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Ukraine-Krieg: Attentat auf russischen General - Selenskyj äußert sich

Welt

Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Attentat auf russischen General – Selenskyj äußert sich

In Russland wird auf einen General geschossen. Die Ukraine hofft auf neue Friedensgespräche unter Führung der USA. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Freitag, 4. September

Attentat auf russischen General

Auf den russischen General Nikolai Warpakhowitsch hat es offenbar ein Attentat gegeben. Wie russische Telegramkanäle melden, sei am Donnerstag auf ihn geschossen worden. Er habe sich in der Stadt Engels in der Region Saratow aufgehalten, nahe der sich einer der wichtigsten russischen Luftwaffenstützpunkte befindet.

Der Leiter der 22. Schweren Bomberdivision sei von mehreren Kugeln getroffen worden, hieß es. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte den Namen nicht, sprach aber am Abend von "asymmetrischen Attacken", die die Ukraine in Russland durchführe. "Die russischen Kriminellen haben sich nicht versteckt – sie werden gefunden werden. Und heute gibt es eine weitere Bestätigung dafür, eine Bestätigung aus der Region Saratow", sagte er.

Warpakhowitsch wird von der Ukraine vorgeworfen, einen Angriff auf Kiew im Juli 2024 befohlen zu haben, bei dem ein Krankenhaus getroffen wurde. Drei Menschen kamen ums Leben, darunter ein Kind.

Russland: Tote nach ukrainischem Beschuss

Durch ukrainischen Beschuss sind im russischen Grenzgebiet Belgorod nach Behördenangaben mindestens vier Menschen getötet worden. Drei weitere seien verletzt worden, teilte der kommissarische Gouverneur der westrussischen Region, Alexander Schuwajew, bei Telegram mit. Die Opfer waren demnach in einem Krankenwagen in der Stadt Schebekino unterwegs. Schebekino ist nur rund fünf Kilometer von der russisch-ukrainischen Grenze entfernt. Russische Truppen sind an diesem Grenzabschnitt bis zu zehn Kilometer weit in die benachbarte ukrainische Region Charkiw vorgedrungen. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Kommunikationssperre gegen Leiterin von Kinderhospiz

Ein russisches Gericht hat gegen die Leiterin eines Kinderhospizes eine Ausgangs- und Kommunikationssperre verhängt. Die am Vortag wegen Kritik an der russischen Armee festgenommene Lida Moniawa dürfe ihre Wohnung zwischen 20.00 und 08.00 Uhr nicht verlassen und kein Internet nutzen, teilte ihr Anwalt Michail Birjukow am Donnerstag mit. Zudem dürfe sie nicht mit Zeugen sprechen.

Im Falle einer Verurteilung drohen der 38-Jährigen bis zu zehn Jahre Haft.

Donnerstag, 3. September

Trump fordert von Europa Rückzahlung von Ukraine-Militärhilfe

US-Präsident Donald Trump fordert von europäischen Staaten die Rückzahlung von US-Militärhilfen für die Ukraine und signalisiert einen vorübergehenden Stopp von Waffenverkäufen an Verbündete. Hunderte Milliarden Dollar seien der Ukraine und der Nato zur Verfügung gestellt worden, schrieb Trump in sozialen Medien. Europa hätte dafür bezahlt, wenn man nur darum gebeten hätte. "Wir werden dieses Geld einfordern, wenn auch etwas verspätet", fügte er hinzu.

Zugleich kritisierte er Berichte über stark geschrumpfte US-Munitionsbestände infolge des Krieges im Iran. Die USA würden ihre Vorräte derzeit für sich selbst aufstocken, anstatt Munition zu verkaufen. Die Verkäufe an Verbündete würden aber bald wieder aufgenommen.

Kushner und Witkoff kommen wohl erstmals nach Kiew

Die US-Unterhändler Jared Kushner und Steve Witkoff werden nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in den kommenden Tagen in die Ukraine kommen. Das hätten die beiden ihm bestätigt, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Es wäre der erste Besuch der beiden Vertrauten von US-Präsident Donald Trump in Kiew, nachdem sie bereits mehrfach zu Gesprächen mit Kremlchef Putin nach Moskau gereist sind.

Auch dieses Mal wollen Kushner und Witkoff außer nach Kiew auch nach Moskau reisen, heißt es. Welche der Hauptstädte sie zuerst ansteuern, ist unklar. Washington hat die Reise noch nicht offiziell bestätigt. Ursprünglich sollten Kushner und Witkoff schon vorige Woche nach Kiew reisen, Washington verschob die Reise aber aus unbekannten Gründen.

Selenskyj begrüßte die anstehende Kiew-Reise der US-Gesandten und äußerte die Hoffnung auf neue US-Bemühungen für einen Frieden in der Ukraine. "Es ist sehr wichtig, dass die USA weiterhin eine aktive Rolle spielen", so der ukrainische Präsident. "Wir sind bereit zu ernsthaften Gesprächen mit den US-Vertretern." Die US-Regierung hatte sich nach mehreren diplomatischen Initiativen zur Beilegung des Konflikts weitgehend aus den Vermittlungen zwischen Kiew und Moskau zurückgezogen. Kritiker hatten der Trump-Regierung immer wieder vorgeworfen, in den Gesprächen zu sehr auf die Interessen Russlands einzugehen.

Mehrheit der Ostdeutschen hält Waffenhilfe für Ukraine für übertrieben

Die Mehrheit der Ostdeutschen (54 Prozent) ist laut ARD-Deutschlandtrend der Ansicht, dass die deutsche Militärhilfe für die Ukraine zu weit geht. In Westdeutschland sind dies 39 Prozent. Umgekehrt äußern in der Infratest dimap-Umfrage 59 Prozent der Westdeutschen, dass sie sich durch Russland bedroht oder sehr stark bedroht fühlen. In Ostdeutschland sind dies 42 Prozent. 21 Prozent der Befragten im Osten sehen überhaupt keine Bedrohung.

Ukraine: Russischer Angriff auf Kiew beschädigt Wohnhaus

Bei einem russischen Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew ist nach Angaben von Bürgermeister Witali Klitschko ein Hochhaus schwer beschädigt worden. Im neunten Stock des Wohngebäudes nahe dem Stadtzentrum sei ein Feuer ausgebrochen, teilte Klitschko auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. 15 Menschen seien in Sicherheit gebracht worden. Auf inoffiziellen Telegram-Kanälen veröffentlichte Videos zeigen einen großen Feuerball am Himmel.

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