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Ukraine-Krieg: Drohnen-Alarm in Moskau - Flughäfen lahm gelegt

Technologie

Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Drohnen legen Moskauer Flughäfen lahm

An Moskaus größtem Flughafen sollen die Menschen Schutz suchen. Im Schwarzen Meer wurde ein Seemann getötet. Alle Nachrichten im Newsblog.

Freitag, 23. Oktober

Russlands Armee erleidet Verluste historischen Ausmaßes

Russland verzeichnet weiterhin massive Verluste in der Ukraine. Nun gibt es neue Zahlen. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.

First Lady verhandelt Waffenruhe für belagerte Stadt

First Lady Melania Trump hat nach US-Angaben in der seit Monaten abgeriegelten Frontstadt Oleschky im russischen Besatzungsgebiet im Süden der Ukraine eine lokale Waffenruhe zwischen Moskau und Kiew vermittelt. Beide Konfliktparteien hätten vereinbart, alle Kampfhandlungen ab dem 29. Oktober vorübergehend einzustellen, teilte das Weiße Haus mit. Dadurch solle humanitäre Hilfe sowie eine Evakuierung der Zivilbevölkerung über einen sicheren Korridor ermöglicht werden.

"Die Menschen in Oleschky haben nur eingeschränkten Strom, leben inmitten verminter Straßen und müssen regelmäßige Militärangriffen ertragen", sagte die Ehefrau von US-Präsident Donald Trump laut Mitteilung. Sie habe mit Vertretern beider Kriegsparteien zusammengearbeitet, um die Bedingungen der lokal begrenzten Waffenruhe festzulegen.

Von Russland besetzt: In Oleschky droht Hungersnot

Die seit Monaten abgeriegelte Kleinstadt Oleschky liegt auf russischem Besatzungsgebiet im Süden der Ukraine am Ufer des Dnipro. Die Stadt ist von der Versorgung abgeschnitten. Nach ukrainischen Angaben hält Russland dort etwa 2.000 Menschen fest. Hilfsorganisationen beklagen seit langem die humanitäre Lage. Die Gebietshauptstadt Cherson in ukrainischer Hand ist nur neun Kilometer entfernt. Dazwischen verläuft die Front. Nach jahrelangem wechselseitigem Beschuss liegen rund um Oleschky Minen, ein Verlassen ist in alle Richtungen lebensgefährlich.

Alarm an Moskauer Flughäfen

Russlands größter Flughafen Scheremetjewo hat Passagiere wegen Drohnenalarms in Sicherheit gebracht. Während der Evakuierung war der Zugang zum Sicherheitsbereich aller Terminals nach Angaben des Flughafens eingeschränkt. Mitarbeiter unterstützten demnach Menschen dabei, sich an sichere Schutzorte zu begeben. Dafür holten sie auch Passagiere aus Flugzeugen. Inzwischen sei der Drohnenalarm wieder aufgehoben, die Passagiere würden die Schutzräume verlassen.

Auch die Luftfahrtbehörde Rosawiazija teilte am Nachmittag mit, dass der Betrieb an allen vier Hauptstadt-Flughäfen vorübergehend eingeschränkt sei. Wegen ukrainischer Drohnenangriffe kommt es schon seit langem immer wieder zu Einschränkungen an den russischen Airports. Seit Wochen häufen sich die Probleme allerdings sehr. Flugzeuge kehren auf dem Weg nach Moskau um oder landen an anderen Flughäfen in Russland, Passagiere sitzen zeitweise fest.

Russland überzieht die Ukraine seit mehr als viereinhalb Jahren mit einem brutalen Angriffskrieg. Die Ukraine greift als Teil ihres Abwehrkampfes regelmäßig Ziele im russischen Hinterland an. Anfang September hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärt, dass der russische Luftraum "faktisch" geschlossen werde. "Es wird einfach so viele Drohnen im russischen Luftraum geben, dass man dies berücksichtigen muss", sagte er damals.

Drohne trifft Handelsschiff vor Rumänien – ein Toter

Vor der rumänischen Schwarzmeerküste unweit der Grenze zur Ukraine ist nach Angaben von Rumäniens Präsident Nicusor Dan erneut ein Handelsschiff von einer Drohne getroffen worden. Ein Seemann sei ums Leben gekommen, neun seien gerettet worden, berichteten mehrere rumänische Medien unter Berufung auf die für die Rettungsaktionen zuständige Schifffahrtsbehörde in der Hafenstadt Constanta. Nach drei weiteren vermissten Seeleuten werde gesucht. Das Schiff sei gekentert und drohe zu sinken, berichtete das Innenministerium in Bukarest.

Staatspräsident Dan bezeichnete den Vorfall als weiteren "Eskalationsversuch Russlands" im Zusammenhang mit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine. In diesem Kontext "ist ein Schiff von einer Drohne getroffen worden", sagte Dan im rumänischen Fernsehsender Digi24. Ob eine russische Drohne das Schiff traf, sagte Dan nicht. Zu dem Vorfall kam es 13 Seemeilen von Constanta entfernt im Schwarzen Meer und demnach knapp außerhalb der rumänischen Hoheitsgewässer, wie Medien unter Berufung auf die Schifffahrtsbehörde berichteten. Die Besatzung des Schiffs – zehn Ukrainer und drei Aserbaidschaner – das unter der Flagge der Komoren unterwegs war, habe noch einen Notruf absetzen können.

Es ist das vierte Handelsschiff, das allein im Oktober vermutlich durch Drohnen-Treffer vor der rumänischen Küste verunglückt ist. Erst vor gut einer Woche waren im Abstand von wenigen Tagen zwei Handelsschiffe nahe Sulina an der Mündung der Donau ins Schwarze Meer von Drohnen getroffen worden. Anfang Oktober war zudem ein weiteres Schiff mit ukrainischem Getreide nahe dem rumänischen Donau-Schwarzmeer-Ort Sfantu Gheorghe betroffen. In den vergangenen Tagen gerieten auch mehrere Schiffe in Schwarzmeer-Wirtschaftszonen des Nachbarlands Bulgarien ins Visier. Beide Länder verlangen deswegen von der Nato mehr Unterstützung für die Sicherheit im Schwarzen Meer.

Trump feilt wohl an neuem Friedensplan für die Ukraine

Wie das britische Magazin "The Economist" berichtet, könnte die Starlink-Drosselung ein Test gewesen sein, um den Druck auf Kiew zu erhöhen. Die USA wollen demnach einen neuen Friedensplan für die Ukraine vorantreiben.

Wie der "Economist" berichtet, ähneln die derzeit diskutierten US-Vorschläge für ein Ende des Krieges weitgehend früheren Plänen. Demnach soll eine demilitarisierte Zone im Donbass entstehen. Russland könnte auf Wirtschaftsabkommen mit den USA, eine Lockerung von Sanktionen und die Normalisierung der diplomatischen Beziehungen hoffen. Für die Ukraine sind dem Bericht zufolge ein Investitionspaket und der EU-Beitritt vorgesehen – wenn das Land im Gegenzug auf eine Mitgliedschaft in der Nato verzichtet.

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Neu soll dagegen ein anderer Punkt sein. So soll Russland in Aussicht gestellt worden sein, seine Gaslieferungen nach Europa fortführen zu können, auch über Nord-Stream. Dies stünde im Widerspruch zur derzeitigen Linie der EU. Die Union hat sich darauf verständigt, den Import russischen Flüssiggases bis Ende dieses Jahres einzustellen. Der Bezug russischen Pipeline-Gases soll im Herbst nächsten Jahres enden.

Ukraine widerspricht Trump: Starlink weiter eingeschränkt

Die Ukraine hat Berichten über eine Aufhebung der Starlink-Beschränkungen widersprochen. Ein ukrainischer Regierungsvertreter sagte dem "Kyiv Independent", dass die Geschwindigkeitsgrenze von 161 Kilometern pro Stunde für die militärische Nutzung des Satelliteninternets weiterhin gelte. "Im Großen und Ganzen hat sich nirgendwo etwas geändert", sagte er. Die gegenteiligen Behauptungen seien "alle falsch".

Zuvor hatte das "Wall Street Journal" berichtet, dass US-Präsident Donald Trump SpaceX-Chef Elon Musk telefonisch aufgefordert habe, die Einschränkungen aufzuheben. Danach soll sich die Verbindung verbessert haben. Trump erklärte ebenfalls, Musk habe den Dienst wiederhergestellt. Die seit dem 14. Oktober geltende Beschränkung erschwert der Ukraine unter anderem den Einsatz schneller Abfangdrohnen gegen russische Angriffe. Wer die Drosselung veranlasst hat, ist weiterhin unklar.

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