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Ukraine-Krieg aktuell: Türkei bestellt ukrainischen Botschafter ein

Welt

Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Ankara bestellt ukrainischen Botschafter ein

Die Türkei hat den ukrainischen Botschafter einbestellt. Selenskyj will Hunderte Drohnen pro Tag nach Moskau schicken. Alle Entwicklungen im Newsblog.

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Samstag, 29. August

Ankara bestellt ukrainischen Botschafter ein

Nach Luftangriffen auf zwei türkische Schiffe im Schwarzen Meer hat Ankara den ukrainischen Botschafter einbestellt. In dem Gespräch habe die Türkei "betont, dass die Sicherheit des Personen- und Güterverkehrs sowie der Schifffahrt und der Umwelt gewährleistet sein muss", erklärte das türkische Außenministerium am Samstag.

Mit dem Schritt reagierte Ankara auf Angriffe auf türkische Schiffe am Mittwoch und Donnerstag. Dabei wurde nach türkischen Angaben zunächst das Containerschiff "Lider Bordo Mavi" vor dem russischen Schwarzmeerhafen Tuapse attackiert. Am darauf folgenden Tag wurde demnach auch die "Lider Kocatepe" zum Ziel, die dem ersten Schiff zur Hilfe gekommen war. Zu möglichen Toten oder Verletzten an Bord machte das Ministerium keine Angaben. Türkische Medien berichteten, dass ein beschädigtes Schiff in die türkische Hafenstadt Samsun geschleppt werden konnte.

Die Türkei hatte zuletzt von Russland und der Ukraine ein "Moratorium" für Angriffe auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer gefordert. Zuvor waren mehrere türkische Schiffe von Drohnen attackiert worden. Die Angriffe waren der Ukraine zugeschrieben worden. Kiew will mit Angriffen auf Frachtschiffe die Ausfuhr von Getreide und fossilen Brennstoffen behindern, deren Erlöse Russland zugutekommen.

Kreml: Keine Aussicht auf bessere Beziehungen zur EU

Der Kreml sieht nach Angaben seines Sprechers Dmitri Peskow keine Aussicht auf verbesserte Beziehungen zur Europäischen Union. Europa treffe Aussagen, die darauf hindeuteten, dass es Russland als "Gegner und sogar als Feind" betrachte. Auf welche Äußerungen sich Peskow genau bezieht, bleibt zunächst unklar. Die derzeitigen EU-Politiker verhielten sich Russland gegenüber konfrontativ, "nicht nur in Worten, sondern auch in Taten", fügt er hinzu. "Sie mobilisieren die militärischen Fähigkeiten Europas und richten sie gegen unser Land, während sie sich direkt an Feindseligkeiten gegen uns beteiligen."

Zahl der Toten nach russischem Drohnenangriff gestiegen

Die Zahl der Toten nach einem russischen Drohnenangriff und einer dadurch ausgelösten Explosion eines Lagerhauses in der Region Kiew ist nach ukrainischen Angaben auf 37 gestiegen. Dutzende Menschen wurden den Behörden zufolge zudem verletzt und Hunderte evakuiert. Mehrere Gebäude, darunter Wohnhäuser, seien durch die Detonation beschädigt worden. Mehr zu dem Angriff lesen Sie hier.

Nur geringe Dieselvorräte im AKW Saporischschja

Die Stromversorgung des von Russland besetzten ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja (ZNPP) ist nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) weiter sehr prekär. Das AKW sei nun seit mehr als einer Woche ohne Strom von außen und auf Notfall-Dieselgeneratoren angewiesen, teilte IAEA-Chef Rafael Grossi mit. Vorübergehend habe der Diesel-Vorrat nur noch für zehn Tage gereicht, bevor gestern und vorgestern mehrere Dutzend Tonnen Diesel von außerhalb des Geländes geliefert worden seien, hieß es.

"Die aktuelle Situation verdeutlicht erneut, warum eine zuverlässige externe Stromversorgung und sichere Versorgungswege für die nukleare Sicherheit und Sicherung unerlässlich sind", sagte Grossi. Ohne die Wiederherstellung der externen Stromversorgung oder zusätzliche Lieferungen von Diesel in naher Zukunft könnte dem Kraftwerk innerhalb von etwa zehn Tagen ein vollständiger Stromausfall drohen.

Die IAEA arbeite daran, eine Zone für einen örtlich begrenzten Waffenstillstand zu etablieren, um Reparaturen an einer wichtigen Stromleitung zu ermöglichen, hieß es. Bei Erfolg würden diese Reparaturen die externe Stromversorgung des Kernkraftwerks wiederherstellen. Vor dem Konflikt verfügte das ZNPP über zehn externe Stromleitungen.

Selenskyj bestätigt verheerenden Drohnenangriff aus Russland

Bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Logistikzentrum in der Nähe der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind nach Angaben des örtlichen Gouverneurs mindestens 27 Menschen getötet worden. Die Opferzahl könne noch steigen, sagte Gouverneur Tymur Tkatschenko am Samstag nach dem Angriff am Vorabend.

Nach Behördenangaben ereignete sich der Drohnenangriff am Freitagabend in dem Dorf Myla im Bezirk Butscha. In der Folge sei ein Feuer ausgebrochen, es habe mehrere Explosionen gegeben, erklärte Tkatschenko. Nach dem Angriff in Myla leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts ein, dass auf dem Gelände illegal explosives Material gelagert worden sei. Auch werde geprüft, ob das Unternehmen alle "notwendigen Genehmigungen" gehabt habe, hieß es.

"Es gibt erhebliche Schäden an der umliegenden Infrastruktur: Wohnhäuser sowie ein Senioren- und Behindertenheim wurden beschädigt", schrieb auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram.

Großbrand nach russischem Drohnenangriff

Eine russische Drohne hat in einem Vorort der ukrainischen Hauptstadt Kiew einen Großbrand und Explosionen verursacht und zahlreiche Menschen zur Flucht gezwungen. Der Drohnenangriff habe sich am Freitagabend um kurz nach 20 Uhr (Ortszeit, 19 Uhr MESZ) in dem Dorf Myla im Bezirk Butscha ereignet, teilte die zuständige Staatsanwaltschaft mit.

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In der Folge sei ein Feuer ausgebrochen, "begleitet von Explosionen", erklärte der Chef der regionalen Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, im Onlinedienst Telegram. Deswegen seien bereits mehr als 200 Menschen in Sicherheit gebracht worden, darunter Kinder. Laut Tkatschenko gab es bei dem Vorfall mindestens sechs Verletzte.

Selenskyj droht Russland mit 1.000 Drohnen täglich

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Moskau mit einer Intensivierung der Drohnenschläge im russischen Hinterland gedroht. "Die Aufgabe lautet: täglich 1.000 Drohnen für Langstreckenangriffe gegen Russland. Derzeit führen wir durchschnittlich über 300 solcher Langstreckenangriffe aus – das muss mehr werden", sagte Selenskyj in seiner in Kiew verbreiteten abendlichen Videobotschaft. Die Ukraine müsse den Einsatz von Waffen zur Abwehr russischer Angriffe maximieren, betonte er.

Mit den Angriffen etwa auf Ölraffinerien, Logistikzentren und militärische Ziele hat Kiew die Kosten für Moskaus Krieg in die Höhe getrieben. Kremlchef Wladimir Putin hatte wirtschaftliche Schäden zwar eingeräumt, sie aber als nicht kritisch heruntergespielt. Putin wiederum drohte der Ukraine mit Attacken, die weitaus mehr Zerstörungen anrichteten als umgekehrt.

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