Ukraine-Krieg: Drohne trifft russisches Atomkraftwerk in Kursk
Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Drohne schlägt in Kühlturm von russischem Atomkraftwerk ein
In der Region Kursk schlägt eine Drohne in einen Kühlturm ein. Bewohner der teils besetzten Region Cherson schlagen Alarm. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Freitag, 18. September
Drohne trifft russisches Atomkraftwerk
Der Kühlturm des russischen Kernkraftwerks Kursk ist nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) von einer Drohne getroffen worden. Die IAEA sei informiert worden, dass das Atomkraftwerk zur Zeit des Vorfalls am Donnerstag in Betrieb gewesen sei, hieß es. Es sei aber kein Feuer ausgebrochen, und der Betriebsstatus sei beibehalten worden.
IAEA-Chef Rafael Grossi wies erneut darauf hin, dass jegliche Angriffe auf Atomanlagen die nukleare Sicherheit gefährden könnten und deshalb inakzeptabel seien. Grossi rief zu militärischer Zurückhaltung auf, "um das Risiko eines Atomunfalls zu verhindern", hieß es auf X.
Im August 2025 hatte die russische Luftabwehr laut einem russischen Medienbericht eine ukrainische Kampfdrohne in der Nähe des AKW Kursk abgeschossen. Die russische Region grenzt an die Ukraine, gegen die Russland seit mehr als viereinhalb Jahren Krieg führt. Das Grenzgebiet ist immer wieder Ziel ukrainischer Gegenangriffe, 2024 stieß Kiews Militär in die Region vor und hielt über mehrere Monate Teile besetzt.
Merz drängt EU-Partner zu mehr Ukraine-Hilfe
Bundeskanzler Friedrich Merz appelliert an die Regierungen anderer EU-Staaten, mehr Geld für den Abwehrkampf der Ukraine gegen Russland bereitzustellen. "Bei der Unterstützung der Ukraine ist ein stärkeres Engagement anderer Mitgliedstaaten sowohl angemessen als auch dringend erforderlich", schreibt der CDU-Politiker in einer gemeinsamen Erklärung mit den Regierungschefs von Dänemark, den Niederlanden, Österreich und Finnland. Gemeinsam mit Schweden leisten die fünf Länder nach eigenen Angaben derzeit rund 70 Prozent der bilateralen Ukraine-Hilfe der EU-Staaten.
Konkrete Adressaten nennen die fünf Regierungschefs in den vom Nachrichtenmagazin "Politico" veröffentlichten Text nicht. Gemessen an ihrer Wirtschaftskraft stellten etwa Länder wie Italien, Frankreich und Spanien zuletzt vergleichsweise wenig Geld für die Ukraine bereit.
Lage in Oleschki verschlechtert sich massiv – "Menschen sind verzweifelt"
Die humanitäre Lage im russisch besetzten Oleschki in der südukrainischen Region Cherson hat sich massiv verschlechtert. Rund 2.000 Menschen, darunter etwa 50 Kinder, leben nach Angaben der ukrainischen Stadtverwaltung noch dort, berichtet der "Kyiv Independent". Der Menschrechtsbeauftragte der ukrainischen Regierung, Dmytro Lubinets, erklärte: "Diese Menschen müssen aus dieser Hölle gerettet werden."
"Die Menschen sind verzweifelt und laufen einfach über verminte Straßen", sagte ein Bewohner der Zeitung. Im Frühjahr konnten Freiwillige noch Menschen mit Fahrzeugen aus Oleschki bringen. Inzwischen sei das wegen Drohnenangriffen nicht mehr möglich.
Die letzte erfolgreiche Lebensmittellieferung erreichte Oleschki nach Angaben der Stadtverwaltung am 26. Mai. Weitere Versuche seien von russischen Drohnen angegriffen worden. Im örtlichen Krankenhaus fehlten zudem Medikamente, Strom und fließendes Wasser.
Einige Bewohner versuchen deshalb, zu Fuß ins benachbarte Radensk zu gelangen. Der Weg dauere fünf bis sechs Stunden und führe über verminte Straßen. Russland habe einer von der Ukraine vorbereiteten humanitären Evakuierung bislang nicht zugestimmt. Auch umliegende Orte sind betroffen. Nach ukrainischen Angaben benötigen 358 Menschen in der Region dringend Hilfe bei der Evakuierung.
USA wollen offenbar Transfer von Patriotraketen erlauben
Die USA stehen laut Kongressunterlagen vom 15. September kurz davor, den Transfer von zehn Patriot-Abfangraketen von Deutschland an die Ukraine zu genehmigen. Die Nachricht kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Ukraine unter einem kritischen Mangel an Patriot-Luftabwehrmunition leidet – den einzigen Waffen, die zuverlässig in der Lage sind, russische ballistische Raketen abzuschießen.
Deutschland werde der Ukraine in Kürze zehn Abfangraketen vom Typ MIM-104E GEM-T Patriot im Wert von 29,6 Millionen US-Dollar übergeben, teilte das US-Außenministerium in seiner Benachrichtigung an den Kongress mit.
Wahlen in Russland haben begonnen
Im Fernen Osten Russlands hat am Freitag (ab 08.00 Ortszeit; Donnerstagabend 22.00 Uhr MESZ) die russische Parlamentswahl begonnen. Die ersten Wahllokale öffneten auf der Halbinsel Kamtschatka und in Tschukotka, wie die russischen Nachrichtenagenturen RIA Nowosti und Tass berichteten. Die Parlamentswahl ist die erste seit Beginn des russischen Kriegs in der Ukraine im Februar 2022, bei dem seither hunderttausende Menschen starben. Auch in den von Russland besetzten Gebieten in der Ukraine findet der Urnengang statt.
Bei der Abstimmung über die 450 Sitze in der Staatsduma, die bis Sonntag in elf Zeitzonen abgehalten wird, ist ein Sieg der Partei Geeintes Russland von Präsident Wladimir Putin sicher. Weiter zugelassen sind nur andere Kreml-treue Parteien.
Tusk warnt vor russischen Angriffen
Polen befürchtet eine Zunahme russischer Provokationen in den nächsten Wochen. Warnungen kommen auch von Experten und der EU.
Donnerstag, 17. September