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Ukraine-Krieg aktuell - Selenskyj wütend auf eigene Geheimdienste

Welt

Newsblog zum Krieg in der Ukraine

"Absolut skandalös" – Selenskyj wütend auf eigene Geheimdienste

Der ukrainische Präsident kritisiert seine Geheimdienste. Der Ex-Präsident Russland geht Deutschland scharf an. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Mittwoch, 2. September

Selenskyj wütend: Geheimdienste greifen sich gegenseitig an

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine undurchsichtige Schießerei zwischen seinen Geheimdiensten scharf kritisiert. Er sprach von einer "absolut skandalösen Situation". Der Generalstaatsanwalt müsse klären, warum sich Mitarbeiter des Inlandsgeheimdienstes SBU und des Militärgeheimdienstes HUR in Kiew einen Schusswechsel mit Verletzten geliefert hätten, sagte Selenskyj. "Hier in der Ukraine darf nur auf russische Besatzer geschossen werden, um die Ukraine zu verteidigen", sagte er.

Der SBU teilte am Mittwoch zunächst mit, gemeinsam mit dem HUR sei es gelungen, einen aus Moskau gesteuerten Anschlag auf einen russischen Oppositionellen zu verhindern. Nach Kiewer Medienberichten soll es sich dabei um einen Offizier des Russischen Freiwilligenkorps RDK handeln, das auf Seiten der Ukraine kämpft.

Später schrieb der SBU, seine Einsatzkräfte seien bei einer Ermittlungsaktion von Unbekannten angegriffen worden. In einem Schusswechsel seien mehrere Angreifer verletzt worden. Sie hätten sich als Armeeangehörige herausgestellt. Die Aufsicht über die russischen Freiwilligen führt der Militärgeheimdienst HUR, der sich bislang nicht offiziell zu dem Vorfall äußerte.

Medwedew: Deutschland verdient direkte Angriffe

Der Vizechef des russischen nationalen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, droht Deutschland wegen der Sanktionen nach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Halle/Leipzig mit Bestrafung. "Sie verdienen einen direkten Schlag gegen alle deutschen Produktionsstätten für Militärtechnik", schrieb der für seine scharfen Äußerungen bekannte Kremlpolitiker bei Telegram. Gemeint seien Rüstungsbetriebe, die für die Ukraine arbeiten – und "durchaus auch einige andere Orte in Berlin".

Medwedew warf den deutschen Behörden vor, den Angriff auf dem Flughafen erfunden zu haben. Beweise gebe es nicht, betonte der russische Ex-Präsident. Medwedew beschimpfte die "derzeitige deutsche Führung" als "neonazistisch" und "extrem russophob". Russland sehe den Fall um die nicht detonierte Drohne als eine "Provokation", die den Interessen der Ukraine diene.

Dienstag, 1. September

Putin: Deutsche Sanktionen gegen Russland "weiterer Fehler"

Wladimir Putin hat die von Deutschland infolge des Drohnenangriffs auf den Flughafen Leipzig/Halle angekündigten Sanktionen als Fehler bezeichnet. "Ich denke, dass das ein erneuter schwerer Fehler ist", sagte Putin am Dienstag in einer von der russischen Nachrichtenagentur Tass übertragenen Pressekonferenz in Bischkek (Kirgistan). "Wo sind die Beweise?", fragte der Kremlchef. Bisher vorgelegte Belege bezeichnete er als "gefälscht".

Die Reaktion der Bundesregierung um Bundeskanzler Friedrich Merz sei vor allem innenpolitisch motiviert. "Meiner Meinung nach läuft dies eindeutig den Interessen des deutschen Volkes zuwider", behauptete Putin und ergänzte, die Reaktion der Bundesregierung hänge mit den "bevorstehenden Wahlkämpfen" zusammen. "Merz hat das Vertrauen der Bürger verloren, da er die nationalen Interessen Deutschlands nicht schützt", sagte Putin nach dem Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). Hier lesen Sie mehr zu dem Thema.

Putin spricht bei Vormarsch in der Ukraine von Fortschritten

Im Krieg in der Ukraine kommen die russischen Truppen laut Darstellung von Kremlchef Wladimir Putin immer schneller voran. Russische Einheiten seien im Donezker Gebiet bis auf wenige Kilometer an die Städte Slowjansk, Kramatorsk und Druschkiwka herangerückt, behauptete er in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek vor Vertretern staatlicher Medien. Die Stadt Swjatohirsk sei erneut unter russischer Kontrolle; und in Dobropillja gebe es bereits Straßenkämpfe.

Putins Angaben zu angeblichen Erfolgen an der Front widersprechen den Einschätzungen ukrainischer und westlicher Beobachter, die zuletzt übereinstimmend eine Verlangsamung des russischen Vormarsches feststellten.

In der Südukraine stieß die russische Armee dem Kremlchef zufolge im Gebiet Saporischschja zudem bis in das Zentrum der Stadt Orichiw vor. In der Nordostukraine verlaufe die Frontlinie nur noch rund zwölf Kilometer von der Gebietshauptstadt Sumy entfernt, behauptete Putin. In der ostukrainischen Region Charkiw sei auf dem Ostufer des Flusses Oskil eine größere Gruppierung der ukrainischen Streitkräfte eingeschlossen worden.

Selenskyj warnt vor Flügen über Russland

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat alle Fluggesellschaften vor Flügen über Russland gewarnt. "Der russische Luftraum wird vollkommen unsicher", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Die Ukraine drohe dabei jedoch nicht der zivilen Luftfahrt oder einzelnen Flugzeugen. "Es wird einfach so viele Drohnen im russischen Luftraum geben, dass man dies berücksichtigen muss", erklärte der Staatschef. Der russische Luftraum werde "faktisch" geschlossen. Erst vergangene Woche hatte er den Einsatz von bis zu 1.000 weitreichenden Drohnen täglich angekündigt.

Selenskyj bestätigte dabei Medienberichte, wonach die USA für vergangene Woche Dienstag, Mittwoch und Donnerstag um eine Unterbrechung von Angriffen auf Moskau und Sankt Petersburg gebeten haben. CIA-Chef John Ratcliffe reiste in der Zeit unangekündigt nach Moskau. Laut Selenskyj bat zudem ein anderer Staat die Ukraine, Angriffe in Richtung von Wladiwostok zu pausieren.

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In der russischen Großstadt am Pazifik findet von Dienstag bis Freitag ein Wirtschaftsforum mit internationalen Gästen und einem Auftritt des russischen Präsidenten Wladimir Putin statt. Ukrainische Angriffe sind in der über 6.000 Kilometer von der Ukraine entfernten Region des Fernen Ostens bisher nicht erfolgt.

Kiew begrüßt deutsche Reaktion auf Anschlag

Die Ukraine hat die deutschen Maßnahmen gegen Russland nach dem misslungenen Anschlag mit einer Sprengstoffdrohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle positiv bewertet. "Ich begrüße die entschlossene Reaktion Deutschlands auf den russischen Angriff in Leipzig", schrieb der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev, auf der Plattform X.

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