Ukraine-Krieg aktuell: Selenskyj rechnet mit nächster Angriffswelle - „noch mehr Unheil“
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Ukraine-Krieg aktuell: Selenskyj rechnet mit nächster Angriffswelle – „noch mehr Unheil“
Von: Sebastian Richter, Felix Busjaeger, Christian Stör, Simon Schröder, Franziska Schwarz, Nail Akkoyun
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Aktuelle News zum Ukraine-Krieg im Ticker: Russlands Verluste steigen weiter. Die NATO will milliardenschwere Militärhilfe leisten. Der Ticker.
Update, 22:21 Uhr: Die ukrainische Armee kämpft in der strategisch wichtigen Stadt Kostjantyniwka im Osten der Ukraine nach Angaben Kiews weiter gegen die russischen Truppen. „Die Kämpfe um Kostjantyniwka, das (Kreml-Chef Wladimir) Putin bereits für sich beansprucht hat, dauern an“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Sonntagabend in einer Videoansprache. Es sei offensichtlich, dass Putin es niemals wagen würde, sich dorthin zu begeben.
Ukraine-Krieg: Selenskyj rechnet mit neuen Angriffen vor NATO-Gipfel in Ankara
Update, 20:44 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rechnet mit massiven russischen Angriffen noch vor dem NATO-Gipfel Mitte der Woche in Ankara. In einer Warnung auf Facebook berief er sich dabei auf Informationen des ukrainischen Geheimdienstes.
„Das entspricht ganz (Kremlchef Wladimir) Putins Art – unmittelbar nach dem amerikanischen Unabhängigkeitstag und vor dem NATO-Gipfel in Ankara“, sagte er. Russland wolle schlicht „noch mehr Unheil anrichten und Menschen töten“. Die Vertreter der NATO kommen am Dienstag und Mittwoch in der türkischen Hauptstadt zusammen. Gleichzeitig appellierte Selenskyj an die Partner der Ukraine, die Flugabwehr seines Landes zu unterstützen.
Update, 15:53 Uhr: In der Region Charkiw ist es laut ukrainischen Angaben zu einem russischen Angriff gekommen. Russische Truppen hätten demnach mehrfach mit Drohnen attackiert und die Stadt Isjum mit einer Rakete beschossen. Dabei wurde ein Mann getötet, mindestens elf weitere Menschen wurden verletzt, berichtet Ukrainska Pravda unter Berufung auf Oleh Synjehubow, den Leiter der Militärverwaltung der Oblast Charkiw.
Transparenzhinweis
Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Ukraine-Krieg aktuell: Neue Angriffe auf die besetzte Krim
Update, 14:24 Uhr: Ukrainische Streitkräfte haben offenbar den russisch genutzten Militärflugplatz Hwardijske auf der besetzten Krim angegriffen. Dies berichtet die Ukrainska Pravda unter Berufung auf den Generalstab in Kiew. Der Umfang der Schäden war demnach zunächst unklar; der Flugplatz gilt als wichtiger Standort für taktische und Marinefliegerkräfte, Logistik und Wartung. Zudem meldete der Generalstab Angriffe auf zwei Straßenbrücken in der Oblast Donezk. Nach ukrainischen Angaben wurden außerdem drei russische Munitionsdepots in den Oblasten Donezk, Luhansk und Cherson getroffen.
Ukraine-Krieg aktuell: Kiew weitet Angriffe auf russisches Hinterland aus
Update, 13:02 Uhr: Die Ukraine hat ihre erfolgreichen Angriffe im Hinterland der russischen Linien im Juni nach Angaben von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow nahezu verdoppelt. Die Zahl der getroffenen Ziele in mehr als 50 Kilometern Entfernung von der Frontlinie sei deutlich gestiegen, berichtet die Kyiv Independent unter Berufung auf Fedorows Telegram-Mitteilung vom Sonntag.
Kiew verstärkt demnach seit Monaten seine Mittel- und Langstreckenangriffe, um russische Logistik, Lager, Transportwege und Nachschublinien zu stören; ein Schwerpunkt liegt auf der besetzten Krim, wo es zuletzt zu Treibstoffengpässen kam. Laut Fedorow traf die ukrainische Armee im Juni insgesamt mehr als 200.000 russische Ziele und tötete oder verletzte schwer fast 28.000 russische Soldaten; die Angaben lassen sich unabhängig nicht überprüfen.
Russlands Verluste im Ukraine-Krieg steigen
Update, 11:24 Uhr: Kiew hat neue Zahlen zu Russlands Verlusten im Ukraine-Krieg veröffentlicht. Nach Angaben des Generalstabs haben die russischen Streitkräfte binnen 24 Stunden etwa 1290 Soldaten verloren. Insgesamt sind demnach bereits mehr als 1,4 Millionen russische Soldaten im Kampf getötet oder schwer verwundet worden. Zudem gibt die Ukraine an, in den vergangenen 24 Stunden 63 Artilleriesysteme und mehr als 1600 Drohnen zerstört zu haben. Nachfolgend ein Überblick der von Kiew genannten Zahlen zu den russischen Gesamtverlusten im Ukraine-Krieg.
Soldaten: 1.409.630 (+1290 zum Vortag)
Panzer: 12.081 (+7)
Artilleriesysteme: 45.388 (+63)
Mehrfach-Raketenwerfer: 1916 (+3)
Luftabwehrsysteme: 1470 (+1)
Marschflugkörper: 4847
Drohnen: 390.738 (+1628)
Die Daten lassen sich unabhängig nicht überprüfen und basieren auf Schätzungen des ukrainischen Generalstabs.
Ukraine-Krieg aktuell: NATO will milliardenschwere Militärhilfen leisten
Update, 10:46 Uhr: Die Ukraine soll beim NATO-Gipfel in Ankara ein neues Versprechen für milliardenschwere Militärhilfen bekommen. Darauf verständigten sich Vertreter der 32 Bündnisstaaten wenige Tage vor dem Spitzentreffen in Brüssel in den abschließenden Beratungen über die geplante Gipfelerklärung, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Konkret sieht die geplante Zusage vor, über zwei Jahre hinweg eine Mindestfinanzierung in Höhe von 70 Milliarden Euro pro Jahr für militärische Ausrüstung, Unterstützung und Ausbildung bereitzustellen – also insgesamt 140 Milliarden Euro.
Ein EU-Hilfspaket wird dabei allerdings mitgerechnet. Über dieses soll die Ukraine bis Ende 2027 rund 60 Milliarden Euro für verteidigungsrelevante Ausgaben bekommen. Unter dem Strich blieben damit noch rund 80 Milliarden Euro, die NATO-Staaten aus ihren nationalen Haushalten stemmen müssten.
Ukraine-Krieg aktuell: Kiew attackiert Krim – großflächiger Stromausfall
Update, 8:34 Uhr: Die Ukraine hat in der Nacht zum Sonntag nach Angaben verschiedener Quellen mehrere Umspannwerke auf der von Russland besetzten Krim angegriffen. Betroffen gewesen seien unter anderem Anlagen in Bachtschyssaraj und Symyne; in der Folge sei es auf der Halbinsel zu einem großflächigen Stromausfall gekommen, berichtet unter anderem die Kyiv Independent.
Die Angaben stützen sich demnach auf die Telegram-Kanäle Exilenova Plus und Crimean Wind. Die Ukraine greift regelmäßig militärisch relevante Infrastruktur in Russland und besetzten Gebieten an; erst am 3. Juli meldete der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU Angriffe auf zwei russische Militärflugplätze auf der Krim, bei denen mindestens sieben Flugzeuge beschädigt oder zerstört worden sein sollen.
Trump telefoniert mit Putin
Update vom 5. Juli, 6:48 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat nach einem Telefonat mit Russlands Staatschef Wladimir Putin Hilfe angeboten, um den Ukraine-Krieg zu beenden. Der Kreml-Berater Juri Uschakow sagte laut Reuters, Trump habe in dem fast 90-minütigen Gespräch seine Bereitschaft bekräftigt, sich für ein schnelles Ende der Kämpfe einzusetzen.
Trump habe das Angebot zudem im Zusammenhang mit seiner geplanten Teilnahme am NATO-Gipfel in der Türkei in der kommenden Woche gemacht, so Uschakow laut Reuters.
Update, 21:46 Uhr: Russland und die Ukraine behaupten beide, die Kontrolle über die Stadt Kostiantyniwka zu halten. Während der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seinen russischen Amtskollegen Putin zu einem Treffen in der umkämpften Stadt aufgefordert hatte, schlug der Kreml nun einen temporären Waffenstillstand vor – allerdings beschränkt auf Kostiantyniwka. Das berichtet das ukrainische Portal Kyiv Independent. Am 6. Juli sollen laut dem russischen Vorschlag die Kämpfe für sechs Stunden stoppen, um gegenseitig die Leichen gefallener Soldaten austauschen zu können.
Nach Ansicht verschiedener Analysten wie dem Thinktank DeepState haben russische Streitkräfte zwar die Außenbezirke der Stadt erreicht, die Ukraine hält allerdings noch einen Großteil des Stadtgebietes. Kostiantyniwka ist eine der wichtigsten Städte der ukrainischen Verteidigungslinien, sie gilt als einer der Zugangspunkte zum gesamten Gebiet Donezk.
Ukraine-Krieg aktuell: Kiew startet neue Angriffe
Update, 18:23 Uhr: Die Treibstoff-Situation wird in Russland zunehmend zum Problem. In den sozialen Medien machen die Menschen ihrem Ärger Luft: Immer offener kritisieren Autofahrerinnen und Autofahrer die steigenden Preise an den Tankstellen, Videos von sich um Sprit prügelnden Männern machen die Runde.
Die Strategie der Ukraine, Russland an seiner Lebensader Bodenschätze zu treffen, scheint aufzugehen. Das wird nicht nur am Unmut der russischen Bürgerinnen und Bürger deutlich, auch das ukrainische Militär meldet immer neue Erfolge. 42 Prozent der russischen Raffineriekapazität seien inzwischen außer Betrieb, berichtet der ukrainische Generalstab auf Facebook. Allein im Juni seien demnach acht Raffinerien unter Beschuss geraten. Mehr als 60 Tanks wurden zerstört. Seit September letzten Jahres soll allein die Ölverarbeitungsbranche einen Verlust von 13,5 Milliarden US-Dollar eingefahren haben – die Verluste der Rohölproduktion dürften ebenfalls im Milliardenbereich zu Buche schlagen.
Ukraine startet verheerenden Krim-Angriff: Kampfjet und Militärequipment zerstört
Update, 15:45 Uhr: Die Ukraine hat einen russischen Kampfjet auf der Krim abgeschossen. Das berichten verschiedene ukrainische Medien mit Bezug auf den Militärgeheimdienst (HUR) des Landes. Eine Drohne soll demnach den Belbek-Flugplatz angeflogen und den Jet vom Typ MiG-29 zerstört haben. Der entstandene Schaden soll laut HUR im zweistelligen Millionenbereich liegen. Neben dem Kampfjet soll auch spezialisiertes Militärequipment in der Nähe bei dem Angriff zerstört worden sein.
Die Ukraine setzt die Krim in den vergangenen Tagen immer mehr unter militärischen Druck. Kiew nimmt Infrastruktur, Militärzentren und vor allem Energieanlagen verstärkt unter Beschuss. Präsident Selenskyj betont immer wieder, die 2014 illegal von Russland annektierte Halbinsel möglichst schnell zurückerobern zu wollen.
Update, 14:15 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Angaben aus Moskau zurückgewiesen, wonach russische Einheiten die strategisch wichtige Stadt Kostjantyniwka eingenommen hätten. „Das ist natürlich nicht wahr. Es ist nur eine weitere russische Lüge“, schrieb Selenskyj auf der Plattform X. „Wenn Kostjantyniwka unter russischer Kontrolle wäre, hätte Putin vielleicht kein Problem, mich dort zu treffen, um einen diplomatischen Weg zu finden, diesen Krieg endlich zu beenden.“ Auch der ukrainische Generalstab teilte mit, Kostjantyniwka sei weiter unter der Kontrolle der eigenen Streitkräfte.
Ukraine-Krieg aktuell: Kiew schießt russischen Hubschrauber ab
Update, 13:45 Uhr: Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben in der Nacht einen russischen Hubschrauber über dem Asowschen Meer abgeschossen. Das berichtete die ukrainische Nachrichtenseite NV unter Berufung auf den ukrainischen Generalstab. Zudem sei eine Eisenbahnbrücke über den Fluss Siwerskyj Donez nahe der Kleinstadt Stanyzja Luhanska in der Region Luhansk zerstört worden. Die Russen hätten die Brücke für den Transport von Personal, Waffen und Munition genutzt.
Ukraine-Krieg aktuell: Kiew bestätigt Verlust von Kostjantyniwka nicht
Update, 12:25 Uhr: Das ukrainische Militär hat die von Moskau behauptete Eroberung der Stadt Kostjantyniwka im Industriegebiet Donbass bisher nicht bestätigt. Im Morgenbericht des Generalstabs war die Rede davon, dass es in der Kleinstadt mit früher 67.000 Einwohnerinnen und Einwohnern weiterhin Gefechte gebe.
Kremlchef Wladimir Putin hatte am Vorabend gesagt, die russische Armee habe Kostjantyniwka vollständig unter Kontrolle gebracht. Ukrainische Militärblogs wie DeepState verzeichnen weiterhin nur Teile der Stadt als russisch besetzt. Auch russische Militärblogger reklamieren bislang nicht die gesamte Stadt für ihre Armee. Das Institut für Kriegsstudien (ISW) wertete Putins Siegesmeldung als Versuch, mediale Aufmerksamkeit vor den Unabhängigkeitsfeiern in den USA zu gewinnen.
Ukraine-Krieg aktuell: Selenskyj bestätigt Drohnenangriff auf den Hafen von St. Petersburg
Update, 11:20 Uhr: Wolodymyr Selenskyj hat den heutigen Drohnenangriff auf den Hafen von St. Petersburg bestätigt. „Die ukrainischen Verteidigungskräfte attackierten die Öl-Infrastruktur im Hafen, die Einnahmen für Putins Krieg generiert“, schrieb der ukrainische Präsident auf der Online-Plattform X. Außerdem habe es erfolgreiche Angriffe auf Ziele in Kronstadt gegeben. Die Stadt liegt auf einer Insel vor St. Petersburg und wird von der russischen Marine als Ostseehafen genutzt.
Russlands Wirtschaft unter Beschuss
Update, 8:55 Uhr: Die Ukraine hat erneut russische Ölanlagen an der Ostsee bei St. Petersburg mit Drohnen angegriffen. Auch der Ölhafen von St. Petersburg selbst scheint getroffen worden zu sein, wie Videos in russischen wie ukrainischen Telegramkanälen nahelegen. Zuletzt hatte die Ukraine Anfang Juni Tanks im Ölhafen von St. Petersburg in Brand geschossen, als dort das Internationale Wirtschaftsforum von Kremlchef Wladimir Putin beginnen sollte.
Die Folgen des Dauerbeschusses sind im Alltag der russischen Bevölkerung spürbar: Die Ukraine hat mit massiven Drohnenangriffen auf Russlands Ölraffinerien eine schwere Treibstoffkrise ausgelöst – von den zehn größten Anlagen des Landes sind inzwischen fast alle mindestens einmal getroffen worden. Rund ein Drittel der gesamten Raffineriekapazitäten steht mittlerweile still. Im ganzen Land bilden sich lange Schlangen an Tankstellen – in der Region Transbaikalien warteten Autofahrer Berichten zufolge bis zu 36 Stunden.
Ukraine-Krieg aktuell: Kiew attackiert russische Ölanlagen bei St. Petersburg
Update, 8:00 Uhr: Kiew hat in den frühen Morgenstunden ein Ölterminal in Sankt Petersburg attackiert. Vor Ort war von Explosionen sowie Drohnen über der Region Leningrad die Rede. Russische Behörden sprachen von Dutzenden abgeschossenen Flugkörpern über dem Gebiet. Laut russischen Telegram-Kanälen stiegen schwarze Rauchwolken und Flammen aus dem Hafengebiet der Stadt auf. Das betroffene Terminal am Großen Hafen Sankt Petersburg zählt zu den bedeutendsten Kraftstoffumschlagsanlagen Russlands und wickelt jährlich rund 12,5 Millionen Tonnen Erdölprodukte ab.
Ukraine-Krieg aktuell: Kiew attackiert erneut die Krim
Update, 6:50 Uhr: Die Ukraine hat in der Nacht erneut massiv die von Russland besetzte Krim angegriffen und dabei offenbar wichtige Infrastruktur getroffen. Laut russischen Telegram-Kanälen erfasste das NASA-Branderkennungssystem FIRMS Feuer am Fährterminal an der Meerenge von Kertsch sowie auf einem Militärflugplatz in der nordkrimischen Stadt Dschankoi – nur einen Tag nach ukrainischen Angriffen auf den Luftwaffenstützpunkt Saky. Ukrainische Drohnen haben die Halbinsel in den vergangenen Wochen systematisch unter Beschuss genommen, um russische Nachschubwege zu kappen und die Militärinfrastruktur zu zermürben. Das Ausmaß der Schäden war zunächst unklar.
Russland erobert Frontstadt
Update, 4. Juli, 5:55 Uhr: Das russische Militär hat nach eigenen Angaben die strategisch wichtige Stadt Kostjantyniwka im Osten der Ukraine eingenommen. Generalstabschef Waleri Gerassimow habe Präsident Wladimir Putin darüber unterrichtet, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die Industriestadt sei unter hohen Verlusten für die ukrainischen Verteidiger erobert worden, wurde Putin von seinem Sprecher Dmitri Peskow zitiert. Putin habe noch am Abend die sofortige Evakuierung aller in Kostjantyniwka verbliebenen Zivilpersonen angeordnet. „Wir alle wissen, dass diese Stadt ein wichtiges Verkehrszentrum und ein großes Industriezentrum des Donbass ist“, sagte der russische Präsident laut Reuters. Eine Stellungnahme der Regierung in Kiew lag zunächst nicht vor.
Ukraine-Krieg aktuell: Russische Angriffe kosten Leben
Update, 22:15 Uhr: Bei russischen Angriffen auf die ukrainischen Großstädte Saporischschja und Dnipro mit Gleitbomben, Drohnen und Raketen sind mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. „Drei Tote und zwölf Verwundete, unter ihnen auch Kinder“, schrieb Olexander Ganscha, Militärverwalter von Dnipro. Die Region sei im Tagesverlauf von mindestens 50 Angriffen getroffen worden. In der frontnahen südostukrainischen Großstadt Saporischschja wurden durch eine Gleitbombe mindestens zwei Zivilisten getötet. Weitere 21 seien verletzt worden, teilte der Militärgouverneur des gleichnamigen Gebiets, Iwan Fedorow, bei Telegram mit.
Ukraine-Krieg aktuell: Bundesregierung erhöht Druck auf China
Update, 21:28 Uhr: Die Bundesregierung hat der Regierung in Peking unmissverständlich deutlich gemacht, dass sie eine Ausbildung russischer Soldaten durch China missbilligt. „China muss wissen, dass dieser russische Aggressionskrieg gegen die Ukraine unsere Kerninteressen bedroht“, sagte Außenminister Johann Wadephul (CDU) am Rande seines Besuchs in Brasilien in der Hauptstadt Brasília.
Das Auswärtige Amt hatte den chinesischen Botschafter an diesem Donnerstag zu einem dringlichen Gespräch gebeten, wie die dpa schreibt. Zuerst hatte der Spiegel darüber berichtet. Die Bundesregierung habe Berichte, wonach in China russische Soldaten ausgebildet würden, „mit großer Besorgnis“ gelesen, sagte Wadephul. Europa sei selbstverständlich bereit, seine Kerninteressen zu verteidigen.
Ukraine-Krieg aktuell: Stromausfälle auf der Krim
Update, 20:20 Uhr: Wiederholte ukrainische Drohnenangriffe haben auf der von Russland besetzten ukrainischen Halbinsel Krim in größeren Gebieten für Stromausfälle gesorgt. „Derzeit sind mehr als zehn Bezirke ganz oder teilweise ohne Strom“, zitiert die russische Nachrichtenagentur Tass den von Moskau eingesetzten Gouverneur Sergej Aksjonow. „Der Feind greift das Stromnetz der Halbinsel täglich mit Drohnen an.“ Die Lage sei schwierig. Er machte keine Angaben darüber, wie viele Menschen von den Stromabschaltungen betroffen seien.
Ukraine-Krieg aktuell: Russlands viertgrößte Raffinerie muss Produktion einstellen
Update, 19:19 Uhr: Insider berichten, dass die viertgrößte Ölraffinerie Russlands, Norsi, nach einem Drohnenangriff aus der Ukraine die Verarbeitung von Rohöl einstellt. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Der Gouverneur der Region Nischni Nowgorod, Gleb Nikitin, teilt mit, dass bei dem Angriff eine Person ums Leben gekommen sei und eine Industrieanlage Schaden genommen habe.
Zwei Personen, die mit dem Vorfall vertraut sind, erklären demnach, dass die Drohne die Hauptanlage der Raffinerie traf, die 53 Prozent der gesamten Kapazität von Norsi ausmacht. Der Eigentümer Lukoil äußert sich zunächst nicht zu dem Vorfall. Norsi gilt als der zweitgrößte Benzinproduzent in Russland.
Update, 18:38 Uhr: Wolodymyr Selenskyj erklärt, dass die Ukraine langfristig mehr Hightech-Waffen produzieren könne als Russland. Das berichtet die Kyiv Post. Im Mittelpunkt von Beratungen mit dem ukrainischen Oberbefehlshaber standen der Ausbau der heimischen Rüstungsproduktion sowie Themen wie Drohnen, Robotersysteme, Raketenentwicklung und elektronische Kriegsführung.
Im Ukraine-Krieg setzt Kiew nun verstärkt auf internationale Finanzierung: Selenskyj wies das Außen- und das Verteidigungsministerium an, bei den Partnern zusätzliche Mittel für die Rüstungsindustrie einzuwerben. „Ich erwarte konkrete Ergebnisse und Vereinbarungen mit unseren Partnern“, sagte der ukrainische Präsident.
Ukraine-Krieg aktuell: Kiew reagiert auf russischen Angriff mit Gegenschlägen
Update, 17:44 Uhr: Nach dem massiven russischen Angriff auf Kiew mit mindestens 30 Todesopfern hat die Ukraine mit Attacken auf verschiedene Ziele in Russland und in den von Moskau besetzten Gebieten reagiert. Dabei wurden nach Angaben der örtlichen Behörden vom Freitag mindestens zehn Menschen getötet. Auch Russland griff die Ukraine erneut an, Behördenangaben zufolge wurden in der Ukraine fünf Menschen getötet, darunter ein Kleinkind.
In Kiew gedachten die Menschen am Freitag der Opfer des Angriffs am Vortag, bei dem nach neuesten Angaben der Rettungsdienste mindestens 30 Menschen getötet wurden. Der Leiter der Militärverwaltung der Hauptstadt, Tymur Tkatschenko, sagte, 91 weitere Menschen seien verletzt worden. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko hatte die russische Attacke als „massivsten Angriff des Feindes auf die Hauptstadt“ bezeichnet und den Freitag zu einem Trauertag für die Opfer erklärt. Wegen der durch den Angriff ausgelösten Luftverschmutzung riefen die Behörden in Kiew die Bewohner auf, möglichst viel Zeit zu Hause zu verbringen.
Ukraine-Krieg aktuell: USA warnen Polen – Russland könnte Provokation gegen NATO planen
Update, 12:24 Uhr: Die USA sollen Warschau davor gewarnt haben, dass Moskau über eine bewaffnete Provokation gegen Polen nachdenkt, um „die Entschlossenheit der NATO zu testen“. Das berichteten The Telegraph und das Portal Onet. Demnach stammen die Informationen von Quellen aus dem Umfeld des polnischen Präsidenten. Demnach habe Washington darauf hingewiesen, Russland könne mit einer solchen Aktion versuchen, die NATO zu „testen“ und zugleich westliche Partner Kiews dazu zu bringen, ihre Unterstützung für die Ukraine auszusetzen. Der Telegraph schrieb, ein solches Vorgehen könne binnen weniger Monate erfolgen.
Als mögliche Szenarien nannten Onet-Quellen demnach Drohnenangriffe auf kritische Infrastruktur wie Kraftwerke oder die Inszenierung eines massiven Luftangriffs, um Polen zur Aktivierung seiner Luftverteidigung zu zwingen. Als radikalstes Szenario wird demnach ein hybrider Angriff im Grenzgebiet genannt – möglicherweise unter Beteiligung belarussischer Soldaten. Russland könnte einen Zwischenfall etwa damit begründen, dass Truppen sich aufgrund gestörter GPS-Signale „verirrt“ hätten, oder eine angebliche „Rettungsmission“ nach einem Hubschrauber-Notfall konstruieren.
Ukraine-Krieg aktuell: Russland weitet Angriffe weiter aus
Erstmeldung: Russland hat die Ukraine nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe in der Nacht zum 3. Juli mit zwei luftgestützten Raketen vom Typ Ch-59/69 sowie 105 Drohnen angegriffen. Die ukrainische Luftabwehr habe 83 Luftziele abgeschossen oder elektronisch außer Gefecht gesetzt, dennoch seien ein Flugkörper und 21 Drohnen an 16 Orten eingeschlagen. Demnach begann der Angriff am 2. Juli gegen 18:00 Uhr. Die beiden Ch-59/69-Raketen seien aus dem vorübergehend besetzten Teil der Oblast Saporischschja abgefeuert worden. Zudem habe Russland 105 Angriffsdrohnen der Typen Shahed (teils mit Strahlantrieb), Gerbera und Italmas sowie Parodiya-Attrappen eingesetzt.
Die Drohnen seien aus den russischen Städten Kursk, Orjol, Brjansk, Millerowo und Primorsko-Achtarsk sowie aus dem vorübergehend besetzten Donezk gestartet worden. An der Abwehr seien unter anderem Kampfflugzeuge, Flugabwehrraketeneinheiten, Mittel der elektronischen Kampfführung, Einheiten für unbemannte Systeme sowie mobile Feuergruppen der ukrainischen Verteidigungskräfte beteiligt gewesen.