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Ukraine-Krieg: Angriffswelle auf Kiew - auch Klinik getroffen

Welt

Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Russische Angriffswelle – auch Klinik in Kiew getroffen

Aktualisiert am 29.09.2026 - 00:24 UhrLesedauer: 7 Min.

Die russischen Angriffe auf ukrainische Städte gehen weiter. Nach der Akademie der Wissenschaft trifft es jetzt auch eine medizinische Einrichtung in Kiew. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Dienstag, 29. September

Angriffswelle auf Ukraine – auch Klinik in Kiew getroffen

Bei einer Serie russischer Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew ist nach offiziellen Angaben auch eine Klinik getroffen worden. "Derzeit versuchen die Rettungskräfte, den Brand schnellstmöglich zu löschen", schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyj auf Telegram. Zu möglichen Opfern dieses Angriffs wurden keine Angaben gemacht.

Kurz zuvor war das Gebäude der Akademie der Wissenschaften in Kiew getroffen worden. Nach offiziellen Angaben vom Abend gab es dabei zwei Todesopfer. Bürgermeister Vitali Klitschko teilte am Abend mit, bei russischen Angriffen seien im Tagesverlauf in der Hauptstadt 24 Menschen verletzt worden.

Die private Klinikkette Dobrobut bestätigte der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine zunächst einen Einschlag in einer Einrichtung. Später konkretisierte das Unternehmen die Niederlassung. Vor dem Einzug der Klinik beherbergte das Gebäude eine Filiale des Telekommunikationsunternehmens Ukrtelecom. Unmittelbar neben dem Gebäude der Akademie befindet sich der Hauptsitz der Ukrtelecom.

Das etwa 150 Meter entfernt gelegene Gebäude der deutschen Botschaft blieb unbeschädigt. "Die Angehörigen der Botschaft sind alle unversehrt geblieben", teilte die Vertretung der Bundesrepublik mit. Die Sicherheitsmaßnahmen würden jedoch insbesondere nach derartigen Treffern überprüft.

Montag, 28. September

Selenskyj: Russland beginnt mit Mobilmachung

Russland hat nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bereits mit einer zusätzlichen Mobilmachung begonnen. "Sie (die Russen) planen auch, verstärkt Ausländer einzubeziehen", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache und berief sich auf Erkenntnisse der ukrainischen Geheimdienste. Seit Monaten wird über eine neue Mobilmachung in Russland spekuliert, um die zuletzt starken Verlusten an den Frontlinien in der Ukraine auszugleichen. Kremlchef Wladimir Putin hat solche Befürchtungen bisher kategorisch zurückgewiesen. Hier lesen Sie mehr.

Ukraine nimmt "ganze Einheiten" gefangen

Im Rahmen der Offensivoperation "Vivaldi" hat das ukrainische 3. Armeekorps nach eigenen Angaben mehrere Ortschaften in der Region Donezk zurückerobert. Brigadegeneral Andrij Biletskyj meldete die Befreiung von Nowe, Ridkodub und Kateryniwka sowie die Wiederherstellung der Kontrolle über Karpiwka und Nowomychajliwka – insgesamt 51 Quadratkilometer, womit die seit Operationsbeginn zurückgewonnene Fläche auf 176 Quadratkilometer angewachsen sei. Die russischen Verluste bezifferte das Korps auf rund 2.000 Soldaten; mehr als 250 sollen in Gefangenschaft geraten sein – darunter Offiziere, Piloten und Artilleristen, die sich laut Biletskyj "in ganzen Einheiten" ergeben hätten.

Den Durchbruch ermöglichte demnach auch eine gezielte Täuschung: Die russischen Streitkräfte verlegten ihre Reserven in Erwartung eines Hauptangriffs auf die Achse Schandryholowe–Selenyj Dolyna – und ließen sich dort in sinnlosen Gegenangriffen aufreiben. Der eigentliche Stoß galt jedoch der Ortschaft Nowe, die die Russen nach Angaben Biletskyjs "verschlafen" hätten.

Zum Einsatz kamen dabei auch umgebaute sowjetische Schützenpanzer vom Typ BTR-60 aus den 1950er und 1960er Jahren, die zu robotisierten Kamikaze-Systemen umgerüstet worden waren. Mit ihnen seien die stärksten russischen Befestigungsanlagen gesprengt worden. Darüber hinaus soll das 3. Armeekorps nach eigenen Angaben als erste Einheit weltweit unbemannte Bodenfahrzeuge per Drohne tief in den russischen Rückraum eingeflogen haben – ein taktisches Novum, das die Infanterie schützen und feindliche Kommandostrukturen vor dem Angriff lahmlegen soll.

Nahe polnischer Grenze: Wieder russischer Angriff in Ukraine

In der ukrainischen Grenzregion zu Polen hat es nach Angaben der Regierung in Warschau erneut eine Drohnenattacke unweit von einem Grenzübergang gegeben. "Ein weiterer Angriff Russlands auf die Westukraine. Eine düsengetriebene Drohne ist auf ukrainischer Seite etwa zwei Kilometer vom Grenzübergang zu Polen in Dorohusk eingeschlagen", schrieb Polens Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz auf der Plattform X. Der Luftraum über Polen wurde demnach nicht verletzt.

Wie das Oberkommando der polnischen Streitkräfte bekannt gab, wurde in der Region um Lublin im Südosten Polen während russischer Luftschläge gegen die Westukraine Luftalarm ausgelöst. Dieser sei nach einer Viertelstunde wieder aufgehoben worden. Die Drohne beschädigte nach ukrainischen Angaben mit der Druckwelle der Explosion das Gebäude der Grenzkontrollstelle. "Es liegen keine Meldungen über Verletzte oder Tote vor", schrieb Roman Romanjuk, Leiter der Oblast-Verwaltung von Wolyn, auf Telegram. Er bat die Bewohner der Region, in Schutzräumen zu bleiben.

In den vergangenen zwei Wochen war es in der Nähe des polnisch-ukrainischen Grenzübergangs Dorohusk-Jahodyn mehrfach zu russischen Drohnenangriffen auf dem Gebiet der Ukraine gekommen. Außerdem wurde dort ein Passagierzug von Kiew nach Warschau angegriffen. Polens Regierung wirft Russland eine Verschärfung des Ukraine-Kriegs vor.

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Fast 260.000 russische Kriegstote namentlich bestätigt

Im Krieg in der Ukraine sind bisher fast 260.000 russische Todesopfer namentlich bekannt. Das unabhängige russische Medienunternehmen "Mediazona" bestätigte in Zusammenarbeit mit dem russischen Dienst der BBC die Identitäten von 258.989 gefallenen Militärangehörigen.

Allein in den vergangenen zwei Wochen seien über 10.000 Namen hinzugekommen, das seien doppelt so viel wie normalerweise. Grund ist insbesondere eine Liste von Leichen, die zwischen der Ukraine und Russland ausgetauscht wurde. Die Namen werden allerdings erst hinzugefügt, wenn die Identität unabhängig über offizielle Register bestätigt werden kann.

Die tatsächliche Zahl der Todesfälle dürfte deutlich höher liegen, da nicht alle Fälle zweifelsfrei identifiziert werden können.

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