Ukraine-Krieg im Liveticker: +++ 08:19 US-Geheimdienst: Putin könnte Entschlossenheit der Nato testen +++
Kremlchef Wladimir Putin könnte in den nächsten Jahren versuchen, die Entschlossenheit der NATO mit einem begrenzten Angriff auf ein Bündnisland auf die Probe zu stellen. Dies geht aus einem Bericht des US-Geheimdienstes hervor, über den die "Washington Post" berichtet. Darin werden mögliche Szenarien von einem Cyberangriff bis hin zu einem kleinräumigen Landvorstoß beschrieben werden. Auch Litauens Militärgeheimdienst liegen einem Bericht zufolge Informationen vor, wonach Russland Angriffe auf kritische Infrastruktur in den baltischen Staaten unter Einsatz ukrainischer Drohnen erwägen könnte. "Wir haben Informationen, dass Russland unkonventionelle kinetische Angriffe gegen kritische Infrastrukturen im Baltikum erwägt. Es ist wahrscheinlich, dass Russland zu diesem Zweck ukrainische Drohnen einsetzen könnte", bestätigte Verteidigungsminister Robertas Kaunas. +++ 07:46 Wildberries: Logistikzentrum in Jekaterinburg brennt nach Angriff +++ Der russische Online-Händler Wildberries teilt mit, dass sein Logistikzentrum in Jekaterinburg nach einem Angriff in Brand geraten ist. Details zu der Attacke nennt der Online-Händler in seiner Mitteilung auf Telegram nicht. Die staatliche Agentur Tass zitiert einen Sonderbeauftragten des Kreml, wonach 800 Menschen in Sicherheit gebracht worden seien. Verletzte gebe es nicht. Wildberries ist der Marktführer in Russland. Die Ukraine hat bereits etliche seiner Lager angegriffen und begründet dies damit, dass Wildberries auch vom russischen Militär genutzt wird. Die Millionenstadt Jekaterinburg liegt weit im russischen Hinterland am Ural. +++ 07:20 Russische Angriffe auf Frachtschiffe - Ukraine warnt vor Getreidekrise +++ Der ukrainische Minister für Agrarpolitik, Taras Wyssozkyj, warnt vor einer Getreidekrise mit globalen Auswirkungen. Der Export von Getreide durch die Schwarzmeerhäfen der Ukraine sei seit Ende Juli vollständig zum Erliegen gekommen, sagt Wyssozkyj dem "Spiegel". "Nach den direkten Angriffen auf Frachtschiffe in der zweiten Julihälfte weigern sich Schiffseigner und Crews, die Häfen in der Region Odessa anzulaufen", sagt Wyssozkyj. Damit sei der gesamte Export der Ukraine signifikant eingebrochen. Bis Juli liefen etwa 85 Prozent der landwirtschaftlichen Exporte über die Schwarzmeerhäfen. Wyssozkyj fürchtet dramatische Folgen, sollte die Exportkrise länger anhalten. Die Ernte falle in diesem Jahr mit 81,5 Millionen Tonnen Getreide und Ölsaaten sogar etwas besser aus als 2025. Ukrainische Landwirte, die ihre Sommerernte jetzt nicht verkaufen könnten, fehle das Geld für die Saat der Winterfrucht. "Im schlimmsten Fall fällt die nächste Ernte aus." +++ 06:53 UN-Generalsekretär ermahnt Russland und die Ukraine +++ UN-Generalsekretär António Guterres ruft Russland und die Ukraine zur sofortigen Einstellung ihrer Angriffe auf bewohnte Gebiete auf. Die jüngsten Attacken folgten einem "alarmierenden Muster eskalierender Angriffe auf bewohnte Gebiete", sagt Guterres' Sprecher Farhan Haq. Angriffe auf Zivilisten und zivile Infrastruktur verstießen eindeutig gegen das humanitäre Völkerrecht und müssten sofort unterbleiben. Guterres verurteile die jüngsten großangelegten russischen Raketen- und Drohnenangriffe auf die Hauptstadt Kiew und andere ukrainische Städte ebenso wie die jüngsten ukrainischen Drohnenangriffe auf mehrere Regionen Russlands. Russland zerstört seit Beginn des Krieges gezielt zivile Infrastruktur und attackiert Zivilisten in der Ukraine, was Tag für Tag zu zahlreichen Toten und Verletzten führt. Die Ukraine greift in ihrem Verteidigungskampf vor allem Ölraffinerien und seit Kurzem auch Lager eines Onlinehändlers an, die Zahl der zivilen Opfer ist deutlich geringer. +++ 06:24 Große Mehrheit der Ukrainer für EU und Nato-Beitritt +++ Die EU und Nato bleiben für die Ukraine attraktiv: Fast 70 Prozent der Ukrainer befürworten einen EU-Beitritt, und über 60 Prozent der Ukrainer sprechen sich für einen NATO-Beitritt aus, wie die jüngste Umfrage des Socis-Zentrums für Sozialforschung ergibt. Würde in naher Zukunft ein Referendum über den EU-Beitritt der Ukraine stattfinden, würden laut den Umfrageergebnissen nur 22,2 Prozent der Befragten dagegen stimmen. 29,5 Prozent der Befragten gaben an, dass sie gegen einen NATO-Beitritt wären. Im Rahmen der vom 28. Juli bis zum 2. August durchgeführten Umfrage wurden 2.000 Ukrainer auch zu ihren Ansichten über den weiteren Verlauf des Krieges und ihre Einstellung gegenüber der Regierung befragt. Bei der Frage, für wen sie bei den nächsten Präsidentschaftswahlen stimmen würden, liegt Amtsinhaber Wolodymyr Selenskyj vorn. +++ 05:53 Rheinmetallchef: Vorfälle mit Drohnen werden sich häufen +++ Der Vorstandsvorsitzende des Rüstungskonzerns Rheinmetall, Armin Papperger, mahnt mehr Anstrengungen Deutschlands bei der Drohnenabwehr an. "Wir müssen unbedingt etwas tun, um diese Drohnenangriffe sehr schnell zu erkennen und um diese Drohnen dann notfalls auch abschießen zu können", so Papperger. Deutschland sei nicht ausreichend geschützt vor solchen Attacken, denn es sei noch nicht überall mit Abwehrtechnologie ausgestattet. "Und es gibt neben den Flughäfen noch viele andere Ziele, die kritisch in unserer Infrastruktur sind." Die Vorfälle mit Drohnen werden sich nach Einschätzung Pappergers häufen. "Es ist ja nicht so, dass das zum ersten Mal passiert ist." +++ 04:40 Unions-Verteidigungsexperte: Brauchen zentrale Drohnenabwehr +++ Nach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne am Leipziger Flughafen fordert der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Thomas Röwekamp, eine Zentralisierung der Zuständigkeit für die Drohnen-Abwehr beim Bundesinnenministerium. Die bisher zu Leipzig vorliegenden Erkenntnisse "bestätigen die Dringlichkeit, auf die Bedrohung ziviler Infrastruktur durch Drohnen schnell neue Antworten zu finden", sagt der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Wir brauchen eine zentrale Zuständigkeit statt einer Vielzahl föderaler Luftsicherheitsbehörden." Für die Drohnen-Abwehr an Flughäfen ist in Deutschland derzeit die Bundespolizei zuständig. Daneben gibt es aber auch das Ende vergangenen Jahres eingerichtete Gemeinsame Drohnenabwehrzentrum von Bund und Ländern. Die Bundeswehr soll wiederum eingreifen, wenn alle anderen Institutionen technisch überfordert sind. +++ 02:42 Trump: USA brauchen Munition selber +++ US-Präsident Trump äußert sich abschlägig zu Waffenlieferungen an die Ukraine. Die USA "brauchen auch Raketen", sagt er auf die Frage nach ballistischen Raketen und Patriot-Luftabwehrsystemen für das angegriffene Land. Sein Vorgänger Joe Biden habe dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj "so viel" gegeben, so Trump. Auf den Einwand, dass Russland verstärkt zivile Ziele angreift, sagt er, die USA seien nicht in den Krieg involviert. "Wir sind durch einen Ozean getrennt", so der Präsident. Die Ukraine hofft immer noch, von den USA die Lizenz für die eigene Produktion von Patriot-Raketen zu bekommen. Trump hatte das bereits beim Nato-Gipfel vor einem Monat in Aussicht gestellt, ruderte später aber wieder zurück. +++ 00:53 Neumann: Deutschland hat viel Nachholbedarf bei Drohnenabwehr +++ Der Terrorismus-Experte Peter Neumann sieht Deutschland bei der Drohnenabwehr nicht gut aufgestellt. "Da muss unglaublich viel geschehen: bei Systemen zur Drohnenabwehr, Drohnenerkennung, bei dem Kompetenzwirrwarr, das es nach wie vor gibt, bei der Schaffung eines einheitlichen rechtlichen Rahmens", sagt der Experte vom King's College in London im ZDF nach der Entdeckung einer Sprengstoff-Drohne am Leipziger Flughafen. Falls tatsächlich Russland dahinterstecke, müsse Deutschland eine Botschaft senden. "Eine Botschaft, die nicht so eine Überreaktion ist, dass man dadurch in den Krieg hineingezogen wird, aber die eben auch nicht Schwäche signalisiert. Also gar nichts zu tun, das würde von Putin so interpretiert, als wäre es möglich, so eine Art von Angriff zu machen und es passiert nichts", erklärte Neumann. Deutschland müsse genau den richtigen kommunikativen, strategischen Punkt finden. "Und das ist die große Herausforderung für die Bundesregierung. Denn sonst funktioniert die Abschreckung nicht." +++ 23:14 Umfrage: Viele Ukrainer haben kaum Vertrauen in Selenskyj +++ Der frühere ukrainische Armeechef Walerij Saluschnyj wird in einer Umfrage zum vertrauenswürdigsten Politiker seines Landes gekürt. Auf den Plätzen unmittelbar dahinter landen der erst vor Kurzem entlassene Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow sowie der Kommandeur der ukrainischen Drohnen-Streitkräfte, Robert Browdy. Präsident Wolodymyr Selenskyj erreicht in der Umfrage des Umfrageinstituts "Sozis" nur den sechsten Rang, noch hinter dem neuen Armeechef Mychajlo Drapatyj und dem Leiter seiner Präsidialkanzlei, Kyryllo Budanow. Die repräsentative Umfrage unter 2000 Ukrainern wurde nach Angaben von "Sozis" zwischen dem 28. Juli und 2. August durchgeführt. Selenskyj kann 18 Prozent der Befragten mit vollem Vertrauen hinter sich sehen, ein "eher ja" erhält der Präsident von 24,5 Prozent. Wenig Vertrauen in ihn haben 17 Prozent, während 37 Prozent angeben, überhaupt kein Vertrauen in ihren Staatschef zu haben. +++ 22:17 Nawalny-Witwe ruft zu Wahl der kriegskritischen Partei Jabloko in Russland auf +++ Die russische Kremlkritikerin Julia Nawalnaja ruft zur Wahl der kriegskritischen Oppositionspartei Jabloko bei der Parlamentswahl im September auf. Die liberale Jabloko sei "derzeit die einzige Partei auf dem Stimmzettel, die öffentlich eine Haltung gegen den Krieg vertritt", sagte die im Ausland lebende Witwe des verstorbenen Oppositionspolitikers Alexej Nawalny in einem in Onlinediensten veröffentlichten Video. Es sei daher "moralisch und politisch richtig", die Partei zu unterstützen, sagte Nawalnaja. Die Wahl sei trotz absehbarer Manipulationen die "einzige legale und sichere Gelegenheit seit vielen Jahren", den Widerspruch gegen die russische Führung zum Ausdruck zu bringen. Jabloko fordert als einzige zur Wahl zugelassene Partei ein Ende des Kriegs in der Ukraine. Die Parteiführung bezeichnet die Abstimmung als Referendum, das dem Kreml zeigen solle, dass Millionen Russen den Krieg ablehnten. +++ 21:58 Fast 16.000 Ausländer kämpfen auf ukrainischer Seite +++ In ihrem Verteidigungskampf gegen Russlands Angriffskrieg wird die Ukraine nach Behördenangaben von knapp 16.000 Ausländern aus 72 Staaten unterstützt. "Fast 40 Prozent davon sind aus den Ländern Lateinamerikas", sagt die für Soldatenrechte zuständige Militärbeauftragte Olha Reschetylowa einer Meldung von Interfax-Ukraine zufolge. In der ukrainischen Armee sind nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj rund 880.000 Soldaten. Im Juni kündigte der kürzlich entlassene Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow eine Reform an, wonach der Anteil an ausländischen Söldnern in Sturmtruppen und Infanterie auf bis zu 50 Prozent steigen soll. Dafür will Kiew mit einem durchschnittlichen Sold von umgerechnet rund 5.800 Euro weltweit neue Kämpfer rekrutieren. +++ 21:25 "Schlag ins Gesicht" für Moskau? Selenskyj reist erstmals seit Kriegsbeginn nach Serbien +++ Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reist am Samstag erstmals seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen sein Land in das traditionell mit Russland verbündete Serbien. "Wir müssen die Serben von der Seite Russlands wegziehen", sagte ein hochrangiger ukrainischer Regierungsvertreter. Selenskyjs Besuch in Serbien sei für die Russen "ein Schlag ins Gesicht". Selenskyj, der bei Reisen in zahlreiche Länder für Unterstützung für die Ukraine wirbt, hat Serbien seit seinem Amtsantritt 2019 noch nicht besucht. Serbien ist eines der Moskau am nächsten stehenden Länder in Europa. +++ 20:46 5G-Antennen verbaut: Pilot steuerte Sprengstoff-Drohne womöglich aus großer Entfernung +++ An der Sprengstoff-Drohne, die in der Nacht zum Mittwoch am Flughafen Leipzig/Halle entdeckt worden ist, waren Berichten zufolge 5G-Antennen verbaut. Wie "ZDF frontal" und "Die Zeit" unter Berufung auf Sicherheitskreise berichten, handelt es sich nicht um eine kommerzielle "Baumarktdrohne", sondern um eine per Mobilfunk professionell gesteuerte Drohne. "Wenn eine Drohne mittels 5G-Antennen gesteuert wird, dann ist darin eine SIM-Karte verbaut, die ein Pilot ansteuern kann. Der Pilot kann theoretisch in einem Café in Leipzig oder auch im Ausland sitzen - er benötigt lediglich Internet an seinem Endgerät", sagt Drohnen-Experte Christian Kaiser dem ZDF.