübungsplätzen geflohen sind, es dürfte aber wesentlich mehr Fälle geben. Das berichtet die "Zeit", die mit Rekruten gesprochen hat. Donnerstag, 20. August Russisches Flugzeug könnte Finnlands Luftraum verletzt haben Ein russisches Flugzeug steht im Verdacht, über der Ostsee Finnlands Luftraum verletzt zu haben. Nach Angaben des finnischen Verteidigungsministeriums spielte sich der Vorfall am Donnerstagnachmittag über dem westlichen Teil des Finnischen Meerbusens ab. "Jeder Verdacht auf eine territoriale Verletzung wird ernst genommen", sagte Verteidigungsminister Antti Häkkänen laut einer Mitteilung. "Die Ermittlungen laufen." Die Grenzschutzbehörde untersuche den Vorfall. Angaben dazu, um was für ein Flugzeug es sich gehandelt haben könnte, gab es zunächst nicht. Erst im Mai stand ein russischer Militärflieger im Verdacht, im Finnischen Meerbusen Finnlands Luftraum verletzt zu haben. Dieser soll vor der Halbinsel Porkkala zwischen Finnland und Estland einem Gewitter ausgewichen sein. Der Nato-Staat Finnland teilt eine mehr als 1.300 Kilometer lange Grenze mit Russland. Ukraine: Getreideexporte per Bahn brechen wegen Hafenblockade ein Die Getreideexporte der Ukraine auf dem Schienenweg sind in den ersten 18 Augusttagen wegen der Blockade der Schwarzmeerhäfen eingebrochen. Sie sind im Vorjahresvergleich um 77 Prozent auf 342.000 Tonnen gesunken, wie die ukrainische Staatsbahn Ukrsalisnyzja mitteilt. Gegenüber dem Vormonat Juli entspricht dies einem Rückgang von 68 Prozent. Zwar nehmen die Transporte zur südlichen Grenzstadt Ismajil und an die Westgrenze zu, dies kann den starken Rückgang bei den Lieferungen an die Häfen von Odessa jedoch nicht ausgleichen. Klitschko: Zwölf Tote nach russischen Angriffen auf Kiew Bei massiven russischen Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko mindestens zwölf Menschen getötet worden. Klitschko nannte am Morgen nach den nächtlichen Attacken mehrfach eine höhere Zahl der Toten. Die Beseitigung der Folgen dauere an, sagte er. Der Zivilschutz sprach von 34 Verletzten. Russland setzte bei den Luftschlägen zuletzt verstärkt ballistische Raketen ein – in dem Wissen, dass die Ukraine täglich einen Mangel an Flugabwehrraketen beklagt. "Der morgige Tag, der 21. August, wird in Kiew zum Tag der Trauer erklärt. Zum Gedenken an die Opfer des massiven Angriffs des Feindes auf die Hauptstadt", teilte der Bürgermeister bei Telegram mit. An diesem Tag sollen die Flaggen an allen kommunalen Gebäuden der Stadt auf halbmast gesetzt werden. Außerdem empfahl Klitschko, in der Hauptstadt mit den Flaggen an staatlichen und privaten Gebäuden ebenso zu verfahren. Gouverneur: Krim-Stadt Sewastopol stellt erneut Strom ab In der Großstadt Sewastopol auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim wird erneut der Strom abgeschaltet. Dies sei notwendig, um eine Überlastung der Stromnetze außerhalb der Region zu verringern und einen weitreichenden Ausfall zu verhindern, teilte Gouverneur Michail Raswoschajew auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Die Unterbrechung solle einige Stunden dauern. Die von Russland annektierte Halbinsel leidet nach ukrainischen Angriffen auf Energieanlagen bereits seit Wochen unter Stromausfällen und einer Treibstoffkrise. Die Behörden haben deshalb unter anderem den Tourismus in der Region bis September ausgesetzt. Kinderkrankenhaus und Schule in Kiew getroffen Bei russischen Raketenangriffen sind in der Nacht zum Donnerstag nach ukrainischen Angaben ein Kinderkrankenhaus, eine Bildungseinrichtung und mehrere Wohngebäude getroffen worden. Bei dem Krankenhaus zersprangen Fenster, auf dem Krankenhausgelände brannten Autos, berichtet "Kyiv Independent". Es seien zwölf Ziele in der Hauptstadt Kiew angegriffen worden. Dabei soll es sechs Tote und mindestens 33 Verletzte gegeben haben, berichtet "Kyiv Independent" unter Berufung auf offizielle Stellen.