Ukraine-Krieg im Liveticker: +++ 11:48 Wollten es sich nicht mit Russland verscherzen - Ex-Verteidigungsminister erhebt schwere Vorwürfe gegen Israel +++
Großbritanniens Ex-Verteidigungsminister Ben Wallace erklärt, er habe in seiner Rolle versucht, Israel zur Unterstützung der Ukraine zu bewegen, sei aber gescheitert. Netanjahus Regierung habe dies abgelehnt, weil sie Russland nicht verärgern wollte, berichtet das "UK Defence Journal". Demnach habe Israel in begrenztem Umfang Schutzausrüstung wie Helme und Schutzwesten zur Verfügung gestellt, sich aber konsequent geweigert, Flugabwehrsystem - ähnlich seinem "Iron Dome" zu liefern. Wallace' Begründungen bleiben jedoch weitgehend nebulös, vor allem, weil er dann auf den Kauf iranischer Drohnen im Wert von einer Milliarde Dollar durch Russland verweist. Aus seiner Sicht müsste das israelische Volk nun die Konsequenzen der Entscheidung Netanjahus tragen. +++ 11:16 Schwere Schläge gegen Kertsch-Fähren: Kapazität soll um 75 Prozent gesunken sein +++ Das ukrainische Militär trifft die Fährverbindung in der Straße von Kertsch in Folge einer zweiwöchigen Offensive hart. Das berichtet der Chef der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert "Madyar" Browdi auf Telegram. Die Fähre verbindet die russische Region Krasnodar mit der besetzten Halbinsel Krim und soll eine Alternative zur Kertschbrücke sein, um hauptsächlich die Soldaten versorgen zu können. Durch ukrainischen Drohnenangriffe seien drei der fünf Fähren zerstört worden. Die beiden verbliebenen könnten nicht mehr als eigener Kraft manövrieren, sondern müssten durch Schlepper bewegt werden, was zudem ihre Transportkapazität einschränken würde. In Summe sei die Transportkapazität der gesamten Fährverbindung um etwa 75 Prozent eingebrochen, so Browdi. +++ 10:43 ISW: Russland feuert mehr Raketen ab, als es produziert - Rückgriff auf Vorräte nötig? +++ Seit Anfang Juli hat Russland mehr ballistische Raketen auf die Ukraine abgefeuert, als es Berichten zufolge pro Monat produziert. Laut Experten des Institute for the Study of War (ISW) deutet dies darauf hin, dass Moskau auf Vorräte zurückgreifen muss. "Die ukrainische Verteidigungsquelle 'Militarnyi' berichtete am Sonntag, dass Russland allein im Juli bis zu zwei Drittel seiner geplanten Jahresproduktion an Zirkon-Raketen verbraucht mehr ballistische Raketen abgefeuert habe, als die gemeldete monatliche Gesamtproduktionsmenge", erklärt das ISW. Unter Berufung auf Daten der Hauptdirektion für Nachrichtendienste (HUR) stellt das ISW fest, dass Russland monatlich etwa 60 ballistische Iskander-M-Raketen sowie weitere 40 Raketen für S-400-Systeme produziert. Berichten der ukrainischen Luftwaffe zufolge hat Russland im Laufe des Monats 107 ballistische Raketen und 20 "Zircon"-Raketen auf die Ukraine abgefeuert. Gleichzeitig reduzierten die russischen Streitkräfte die Anzahl der Drohnen, die sie bei nächtlichen Angriffen einsetzen, und feuerten im Juli 2955 Drohnen ab, verglichen mit 5749 im Juni 2026, stellt das ISW fest. +++ 10:10 Nach russischem Angriff vor Odessa: Zahl getöteter Matrosen steigt auf 10 +++ Bei dem russischen Angriff auf ein Frachtschiff im Schwarzen Meer vor der Küste von Odessa sind nach Angaben ukrainischer Behörden zehn Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. Zunächst war von sechs Toten die Rede (Siehe Eintrag 00:12 Uhr). Das unter der Flagge von Guinea-Bissau fahrende Schiff hatte den Hafen mit einer Ladung Mais verlassen und hatte neben einem Ukrainer 17 Seeleute aus Indien und Syrien an Bord, sagt Premierminister Sergii Koretskyi. Die ukrainische Hafenbehörde teilt mit, dass acht Besatzungsmitglieder gerettet worden seien. Moskau hat sich zu dem Angriff bisher nicht geäußert, doch Russland hat in den letzten Wochen seine Angriffe auf Häfen im Süden der Ukraine verstärkt. +++ 09:28 Wie ukrainische Drohnen Putins Wirtschaft schaden +++ Ukrainische Angriffe treffen Russlands Ölraffinerien hart. Neun der zehn größten Anlagen wurden mindestens einmal getroffen. Massive Probleme bei der Spritversorgung sind die Folge - und auch die Wirtschaft kriselt zunehmend. Wie es um die Stimmung im Land steht, erklärt ntv-Reporterin Lena Feuser. +++ 08:47 Ukraine: 1600 russische Soldaten tot oder verletzt +++ Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs sind in den vergangenen 24 Stunden 1600 russische Soldaten in der Ukraine getötet oder verletzt worden. Ihre Gesamtzahl steigt seit Beginn der Vollinvasion damit auf mehr als 1,43 Millionen. Zudem seien 82 Artilleriesysteme und mehr als 600 Transporter und Tanklaster zerstört worden, heißt es im täglichen Bericht. Die Zahlen werden allgemein als zu hoch eingeschätzt. Das unabhängige niederländische Portal Oryx erhebt Zahlen auf Basis von Video- oder Foto-Belegen. +++ 08:08 Analyse registriert russische Desinformationskampagne rund um Fedorow-Entlassung +++ Eine Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass russische Medien und kremlfreundliche Telegram-Kanäle versucht haben, die Berichterstattung um die Entlassung von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow zu beeinflussen. Demnach wurden rund 7000 Beiträge aus 1340 Quellen über neun Tage hinweg untersucht. Zunächst wurde versucht, ihn für Missstände in den ukrainischen Rekrutierungszentren verantwortlich zu machen. Dann wurde versucht, ihn als militärisch unerfahrenen, inkompetenten PR-Minister darzustellen, heißt es von PoshukAI. Angeblich habe er nur von anderen entwickelte Projekte neu verpackt und als seine eigenen Ideen verkauft. Hier habe es ein besonderes Übergewicht russischer Accounts in den Diskussionen gegeben. Ebenfalls oft vertreten in russischsprachigen Telegram-Kanälen war die Behauptung, Fedorow sei korrupt gewesen. Am massivsten war dies jedoch bei der Erzählung der Fall, Fedorow sei ein "westliches Produkt" gewesen, finanziert vom Oligarchen Viktor Pinchuk. Als Fedorow dann seinen Posten verlor, wurde dies in russischsprachigen Medien und Telegram-Kanälen sehr positiv aufgefasst. Der Akt an sich sowie die folgenden Proteste dagegen wurden als Rebellion gegen Präsident Wolodymyr Selenskyj dargestellt, heißt es. +++ 07:26 Druck zu groß - russischer Kriegsgegner Nadeschdin zieht sich aus Politik zurück +++ Der Politiker und Kriegsgegner Boris Nadeschdin kündigt an, sich aus der Oppositionspolitik zurückzuziehen. Er erklärt auf Telegram, dass der zunehmende Druck seitens der russischen Behörden ihm keine andere Wahl gelassen habe. Der 63-Jährige wurde am Freitag wegen des Zeigens angeblich "extremistischer" Symbole zu einer Geldstrafe verurteilt. Zuvor war er kurzzeitig festgenommen und als "ausländischer Agent" eingestuft worden - Maßnahmen, die ihn daran hindern, die für eine Kandidatur bei den Staatsduma-Wahlen im September erforderlichen Unterschriften zu sammeln. Zudem wurde ein Ausreiseverbot gegen ihn verhängt. "Sie bringen mich zum Schweigen, drängen mich aus der Politik und machen mir das Leben zunehmend schwer", schreibt Nadeschdin am Sonntag. "Ich habe in Russland keine Möglichkeit mehr, mich legal in der Oppositionspolitik zu engagieren. Ich hoffe, dass dies nur vorübergehend ist". +++ 06:51 Viele Einwände - EU-Staaten kommen mit Sanktionspaket für Russland nicht voran +++ Die Europäische Union sieht sich mit einer deutlich schwächeren Unterstützung für neue Wirtschaftssanktionen gegen Russland konfrontiert. Der Grund soll laut "Financial Times" sei, dass die Mitgliedstaaten Maßnahmen ablehnen, die ihren Großunternehmen schaden könnten. Das jüngste Sanktionspaket umfasst neue Beschränkungen für russische Exporte und das Finanzsystem sowie einen Mechanismus zur Aufrechterhaltung der Preisobergrenze für russisches Öl, der darauf abzielt, die Einnahmen des Kremls aus dessen Verkauf zu begrenzen. Griechenland etwa weigert sich, solange es nicht weiterhin russisches Flüssigerdgas in Drittländer transportieren darf. Portugal und Deutschland bestehen auf einer Aufhebung des Einfuhrverbots für russischen Fisch und begründen dies mit der Notwendigkeit, ihre eigene fischverarbeitende Industrie zu unterstützen. Frankreich und Italien sprechen sich für eine Lockerung des Visumverbots für russisches Militärpersonal aus, das am Krieg teilgenommen hat. Österreich hat erneut die Frage der Freigabe von 2 Milliarden Euro an russischen Vermögenswerten aufgeworfen, um die Raiffeisenbank für eine von Moskau verhängte Geldstrafe zu entschädigen. +++ 06:20 Russland schießt 85 von 400 ukrainischen Drohnen ab +++ Die ukrainische Armee soll Russland in der Nacht mit 400 Drohnen angegriffen haben. Das erklärt der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin. Beim Anflug auf die Hauptstadt seien 85 davon abgeschossen worden. Was mit den anderen gut 300 Drohnen passierte, ist ungewiss. Einige scheinen Ziele getroffen zu haben – etwa südlich Moskaus in Podolsk, wo ein Öllager und ein Lagerhaus eines großen Onlinehändlers getroffen worden sein sollen (siehe Eintrag 03:36 Uhr). Wie groß die Schäden sind und ob es Opfer gibt, ist unklar. Die Ukraine hat sich bisher nicht zu den Angriffen geäußert. Update: Das russische Verteidigungsministerium teilt mittlerweile mit, die Luftabwehr habe in der Nacht insgesamt 381 ukrainische Drohnen über russischen Regionen sowie dem Schwarzen und dem Asowschen Meer abgeschossen. +++ 05:44 Bericht: Lagerhaus eines Online-Händlers in Region Moskau brennt +++ In einem Lagerhaus eines großen russischen Online-Händlers ist infolge ukrainischer Angriffe offenbar ein Feuer ausgebrochen. Wie das Medium "Kyiv Independent" berichtet, sei ein Logistikzentrum des Versandhändlers "Wildberries" in Koledino südlich der Großstadt Podolsk in der Region Moskau getroffen worden. +++ 04:48 Bürgermeister: Ukraine greift Region Moskau mit 400 Drohnen an +++ Zwischen Sonntagabend (20.30 Uhr Ortszeit) und Montagmorgen (5 Uhr Ortszeit) sind nach russischen Angaben insgesamt 400 ukrainische Drohnen in Richtung der Region Moskau geflogen. Das teilt der Bürgermeister der Stadt Moskau, Sergej Sobjanin, bei Telegram mit. Die meisten der Drohnen seien abgeschossen worden. Die Angaben sind von unabhängiger Seite nicht überprüfbar. +++ 03:36 Bericht: Ukrainische Armee trifft Öllager in Region Moskau +++ Die ukrainischen Streitkräfte greifen in der Nacht zum Montag offenbar die Region Moskau mit Drohnen an. Wie das Medium "Kyiv Independent" unter Berufung auf russische Telegram-Kanäle berichtet, wird dabei ein Öllager sowie ein Logistikzentrum getroffen. In sozialen Medien veröffentlichte Fotos und Videos zeigen demnach, wie dichter Rauch über der Stadt Podolsk aufsteigt. +++ 02:14 Immer mehr Kriegsdienstverweigerer machen Entscheidung rückgängig +++ Zunehmend mehr Kriegsdienstverweigerer in Deutschland entscheiden sich dazu, ihre Verweigerung zu wiederrufen. Das berichtet das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" unter Berufung auf eine Sprecherin des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben. Demnach gingen 2023 beim Bundesamt 536 entsprechende Verzichtserklärungen ein. 2024 waren es 626, 2025 dann 781 und im ersten Halbjahr 2026 schließlich 402. Hochgerechnet auf das Gesamtjahr würde das einen neuen Rekord bedeuten. Nach Angaben des Bundesamtes steigt neben der Zahl der Wiederrufe allerdings auch die Zahl der Kriegsdienstverweigerer. Waren es 2023 noch 1079, so wuchs sie 2024 bereits auf 2249 und 2025 auf 3879. Bis zum 30. Juni dieses Jahres seien bereits 5862 Anträge eingegangen. +++ 01:21 Kommandeur: Heimatschutzdivision soll bis 2035 deutlich wachsen +++ Die Heimatschutzdivision der Bundeswehr soll ihrem Kommandeur zufolge bis 2035 deutlich größer werden. "Wir haben ja im Moment eine avisierte Stärke von 6500 Soldatinnen und Soldaten. Wir werden aber bis 2035 auf weit über 10.000 Soldaten wachsen", sagt Generalmajor Andreas Henne dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "Wir werden Heimatschutzbataillone aufstellen. Wir werden Unterstützungsbataillone aufstellen. Und wir werden eine signifikant höhere Zahl an Soldatinnen und Soldaten haben", sagt er. Henne betont: Die bisherige Zahl reiche aus, um eine Anfangsbefähigung herzustellen. "Wir können schon jetzt Infrastruktur sichern, wir können schon jetzt Freedom of movement machen." Aber sie reiche noch nicht für einen längeren Konflikt." +++ 00:12 Ukraine: Zahl der Toten nach Angriff auf türkisches Frachtschiff steigt +++ Nach einem russischen Raketenangriff auf ein türkisches Frachtschiff im Schwarzen Meer nahe Odessa steigt die Anzahl der Todesopfer nach ukrainischen Angaben auf mindestens sechs. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha erklärt zudem, unter den Toten sei ein ukrainischer Lotse. Nach Angaben des ukrainischen Infrastruktur- und Verkehrsministers Mykola Kalaschny werden vier Seeleute noch vermisst. Acht Besatzungsmitglieder seien gerettet worden, zwei von ihnen seien verletzt. +++ 23:01 Kommandeure unterrichten Selenskyj über die Lage auf dem Schlachtfeld +++ Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erörtert mit hochrangigen Militärkommandeuren die Lage auf dem Schlachtfeld und den Bedarf der Verteidigungskräfte. Selenskyj spricht bei einem Treffen mit Generalmajor Mychajlo Drapatij, dem Kommandeur der Vereinigten Streitkräfte der ukrainischen Streitkräfte; Wolodymyr Horbatjuk, dem stellvertretenden Chef des Generalstabs; und Oleh Apostol, dem Kommandeur der Luftlandetruppen. Der stellvertretende Leiter des Präsidialamtes, Pavlo Palisa, nimmt ebenfalls teil. Drapatyi unterrichtet ihn über die Lage in den Sektoren der Gebiete Sumy, Charkiw, Luhansk und Donezk. "Ich bin all unseren Einheiten dankbar, die die Besatzer wirksam vernichten und die russische Armee daran hindern, ihre zugewiesenen Aufgaben zu erfüllen", sagt Selenskyj. +++ 21:51 Russische Fliegerbomben töten in Saporischschja mindestens drei Menschen +++ Bei einem russischen Angriff mit gelenkten Fliegerbomben auf Saporischschja wurden drei Menschen getötet und 33 weitere verletzt, darunter fünf Kinder. Das teilt Ivan Fedorow , Leiter der Militärverwaltung des Oblast Saporischschja, mit. Ein Wohngebiet wurde durch den Angriff erheblich zerstört. Ein fünfstöckiges Gebäude wurde schwer beschädigt, und in der Nähe eines neunstöckigen Gebäudes wurde ein Treffer registriert. Russische Lenkbomben zerstörten zwei Stockwerke des fünfstöckigen Gebäudes und beschädigten Fenster und Balkone des neunstöckigen Gebäudes. Im Wohngebiet entstanden Zerstörungen, und das Terminal eines Logistikunternehmens steht in Flammen.