Ukraine-Krieg | Klitschko: Einwohner sollen Kiew verlassen
Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Klitschko rät Einwohnern von Kiew, die Stadt zu verlassen
Der Kiewer Bürgermeister rät den Einwohnern, die Stadt zu verlassen. Die Ukraine greift eine russische Treibstoffanlage für Marschflugkörper an. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Freitag, 9. Oktober
Klitschko rät Einwohnern von Kiew, die Stadt zu verlassen
Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko hat den Einwohnern empfohlen, die Stadt vorübergehend zu verlassen. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP wandte er sich insbesondere an Menschen, die Freunde oder Verwandte außerhalb der ukrainischen Hauptstadt haben.
"Täglich erreichen uns neue Meldungen über zerstörte Gebäude, Verletzte und Tote, da der Beschuss unserer Stadt immer heftiger wird", sagte der Bürgermeister. "Heute geht es ums Überleben."
Bei seiner Empfehlung gehe es ausdrücklich nicht um eine vollständige Evakuierung der Stadt. Das werde er niemals anordnen. "Das ist Putins Ziel… das beste Szenario für Putin wäre, wenn wir alle gehen und ihm unsere leeren Städte und unser Land übergeben würden", sagte Klitschko.
Erneut Rechenzentrum von Yandex in Russland von Drohnen getroffen
Beim russischen Technologiekonzern Yandex hat ein Drohnenangriff mehrere Module eines Rechenzentrums in der Region Kaluga vollständig außer Betrieb gesetzt. Es könne zu Beeinträchtigungen bei einigen Dienstleistungen des Unternehmens kommen, teilte Yandex mit. Am Donnerstag hatten ukrainische Drohnen erstmals ein wichtiges Rechenzentrum der Firma getroffen. Yandex bietet unter anderem mit YandexGPT eines der führenden russischen Modelle für Künstliche Intelligenz (KI) an. Auch eine Suchmaschine gleichen Namens sowie Fahrdienst- und weitere Technologiedienste gehören zum Portfolio des Unternehmens.
Ukraine greift Treibstoffanlage für Marschflugkörper an
Die Ukraine hat in der Nacht zu Freitag mehrere russische Regionen angegriffen. Wie die Online-Zeitung "Kyiv Independent" berichtet, richtete sich einer der Angriffe gegen eine russische Fabrik, die Treibstoff für Marschflugkörper der Typen Kh-55 und Kh-101 herstellt. In dem Werk werden demnach Teile des Raketentreibstoffs Decilin-M sowie Zusätze für Diesel und Flugturbinentreibstoff hergestellt. Die Anlage war bereits im Februar 2026 Ziel eines ukrainischen Angriffs. Damals sollen laut ukrainischem Generalstab rund 6000 russische FPV-Drohnen zerstört worden sein.
Ein ukrainischer Angriff soll in der Nacht zudem einen Brand in einem Öldepot nördlich der Stadt Belgorod ausgelöst haben. Das geht aus Daten der NASA-Plattform Fire Information for Resource Management System (FIRMS) hervor. Über das Ausmaß des entstandenen Schadens war zunächst nichts bekannt.
Donnerstag, 8. Oktober
Selenskyj: Prüfen sektorale Waffenruhen
Die Ukraine erörtert alle Optionen für eine sektorale Waffenruhe, auch zu Wasser und im Energiebereich. Das sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj im Gespräch mit Journalisten, wie die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform berichtet.
"Was mögliche sektorale Waffenruhen betrifft: Wir besprechen alles, sowohl den Seeverkehr als auch die Energieversorgung. Was realistisch oder realistischer wäre, dazu bin ich noch nicht bereit, etwas zu sagen, aber ich verstehe es”, so Selenskyj. Er erklärte, er wolle Details nicht vorschnell preisgeben, da Russland bewusst entgegen den Vereinbarungen handeln könnte.
Wadephul verschärft Ton gegenüber Putin
Außenminister Johann Wadephul verschärft nach dem ergebnislosen Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow am Rande der UN-Generalversammlung in New York den Ton gegenüber Moskau. Nach den jüngsten massiven Angriffen auf die Ukraine mit zahlreichen zivilen Opfern attackiert der CDU-Politiker Russland scharf und droht mit umfangreichen Sanktionen. "Putins Grausamkeit kennt keine Grenzen", kritisiert Wadephul.
Putin setze "seinen Raketenterror auf die Ukrainerinnen und Ukrainer, darunter viele Kinder, mit immer größerer Härte fort", sagte Wadephul der Deutschen Presse-Agentur in Berlin mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Putin werde dennoch scheitern, "am Widerstand der Ukraine – und an unserer fortgesetzten Unterstützung für deren Verteidigung".
Ukraine-Team zu Gespräch mit Trump-Unterhändlern
Ein ukrainisches Verhandlungsteam will am Freitag und Samstag in den USA mit den Unterhändlern von US-Präsident Donald Trump zusammentreffen. Die Delegation werde mit Jared Kushner und Steve Witkoff sprechen, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag gegenüber Journalisten. Die Gespräche sollten zwei Tage dauern. Auch ein europäisches Team solle dazustoßen.
Am Sonntag hatte Selenskyj gesagt, dass die USA neue trilaterale Gespräche der Vereinigten Staaten, Russlands und der Ukraine über ein Ende des Ukraine-Krieges planten. Die von Washington vermittelten Gespräche sollten demnach bis Ende Oktober stattfinden. Die USA stünden dafür mit der Ukraine und Russland in Kontakt.
Schröder feierte offenbar Geburtstag mit Putin
Am Mittwoch zeigte sich Gerhard Schröder in der Filiale der russischen Supermarktkette Globus in Moskau, für die er nun arbeitet. Doch das scheint nicht der einzige Programmpunkt des Altkanzlers in der russischen Hauptstadt gewesen zu sein. Wie die staatliche russische Nachrichtenagentur "Tass" nun berichtet, feierte Schröder später noch mit Kremlchefin Putin dessen 74. Geburtstag.
Altkanzler in Russland: Schröder zeigt sich in Moskauer Markt
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