Ukraine-Krieg aktuell: Selenskyj lässt Krim angreifen - Stromausfälle
Newsblog zum Krieg in der Ukraine Großbrände und Stromausfälle nach ukrainischen Angriffen Aktualisiert am 22.07.2026 - 07:03 UhrLesedauer: 7 Min. Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Auf der Krim fehlt teilweise der Strom Selenskyj vollzieht unter dem Druck der Straße eine Kehrtwende. Alle Entwicklungen im Newsblog. Mittwoch, 22. Juli Nach ukrainischen Angriffen: Stromausfälle auf der Krim Auf der Krim ist es nach ukrainischen Angriffen offenbar zu Stromausfällen gekommen. So trafen Drohnen in den Städten Masandra und Jalta zwei Umspannwerke, berichtete der Telegram-Kanal "Supernova Plus". Auch in der besetzten Stadt Aluschta soll es zu Stromausfällen gekommen sein. Zudem nahm die Ukraine offenbar erneut Standorte des russischen Online-Händlers Wildberries ins Visier. Eine Anlage im russischen Krasnodar wurde laut "Supernova Plus" ebenso angegriffen wie ein Logistikzentrum in der Region Stawropol. Die Folge waren offenbar Großbrände. Mehrere Menschen seien verletzt worden, teilte Unternehmenschefin Tatjana Kim mit. Selenskyj ernennt Drapatji zum neuen Oberbefehlshaber Generalmajor Mychailo Drapatji wird dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge der neue Oberbefehlshaber der Ukraine. Bislang hatte Olexander Syrskyj das Amt inne. In seiner Abendansprache erklärt Selenskyj zudem, er habe dem ehemaligen Verteidigungsminister Mychailo Fedorow einen "angemessenen Posten" angeboten, um den technologischen Bereich des Staates zu leiten. Fedorows überraschende Entlassung hatte eine politische Krise ausgelöst. In der Folge waren Tausende Ukrainer auf die Straße gegangen und hatten gegen die Entscheidungen des ukrainischen Präsidenten protestiert. Für Selenskyj war die Situation politisch gefährlich geworden, er sah sich offenbar zum Handeln gezwungen. Nun erfolgte also die Rolle rückwärts. Welchen posten er Fedorow genau angeboten hat und ob dieser das Angebot des Präsidenten annimmt, ist bislang nicht bekannt. Dienstag, 21. Juli Selenskyj entlässt Oberbefehlshaber Syrskyj Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach tagelangem Druck von Demonstranten Armeechef Olexander Syrskyj entlassen. Neuer Oberbefehlshaber werde Mychajlo Drapatyj, teilte Selenskyj auf seinem Telegram-Kanal mit. Der Präsident hatte zunächst trotz Kritik an seinem seit 2024 eingesetzten Oberkommandierenden festgehalten, nachdem er vorige Woche den populären Politiker Mychajlo Fedorow als Verteidigungsminister entlassen hatte. Der erst 35 Jahre alte Fedorow hatte danach seinen Konflikt mit dem noch zu Sowjetzeiten ausgebildeten Syrskyj öffentlich gemacht. Dabei ging es maßgeblich um einen Richtungsstreit in der Kriegsführung. Fedorow stand vor allem für die auch im Westen gelobten Einsätze ukrainischer Drohnen gegen russische Ziele. Syrskyj verwahrte sich gegen den Vorwurf, er sei gegen den Drohnenkrieg. Er habe die Drohnentruppe als eigene Waffengattung eingeführt und deren Kommandeur Robert Browdi, einen Seiteneinsteiger ins Militär, berufen, argumentierte er. Fedorows Posten hat am Freitag geschäftsführend der Geheimdienstler Jewhenij Chmara übernommen. Selenskyj muss Chmaras Kandidatur jedoch noch im Parlament einreichen und ihn von den Abgeordneten bestätigen lassen. Mindestens drei Tote bei russischem Angriff auf Saporischschja Bei einem russischen Angriff mit einer gelenkten Fliegerbombe auf die südukrainische Stadt Saporischschja werden nach Angaben der regionalen Behörden mindestens drei Menschen getötet und mehr als ein Dutzend verletzt. Sieben Stockwerke eines neunstöckigen Wohnhauses stehen in Flammen, teilt die Militärverwaltung auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Russland setzt in Frontnähe häufig derartige Bomben ein. Die Regierung in Moskau bestreitet, gezielt Zivilisten anzugreifen. Spritkrise: Kreml leitet Benzin und Diesel nach Moskau um Russland stabilisiert die Treibstoffversorgung in der Region Moskau mit umgeleiteten Lieferungen aus Sibirien und verstärkten Importen aus Belarus. Damit reagieren die Behörden auf Engpässe bei Benzin und Diesel, die durch ukrainische Drohnenangriffe auf Raffinerien im ganzen Land verursacht wurden, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters mitteilten. Während sich die Lage in der politisch und wirtschaftlich wichtigsten Region des Landes damit entspannt hat, sind andere Teile Russlands weiterhin von Kraftstoffknappheit betroffen. Die annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim leidet Händlern zufolge am stärksten darunter. Seit Mai hat die Ukraine ihre Angriffe auf die russische Öl-Infrastruktur verstärkt, um eine wichtige Geldquelle der Führung in Moskau zur Finanzierung des seit fast viereinhalb Jahren wütenden Krieges auszutrocknen. Die landesweite Benzinproduktion fiel daraufhin Anfang Juli auf rund 65 Prozent des durchschnittlichen saisonalen Verbrauchs. Ein Angriff auf die Moskauer Ölraffinerie Mitte Juni führte zu langen Schlangen an den Tankstellen in der Hauptstadt. Um die Produktionsausfälle auszugleichen, wurden Benzinlieferungen aus dem Ural und Sibirien sowie Importe aus Belarus in die Moskauer Region umgeleitet, sagten Händler. Einer der Händler erklärte, die Raffinerie Atschinsk in der sibirischen Region Krasnojarsk beliefere nun Moskau. Loading... Loading... Loading... Der stellvertretende Ministerpräsident Alexander Nowak sagte, der heimische Kraftstoffmarkt habe sich teilweise stabilisiert. Die Lage sei aber in einigen Regionen noch schwierig. Die Behörden räumen der Versorgung der Hauptstadt seit der Sowjetzeit Priorität ein. In der Region Moskau leben 22 Millionen Menschen, mehr als ein Sechstel der Gesamtbevölkerung des Landes. Um die Nachfrage zu decken, hat Russland zudem begonnen, Treibstoff aus Indien und Kasachstan zu importieren. Auf der Krim hingegen wurden der Kinder- und Jugendtourismus ausgesetzt, Kraftstoffe rationiert und die Öffnungszeiten von Geschäften und Cafés verkürzt. Nordkorea und Russland bauen ihre Zusammenarbeit weiter aus Nordkoreas Außenministerin Choe Son Hui hat in Moskau sowohl ihren russischen Amtskollegen Sergei Lawrow als auch Präsident Wladimir Putin zu Gesprächen getroffen. Beim sogenannten dritten strategischen Dialog haben beide Seiten beschlossen, ihre bilaterale Zusammenarbeit weiter auszubauen und zu beschleunigen, berichtete Nordkoreas staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Das Treffen der Außenminister fand demnach bereits am Montag statt. In einer gemeinsamen Erklärung sicherten sich beide Regierungen zudem weitreichenden sicherheitspolitischen Beistand zu. Russland sprach Nordkorea seine "volle Unterstützung" bei dessen Bemühungen aus, die eigene Souveränität gegen "feindliche" Bedrohungen zu verteidigen. Nordkorea wiederum erklärte seine "unveränderte Unterstützung für sämtliche innen- und außenpolitische Maßnahmen" Russlands, die darauf abzielten, "die eigentliche Ursache des Ukraine-Konflikts zu beseitigen". Nordkorea ist seit Beginn des Ukraine-Kriegs eine für das Land beispiellose Militärkooperation mit Russland eingegangen. Neben flächendeckenden Lieferungen von Munition und Artilleriegeschossen hat Nordkorea laut Schätzungen des südkoreanischen Geheimdienstes bis zu 15.000 Soldaten zur Unterstützung Russlands im Ukraine-Krieg entsandt.