Ukraine-Krieg: Drohnen treffen Sibirien
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Ukraine trifft Sibiriens Gasherz: Drohnen-Rekordangriff erschüttert Russlands Energiebasis
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Die Ukraine trifft erstmals Sibirien: Drohnen schlagen 3200 Kilometer tief in Russlands Gasherz ein – und legen Wladimir Putins Energiebasis bloß.
Die Ukraine hat eine Industrieanlage in Sibirien getroffen, die sich mindestens 1740 Meilen (ca. 2800 Kilometer) von der Grenze entfernt befindet – der tiefste Schlag, den sie bislang auf russischem Boden ausgeführt hat. Kiews Drohnen nahmen die abgelegene russische Stadt Nowy Urengoi in der Region Jamal-Nenzen ins Visier und lösten ein Feuer aus, das russische Behörden auf herabfallende Trümmer zurückführten.
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Dieser Artikel von Antonia Langford entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk.
„Es gibt keine Todesopfer oder Verletzten“, schrieb Dmitri Artjuchow, der Gouverneur von Jamal-Nenzen, auf Telegram. „Ausmaß und Art der Schäden werden derzeit bewertet.“ Die Region, die als inoffizielle Gashauptstadt Russlands gilt, steht nach Angaben von Agentstwo, einem unabhängigen russischen Medium, für rund 80 Prozent der Gasproduktion des Landes.
Als eigentliches Ziel galt die Kondensataufbereitungsanlage von Nowy Urengoi, die eine Kapazität von rund 19,5 Millionen Tonnen Rohmaterial pro Jahr hat. Es war das erste Mal, dass die Region nach Angaben russischer Medien von einem Drohnenangriff getroffen wurde. Und es handelte sich um die größte während des Krieges in der Ukraine zurückgelegte Distanz, womit ein Angriff im Juli auf die etwa 1550 Meilen (ca. 2494 Kilometer) von der Grenze entfernte Raffinerie in Omsk übertroffen wurde.
Ukraine-Krieg: Rekordreichweite von Kiewer Drohnenangriffen
Fire Point, ein ukrainisches Verteidigungs-Start-up, das den Großteil der von Kiew für Tiefschläge auf russischem Territorium eingesetzten Drohnen herstellt, erklärte, seine Munition sei mehr als 2000 Meilen (3200 Kilometer) weit geflogen, um ihr Ziel zu erreichen. „FP-1-Drohnen haben gerade einen Reichweitenrekord aufgestellt und über 3200 Kilometer tief zugeschlagen“, schrieb das Unternehmen auf X: „Direkte Treffer innerhalb der Anlage sind bestätigt. Die Schadensbewertung läuft.“
Am Mittwoch wurden in Chanty-Mansijsk in West-Zentralsibirien erstmals Drohnenalarmmeldungen ausgelöst, rund 1550 Meilen (ca. 2494 Kilometer) von der ukrainischen Grenze entfernt. Die Behörden forderten die Einwohner auf, in ihren Wohnungen zu bleiben, sich von Fenstern fernzuhalten und sich an sicheren Orten aufzuhalten, bis der Luftalarm aufgehoben sei.
Ukrainische Behörden äußerten sich zunächst nicht zu dem Angriff. Am Mittwochmorgen schrieb Wolodymyr Selenskyj, der ukrainische Präsident, auf X: „Ich danke allen, die unsere Fähigkeiten für Langstreckensanktionen entwickeln, damit Russlands Krieg dort immer stärker zu spüren ist, wo er herkam.“
Ukraine zielt auf russische Raffinerien und Treibstoffanlagen
Seit diesem Sommer hat die Ukraine nahezu jede russische Raffinerie getroffen, die innerhalb der Reichweite ihrer Drohnen liegt, und damit nach Angaben militärischer Stellen rund 43 Prozent der Raffineriekapazität außer Gefecht gesetzt. In der Nacht zu Mittwoch traf sie ein Treibstoffterminal in Noworossijsk sowie den dortigen Marinestützpunkt. Selenskyj hat zudem erklärt, der russische Luftraum werde infolge der ukrainischen Angriffe „faktisch geschlossen“.
Am Mittwoch wurden infolge der Angriffe an mindestens sechs Flughäfen die Betriebsabläufe vorübergehend ausgesetzt. Russland entwickelt seinerseits ebenfalls seine Fähigkeiten für Langstreckenangriffe weiter. Ein Vertreter des ukrainischen Militärgeheimdienstes erklärte am Dienstag, Russland plane bis Ende 2026 Tests einer neuen ballistischen Rakete mit einer Reichweite von 500 Meilen (ca. 805 Kilometer), mit der Absicht, sie gegen die westlichen Regionen des Landes einzusetzen.