Ukraine-Krieg im Liveticker: +++ 11:26 Bericht: Brücke zwischen Russland und Nordkorea fast fertig - Ukraine sieht darin Nachschubroute +++
Russland und Nordkorea stehen laut einem Medienbericht kurz vor der Fertigstellung einer Brücke über den Grenzfluss Tumen. Es wäre die erste Straßenverbindung zwischen beiden Ländern, berichtet der britische "Guardian". In der Nähe befindet sich die einzige Eisenbahnbrücke auf dem schmalen Grenzstreifen. Demnach hat Nordkorea seinen Teil des Projekts, einschließlich der Zoll- und Quarantäneeinrichtungen, vor der ursprünglich für den 19. Juni geplanten Eröffnung fertiggestellt. Allerdings sei Russland in Verzug geraten. Die Behörden beider Länder erklären das Projekt mit der Ausweitung von Handel und Tourismus. Der "Guardian" zitiert dagegen eine Untersuchung der ukrainischen Menschenrechtsorganisation "Truth Hounds", der zufolge mit der Brücke ein diskreter Korridor für die militärische Logistik geschaffen werden soll. Seit dem Überfall auf die Ukraine 2022 haben Russland und Nordkorea ihre militärische Zusammenarbeit massiv ausgeweitet. Erst kürzlich sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, Russland habe weitere 30.000 Soldaten aus Nordkorea für den Krieg gegen die Ukraine angefordert. +++ 10:56 Verirrte Drohnen: Finnland schränkt Luft- und Seeverkehr ein +++ Finnland schließt wegen der Gefahr verirrter Drohnen einen Teil seines Luftraums und schränkt den Seeverkehr vor seiner Südküste nahe der russischen Grenze ein. Die Maßnahmen sollen den Behörden sichere Gegenmaßnahmen und den Schutz von Unbeteiligten ermöglichen, sollte eine Drohne in das Gebiet eindringen, sagt ein finnischer Militärsprecher. Zur Herkunft der Informationen über mögliche Drohnenaktivitäten äußert er sich nicht. Hintergrund sind wiederholte Vorfälle, bei denen ukrainische Militärdrohnen auf dem Weg zu Zielen in Russland in den Luftraum von Nato-Staaten wie Finnland, Estland, Lettland und Litauen eindringen. Die Ukraine und Nato-Staaten machen russische Störsender für die Kursabweichungen verantwortlich. Die Regierung in Moskau wirft der Ukraine dagegen vor, die Drohnen absichtlich über die Grenzen zu steuern. +++ 10:39 Mobilmachung? Munz: "Putin gibt anderes Zeichen" +++ Das russische Außenministerium teilt mit, für neue Friedensprozess-Ideen offen zu sein. Dennoch sieht Russland-Korrespondent Rainer Munz wenig Hoffnung. Aus dem Parlament und von Putin selbst kommen andere Signale. An kursierenden Gerüchten um eine neue Mobilmachung dürfte dennoch derzeit wenig dran sein. +++ 10:21 Ukrainische Drohnen lösen Großbrand aus +++ Jetzt gibt es mehr Details über den ukrainischen Angriff auf die Oblast Moskau in der Nacht. Nach russischen Angaben wurden dabei schwere Schäden angerichtet. Eine Drohne sei in einem Wohnblock eingeschlagen, teilt der Gouverneur des Moskauer Umlands, Andrej Worobjow, mit. Über Opfer ist bisher nichts bekannt. "Außerdem sind durch eine abgestürzte Drohne Reifen auf einer Freifläche in Brand geraten", heißt es weiter. Es handle sich um eine Recyclinganlage. Bilder deuten auf einen Großbrand hin. Medienberichten zufolge wurde zudem eine Lagerhalle getroffen - in der Nähe befindet sich ein Lager des Online-Großhändlers Wildberries. Das Unternemen wurde zuletzt von der Ukraine verstärkt ins Visier genommen. Laut dem Moskauer Gouverneur Sergej Sobjanin schickte die Ukraine etwa 390 Drohnen Richtung Moskau, die meisten seien abgefangen worden. +++ 09:50 Selenskyj für Trump-Treffen in USA eingetroffen +++ Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist mittlerweile in den USA eingetroffen, wie er bei X mitteilt. Mit Blick auf sein geplantes Treffen mit US-Präsident Donald Trump erklärt er, oberste Priorität hätten die Raketenabwehr und die strategische Kooperation mit den USA. Die Ukraine benötige zur Abwehr des russischen Angriffskriegs dringend mehr Unterstützung bei der Flugabwehr. +++ 08:57 Reisner: "Russen marschieren voran - aber sehr langsam" +++ Im Kleinen kann die Ukraine beim Kampf gegen die russische Invasion immer wieder Erfolge vorweisen. Insgesamt aber "marschieren die Russen vor" - allerdings langsam, wie Oberst Markus Reisner vom Österreichischen Bundesheer analysiert. Gleichzeitig sieht er bei Donald Trump in den USA eine mögliche Wende. +++ 08:33 Zwei Einwohner von Cherson sterben nach Angriffen +++ Zwei Menschen, die bei russischen Angriffen auf die Stadt Cherson schwere Verletzungen erlitten haben, sind im Krankenhaus gestorben, teilt Oleksandr Prokudin, Leiter der Militärverwaltung des Gebiets Cherson, bei Telegram mit. Es handelt sich um eine 89-jährige Frau und einen 58-jährigen Mann. +++ 08:02 Ukrainische Drohnen greifen russisches Industriegebiet an +++ Ukrainische Drohnen greifen einen Industriekomplex in der Oblast Moskau an, meldet der Gouverneur des Moskauer Gebiets, Andrej Worobjowde. Ein Wohngebäude in der Stadt Tschechow - südlich der russischen Hauptstadt Moskau - soll zudem getroffen worden sein. +++ 07:01 Putin will Zahl der russischen Streitkräfte erhöhen +++ Wladimir Putin hat ein Dekret unterzeichnet, mit dem die Sollstärke der russischen Streitkräfte erhöht werden soll - die zweite derartige Entscheidung seit Beginn des Sommers. "Die Sollstärke der Streitkräfte der Russischen Föderation wurde auf 2.426.130 Personen, darunter 1.535.000 Soldaten, festgelegt. Der entsprechende Erlass wurde von Putin unterzeichnet", verkündet das russische Verteidigungsministerium bei Telegram. Das Dokument tritt demnach am 1. August in Kraft. +++ 06:11 Russische Satellitenbilder für Iran? Trump verspricht Selenskyj Aufklärung +++ Donald Trump empfängt heute Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus. Der ukrainische Präsident behauptet, Russland würde Satellitenbilder amerikanischer Stützpunkte im Nahen Osten an den Iran weitergeben, um weitere Angriffe im Iran-Krieg zu ermöglichen, berichtet Ukrainska Pravda. Trump wolle Wladimir Putin persönlich fragen, ob dies wahr sei, kündigt der US-Präsident vor Journalisten an Bord der Air Force One an. +++ 05:02 Trump empfängt Selenskyj im Weißen Haus +++ US-Präsident Donald Trump empfängt am Dienstag den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus. Dabei geht es um die aktuelle Lage in dem mehr als vierjährigen russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die Beziehungen zwischen Trump und Selenskyj hatten sich in den vergangenen Monaten deutlich verbessert. Der US-Präsident lobte den Ukrainer als "mutig". Trump unterstützte zudem verschärfte Sanktionen der G7-Gruppe gegen Russland. +++ 23:43 Russland: Ukrainische Drohne verletzt zehn Zivilisten auf der Krim +++ Im Osten der von Russland annektierten Halbinsel Krim verletzt eine ukrainische Drohne nach Angaben der Besatzungsbehörden zehn Zivilisten. Die Drohne sei gegen 14 Uhr Ortszeit (13 Uhr MESZ) in ein fünfstöckiges Wohnhaus der Großstadt Kertsch eingeschlagen, teilt Olga Kurlajewa, die Beraterin des von Moskau eingesetzten Statthalters Sergej Aksjonow, mit. Ein Feuer sei in der dritten und vierten Etage ausgebrochen, unter den Verletzten sei auch ein Kind, schrieb sie bei Telegram. +++ 23:05 US-Militär: Hinken Ukraine bei Drohnenproduktion hinterher +++ Das US-Militär hinkt beim Aufbau einer eigenen Drohnenproduktion der Ukraine nach offiziellen Angaben weit hinterher. Die USA befänden sich in der schwierigsten Anfangsphase, sagt Travis Metz, der das Drohnenprogramm des US-Verteidigungsministeriums leitet. Während die Ukraine in diesem Jahr voraussichtlich sechs bis sieben Millionen kleine Angriffsdrohnen produzieren werde, komme das 1,1 Milliarden Dollar schwere US-Programm bis Februar auf insgesamt knapp 200.000 bestellte Exemplare. Der Weg von null auf 200.000 sei jedoch deutlich schwerer als die spätere Ausweitung der Produktion, erklärt Metz. +++ 22:15 Caritas-Mitarbeiterin bei russischem Raketenangriff auf Charkiw getötet +++ Bei einem russischen Raketenangriff auf die ukrainische Stadt Charkiw ist am Wochenende eine Mitarbeiterin des katholischen Hilfswerks Caritas getötet worden. Die Hilfsorganisation sei "tief erschüttert über den Tod unserer Kollegin der Caritas Ukraine", erklärt der Leiter von Caritas international, Oliver Müller. Ihr zehnjähriger Sohn sei verletzt worden, er habe aber "diese Tragödie überlebt". Bei dem Raketeneinschlag am Sonntag sei ihr Haus vollständig zerstört worden. Die Frau war der Caritas zufolge als Sozialarbeiterin in einem Team für medizinische Hilfen tätig. Demnach musste sie 2022 nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine aus ihrer Heimatstadt Wowtschansk fliehen und baute sich in Charkiw ein neues Leben auf. +++ 21:49 Ehefrau von Kreml-Sprecher Peskow klagt gegen EU-Sanktionen +++ Die Ehefrau des russischen Präsidialamtssprechers Dmitri Peskow, Tatjana Nawka, geht juristisch gegen ihre EU-Sanktionen vor. Wie aus einer Veröffentlichung der EU hervorgeht, klagt die ehemalige Eiskunstlauf-Olympiasiegerin vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) auf Aufhebung der Strafmaßnahmen. Sie fordert zudem Schadenersatz in Höhe von gut zwei Millionen Euro. Die EU hatte Nawka im Juni 2022 im Zuge des russischen Vorgehens in der Ukraine mit einem Einreiseverbot und finanziellen Restriktionen belegt. Auch Jekaterina Ignatowa, die Ehefrau des Chefs des staatlichen Rüstungskonzerns Rostec, Sergej Tschemesow, geht offiziellen Datenbanken zufolge auf diesem Weg gegen die Sanktionen vor. +++ 21:22 Russland beschießt Hafen von Mykolajiw - ein Toter, mehrere Verletzte +++ Die russische Armee greift Schiffe im ukrainischen Schwarzmeerhafen Mykolajiw mit Drohnen an. Dabei sei ein Mensch getötet und mehrere verletzt worden, teilt die ukrainische Seehafenverwaltung mit. Es handele sich um Schiffe, die seit Beginn der russischen Invasion 2022 in Mykolajiw festgesteckt hätten. Das russische Verteidigungsministerium in Moskau spricht dagegen von zwei Schiffen, die für Lieferungen an die ukrainische Armee eingesetzt worden seien. Sie seien "im Moment des Entladens von Militärgütern" getroffen worden, heißt es in einer Mitteilung. Für diese Angaben gibt es keine Belege.