Ukraine-Krieg: Kiew meldet 2.090 russische Verluste an einem Tag
Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Russland erleidet wohl Rekordverluste an einem Tag
Eine Drohne ist in der Republik Moldau eingeschlagen. Russland macht wohl hohe Verluste. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Mittwoch, 30. September
Russland hat nach ukrainischen Angaben binnen 24 Stunden 2.090 Soldaten als Gefallene oder Verwundete verloren. Der britische Militärgeheimdienst bezeichnet die Zahl unter Berufung auf den ukrainischen Generalstab als den höchsten bislang gemeldeten Tageswert seit Beginn der russischen Invasion im Februar 2022. Die Angaben zu den russischen Verlusten lassen sich unabhängig nicht überprüfen.
Drei weitere Tageswerte von mehr als 2.000 getöteten oder verwundeten russischen Soldaten seien bereits 2024 registriert worden. Die hohen Verluste der vergangenen Monate führt der britische Geheimdienst vor allem auf die anhaltend intensiven russischen Angriffe im Osten der Ukraine zurück, insbesondere im Raum Dobropillia. Erst Mitte September hatte die Ukraine dort für einen Tag 1.960 russische Verluste gemeldet.
Mindestens vier Tote bei russischen Angriffen
Bei massiven russischen Angriffen auf die ukrainische Energieversorgung sind in der Nacht zum Mittwoch nach Behördenangaben fünf Menschen ums Leben gekommen. Die Energieinfrastruktur von Kiew und der umliegenden Region sei das Hauptziel der Attacken mit fast 190 Drohnen und ballistischen Raketen gewesen, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj mit. "Ein kombinierter Angriff dieses Ausmaßes hat seit dem Ende der vergangenen Heizperiode nicht mehr stattgefunden", erklärte Ministerpräsident Serhij Korezkyj.
Unter den fünf Todesopfern landesweit sei auch ein Kind, sagte Selenskyj. Russland habe auch in den Regionen Schytomyr, Mykolajiw, Kirowohrad und Riwne kritische Infrastruktur angegriffen. Kiew war am Morgen nach den Luftangriffen wegen Bränden in dichten Rauch gehüllt. Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge wurden zudem Trümmerteile auf dem Gelände einer westlichen Botschaft im Zentrum von Kiew gefunden. Um welche Vertretung es sich handelte, ließ er offen.
Die Ukraine bereitet sich darauf vor, dass Russland zu Beginn der kalten Jahreszeit die Strom- und Wärmeversorgung weiter zu zerstören versucht. Korezkyj wies die Behörden an, die Bereitschaft von Notstromsystemen in kritischen Einrichtungen zu überprüfen und deren Installation so schnell wie möglich abzuschließen.
Drohne explodiert in Moldau
In der Nacht hat eine Drohne den moldauischen Luftraum verletzt und ist im Nachbarstaat der Ukraine explodiert. Das meldet das Verteidigungsministerium in Chișinău. Auf einem veröffentlichten Überwachungsvideo ist die Ortschaft Hîrbovăț zu sehen, die gegen 5.55 Uhr von einer Explosion erleuchtet wird.
Zur Explosion kam es während des massiven nächtlichen russischen Angriffs auf die Ukraine. Bislang gibt es keine Meldungen über Verletzte oder Tote in Moldau.
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Polen schließt Luftraum teilweise, Flughäfen stellen Betrieb ein
Wegen russischer Angriffe auf die Westukraine hat Polen den östlichen Teil seines Luftraums zeitweise geschlossen. Auch die Flughäfen in Lublin und Rzeszów mussten vorübergehend schließen.
Laut dem Verteidigungsministerium in Warschau kam es zu dem Schritt, um die "Handlungsfreiheit des Militärs" im polnischen Luftraum zu sichern. Mehrere Kampfflugzeuge stiegen auf. Bislang meldete Polen allerdings noch keine Verletzungen des Luftraums.
Nordkoreanische Kriegsgefangene von Ukraine an Südkorea übergeben
Zwei nordkoreanische Kriegsgefangene sind nach Angaben eines südkoreanischen Parlamentariers kürzlich aus der Ukraine in Südkorea eingetroffen. "Auch wenn ich das genaue Datum ihrer Ankunft in Südkorea nicht nennen kann, so kann ich doch bestätigen, dass die beiden Mitte September eintrafen", erklärte der Abgeordnete Youn Kun Young am Mittwoch. Die Mitteilung erfolgt nur wenige Tage nach dem mutmaßlichen Verstoß der Ukraine gegen eine vertrauliche Vereinbarung mit Südkorea über die Übergabe der beiden Männer, wegen der Seoul den ukrainischen Gesandten einbestellte.
Explosionen in Kiew gemeldet
In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind Explosionen zu hören, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Der Bürgermeister der Stadt, Vitali Klitschko, teilt über den Kurznachrichtendienst Telegram mit, in einem Wohngebiet sei ein Feuer ausgebrochen.
Vize-Regierungschef in der Slowakei abgesetzt
In der Slowakei hat Vize-Regierungschef Tomas Taraba eine Vertrauensabstimmung im Parlament verloren. Selbst seine eigene rechtsnationalistische SNS-Partei, einer der Koalitionspartner von Ministerpräsident Robert Fico, stimmte am Dienstag gemeinsam mit der Opposition für die Absetzung des bisherigen Umweltministers. Angesichts der äußerst knappen Mehrheit seiner Koalition im Parlament kündigte Fico für Mittwoch eine Sitzung seiner Partei Smer an, um "über die nächsten Schritte zu entscheiden".
Fico steht seit 2023 an der Spitze einer nationalistischen Drei-Parteien-Koalition, die im Parlament über eine hauchdünne Mehrheit von drei Sitzen verfügt. Das Misstrauensvotum gegen seinen Vize Taraba dürfte Ficos Regierung nun weiter schwächen.
Wegen der internen Konflikte beim kleineren Koalitionspartner SNS hatte Fico vergangene Woche die Möglichkeit vorgezogener Neuwahlen ins Spiel gebracht. Taraba hatte zuvor angedeutet, dass er gemeinsam mit anderen Abgeordneten eine neue Oppositionsgruppe bilden könnte – wodurch Ficos Regierung ihre Mehrheit im Parlament einzubüßen droht.
Russland kürzt Sozialausgaben – Rekordbudget für Militär
Russland plant angesichts drastisch steigender Rüstungsausgaben eine Kürzung der Sozialausgaben. Die Mittel für die Sozialpolitik, zu der unter anderem Renten, Zahlungen an Kriegsveteranen und Mutterschaftsleistungen gehören, sollen im Jahr 2027 um sieben Prozent sinken. Dies geht aus Regierungsdokumenten hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag vorlagen. Die Budgets für Bildung und Gesundheit sollen im Vergleich zu den ursprünglichen Plänen um sechs beziehungsweise 6,8 Prozent gekürzt werden.