Ukraine-Krieg aktuell: Ukraine trifft wichtige Russland-Pipeline
Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Flammen weithin sichtbar: Drohnen treffen Pipeline in Russland
Von dpa, afp, reuters, t-online, pa, jse
Aktualisiert am 20.10.2026 - 13:29 UhrLesedauer: 6 Min.
Beobachter vermuten, dass bei einem ukrainischen Angriff eine wichtige Station der russischen Druschba-Ölpipeline getroffen wurde. Alle Nachrichten im Newsblog.
Dienstag, 20. Oktober
Drohnenangriff löst Feuer in russischer Region Tambow aus
Ein ukrainischer Drohnenangriff hat in der vergangenen Nacht in der russischen Region Tambow ein Feuer auf einem Betriebsgelände ausgelöst, wie der Gouverneur der Region Jewgeni Perwischew, mitteilte. Nach seinen Angaben wurde niemand verletzt, weitere Einzelheiten nannte er aber bisher nicht.
Nach Einschätzungen des ukrainischen Beobachtungsprojekts Exilenova+ und von Analysten des unabhängigen Telegram-Kanals Astra könnte eine wichtige Ölpipeline-Station im Kreis Mitschurinski getroffen worden sein. Die Anlage Nikolskoye ist Teil des Druschba-Pipelinesystems, über das Erdöl transportiert wird. Sie dient unter anderem der Lagerung und Weiterleitung des Rohstoffs und kann nach vorliegenden Informationen täglich bis zu 300.000 Tonnen Erdöl umschlagen.
Bereits im Sommer 2025 war die Anlage mindestens zweimal Ziel ukrainischer Drohnenangriffe. Seit Monaten greifen ukrainische Streitkräfte wiederholt russische Ölraffinerien und andere Teile der Energieinfrastruktur an. Die Angriffe gelten als einer der Faktoren, die zur Treibstoffkrise in Russland beitragen.
US-Gesandte reisen nach Norwegen
Der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, und der Nahost-Gesandte Steve Witkoff reisen Insidern zufolge in dieser Woche zu einer neuen Verhandlungsrunde über ein Ende des Krieges in der Ukraine nach Norwegen. Zwei der drei mit der Angelegenheit vertrauten Personen sagten, sie erwarteten auch die Teilnahme des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Der Zeitplan sei jedoch vorläufig und könne sich noch ändern. Das Weiße Haus reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.
Trump offen für Treffen mit Xi und Putin
US-Präsident Donald Trump hat sich offen für einen Dreiergipfel mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und Chinas Staatschef Xi Jinping gezeigt. "Ich würde es tun", sagte Trump am Montag vor Journalisten in Washington. Vereinbart sei das Treffen aber noch nicht. Nach Trumps Angaben würden bei einem solchen Gipfel Atomwaffen und die Denuklearisierung im Mittelpunkt stehen, der Ukraine-Krieg könne aber auch zur Sprache kommen.
"Ich würde es tun, aber nicht so sehr wegen der Ukraine, denn Russland hat sich, ehrlich gesagt, in Bezug auf die Ukraine gut verhalten. Sie haben nicht viel gemacht", sagte Trump ungeachtet der anhaltenden russischen Luftangriffe auf die Ukraine.
Montag, 19. Oktober
Klitschko: Werden niemals kapitulieren
Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko hat mit eindringlichen Worten an die Solidarität in Europa im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine appelliert. "Wir wollen nie wieder Krieg in Europa. Frieden braucht unsere gemeinsame Verantwortung. Freiheit braucht Menschen, die füreinander einstehen", sagte Klitschko (55) in einer Videobotschaft bei einer Preisverleihung in Berlin.
Putin wolle "für Millionen Flüchtlinge in Europa sorgen", so Klitschko, und dafür, dass "Europa uns deshalb im Stich lässt und wir kapitulieren. Aber das wird nie passieren". Eine zentrale Frage laute: "Warum soll unser Traum einer europäischen Zukunft mit einem so hohen Preis bezahlt werden?", so Klitschko. Die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft in Europa gebe vielen Menschen in der Ukraine die Kraft durchzuhalten.
Ursprünglich hatte er vor, seine Auszeichnung, den European Future Award, in Berlin persönlich entgegenzunehmen, wie er weiter sagte. Doch die Situation in Kiew habe sich zugespitzt, so dass er vor Ort bleiben müsse. Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als viereinhalb Jahren gegen eine großangelegte russische Invasion.
Selenskyj legt gegen USA nach
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisiert Entscheidungen der USA im Krieg gegen Russland. Verzögerungen bei Waffenlieferungen und Einschränkungen beim Austausch von Geheimdienstinformationen seien "unter Freunden schwer zu erklären", sagt er bei einem Treffen mit einer US-Kongressdelegation.
In einem Video auf Telegram beklagt er zudem fehlende Erklärungen für die eingeschränkte Nutzung des Satellitennetzwerks Starshield. Darüber hinaus habe die Ukraine zuletzt dreimal keine Warnungen vor russischen Angriffen von ihren Partnern erhalten. Das Pentagon verzögere außerdem die Lieferung bereits bezahlter Raketen. "All dies deutet darauf hin, dass eine politische Entscheidung getroffen wurde, die Unterstützung für uns zu drosseln", sagt Selenskyj.
Trump: Selenskyj soll andere verhandeln lassen
Nach Ansicht von US-Präsident Donald Trump sollte anstelle des ukrainischen Staatsoberhaupts Wolodymyr Selenskyj jemand anderes die Friedensverhandlungen mit Russland führen. "Vielleicht ist es für Selenskyj an der Zeit, jemand anderen verhandeln zu lassen", sagt Trump vor Journalisten. Er hatte im Oktober eine Ablösung des ukrainischen Staatschefs gefordert. Russland verhalte sich mit Blick auf die Ukraine "in Ordnung" und mache "nicht viel", fügt Trump hinzu. Die USA stellten der Regierung in Kiew weiterhin Geheimdienstinformationen zur Verfügung.
Rubio widerspricht der Ukraine
US-Außenminister Marco Rubio hat Anschuldigungen aus der Ukraine über zurückgehaltene Informationen zurückgewiesen. "Es gab keine Unterbrechung", sagte er vor Reportern in Usbekistan. Er zeigte sich vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj irritiert.
Selenskyj hatte heute beklagt, abermals nicht von den Partnern seines Landes vor russischen Angriffen vorgewarnt worden zu sein. Rubio sagte, er wisse nichts darüber. Zugleich sagte er, es habe "vor einigen Nächten ein Softwareproblem" beim ukrainischen Frühwarnsystem gegeben. Daraufhin habe das für Europa zuständige US-Militärkommando Eucom den Sachverhalt untersucht.