Ukraine-Krieg im Liveticker: +++ 01:58 Bericht: Drohnenangriff auf Öltanker vor Noworossiysk +++
Eine ukrainische Drohne soll am Sonntag einen gerade mit russischem Rohöl beladenen Tanker im Schwarzen Meer angegriffen haben. Nach Informationen von "Bloomberg" soll die "Skiros" vor der russischen Hafenstadt Noworossiysk attackiert worden sein, in der Nähe des Terminals des Kaspischen Pipeline Konsortiums (CPC). Das Terminal ist der wichtigste Umschlagplatz für Rohölexporte aus Kasachstan. Der Tanker unter liberischer Flagge hat eine Kapazität von einer Million Barrel Öl und wird von einer griechischen Firma betrieben. Diese bestätigte den Vorfall und erklärte, es habe keinen Ölaustritt und keine Verletzten gegeben. Die Ukraine hatte sich Anfang des Monats bereiterklärt, Angriffe auf Infrastruktur des CPC und auf nicht-russische anlaufende Schiffe zu unterlassen. Bedingung ist aber, dass diese nicht unter ukrainischen Sanktionen stehen oder russische Fracht befördern. +++ 23:22 Tote und Verletzte nach russischen Angriffen in Saporischschja und Odessa +++ Bei russischen Angriffen sind am Abend in der Ukraine mehrere Menschen getötet und verletzt worden. In Saporischschja starben ein Mann und eine Frau bei einem Drohnenangriff auf eine Kleingartenanlage, teilt der regionale Militärverwalter Iwan Fedorow auf Telegram mit. Bei weiteren Drohneneinschlägen sei in einer Gemeinde von Saporischschja der Strom ausgefallen. Aus der südukrainischen Hafenstadt Odessa melden die Behörden mindestens neun Verletzte durch russische Angriffe. "Der Feind setzt den Terror gegen die Zivilbevölkerung in der Region Odessa fort", schreibt der regionale Militärverwalter Oleh Kiper auf Telegram. Nach Angaben der Agentur Ukrinform wurden bei den russischen Drohnenangriffen ein Restaurant und mehrere Privathäuser getroffen. +++ 22:13 Kiews Geheimdienst: Russland kennzeichnet ausländische Rekruten mit "Inventarnummern" +++ Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR wirft Russland vor, ausländische Rekruten in seiner Armee mit sogenannten "Inventarnummern" zu kennzeichnen. Diese Nummern würden demnach mit haltbarer Farbe auf Ausrüstung oder direkt auf die Haut aufgebracht, regelmäßig erneuert und könnten der Kontrolle sowie der Suche nach Deserteuren dienen. Der Geheimdienst veröffentlichte dazu Fotos; die Angaben lassen sich unabhängig nicht überprüfen. Nach Darstellung des HUR kontrolliere die russische Polizei insbesondere ausländische Studenten und Arbeitsmigranten auf solche Markierungen. Der Dienst behauptet zudem, die Praxis könne es Russland ermöglichen, getötete ausländische Kämpfer als nicht identifiziert oder vermisst zu führen und dadurch Entschädigungszahlungen zu umgehen. +++ 21:20 Bericht: Mehr als 239.000 russische Kriegstote namentlich bestätigt +++ Das unabhängige russische Medium Mediazona hat gemeinsam mit dem russischen Dienst der BBC nach eigenen Angaben die Identität von 239.354 in der Ukraine getöteten russischen Militärangehörigen bestätigt. Die Zählung erfasst Todesfälle seit Beginn der großangelegten Invasion am 24. Februar 2022 bis zum 13. August 2026. Darunter sind 87.749 Freiwillige, 26.416 aus Gefängnissen rekrutierte Männer und 19.778 mobilisierte Soldaten; zudem wurden 7.530 Offizierstote erfasst. Die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher liegen. Die Recherche stützt sich auf öffentlich überprüfbare Nachrufe, Angehörigenbeiträge, Lokalmedien und Behördenangaben und kann nicht alle Todesfälle erfassen. Mediazona verweist darauf, dass durch den verstärkten Drohneneinsatz und Einsätze kleiner Infiltrationsgruppen viele Leichen lange nicht geborgen werden könnten. Damit verzögerten sich Identifizierung, Sterbeurkunden und öffentliche Todesmeldungen. Ein Todesdatum ist demnach in 221.500 Fällen bekannt. +++ 20:32 Kiew: Kreml erwägt verdeckte Zwangsmaßnahmen für Rekrutierungen +++ Der ukrainische Regierungsvertreter Andrij Kowalenko zufolge raten russische Ökonomen und Vertreter der politischen Elite Präsident Wladimir Putin von einer erneuten offenen Mobilmachung ab. Eine solche Entscheidung könne demnach die stillschweigende Vereinbarung gefährden, wonach der Krieg für die breite Bevölkerung fern bleibe und vor allem finanziell motivierte Freiwillige an der Front kämpfen. Stattdessen erwäge der Kreml laut Kowalenko verdeckte Zwangsmaßnahmen, um mehr Menschen zum Abschluss von Verträgen mit dem Verteidigungsministerium zu bewegen. Putin selbst befürworte zwar eine Mobilmachung, scheue aber deren innenpolitische Folgen. Tatsächlich haben russische Behörden und Unternehmen zuletzt deutlich mehr Stellen mit Bezug zu Wehr- und Mobilisierungsregistrierung ausgeschrieben. Ob dies auf eine bevorstehende Mobilmachung hindeutet, ist allerdings offen. Experten verweisen auch auf ausgeweitete gesetzliche Registrierungspflichten für Arbeitgeber. +++ 19:48 Ukraine meldet Schäden an russischer Rüstungsfabrik +++ Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs sollen bei einem Angriff auf das Kamensky-Werk in Kamensk-Schachtinski in der russischen Oblast Rostow zwei Werkstätten zur Produktion von Sprengstoffen und Schießpulver zerstört sowie vier weitere beschädigt worden sein. Fotos des Generalstabs sollen die Schäden an der Anlage zeigen. Das Werk gehört laut ukrainischen Angaben zum russischen militärisch-industriellen Komplex und produziert Feststoffraketentreibstoff, unter anderem für Munition der Mehrfachraketenwerfer Uragan, Smertsch und Tornado-S. +++ 19:05 Selenskyj kündigt Personaländerungen im Militär an +++ Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat mit der Militärspitze seines Landes die aktuelle Kriegslage erörtert und eine Reihe von Entscheidungen in die Wege geleitet. In erster Linie seien Personalentscheidungen getroffen worden, erklärt Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. "Es ist sehr wichtig, dass erfahrene Kommandeure mehr Handlungsspielraum erhalten", sagt er. Er habe bei der Sitzung einen Teil der Personalentscheidungen gebilligt, die ihm Oberbefehlshaber Mychajlo Drapatyj vorgelegt habe. Namen nennt Selenskyj nicht. Selenskyj und die Militärs erörterten zudem die Auswirkungen der ukrainischen Drohnenangriffe tief auf russischem Staatsgebiet. "Wir setzen unsere Fernoperationen fort", sagt er zu den Einsätzen. "Die Prioritäten für die Präzisionsschläge bis September stehen bereits fest."