Ukraine-Krieg: Autobombe explodiert - russischer CEO schwer verletzt
Newsblog zum Krieg in der Ukraine Mercedes explodiert: Chef von Drohnenfirma auf Intensivstation Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Nahe Jekaterinburg explodiert eine Autobombe. Die ukrainischen Drohnenangriffe treffen erneut Wildberries-Lagerhallen. Alle Entwicklungen im Newsblog. Mittwoch, 5. August Mercedes explodiert: Chef von Drohnenfirma auf Intensivstation Bei der Explosion einer Autobombe in der Nähe der russischen Stadt Jekaterinburg ist der Chef eines Drohnen-Herstellers schwer verletzt und sein Fahrer getötet worden. Wladimir Tkatschuk, Leiter des Unternehmens Uraldronzavod, liege auf der Intensivstation, meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf einen Insider bei den Rettungsdiensten. Der Angriff auf seinen Mercedes ereignete sich Medienberichten zufolge bereits am Dienstag, wurde aber erst einen Tag später bekannt. Tkatschuks Firma stellt sogenannte "Vampir"-Drohnen her. Diese werden von einem Piloten über eine Videobrille mit Echtzeitübertragung gesteuert und von den russischen Streitkräften im Krieg gegen die Ukraine in großem Umfang eingesetzt. Es handelt sich um das zweite Attentat auf einen russischen Drohnenentwickler innerhalb einer Woche. Russland macht die Ukraine regelmäßig für derartige Anschläge auf hochrangige Militär- und Rüstungsvertreter verantwortlich. Eine Stellungnahme aus Kiew zu dem Vorfall lag zunächst nicht vor. Luftwaffe: Ukraine konnte bei nächtlichem russischem Angriff keine einzige Rakete abschießen Bei dem russischen Angriff auf die Region Kiew in der Nacht zu Mittwoch mit mindestens 15 Toten konnte die ukrainische Armee nach eigenen Angaben keine einzige Rakete abschießen. Die russische Armee habe die Ukraine mit 98 Drohnen und 28 Raketen angegriffen, nur die Drohnen seien abgefangen worden, erklärte die Luftwaffe am Mittwoch. Kiew klagt seit Längerem über einen Mangel an Abwehrraketen für die Luftverteidigung. Gouverneur: Lager des Onlinehändlers Wildberries brennt in Tula In der russischen Region Tula ist nach Angaben des Gouverneurs bei einem ukrainischen Drohnenangriff ein Logistikzentrum des Onlinehändlers Wildberries in Brand geraten. Ein Mensch sei verletzt worden, teilte Dmitri Miljajew auf Telegram mit. Der russische Marktführer Wildberries bestätigte den Angriff auf Telegram. Die Beschäftigten seien in Sicherheit gebracht worden, die Lieferströme würden umgeleitet. Die ukrainischen Streitkräfte haben seit Mitte Juli mehr als ein Dutzend Anlagen von Wildberries mit Drohnen angegriffen und zum Teil erheblich beschädigt. Miljajew zufolge wurden zudem zwei Industrieanlagen in der Stadt Nowomoskowsk und im Gebiet Uslowaja sowie zwei Wohnhäuser in einem anderen Teil der Region Tula beschädigt. Rettungsdienst: 14 Tote bei russischem Angriff auf Kiew In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind nach Angaben des Rettungsdienstes 14 Menschen getötet worden. 27 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte der Rettungsdienst auf Telegram mit. "Kyiv Independent" spricht nach Behördeninformationen von 15 Toten und 51 Verletzten. Zudem seien mehrere Lagerhäuser in der Region um Kiew bei dem Luftangriff in der Nacht beschädigt worden. Angriff mit ballistischen Raketen auf Kiew – mehrere Opfer Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew und ihre Umgebung in der Nacht erneut mit ballistischen Raketen angegriffen. Dabei wurde eine Frau getötet, mindestens zwölf Menschen wurden nach Angaben der Militärverwaltung verletzt. Zudem gab es erste Berichte über Schäden in mindestens sieben Bezirken. Die Luftabwehr war im Einsatz. Im Bezirk Holossijiw seien zwei Verletzte aus den Trümmern eines Lagergebäudes geborgen worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram mit. Eine Such- und Rettungsaktion dauerte zunächst noch an. Es werde befürchtet, dass sich noch weitere Menschen unter den Trümmern befinden könnten. Im Bezirk Obolon seien mehrere Brände ausgebrochen. Im Bezirk Desna geriet laut Klitschko ebenfalls ein Lagerhaus in Brand, Trümmerteile einer Rakete seien in der Nähe eines Wohngebiets heruntergefallen. Dienstag, 4. August Sewastopol: Russischer Soldat erschießt mehrere Menschen Auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim hat ein russischer Soldat nach Behördenangaben mindestens vier Menschen erschossen. Er habe zuerst das Feuer auf Kameraden eröffnet und dabei einen Militärangehörigen getötet, teilte der von Moskau eingesetzte Gouverneur der Stadt Sewastopol, Michail Raswoschajew, bei Telegram mit. Anschließend habe der Soldat im Nachbardorf Chmelnizkoje drei Zivilisten getötet und drei weitere verletzt. Der mutmaßliche Täter sei festgenommen worden. Zum Motiv der Tat wurde vorerst nichts bekanntgegeben. Die Schwarzmeer-Halbinsel wurde von Russland bereits 2014 besetzt und für russisch erklärt. Die bereits vorher vorhandene Moskauer Militärpräsenz wurde dabei noch weiter ausgebaut. Russland: Haben sieben Frachtschiffe angegriffen Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau sieben Frachtschiffe mit Drohnen angegriffen. Sie hätten im ukrainischen Hafen von Mykolajiw gelegen beziehungsweise seien im Schwarzen Meer unterwegs gewesen, meldet die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf das Ministerium. Russland hat solche Angriffe mehrfach damit begründet, dass Rüstungsgüter für das ukrainische Militär transportiert würden. Unabhängig überprüfen lassen sich solche Angaben nicht. Zudem seien in Tschornomorsk im Zuge der Angriffe eine Fabrik für Autoteile und ein Hafenterminal getroffen worden. Dort hätten die ukrainischen Streitkräfte Militärfahrzeuge repariert sowie Munition und Treibstoff gelagert. Unabhängig überprüfen lassen sich solche Angaben zum Kampfgeschehen nicht. Drohnenangriffe auf Wildberries-Logistikzentren nahe Moskau und Sankt Petersburg Die ukrainische Armee startete in der Nacht zu Dienstag weitere Angriffe auf Logistikzentren des russischen Versandhändlers Wildberries. Nach Angaben der Zeitung "Kyiv Independent" unter Berufung auf russische Telegram-Kanäle wurden dabei Lagerhallen in Tschechow nahe Moskau sowie Krasny Bor nahe Sankt Petersburg getroffen. Entsprechende Bilder und Videos kursieren in sozialen Medien.