Ukraine-Krieg aktuell: Selenskyj kritisiert Aussetzung von US-Sanktionen - „ermutigt Putin, Angriffe fortzusetzen“
Startseite
Politik
Ukraine-Krieg aktuell: Selenskyj kritisiert Aussetzung von US-Sanktionen – „ermutigt Putin, Angriffe fortzusetzen“
Von: Christian Stör, Felix Busjaeger
Uns auf Google folgen
Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg im News-Ticker: Moskau verliert fast 2000 Soldaten an einem Tag. Trump setzt beschlossene Sanktionen gegen Russland aus.
US-Präsident Donald Trump hat erneut den Druck auf Wolodymyr Selenskyj erhöht, bei Starshield, der militärischen Version von Starlink, gibt es Leistungsprobleme, die den ukrainischen Verteidigern zusetzen. Wladimir Putin lässt weiter angreifen. Die aktuellen Entwicklungen im Ukraine-Krieg in unserem News-Ticker zur Lage:
Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Trump attackiert Selenskyj
US-Präsident Donald Trump hält den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj inmitten des aktuellen Ukraine-Kriegs für einen schwierigeren Verhandlungspartner als Russlands Staatschef Wladimir Putin. Im Gespräch mit dem Sender Newsmax sagte Trump, Selenskyj sei „kein guter Mann für uns zum Verhandeln“. Sollte es ein Abkommen geben, dann nur ohne ihn. Trump rechnet mit einem baldigen Ende des Krieges, der seit Februar 2022 andauert. Beide Seiten wollten ein Ende, sagte er.
Transparenzhinweis
Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Im Mittelpunkt des neuen Streits stehen ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien. Trump wirft Selenskyj vor, damit die Ölpreise weltweit steigen zu lassen. „Er tut der Welt damit keinen großen Gefallen“, sagte er. Am 11. Oktober hatte Trump auf seiner Plattform Truth Social eine „Energie-Waffenruhe“ zwischen beiden Ländern verkündet. Laut Ukrainska Pravda verzichtete die Ukraine daraufhin drei Tage auf Angriffe auf russische Energieanlagen, während Moskau weiter ukrainische Energieinfrastruktur angriff. Danach erklärte Selenskyj das Verbot für aufgehoben.
Energie-Konflikte und Diplomatie: Die aktuelle Lage im Ukraine-Krieg bleibt angespannt
Selenskyj fühlt sich laut dpa mit Blick auf die aktuelle Lage im Ukraine-Krieg von Trump betrogen. Dieser hatte mit dem Kreml vereinbart, dass Russland mehr als 300.000 Tonnen Diesel für die USA und den Weltmarkt liefert. Dafür sollten Sanktionen ausgesetzt werden. Gegenüber dem britischen Moderator Piers Morgan sagte Selenskyj: „Es ist schade, dass wir einen starken Partner verlieren.“ Laut Ukrainska Pravda fordern 22 US-Abgeordnete, Russland umgehend nach dem Graham Act zu sanktionieren. Die USA haben zugleich einige Beschränkungen für ausländische Vermögenswerte des russischen Konzerns Lukoil gelockert.
Selenskyj traf am Donnerstag in Brüssel NATO-Generalsekretär Mark Rutte sowie Emmanuel Macron, Bart De Wever, Mette Frederiksen und Donald Tusk. Rutte sagte, man habe über einen möglichen Verzicht auf Angriffe auf Energieanlagen gesprochen. Bundeskanzler Friedrich Merz warb zum Auftakt für mehr Mittel: „Ich habe heute Morgen in verschiedenen kleineren Treffen dafür plädiert, dass wir alles tun, um der Ukraine auch über den Winter zu helfen, auch im nächsten Jahr zu helfen.“
Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Merz spricht über internationale Hilfen
Merz kündigte an, die Mittel für den aktuellen Ukraine-Krieg aufstocken zu müssen. „Wir werden hier auch noch einmal die Mittel aufstocken müssen, um der Ukraine wirklich dauerhaft zu helfen“, sagte der CDU-Vorsitzende. Finanzminister Serhij Martschenko bezifferte im September die Lücke im regulären Haushalt für nächstes Jahr auf 32,6 Milliarden US-Dollar (29,1 Milliarden Euro). Für Verteidigung fehlen 45 Milliarden US-Dollar. Die EU-Kommission prüft diese Zahlen noch. Zugleich schwächte die zeitweise Drosselung des US-Satellitennetzwerks Starlink die ukrainische Drohnenabwehr.
Der ukrainische Generalstab meldete derweil für den 15. Oktober 304 Gefechte an der Front. Am Pokrovsk-Abschnitt gab es mit 60 Angriffen in 24 Stunden die meisten Attacken. Russland habe 83 Luftangriffe geflogen, 271 Gleitbomben abgeworfen und 7.059 Kamikaze-Drohnen eingesetzt, heißt es in der Mitteilung. In Wolhynien waren laut dpa fast 15.000 Menschen ohne Strom. Die Washington Post berichtet, der Ukraine seien die Raketen für ihre Patriot-Luftabwehr ausgegangen.
Russlands Verluste im Ukraine-Krieg steigen weiter
Laut ukrainischem Generalstab verlor Russland bei aktuellen Kämpfen im Ukraine-Krieg in den vergangenen 24 Stunden 1.790 Soldaten, die getötet oder verwundet wurden, dazu 693 Drohnen und 230 Fahrzeuge sowie Tankfahrzeuge. Seit dem 24. Februar 2022 beziffert der Generalstab die gesamten russischen Personalverluste auf rund 1.561.020 Soldaten. Hinzu kommen unter anderem 12.414 Panzer, 25.552 gepanzerte Kampffahrzeuge und 51.242 Artilleriesysteme. (red mit Agenturen)