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Ukraine-Krieg: Britischer Premier Burnham gibt Kiew Storm-Shadow-Baupläne

Welt

Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Britischer Premier will der Ukraine geheime Waffenpläne geben

Aktualisiert am 24.08.2026 - 10:17 UhrLesedauer: 5 Min.

In Russland wird erneut der Onlinehändler Ozon getroffen. Der britische Premier besucht Kiew mit einer wichtigen Erlaubnis im Gepäck. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Montag, 24. August

EU genehmigt milliardenschwere Rüstungshilfe für die Ukraine

Die EU genehmigt zum Unabhängigkeitstag der Ukraine neue Rüstungshilfen im Wert von 6,1 Milliarden Euro. Die Mittel seien für Flugabwehrsysteme, Raketen, Munition und Radaranlagen vorgesehen, teilte die EU-Kommission mit. Die Genehmigung erfolge vor dem Hintergrund einer Verschärfung der russischen Angriffe mit ballistischen Raketen und Drohnen. Allein im Juli seien 376 Raketenangriffe registriert worden.

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte: "Während Russland seine Angriffe verstärkt, weiten wir unsere Unterstützung aus, damit die Ukraine ihre Bevölkerung schützen und ihren Luftraum verteidigen kann." Am Unabhängigkeitstag der Ukraine zeige Europa, dass seine Unterstützung unerschütterlich und konkret sei.

Die Finanzhilfen sind Teil eines neuen Unterstützungsdarlehens im Umfang von bis zu 90 Milliarden Euro. Es wird in mehreren Tranchen ausgezahlt und soll der Ukraine die Fortsetzung ihres Abwehrkampfes gegen die russischen Invasionstruppen ermöglichen und das Land vor einer Staatspleite bewahren. Laut Kommissionsangaben waren zuvor schon Beschaffungspläne im Umfang von rund 16 Milliarden Euro genehmigt worden. Davon wurden bereits 8,35 Milliarden Euro ausgezahlt. Der Großteil der Beschaffungen soll bei Rüstungsunternehmen aus der EU erfolgen.

Ukraine: Russischen Kampfjet und Schiffe getroffen

Das ukrainische Militär trifft nach eigenen Angaben bei einem Angriff in der Nacht ein russisches Kampfflugzeug vom Typ MiG-29 sowie zwei russische Schiffe im Schwarzen Meer. Bei den Schiffen handelt es sich um einen Tanker und einen Massengutfrachter, wie der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, auf der Nachrichten-App Telegram mitteilt.

Wadephul nach Ukraine-Reise: Will Rubio zu neuer Initiative bringen

Bundesaußenminister Johann Wadephul will nach eigenen Angaben am heutigen Montag mit seinem US-Kollegen Marco Rubio telefonieren und ihm Eindrücke seiner jüngsten Reise in die Ukraine schildern. Er wolle Rubio bitten, im Sinne der Ukraine persönlich aktiv zu werden, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Die US-Diplomatie sei in dieser Hinsicht bisher im Wesentlichen in den Händen der Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff gewesen. "Möglicherweise kann ich ihn (Rubio) selber auch veranlassen, dort noch mehr zu machen, aber wir werden auch auf anderen Wegen versuchen, jetzt Gespräche anzustoßen."

Es gebe eine Reihe weiterer Länder, die "einen engeren Gesprächskontakt als praktisch alle Europäer zu Russland haben", sagte Wadephul in dem Telefoninterview während seiner Rückreise. Konkret nannte er die Türkei, viele Golfstaaten und Ägypten. Mit diesen Ländern spreche die Bundesregierung. Es sei an der Zeit, parallel zur anhaltenden Unterstützung der Ukraine auch diplomatisch einen neuen Anlauf zur Beendigung des Krieges zu nehmen. "Russland wird sich militärisch nicht in der Art und Weise durchsetzen können, wie Putin das mal geplant hat. Das ist gescheitert", so Wadephul. Er wolle diesen Herbst nutzen, um "alles zu versuchen, dass wir eine diplomatische Lösung finden können – mindestens erstmal einen Waffenstillstand."

Britischer Premier Burnham will der Ukraine geheime Waffenpläne geben

Seine erste Auslandsreise im Amt führt den neuen britischen Premierminister Andy Burnham heute in die Ukraine. Großbritannien stehe unerschütterlich an der Seite des von Russland angegriffenen Landes – und das "so lange wie nötig", erklärte Burnham in einer Mitteilung seines Büros. "Russland sollte unsere Entschlossenheit nicht anzweifeln. Wir werden nicht aufgeben, bis es einen gerechten und dauerhaften Frieden gibt", heißt es darin. Die Sicherheit der Ukraine sei auch wichtig für die Sicherheit Großbritanniens.

Die Regierung in London erlaubt dem französisch-britisch-italienischen Rüstungsunternehmen MBDA die Weitergabe geheim eingestufter Informationen, um Kiew die Fertigung von Marschflugkörpern vom Typ Storm Shadow/Scalp in der Ukraine zu ermöglichen, wie Burnhams Büro in der Nacht weiter erklärte. Die Freigabe der Informationen für die britischen Komponenten der Marschflugkörper ermögliche es der Ukraine und auch Frankreich, eine Produktion in der Ukraine zu etablieren.

Kiews Militär nutzt die von Großbritannien und Frankreich bereitgestellten Marschflugkörper mit einer Reichweite von mehr als 250 Kilometern bereits. In Großbritannien wird das Geschoss Storm Shadow genannt, in Frankreich Scalp. Die Marschflugkörper ermöglichen der Ukraine präzise Angriffe auch weit hinter der Frontlinie.

Drei Tote bei russischem Angriff nahe ukrainischer Stadt Charkiw

Bei einem russischen Angriff am Stadtrand von Charkiw im Nordosten der Ukraine wurden nach Angaben des regionalen Gouverneurs drei Menschen getötet. Rettungskräfte hätten acht Personen geborgen und in Sicherheit gebracht, von denen einige verletzt seien, teilt Gouverneur Oleh Synjehubow über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Die Suche nach weiteren möglichen Opfern dauere an.

Frederiksen überrascht: Ukraine soll Patriots erhalten

Die westlichen Länder könnten nach Meinung der dänischen Regierungschefin Mette Frederiksen durchaus mehr Patriot-Flugabwehrraketen an die Ukraine liefern. "Sofern der politische Wille dazu da ist", fügte sie im Gespräch mit dänischen Medien bei ihrem Besuch in Kiew hinzu. Ohne bestimmte Länder zu nennen, meinte sie, dass durchaus mehr Unterstützung für Kiew im Bereich der Flugabwehr getan werden könne. "Wenn wir das nicht tun, steht der Ukraine ein Winter bevor, in dem die Russen unerbittlich zuschlagen, bombardieren - auch mit ballistischen Raketen - und viele Menschen töten werden", sagte sie.

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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in den vergangenen Wochen wiederholt um dringende Lieferung von Patriot-Raketen gebeten, da die ukrainischen Bestände aufgebraucht seien. Russland nutzt dies aus, um Kiew und andere Städte der Ukraine mit ballistischen Raketen anzugreifen. Patriots sind bisher das einzige Mittel zur Raketenabwehr.

Der finnische Präsident Alexander Stubb, der ebenfalls zu dem Treffen baltischer und nordischer Staaten zum Tag der Staatsflagge der Ukraine nach Kiew gereist war, berichtete auf der Plattform X von einer Reihe von neu unterzeichneten Abkommen. Unter anderem habe die finnisch-norwegische Rüstungsfirma Patria ein entsprechendes Abkommen mit der Ukraine unterschrieben.

EU will Druck auf Russland erhöhen, bis das Töten endet

Die EU hat der von Russland angegriffenen Ukraine zum Nationalfeiertag fortgesetzte Hilfe zugesichert. "Wir werden die Ukraine weiter so lange und so umfassend wie nötig unterstützen", sagte Ratspräsident António Costa vor der geplanten Teilnahme an Feierlichkeiten in der Hauptstadt Kiew am heutigen Montag. Bereits in den vergangenen viereinhalb Kriegsjahren habe man mehr als 220 Milliarden Euro mobilisiert.

Zugleich drohte Costa Kremlchef Wladimir Putin mit neuen Sanktionen gegen dessen Land. "Wir werden den Druck erhöhen, bis Russland das Töten beendet, ernsthaften Friedenswillen zeigt und an den Verhandlungstisch kommt", sagte der frühere portugiesische Regierungschef. In diesem Sommer sehe man deutlicher als je zuvor, dass der Krieg Russlands Ressourcen aufzehre. Die bereits verhängten beispiellosen EU-Sanktionen zeigten Wirkung.

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