Ukraine-Krieg heftiger als Stalingrad: Opferzahlen übersteigen historische Marke
Stalingrad gilt als eine der brutalsten Schlachten der Geschichte. Der Kampf zwischen der deutschen Wehrmacht und der Roten Armee der Sowjetunion im Winter 1942/43 gilt als Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg. Eine US-Studie zieht nun eine erstaunliche Parallele zum Ukraine-Krieg – mit erschreckenden Erkenntnissen. Forscher des Center for Strategic and International Studies (CSIS) haben sich die Opferzahlen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine genauer angesehen. Unter Opferzahlen fallen laut den Wissenschaftlern Tote, Vermisste und Verwundete seit Beginn des Krieges im Februar 2022. Insgesamt gibt es demnach 2 Millionen Opfer auf russischer und ukrainischer Seite Darunter 1,4 Mio. russische Opfer Unter den 1,4 Mio. Russen 450.000 getötete Soldaten Die Anzahl der Verwundeten, Vermissten und Kriegstoten soll somit die von Stalingrad übertroffen haben. Mit neuen Rekrutierungen könne Russland die hohen Verluste mittlerweile nicht mehr ausgleichen, heißt es in der Studie. Für Russland könne das zunehmend zum Problem werden. Denn pro Monat würden zwischen 3000 und 7000 Soldaten weniger an die Front gehen, als in den Kämpfen ausfallen oder sterben. Den Forschern zufolge scheinen russische Soldaten nur unzureichend ausgebildet zu sein. Zudem sei die Motivation innerhalb der Truppen niedrig und die Korruption hoch. Ukraine-Krieg: Mehr russische als ukrainische Soldaten sterben an der Front Die Studie liefert weitere drastische Erkenntnisse: Demnach sterben mittlerweile im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine achtmal so viele Russen wie Ukrainer. Seit dem Kriegsbeginn vor viereinhalb Jahren habe die Anzahl der russischen Gefallenen und Verletzten die der Ukraine übertroffen. Russische Soldaten starben da doppelt bis dreimal so häufig im Vergleich zu ukrainischen Streitkräften – ebenfalls ein deutlicher Unterschied. Dieser war aber längst nicht so immens wie aktuell. Dass sich das Verhältnis der russischen und ukrainischen Opfer nun so stark auseinanderentwickelt hat, liegt laut der Studie zu einem großen Teil an der Taktik beider Kriegsparteien. Russland fahre eine sogenannte Abnutzungsstrategie, mit der die ukrainischen Streitkräfte zermürbt werden sollen. Die Ukraine nutzt hingegen zu ihrer Verteidigung eine Strategie, die auf Verteidigung in der Tiefe setzt. Das Land wehrt sich mit Schützengräben, Artillerie und Hindernissen, um russische Panzer zu stoppen. Um ihren Luftraum zu sichern, nutzen ukrainische Streitkräfte eine Vielzahl an Drohnen, die mit Künstlicher Intelligenz (KI) gesteuert werden. Schätzungen zufolge seien neunzig Prozent der russischen Toten auf die Angriffe ukrainischer Drohnen zurückzuführen, so das Forschungsteam des CSIS. Auch interessant In Russland wird das Benzin knapp Hinzu kommen dem Bericht zufolge dichte Minenfelder, die ukrainische Soldaten entlang der 20 Kilometer tiefen ukrainischen Front platziert haben. Wenn russische Streitkräfte die Anweisung bekommen, zu ukrainischen Stellungen vorzurücken, müssen die russischen Soldaten diese sogenannte „Kill Zone“ zunächst durchqueren. Minen, ukrainische Soldaten oder Drohnen töten viele russische Soldaten. Auch die Beschaffung von Nachschub funktioniert für die Russen immer schlechter. Benzinmangel wird zunehmend zum Problem. Spannende Artikel rund um die Nato Ein weiterer Faktor für die hohen Verluste: Russland hat keinen Zugriff mehr auf das US-Satellitennetzwerk Starlink, schreibt das Forschungsteam. Der Betreiber von Starlink ist das Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk. Er hatte Anfang 2026 den Starlink-Zugriff für Russland blockiert. Durch die Technik konnte das russische Militär Ziele im Landesinneren der Ukraine angreifen sowie zielgenaue Drohnenangriffe an der Front und gegen die Versorgung fliegen. Mit dem Einsatz der Starlink-Technik konnten russische Truppen ins Innere der Ukraine vordringen. Offiziell hatte Musk Russland das Nutzen der Technik nicht erlaubt. Die Ukraine nutzt nach wie vor die Satellitentechnik zu ihrer Verteidigung. Lesen Sie auch Russland kontrolliert 20 Prozent der Ukraine Russische Streitkräfte nehmen seit 2026 langsamer ukrainisches Land ein. Durchschnittlich rückt Russland laut den Forschern pro Tag 50 bis 90 Meter in die Ukraine vor. Zwar kontrolliert Russland immer noch 20 Prozent der Ukraine, seit dem Frühjahr 2026 gelinge es den ukrainischen Streitkräften aber, Gelände zurückzugewinnen. Ein baldiges Ende des Krieges in der Ukraine prognostiziert das Forschungsteam des CSIS nicht.