Ukraine-Krieg aktuell: Wende in der Kriegskommunikation - Krim-Stadt nach Angriff ohne Strom
Startseite Politik Ukraine-Krieg aktuell: Wende in der Kriegskommunikation – Krim-Stadt nach Angriff ohne Strom Von: Teresa Toth, Franziska Schwarz, Jens Kiffmeier, Simon Schröder, Felix Busjaeger, Christian Stör Uns auf Google folgen Aktuelle News-Lage im Ukraine-Krieg im Ticker: Russland droht nach Schattenflotten-Festsetzung. Kiew stoppt genaue Berichte über russische Angriffe. Update, 6:32 Uhr: Die Hafenstadt Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim ist nach nächtlichen Drohnenangriffen der Ukraine erneut ohne Strom. Die Stadt sei wegen eines massiven ukrainischen Angriffs von der Stromversorgung abgeschnitten, teilte der von Moskau eingesetzte Gouverneur von Sewastopol, Michail Raswoschajew, laut staatlicher Nachrichtenagentur Tass mit. Die Armee wehre einen ukrainischen Angriff ab. Derzeit begutachteten Experten die Schäden. Transparenzhinweis Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Wende in der Kriegskommunikation Update, 13. August, 5:05 Uhr: Inmitten zunehmender russischer Attacken hat die Ukraine entschieden, ab sofort keine genauen Angaben mehr zu russischen Raketenangriffen zu machen. Es würden „bestimmte Änderungen“ bei den täglichen Morgenberichten eingeführt, erklärte am Mittwoch Luftwaffensprecher Jurij Ihnat im Onlinedienst Facebook. Unter anderem solle nicht mehr die Zahl der von Russland auf die Ukraine abgefeuerten Raketen genannt werden. Auch die Zahl der von der ukrainischen Luftwaffe zerstörten oder abgefangenen Raketen werde nicht mehr genannt, teilte Ihnat mit. Gleiches gelte für russische Raketen, „die ihr Ziel nicht erreicht haben“. Bisher hatten die ukrainischen Streitkräfte de facto täglich eine Bilanz der russischen Angriffe mit genauen Zahlen veröffentlicht. Künftig werde die Ukraine nur noch allgemeine Angaben zu den russischen Angriffen machen, kündigte der Luftwaffensprecher an. Zugleich versicherte er, dass die Bevölkerung weiterhin in Echtzeit vor Angriffen gewarnt und Luftalarm ausgelöst werden solle. Update, 22:54 Uhr: Ein viral gegangenes Video sorgt für Aufsehen. Zugkommandant Anatolij Saitschuk von der 121. Territorialverteidigungsbrigade schildert darin die verzweifelte Lage seiner Einheit an der Front. Seit vier Monaten ohne Ablösung, berichtet er von tagelangen Versorgungsausfällen – einmal seien die Soldaten ohne Trinkwasser gewesen und hätten begonnen, ihren eigenen Urin zu trinken. Alle Stellungen der Einheit seien zerstört worden. Vorgesetzte hätten die Familien der Soldaten derweil belogen und behauptet, die Männer seien „in vollem Umfang versorgt“. Das Kommando der 121. Brigade bestätigte die Echtheit des Videos, verwies jedoch darauf, dass es nur „einen isolierten Teil eines komplexen Einsatzumfelds“ zeige. Putin droht Westen mit „spiegelbildlichen Maßnahmen“ Update, 18:25 Uhr: Russland droht dem Westen nach der Festsetzung mehrerer Schiffe seiner Schattenflotte mit „spiegelbildlichen Maßnahmen“. Präsident Wladimir Putin, der in Uniform an einem Manöver der Pazifikflotte vor der Insel Sachalin teilnahm, kündigte an, Russland werde dort reagieren, „wo wir es für notwendig und zielgerichtet erachten“ – und nicht nur dort, wo russische Schiffe festgesetzt würden. Noch konkreter formulierte es Dmitri Medwedew, Ex-Präsident und Vizechef des nationalen Sicherheitsrates: Russland habe das Recht, „jedes Handelsschiff feindlicher Staaten anzugreifen, die sich sowohl in unseren als auch in neutralen Gewässern befinden, wenn es ausreichenden Verdacht gibt, dass es Fracht im Interesse des Gegners transportiert“ – und zwar ausdrücklich auch außerhalb des Schwarzen Meeres. Ukraine-Krieg aktuell: Treibstoffversorgung gerät unter Druck Update, 16:34 Uhr: Russlands Treibstoffversorgung gerät erneut unter Druck – diesmal hat es die Ural-Region Orenburg getroffen, wo nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf eine Raffinerie der Benzinverkauf eingeschränkt wird. Die Situation vor Ort sei „schwierig“, so Gouverneur Jewgeni Solnzew auf Telegram. Wie Reuters berichtet, umfassen die Maßnahmen Mengenbeschränkungen, ein Kanisterverbot sowie ein Wechselsystem nach Kfz-Kennzeichen. Wiederholte ukrainische Angriffe auf russische Ölraffinerien haben zuletzt in mehreren Regionen des Landes für Engpässe bei der Kraftstoffversorgung gesorgt. Ukraine-Krieg aktuell: Russland hortet laut Geheimdienst 6200 Kamikaze-Drohnen Update, 15:15 Uhr: Russland hat laut dem ukrainischen Militärgeheimdienst rund 6200 Geran-Kamikaze-Drohnen für großangelegte Angriffe im Ukraine-Krieg angehäuft. Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR geht davon aus, dass Moskau diesen Vorrat im August 2026 aufgebaut hat. Bei besonders intensiven Angriffen könnten zwischen 600 und 1000 Drohnen in einem einzigen Schlag eingesetzt werden, wie dem Portal Militarnyi zufolge aus HUR-Kreisen verlautet. In Phasen der Bestandsauffüllung hingegen werden demnach lediglich 150 bis 200 Drohnen pro Angriff gestartet. Russland habe in diesem Jahr monatlich zwischen 6000 und 6500 unbemannte Luftfahrzeuge gegen die Ukraine eingesetzt – ein neuer Rekord. Raffinerie stellt nach Drohnenangriff Betrieb ein Update, 14:10 Uhr: Eine große Ölraffinerie im russischen Orsk hat nach einem ukrainischen Drohnenangriff ihre Produktion eingestellt. Die Verarbeitung sei am 11. August nach einem Brand gestoppt worden, verlautete laut Reuters aus Branchenkreisen. Die getroffene Anlage liegt rund 1900 Kilometer östlich der Grenze zur Ukraine. Ihre Kapazität beträgt 5,76 Millionen Tonnen pro Jahr, das sind etwa 115.200 Barrel pro Tag. Den Insidern zufolge verarbeitete die Raffinerie 2024 rund 4,2 Millionen Tonnen Rohöl. Ukraine-Krieg aktuell: Kiew nennt neue Zahlen zu Russlands Verlusten Update, 12:20 Uhr: Kiew hat am Morgen neue Zahlen zu Russlands Verlusten im Ukraine-Krieg veröffentlicht. Nach Angaben des Generalstabs haben die russischen Streitkräfte binnen 24 Stunden etwa 1260 Soldaten verloren. Insgesamt sind demnach bereits mehr als 1,45 Millionen russische Soldaten im Kampf getötet oder schwer verwundet worden. Zudem gibt die Ukraine an, in den vergangenen 24 Stunden 60 Artilleriesysteme und 1767 Drohnen zerstört zu haben. Nachfolgend ein Überblick der von Kiew genannten Zahlen zu den russischen Gesamtverlusten im Ukraine-Krieg. Soldaten: 1.461.660 (+1260 zum Vortag) Panzer: 12.259 (=) Artilleriesysteme: 47.773 (+60) Mehrfach-Raketenwerfer: 2022 (+2) Luftabwehrsysteme: 1561 (+1) Drohnen: 456.339 (+1767) Marschflugkörper: 5007 (=) Die Daten lassen sich unabhängig nicht überprüfen und basieren auf Schätzungen des ukrainischen Generalstabs. Ukraine-Krieg aktuell: Kiew attackiert Schwarzmeerhafen Noworossijsk Update, 11:00 Uhr: Wolodymyr Selenskyj hat den heutigen Angriff auf den russischen Marinestützpunkt Noworossijsk bestätigt. In der Nacht seien Drohnen, Raketen und unbemannte Boote zum Einsatz gekommen, teilte der ukrainische Präsident auf Telegram mit. Berichten russischer wie ukrainischer Telegramkanäle zufolge wurden in der Stadt der Marinehafen, der Handelshafen und das Ölverladeterminal getroffen. Noworossijsk liegt in Krasnodar am Schwarzen Meer. Ukraine-Krieg aktuell: Tödlichster Monat seit 2022 Update, 9:50 Uhr: Der Ukraine-Krieg fordert einen dramatisch wachsenden zivilen Blutzoll: Allein in den ersten sieben Monaten des Jahres sind laut dem Conflict Intelligence Team (CIT) mindestens 2491 Zivilpersonen durch gegenseitige Angriffe Russlands und der Ukraine ums Leben gekommen. Der Juli war dabei mit 634 Toten der schlimmste Einzelmonat seit Herbst 2022. Das entspricht mehr als 20 Todesopfern täglich. Damit übertrifft der Juli den bisherigen Höchstwert des Jahres deutlich: Im Juni hatte CIT noch 451 Todesopfer gezählt. Rund 30 Prozent der im Juli Getöteten kamen in Russland oder in von Russland besetzten ukrainischen Gebieten ums Leben. Zusätzlich wurden laut CIT mindestens 4590 Menschen verletzt. Auch die Vereinten Nationen bestätigten, dass der Juli der verlustreichste Monat für Zivilpersonen in der Ukraine seit März 2022 war. Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Nordkorea gerät erneut in den Fokus Update, 8:40 Uhr: Erneut gerät Nordkorea im Ukraine-Krieg in den Fokus. Nachdem der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zuletzt gesagt hatte, dass bis zu 50.000 nordkoreanische Soldaten in Russland erwartet werden, hat Nordkorea nun offenbar eine ballistische Rakete in Richtung Japan abgefeuert. Die japanische Regierung kritisierte den Vorfall als „Bedrohung für Frieden und Sicherheit“. Der Raketenstart erfolgte nur wenige Tage vor dem geplanten Beginn eines Militärmanövers der USA und Südkoreas. Bei den Übungen sollen die Soldaten nach Auskunft eines Manöver-Sprechers auf einen möglichen Kampf gegen kampferprobte nordkoreanische Truppen vorbereitet werden. Er verwies dabei auf den Einsatz nordkoreanischer Soldaten im Ukraine-Krieg. Ukraine-Krieg aktuell: Russland fängt 502 ukrainische Drohnen ab Update, 8:00 Uhr: Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau in der Nacht 502 ukrainische Drohnen abgefangen und zerstört. Betroffen gewesen seien mehrere russische Regionen. Wie viele der gegnerischen Drohnen entdeckt wurden oder ihr Ziel getroffen haben, teilte Russland nicht mit. Solche Militärangaben sind nicht unabhängig überprüfbar, die genannte Zahl lässt aber auf einen intensiven Angriff schließen. Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Explosionen erschüttern russische Hafenstadt Noworossijsk Update, 12. August, 6.30 Uhr: Die Ukraine hat in der Nacht die russische Schwarzmeer-Hafenstadt Noworossijsk sowie die von Russland besetzte Halbinsel Krim mit Drohnen angegriffen. Laut russischen Staatsmedien trafen Drohnentrümmer dabei sechs Wohngebäude, ein Geschäftsgebäude sowie eine Baustelle in Noworossijsk. Auf der Krim wurden nach Angaben des Telegram-Kanals Crimean Wind mehrere Explosionen in der Nähe des Wärmekraftwerks Balaklawa bei Sewastopol gemeldet; ein Anwohner schilderte gegenüber dem Kanal: „Seit Mitternacht gibt es mehrere Explosionen, Maschinengewehrfeuer und Drohnen über uns.“ Ukraine-Krieg aktuell: Putin schmiedet laut Selenskyj Pläne für große Mobilisierung Update, 22:13 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Kremlchef Wladimir Putin erneut vorgeworfen, eine groß angelegte Mobilisierung zu planen. Die massenhafte Rekrutierung von Soldaten werde für den Herbst vorbereitet, gleich nach der Parlamentswahl im September, sagte Selenskyj in einer abendlichen Videobotschaft und berief sich auf Geheimdienstinformationen und russische Dokumente. Bis zum Jahresende gehe es um mehrere Hunderttausend Russen und noch einmal ungefähr so viele für das nächste Jahr, behauptete er. Putin wolle den Anschein erwecken, dass die Russen den Krieg gegen sein Land angeblich unterstützen. Ukraine-Krieg aktuell: Selenskyj legt USA neuen Friedensplan vor Update, 21:04 Uhr: Die Ukraine hat den USA Friedensvorschläge für den Ukraine-Krieg übergeben. „Wir haben der amerikanischen Seite unsere Vorschläge übermittelt“, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Washington solle helfen, die ukrainische Verteidigung – insbesondere durch Flugabwehr – zu stärken und Druck auf Moskau auszuüben. Ziel sei es, Russland dazu zu bringen, sich auf ein Kriegsende vorzubereiten, anstatt den Konflikt zu verlängern. Ukraine-Krieg aktuell: Deutschland liefert Kiew Hilfspaket für den Katastrophenschutz Update, 20:00 Uhr: Der in Russland zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilte ehemalige US-Soldat Robert Gilman ist wieder frei. „Nach meinen Gesprächen mit Präsident Wladimir Putin hat Russland zugestimmt, ihn freizulassen – und zwar vor allem aus humanitären Gründen“, erklärte US-Präsident Donald Trump am Dienstag in seinem Onlinedienst Truth Social. Moskau habe im Gegenzug für die Freilassung des früheren Marineinfanteristen keine Forderungen gestellt. „Es hat keinen Tausch gegeben“, betonte Trump. Die USA und Russland hatten in der Vergangenheit immer wieder Häftlinge ausgetauscht. Update, 18:46 Uhr: Deutschland hat dem ukrainischen Katastrophenschutz ein Hilfspaket im Wert von 5,7 Millionen Euro übergeben, das erstmals auch Robotersysteme umfasst. Das berichtet die Kyiv Post. Darunter befinden sich unter anderem die Modelle Alpha Robotics Wolf R1 sowie LUF 60 zum Löschen von Bränden und für Einsätze unter gefährlichen Bedingungen. Neben den Robotern umfasst das Paket Feuerwehrfahrzeuge, einen schweren Bergungsschlepper, Lkw sowie Busse und Schutzausrüstung für Einsatzkräfte. „Inmitten von Russlands brutalem Krieg sind die Herausforderungen für den ukrainischen Katastrophenschutz noch schwieriger geworden. Ukrainische Rettungskräfte zeigen außerordentliche Pflichterfüllung und Heldenmut“, sagte Katrin Buchholz, Geschäftsträgerin der deutschen Botschaft in Kiew, wie die Kyiv Post zitiert. Ukraine-Krieg aktuell: Russland entwickelt Starlink-Äquivalent – Kiew warnt vor Folgen Update, 17:59 Uhr: Russland entwickelt mit dem Satellitennetzwerk „Rasswet“ eine eigene Alternative zu Starlink, die russischen Streitkräften künftig die Echtzeit-Steuerung von Drohnen über der Ukraine ermöglichen könnte. Das stellt Kiew im Ukraine-Krieg vor ein gravierendes Ungleichgewicht, denn Kiew kann Starlink seinerseits nicht zur Drohnensteuerung über russischem Territorium nutzen, weil der Dienst dort nicht verfügbar ist. Das berichtet die Kyiv Post. Serhii „Flash“ Beskrestnow, Berater von Präsident Wolodymyr Selenskyj für Verteidigungstechnologie, fordert deshalb Konsequenzen: „Das Netzwerk der Satelliten ‚Rasswet‘ beim Feind wird ein Problem für uns sein. Die Kommunikation an den feindlichen Fronten wird sich verbessern – das ist klar“, schrieb Beskrestnow auf Facebook. Der Berater mahnte, die Ukraine müsse die Entwicklung von Systemen zur elektronischen Kriegsführung priorisieren, die das russische Netzwerk stören könnten. Ukraine-Krieg aktuell: Ukraine greift Ölraffinerie in russischer Stadt Orsk an