Ukraine-Krieg: Angriffe auf Kiew - wichtige Brücken eingeschränkt
Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Russischer Angriff trifft Kiews Brückenverkehr
Putin behauptet erneut, er sei angeblich bereit für einen Friedensschluss. Die Ukraine hat offenbar einen neuen Raketentyp im Einsatz. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Freitag, 2. Oktober
Russischer Angriff trifft Kiews wichtigen Brückenverkehr
Russland hat seine Angriffe auf eine wichtige Verkehrsverbindung in Kiew fortgesetzt. In der Nacht zum Freitag wurde die Pivdennyi-Brücke über den Dnipro erneut getroffen, nachdem bereits am Donnerstag mehrere Drohnen in der Nähe ihrer Stützkonstruktion und auf der Fahrbahn eingeschlagen waren. Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge ist die Brücke derzeit in beide Richtungen gesperrt.
Die Auswirkungen reichen über die unmittelbar getroffene Brücke hinaus. Auch die Paton-Brücke wurde zeitweise vollständig gesperrt, auf der Metro-Brücke wurde der Verkehr eingeschränkt. Mehrere Bus- und Trolleybuslinien müssen deshalb über andere Dnipro-Querungen ausweichen. Angriffe auf die Paton- oder die Metro-Brücke selbst wurden von den Behörden bislang nicht gemeldet.
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Geheimdienste rechnen mit Anstieg hybrider Attacken
Europäische Sicherheitsbehörden rechnen einem Medienbericht zufolge in den kommenden Monaten mit einer Zunahme russischer Sabotageakte. Ein hochrangiger Nato-Vertreter sagte der "Welt am Sonntag" und dem britischen "Telegraph", das Bündnis erwarte eine aggressivere Kommunikation aus Moskau und eine Ausweitung hybrider Angriffe in Europa. Auch Analysten der Bundesregierung gehen dem Bericht zufolge von einer Verschärfung aus.
Als Beispiel gilt der versuchte Anschlag mit einer sprengstoffbeladenen Drohne am Flughafen Leipzig/Halle im August. Die Bundesregierung macht Russland für den Angriff verantwortlich und geht davon aus, dass Deutschland weiter Ziel russischer hybrider Operationen bleibt. Nach Einschätzung deutscher Sicherheitsbehörden spielt dabei vor allem der russische Militärgeheimdienst GRU eine zentrale Rolle. Die russische Botschaft weist Vorwürfe einer Beteiligung Moskaus an Sabotageakten zurück.
Bericht: Neue Gespräche über Waffenruhe
Die Türkei und die Vereinten Nationen haben neue Verhandlungen mit der Ukraine und Russland über eine Waffenruhe im Schwarzen Meer organisiert. Das berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg Donnerstag.
Die Gespräche sollen Anfang Oktober stattfinden, wie ein nicht namentlich genannter hochrangiger Diplomat der Nachrichtenagentur sagte. Als Vermittler tritt demnach die Schweizer Nichtregierungsorganisation Centre for Humanitarian Dialogue auf.
Laut Bloomberg wurde die Initiative im September gestartet, um das Schwarzmeer-Getreideabkommen von 2022 wiederzubeleben, das die Sicherheit der kommerziellen Schifffahrt gewährleisten sollte. Russland war im Juli 2023 nach einer Explosion auf der Krim-Brücke aus dem Abkommen ausgestiegen.
Russland: Ukraine greift Industrieanlagen in Wolgograd an
Die Ukraine greift nach russischen Angaben Industrieanlagen in der Stadt Wolgograd mit Drohnen an. Dabei ist ein Feuer in einem Wohnhaus ausgebrochen und eine Person wurde verletzt, teilt Gouverneur Andrej Botscharow auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Der Brand sei inzwischen gelöscht. Welche Anlagen genau Ziel des Angriffs waren, ließ der Gouverneur offen. In Wolgograd befindet sich eine große Ölraffinerie.
Putin: Wären eigentlich zu Friedensgesprächen bereit gewesen
Die Ukraine hat nach Auslegung von Kremlchef Wladimir Putin mit Drohnenangriffen während der Wahl zur russischen Staatsduma den Weg zur Wiederaufnahme von Friedensgesprächen erschwert. Moskau sei bereit gewesen, die Verhandlungen zur Ukraine am 21. September, einen Tag nach den Wahlen zur Staatsduma, wieder aufzunehmen, sagte Putin in Moskau beim politischen Waldai-Diskussionsforum vor internationalen Experten. Dennoch bleibe Russland bereit, Verhandlungen aufzunehmen und schnellstmöglich abzuschließen. "Aber natürlich zu Bedingungen, die auch für die Russische Föderation, für unser Volk und für das russische Volk akzeptabel sind." Eine echte Gesprächsbereitschaft Moskaus wird von Kiew, seinen westlichen Verbündeten und Beobachtern allerdings stark angezweifelt.
"Selber haben sie (die Ukrainer) keine Wahlen, unsere haben sie zu vereiteln versucht: In der Nacht vom 19. auf den 20. September wurde versucht, die Luftabwehr von Moskau zu durchbrechen." Über 1.600 Drohnen seien auf Moskau abgefeuert worden, ununterbrochen seien Wahllokale in anderen Regionen Russlands angegriffen worden, behauptete der Kremlchef. Die Ukraine habe sich getäuscht, als sie auf den Erfolg von Angriffen gegen Russland gesetzt habe. "Der Gegner hatte erwartet, dass unsere Gesellschaft auseinanderbrechen würde, aber jeder kann sich irren", sagte Putin. "Doch nur ein Idiot beharrt auf einem Fehler."
Demoskopen haben zuletzt festgestellt, dass die Unzufriedenheit mit dem Putin-Regime in Russland weiter wächst. Demnach wünscht sich ein großer Teil der Bevölkerung ein baldiges Ende des Krieges gegen die Ukraine. Widerspruch oder Protest werden in dem autoritären Putin-Reich jedoch nicht geduldet – und können meinungsfreudige Bpürger sogar ins Gefängnis bringen.
Ukraine will Streit mit Südkorea beilegen
Die Ukraine arbeitet ukrainischen Medienberichten zufolge an der Beilegung eines diplomatischen Streits mit Südkorea. Der Auslöser für die Unstimmigkeiten zwischen den Ländern war die öffentliche Bekanntgabe der Übergabe von zwei kriegsgefangenen nordkoreanischen Soldaten an Südkorea durch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Das südkoreanische Präsidialamt fordert eine Entschuldigung und pocht auf eine vereinbarte Geheimhaltung der Aktion. "Ich möchte dies nicht als Zwischenfall bezeichnen. Sagen wir, es ist ein diplomatisches Missverständnis", sagt Außenminister Andrij Sybiha einem Bericht des Nachrichtenportals nv.ua zufolge. Er hoffe, dass die Situation in naher Zukunft gelöst werde. Nordkorea unterstützt Russland im Krieg gegen die Ukraine mit Tausenden Soldaten.
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Donnerstag, 1. Oktober
Selenskyj: Erster Kampfeinsatz von selbst entwickelter Rakete
Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj erstmals ihre neue ballistische Rakete vom Typ FP-7 im Kampf eingesetzt. "Ukrainische taktische ballistische Rakete FP-7. Erster Kampfeinsatz", schrieb Selenskyj am Abend auf Telegram. "Danke für das Ergebnis. Als Nächstes: die Produktion." Wo oder gegen welches Ziel die Rakete eingesetzt wurde, teilte er nicht mit.
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Russland setzt häufig ballistische Raketen bei Angriffen auf ukrainische Ziele ein. Militäranalysten zufolge hat die FP-7 eine Reichweite von etwa 200 Kilometern. Die Rakete wird vom Hersteller Fire Point auch als Abfangrakete für das europäische Raketenabwehrprogramm Freyja entwickelt. Mehr dazu lesen Sie hier.