Ukraine-Krieg: Kiew führt Prämien für Tötungen und Kriegsgefangene ein
Alle Soldaten sollen profitieren können Ukraine führt Prämie für Tötungen und Gefangennahmen ein Von t-online, csi, jse 30.06.2026 - 15:33 UhrLesedauer: 2 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Für die Gefangennahme eines russischen Soldaten winken ukrainischen Kämpfern knapp 2.000 Euro. Die Prämie ist Teil einer umfassenden Heeresreform. Die Ukraine hat einen neuen Beschluss gefasst, nach dem die Streitkräfte Geldprämien für Gefangennahmen und Tötungen von russischen Soldaten erhalten. In der Bekanntgabe des Verteidigungsministeriums heißt es, dass dies der erste Schritt zur Umgestaltung der Streitkräfte sei. Die Regelungen gelten rückwirkend ab dem 1. Juni 2026. Für die Gefangennahme eines feindlichen Soldaten bekommen Militärangehörige demnach 100.000 ukrainische Hrywnja (rund 1.960 Euro), für die Tötung eines militärischen Gegners 15.000 Hrywnja (rund 294 Euro). Voraussetzung ist, dass die Tötung im Schusswechsel oder im Nahkampf stattfand und durch eine entsprechende Videoaufnahme bewiesen werden kann. Die Zahlungen gehen auf einen Beschluss der ukrainischen Regierung vom 12. Juni zurück. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums werden sie zusammen mit dem regulären Sold ausgezahlt. Grundlage ist jeweils eine Anordnung des Kommandeurs der jeweiligen Einheit. Sind mehrere Soldaten an der Gefangennahme beteiligt, wird die Prämie anteilig unter ihnen aufgeteilt. Prämien sind Teil einer umfassenden Reform Nach Angaben des Ministeriums gelten die neuen Prämien für alle Soldaten – unabhängig davon, ob sie einen neuen Zeitvertrag abgeschlossen haben oder im Rahmen der Mobilmachung dienen. Die Einführung der Zahlungen ist Teil einer umfassenderen Reform der ukrainischen Streitkräfte. Ziel ist nach Angaben der Regierung eine stärker professionalisierte Armee mit neuen Vertragsmodellen und einem überarbeiteten Vergütungssystem. Künftig sollen Soldaten je nach Einsatzgebiet Verträge mit festen Laufzeiten abschließen können. Für Infanterie- und Sturmtruppen sind je nach Status Laufzeiten zwischen sechs und 14 Monaten vorgesehen, für andere Kampf- und Unterstützungsverbände 24 Monate. Nach Ablauf der vereinbarten Dienstzeit soll grundsätzlich die Möglichkeit bestehen, den Militärdienst zu beenden. Kriegsgefangene sind für die Ukraine wertvoll Daneben sieht die Reform weitere leistungsbezogene Zuschläge vor. So können Soldaten zusätzliche Vergütungen für bestimmte Kampfeinsätze erhalten, etwa für die Rückeroberung von Stellungen oder Angriffsoperationen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums können mehrere Zuschläge miteinander kombiniert werden, wobei für einzelne Prämien Obergrenzen gelten. Gefangen genommene russische Soldaten haben für die Ukraine neben ihrem militärischen Wert auch Bedeutung für den Austausch von Kriegsgefangenen. Beide Kriegsparteien tauschen seit Beginn des russischen Angriffskriegs regelmäßig Gefangene aus. Erst Ende Juni vereinbarten Russland und die Ukraine erneut einen Austausch.