Ukraine-Krieg im Liveticker: +++ 15:46 Kilometerlange Militärparade marschiert durch Warschau +++
Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine begeht Polen den “Tag der Armee” mit einer großen Militärparade. Im Stadtzentrum von Warschau marschieren rund 2000 Soldaten auf. Zudem werden viele Fahrzeuge mit Militärtechnik gezeigt, darunter moderne Panzer des südkoreanischen Typs K2 Black Panther. Die Parade erstreckt sich über mehrere Kilometer. Flugzeuge und Hubschrauber fliegen über die Dächer der Stadt hinweg. Darunter sollten auch drei Militärflugzeuge der deutschen Luftwaffe sein. Präsident Karol Nawrocki sagt, die polnische Nation wisse sehr genau, welchen Preis sie für ihre Unabhängigkeit bezahlt habe. Seine Geschichte helfe dem Land, aktuelle Gefahren richtig einzuschätzen. Am 15. August wird in Polen an die Schlacht bei Warschau im Jahr 1920 erinnert. Der junge polnische Staat konnte damals die sowjetische Rote Armee überraschend zurückschlagen. Der Polnisch-Sowjetische Krieg endete erst 1921 mit dem Friedensvertrag von Riga. Seit 1992 wird der 15. August als Tag der polnischen Armee begangen. +++ 15:16 Selenskyj: Angriff auf russische Ölanlage an der Ostsee +++ Das ukrainische Militär hat eine Ölanlage im russischen Ust-Luga angegriffen. Das teilt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf Telegram mit, lässt aber offen, ob es durch den Angriff zu Beschädigungen gekommen ist. Ust-Luga ist eine Hafenstadt, die unweit von St. Petersburg an der Ostsee liegt. Erst am Freitag hat die Ukraine die russische Gaskondensat-Verarbeitungsanlage in Ust-Luga attackiert. +++ 14:31 Russlands Geheimdienst soll KI mit "traditionellen Werten" entwickeln +++ Russland plant die Entwicklung einer eigenen Künstlichen Intelligenz, die den vom Kreml verordneten "traditionellen geistig-moralischen Werten" entsprechen soll. Das berichtet das ukrainische Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation. Die Kriterien dafür, ob eine KI "richtig genug" denkt, sollen demnach gemeinsam vom FSB und dem russischen Digitalministerium entwickelt werden. Bereits früher hatte Russland angekündigt, eine KI entwickeln zu wollen, die auf den Werken von Dostojewski, Dugin und anderen ideologischen Autoren trainiert wird - frei von "westlichen Werten". Putin hat bereits ein Gesetz zur KI-Regulierung unterzeichnet. +++ 13:59 Kiew: In einem Monat 2400 russische Autos und Ausrüstung zerstört +++ Der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) will im zurückliegenden Monat insgesamt 2400 Transport-, Führungs- und Stabsfahrzeuge zerstört haben. Dabei sei auch Ausrüstung beschädigt und zerstört worden, teilt der SBU in sozialen Netzwerken mit. "Die Kämpfer des Alpha-Spezialoperationszentrums des ukrainischen Sicherheitsdienstes greifen nicht nur die Ölinfrastruktur und die Schattenflotte der Russischen Föderation effektiv an", so der Sicherheitsdienst. "Sie setzen auch systematisch die Transportfahrzeuge der Besatzer entlang der Kampflinie und weit darüber hinaus in Brand und nehmen dem Feind so die Möglichkeit, seine Einheiten mit Treibstoff, Munition und Personal zu versorgen." +++ 13:30 Russland will 19 ukrainische Orte eingenommen haben +++ Russische Truppen haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau im Zuge ihrer Sommeroffensive 19 Ortschaften in den südostukrainischen Regionen Dnipropetrowsk und Saporischschja unter ihre Kontrolle gebracht. Das Ministerium beruft sich auf einen Bericht des Kommandeurs der östlichen Truppengruppe, Pjotr Bolgarew. Die Namen der Ortschaften werden nicht genannt. Unabhängig davon meldet die Nachrichtenagentur Interfax, die russischen Streitkräfte hätten zudem die Ortschaft Rybalskoje in Saporischschja eingenommen. Die Angaben lassen sich nicht überprüfen. Die russischen Vorstöße an der Front haben sich in diesem Jahr verlangsamt, auch wenn Russland seine Raketenangriffe auf Kiew und andere ukrainische Städte intensiviert hat. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Mittwoch erklärt, die Streitkräfte seines Landes hätten in diesem Jahr an der südöstlichen Front 745 Quadratkilometer von Russland gehaltenes Gebiet zurückerobert. +++ 13:03 Selenskyj zu Angriff in Samara: Flamingo-Marschflugkörper erzielen "bedeutende Ergebnisse" +++ Das ukrainische Militär hat das Raketen- und Raumfahrtzentrum im russischen Samara angegriffen (siehe Eintrag von 07:42 Uhr). Zum Einsatz kamen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge die neu entwickelten Flamingo-Marschflugkörper. "Heute gibt es neue, bedeutende Ergebnisse unserer Tiefenangriffe", sagt das Staatsoberhaupt. "In der Region Samara in Russland wurde eines der wichtigsten Unternehmen von Roskosmos getroffen - das Progress-Zentrum, das insbesondere in der Elektronikproduktion tätig war. Es wurden Flamingo-Raketen eingesetzt, ein guter Erfolg. Die Entfernung zu unserer Grenze beträgt etwa 900 Kilometer." Die Streitkräfte hätten auch den rund 700 Kilometer entfernten Militärflugplatz Sawasleika, einen Stützpunkt für russische Kampfflugzeuge, beschossen, teilt Selenskyj mit. +++ 12:34 Ukraine hackt russischen Onlinehändler Wildberries - "bedeutender Schaden" +++ Ukrainische Akteure wollen den russischen Onlinehändler und Logistiker Wildberries zeitweise lahmgelegt haben. Dem Verteidigungsministerium in Kiew zufolge haben sich staatliche Hacker an der Onlinepräsenz von Wildberries zu schaffen gemacht. Es sei der "Haupt-Remote-Kundendienstkanal gestört" worden, zudem wurden die "Zahlungsinfrastruktur teilweise destabilisiert und eine zusätzliche Belastung für die Kontaktzentren erzeugt". Die Ukraine spricht von zahlreichen Beschwerden. Russische Medien sollen über den zweitägigen Ausfall berichtet haben. "Die Cyber-Operation stärkte den Effekt der kinetischen Angriffe der ukrainischen Verteidigungsstreitkräfte auf die Wildberries-Lager - und verursachte weiteren bedeutenden Schaden für die Firma, die die Wirtschaft des Aggressors versorgt", so das Verteidigungsministerium. +++ 12:00 Drei europäische Staaten arbeiten wohl an Plan für neue Friedensverhandlungen +++ Französische, deutsche und britische Diplomaten arbeiten an der Entwicklung eines eigenen Formats für Verhandlungen zur Beendigung des Krieges in der Ukraine. Sie befürchten, von der US-Regierung um Donald Trump von diesem Prozess ausgeschlossen zu werden, berichtet die "New York Times" unter Berufung auf insgesamt fünf Beamte, die mit der Angelegenheit vertraut sein sollen. Zwei Diplomaten hätten bestätigt, dass Frankreich und Deutschland die Führung übernehmen sollen. Der Idee nach würden die Europäer mit der Ukraine verhandeln, während die USA weiter mit Kremlherrscher Wladimir Putin in den Dialog treten sollen, da Putin den Austausch mit Europa scheue. +++ 11:22 Kreml spielt ukrainischen Angriff auf Samara herunter +++ Die Ukraine hat nach Angaben russischer Behörden Industrieanlagen in der russischen Region Samara angegriffen. Die Luftabwehr habe einen "massiven Angriff" abgewehrt, teilt der Verwaltungschef der gleichnamigen Regionalhauptstadt Samara, Iwan Noskow, mit. Die industrielle Infrastruktur der Stadt habe "örtlich begrenzte Schäden" erlitten. Nähere Angaben zu der betroffenen Anlage macht er nicht. Die Ukraine teilte früher am Morgen mit, es handle sich um ein Werk von TsSKB-Progresss. Dort werden Trägerraketen und automatisierte Räumfahrzeuge hergestellt (siehe Eintrag von 07:42 Uhr). +++ 10:54 Ukrainische Spezialkräfte nehmen russische Soldaten fest +++ Die Spezialeinheiten der Streitkräfte der Ukraine haben einen russischen Soldaten getötet und drei weitere gefangen genommen. Sie seien verdeckt vorgegangen und hätten einen Überfall auf den Stützpunkt der russischen Armee durchgeführt, erklären die Spezialkräfte auf Telegram. Die Soldaten boten den Russen an, sich zu ergeben - "doch der Feind nutzte diese Gelegenheit nicht", heißt es. "Im Zuge der direkten Maßnahmen wurde ein russischer Soldat getötet." Daraufhin hätten sich die drei anderen doch festnehmen lassen. "Waffen, Kommunikationsgeräte und Dokumente wurden beschlagnahmt." +++ 10:13 Schuhfabrik von russischen Drohnen zerstört +++ In der Region Odessa hat die Kreml-Armee in der Nacht eine Schuhfabrik zerstört. Zunächst stand das Fabrikgebäude in Brand, anschließend auch die Kantine, der Heizraum und ein Auto. Dem staatlichen Katastrophenschutz zufolge griffen die Streitkräfte mit mehreren Drohnen an. Verletzte oder Tote gibt es offenbar keine. An einem anderen Ort im selben Bezirk sei es zu einem Brand in einem verlassenen Privathaus und im angrenzenden trockenen Gras gekommen, teilt die Behörde mit. +++ 09:11 Putin: Kampf für "gerechtere und wahrhaft demokratische" Weltordnung +++ Kremlchef Wladimir Putin sagt dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un seine Bereitschaft zu, weiterhin mit ihm zusammenzuarbeiten. Er wolle die gegenwärtige Weltordnung demontieren, sagt Putin in einem Grußwort anlässlich des 81. Jahrestages der Befreiung Nordkoreas von der japanischen Besatzung am Ende des Zweiten Weltkriegs. "Ich bin zuversichtlich, dass wir auch weiterhin konstruktiv in bilateralen und internationalen Fragen zusammenarbeiten werden, zum Wohle des russischen und des koreanischen Volkes sowie zur Schaffung einer gerechteren und wahrhaft demokratischen Weltordnung", so der Kremlherrscher. "Die Beziehungen zwischen Moskau und Pjöngjang haben heute ein beispiellos hohes Niveau einer umfassenden strategischen Partnerschaft erreicht. Unsere Länder kooperieren aktiv in allen Bereichen und koordinieren ihre Bemühungen, um regionale Sicherheit und Stabilität zu gewährleisten." +++ 08:26 Baby stirbt bei russischen Angriffen +++ Mehr als 20 russische Angriffe zählen drei Bezirke in der Region Dnipropetrowsk über die Nachtstunden. Die regionale Staatsverwaltung spricht von elf Verletzten und einem toten Baby. "Ein Kind ist gestorben. Elf Menschen wurden verletzt, darunter zwei Kinder", so Regionalverwaltungschef Oleksandr Ganzha. Das tote Kleinkind sei erst drei Monate als gewesen. Zum Einsatz kamen seinen Angaben zufolge Artillerie und Fliegerbomben. In Marhanka wurden "Wohnhäuser, ein Geschäft, ein Kino und ein Auto beschädigt". +++ 07:42 Ukraine greift russisches Raketenwerk an +++ Der Ukraine ist offenbar ein Schlag gegen die russische Rüstungsindustrie gelungen. In der russischen Stadt Samara steht am frühen Morgen ein Unternehmen in Flammen, das Trägerraketen und automatisierte Räumfahrzeuge herstellt. Es handle sich um ein Werk von TsSKB-Progress, teilt Andriy Kovalenko, Leiter des ukrainischen Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats, mit. +++ 06:50 Russische Armee zieht in besetztem Gebiet Ukrainer für Kriegsdienst ein +++ Russische Behörden sollen Hunderte Menschen in der besetzten Region Cherson für den Kriegsdienst angemeldet haben. Den Verdacht hegt die ukrainische Staatsanwaltschaft. "Mindestens 2700 Einwohner der vorübergehend besetzten Region Cherson wurden von den Besatzungsbehörden für die weitere Einberufung in die russische Armee registriert. Einige von ihnen wurden laut den Ermittlungen bereits in die Streitkräfte des Aggressorstaates eingezogen", teilt die Ermittlungsbehörde mit. In der Region leben vornehmlich Ukrainer. Nach dem Willen des Kreml sollen sie nun gegen ihr eigenes Land kämpfen. +++ 06:03 Drohnenangriff in Saporischschja: Einkaufszentrum in Flammen +++ Die russische Armee soll Drohnen auf ein Einkaufszentrum in Saporischschja gelenkt haben. Es steht in Folge des Angriffs in Brand, teilt Iwan Fedorow, Gouverneur der Oblast Saporischschja, mit. Auch sei ein Industrieunternehmen attackiert worden. Zu Verletzten oder gar mögliche Toten macht Fedorow bisher keine Angaben. +++ 04:46 "Kriegsprämie" auf Agrarmarkt: Ukraine-Krieg treibt Weizen-Preise hoch +++ Die Kämpfe zwischen Russland und der Ukraine verunsichern derzeit den weltweiten Agrarmarkt. Weil Händler Lieferausfälle fürchten, steigen die Preise für Getreide an der Börse deutlich an. Handelsexperten sprechen von einer Rückkehr der sogenannten "Kriegsprämie". Vor allem der Preis für Weizen legt zu. Auch Mais und Sojabohnen werden auf dem Weltmarkt zuletzt teurer gehandelt. +++ 03:40 Bericht: Hafen Noworossijsk stellt Rohölumschlag nach Angriffen ein +++ Russland soll die Ausfuhr von Rohöl aus einem Terminal im Hafen von Noworossijsk am Schwarzen Meer ausgesetzt haben, melden mehrere Medien. Vor wenigen Tagen hat die ukrainische Armee einen Drohnenangriff in Noworossijsk ausgeführt. Ein Tanker, der Rohöl laden sollte, verließ den Hafen laut Kyiv Independent aufgrund einer Drohnenwarnung ohne Ladung. Daraufhin sei der Rohölumschlag im Hafen vollständig eingestellt worden. +++ 00:03 Nach Explosion in Munitionsdepot: Ukraine leitet Ermittlungen ein +++ Nach der Explosion in einem Munitionsdepot in Wyschnewe bei Kiew infolge eines russischen Angriffs leitet die Ukraine strafrechtliche Ermittlungen ein. Das berichtet der "Kyiv Independent" unter Berufung auf Präsident Wolodymyr Selenskyj. Demnach handele es sich bei der getroffenen Anlage um ein Depot des staatlichen Rüstungskonzerns Ukroboronprom. Selenskyj kündigt an, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. +++ 22:16 Zwei Verarbeitungsanlagen in Ust-Luga beschädigt +++ Bei dem ukrainischen Angriff auf den russischen Hafen Ust-Luga sind nach Angaben des ukrainischen Generalstabs zwei Verarbeitungsanlagen beschädigt worden. Der "Kyiv Independent" berichtet, dass zudem ein Feuer ausgebrochen sei. Ust-Luga im Gebiet Leningrad gehört zu den größten russischen Häfen an der Ostsee und verfügt über ein wichtiges Ölterminal für den Export von Rohöl und Erdölprodukten. +++ 21:20 Selenskyj warnt vor Engpässen bei Lebensmitteln +++ Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat mit seinem ägyptischen Amtskollegen Abdel Fattah al-Sisi über die Bedrohung der Nahrungsmittelversorgung durch russische Angriffe auf Frachtschiffe im Schwarzen Meer beraten. Die Ukraine sei einer der größten Lebensmittellieferanten für Ägypten sowie für viele andere Länder in Afrika und im Nahen Osten, teilt Selenskyj auf X mit. Wegen des Krieges seien diese Lieferungen nun ernsthaft bedroht. Man verzeichne bereits einen deutlichen Rückgang, was zu steigenden Preisen und Engpässen führen könne. Beide Länder hätten vereinbart, an Lösungen zu arbeiten. Die jüngsten Attacken Russlands auf Schiffe und die Hafeninfrastruktur blockieren de facto die Hauptexportroute für ukrainisches Getreide zu den internationalen Märkten.