Ukraine-Krieg: Baby stirbt bei Drohnenangriff auf Region Moskau
Newsblog zum Krieg in der Ukraine Baby stirbt bei Angriff auf Moskau Aktualisiert am 30.06.2026 - 10:46 UhrLesedauer: 8 Min. Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Ein Baby ist nach einem Angriff auf die Region Moskau gestorben. Es gibt neue Zahlen zu politischen Gefangenen in Belarus. Alle Entwicklungen im Newsblog. Dienstag, 30. Juni Baby bei Drohnenangriff auf Region Moskau getötet Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die Region Moskau ist nach russischen Behördenangaben ein sechs Monate altes Baby getötet worden. Eine Drohne habe ein Wohnhaus in der Stadt Jegorjewsk 100 Kilometer südöstlich der Hauptstadt in Brand gesetzt, teilte der Gouverneur der Region Moskau, Andrej Worobjow, in sozialen Netzwerken mit. Das verletzte Kind sei auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben. 60 Drohnen seien über Orten rings um die Hauptstadt abgeschossen oder elektronisch ausgeschaltet worden, schrieb Worobjow. Angaben über Ziele und Treffer gab es weder offiziell noch in sozialen Netzwerken. Am 18. Juni hatten ukrainische Drohnen bei einem massiven Angriff den Ring der Luftverteidigung um Moskau durchbrochen und eine Raffinerie in der Hauptstadt getroffen. Frau stirbt nach russischem Gleitbombenangriff in Charkiw In der ostukrainischen Großstadt Charkiw ist eine 23-jährige Frau durch einen russischen Gleitbombenangriff getötet worden. Weitere zwölf Menschen seien verletzt worden, teilte der Gouverneur des Gebiets Charkiw, Oleh Synjehubow, bei Telegram mit. Laut der Medizinischen Universität sei das Opfer eine Medizinstudentin gewesen. Sie wollte demnach am Montag ihren Abschluss feiern. Auf den Fotos ist offenbar zu erkennen, dass die junge Frau ihre Abschlussuniform trug, als die Bombe sie traf. Eine der Verletzten sei in "sehr schwerem Zustand" in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Die Bombe sei zentrumsnah eingeschlagen. Es habe starke Schäden an Geschäftsgebäuden, Unternehmen und anderer Infrastruktur gegeben. Charkiw ist nur etwas mehr als 20 Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. Bürgermeister: Dutzende ukrainische Drohnen abgeschossen Die russische Luftabwehr hat in der Nacht zum Dienstag nach Angaben der Behörden dutzende ukrainische Drohnen mit Ziel Moskau abgefangen. "Sechs feindliche Drohnen, die in Richtung Moskau unterwegs waren, wurden von den Luftverteidigungskräften des Verteidigungsministeriums abgeschossen", schrieb der Bürgermeister von Moskau, Sergej Sobjanin, auf der staatlichen Online-Plattform Max. Er nannte eine Gesamtzahl von 46 abgefangenen ukrainischen Drohnen. Die Helfer der Rettungsdienste seien an den Orten im Einsatz, an denen die Trümmer niedergegangen seien, erklärte Sobjanin weiter. Am Donnerstag und Freitag hatte die russische Luftabwehr nach eigenen Angaben 660 ukrainische Drohnen abgeschossen, eine der höchsten Zahlen seit Beginn des Krieges. Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten ihre Angriffe mit Drohnen auf Ziele in Russland weit hinter der Front intensiviert. Dabei nimmt sie vor allem die Energie-Infrastruktur ins Visier, um Russlands Einnahmequellen zur Finanzierung des Krieges zu treffen. Greenpeace: Schattenflotte fährt näher an Deutschland vorbei Nach Angaben von Greenpeace sind mutmaßliche Schiffe der russischen Schattenflotte zuletzt dichter an der deutschen Ostseeküste entlanggefahren. Laut Auswertungen der Umweltschutzorganisation hielten die Schiffe in den zurückliegenden Monaten verstärkt Abstand von der schwedischen Küste. Schweden war zuletzt verstärkt gegen mutmaßliche Schattenflotten-Tanker vorgegangen und hatte Schiffe gestoppt. Der Analyse zufolge wählten zwischen dem 6. März und dem 16. Juni 42 von insgesamt 136 Tankern, die Greenpeace der Schattenflotte zurechnet, eine längere Route nahe Rügen entlang der deutschen Küste. Im gleichen Vorjahreszeitraum sei es kein einziger gewesen. Thilo Maack, Meeresbiologe von Greenpeace, forderte erneut ein härteres Vorgehen Deutschlands gegen die Schattenflotte. "Die schwedische Regierung zeigt, wie man gegen falsch geflaggte und daher unversicherte Putin-Tanker vorgeht." Man habe regelmäßig deutschen Behörden Tanker gemeldet, die unter falscher Flagge fahren. Kontrollen seien aber ausgeblieben. Laut Greenpeace drangen rund 30 Tanker auch in die 12-Meilen-Zone ein, also in das deutsche Küstenmeer. Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums, das für Zollfragen zuständig ist, teilte auf Anfrage mit: "Uns ist nicht bekannt, welche Schiffe derzeit von Greenpeace zur Schattenflotte gezählt werden. Dementsprechend können wir die von Ihnen angeführte Statistik nicht bestätigen." UN: Belarus hat höchste Zahl politischer Gefangener pro Kopf weltweit Trotz der in den vergangenen Monaten erfolgten Freilassungen politischer Häftlinge in Belarus hat sich die Menschenrechtslage dort nach Ansicht von UN-Sonderberichterstatter Nils Muiznieks nicht grundlegend verbessert. "Belarus hat wahrscheinlich die höchste Zahl politischer Gefangener pro Kopf weltweit", sagte Muiznieks der Nachrichtenagentur AFP in Genf, wo er am Montag seinen Bericht über die Lage in dem Neun-Millionen-Einwohnerland dem UN-Menschenrechtsrat vorstellte. Laut Informationen von Nichtregierungsorganisationen und UN-Organisationen gibt es 852 politische Gefangene in Belarus - doch "die tatsächliche Zahl ist mit Sicherheit viel höher, da die Gesetzgebung so weit gefasst ist", dass sie die Verfolgung einer sehr großen Zahl von Menschen ermögliche, sagte Muiznieks. Loading... Loading... Loading... Außerdem "verwischen die Behörden ihre Spuren" stärker als früher, indem sie unter anderem aufhörten, Informationen über bestimmte Gerichtsverfahren zu veröffentlichen, sagte der UN-Sonderberichterstatter. Zudem würden sie die Angehörigen von Inhaftierten einschüchtern. Muiznieks sagte, das Vorgehen der belarussischen Behörden richte sich inzwischen gegen neue Gruppen. Darunter seien Kulturschaffende, die Freiwilligen des Projekts Belaruski Hajun, das die Bewegungen der russischen Truppen im Krieg gegen die Ukraine beobachtet, Verleger, Religionsaktivisten sowie Angehörige sexueller Minderheiten. Putins Superyacht erstmals seit vier Jahren gesichtet Die Superyacht "Graceful" ist erstmals seit August 2022 wieder auf den Radaren aufgetaucht. Offenbar kreuzt das Schiff in der Ostsee, das berichtet der Dänische Rundfunk DR. Laut der Seite "marinetraffic.com" hat das Schiff ein bestimmtes Ziel. Mehr dazu lesen Sie hier.