Ukraine-Krieg: Moldau baut Bunker wegen russischer Drohnen
Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Moldau baut Bunker wegen russischer Drohnen
Moldau will seine Grenzen vor Drohnen schützen. Selenskyj beziffert die Zahl der Toten nach jüngsten russischen Angriffen. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Donnerstag, 8. Oktober
Moldau baut Bunker an Grenzübergängen
Angesichts einer wachsenden Zahl von Drohnenübergriffen rüstet die Republik Moldau ihre Grenzübergänge zur Ukraine auf. Innenministerin Daniella Misail-Nichitin hat am Mittwoch angekündigt, Schutzbauten errichten zu lassen, in denen sich Grenzbeamte und die Zivilbevölkerung in der Nähe bei einem Drohnenangriff in Sicherheit bringen können. Allein im Jahr 2026 drangen russische Drohnen laut Präsidentin Maia Sandu bereits mehr als 45-mal in den moldauischen Luftraum ein.
Gleichzeitig zieht Moldau seine Grenzsoldaten teilweise von ukrainischem Boden ab. Die an den Stationen "Kryva" und "Palanka" auf ukrainischer Seite stationierten Beamten sollen künftig auf moldauisches Territorium verlegt werden. Am Übergang Palanka war zuletzt ein moldauischer Grenzbeamter durch den Einschlag einer Granate verletzt worden. Moldaus Verteidigungsministerium arbeitet unterdessen an Systemen zur Abwehr von Drohnen und Raketen und tauscht Luftlagedaten mit der Ukraine und Rumänien aus.
32 Tote nach russischen Angriffen
Bei einem der schwersten russischen Luftangriffe auf die Ukraine sind am Mittwoch nach ukrainischen Angaben mindestens 32 Menschen getötet und 100 weitere verletzt worden. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem der "niederträchtigsten Angriffe". Die schwersten Verluste gab es in der Stadt Pryluky in der nördlichen Region Tschernihiw, wo eine russische Rakete ein fünfstöckiges Wohnhaus zerstörte. Regionalgouverneur Wjatscheslaw Tschaus zufolge starben dort 22 Menschen, darunter fünf Kinder.
Insgesamt feuerte Russland nach Angaben Selenskyjs in der Nacht 70 Raketen und Dutzende Schahed-Angriffsdrohnen auf die Ukraine ab.
Mittwoch, 7. Oktober
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Russischer Dauerangriff fordert viele Opfer
Der in der Nacht begonnene russische Großangriff auf Städte der Ukraine hat nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mindestens 25 Menschenleben gefordert, unter ihnen fünf Kinder. Die Gesamtzahl der Verletzten gab er mit mindestens 100 an. Bei den Angriffen hatte das russische Militär einen Waffenmix von Drohnen, ballistischen Raketen und Marschflugkörpern eingesetzt. Kremlchef Putin, der am Mittwoch seinen 74. Geburtstag feierte, habe sich dies zum Geschenk gemacht: "Die Ermordung von Kindern, die Ermordung von Menschen."
Allein in der Stadt Pryluky wurden mindestens 18 Menschen getötet und 55 weitere verletzt, wie Selenskyj mitteilte. Unter den Toten waren nach diesen Angaben auch vier Kinder, fünf Kinder wurden verletzt. In der Stadt etwa 120 Kilometer östlich von Kiew sei ein fünfstöckiger Wohnblock getroffen worden. Unter den Trümmern würden noch Verschüttete vermutet. Aus Krementschuk wurden 34 Verletzte nach einem russischen Drohnenangriff gemeldet. In der zentralen Oblast Kirowohrad starben zwei Menschen bei einem Angriff auf einen nicht näher beschriebenen Betrieb, wie die Behörden mitteilten. Drei Menschen seien dabei verletzt worden.
Das russische Militär hat zuletzt seine Angriffe auf Städte und Ballungszentren in der Ukraine verstärkt und nutzt Schwächen in der ukrainischen Abwehr aus. Die ukrainische Flugabwehr leidet unter Munitionsmangel vor allem bei Waffensystemen, mit denen sich ballistische Raketen bekämpfen lassen. Daneben setzt Russland neuartige Drohnen ein, gegen die die ukrainische Flugabwehr noch keine passende Abwehrstrategie entwickelt hat.
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Neue russische Angriffe auf Kiew
Nach der Warnung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vor einem neuen russischen Großangriff ist in der Nacht erneut die Hauptstadt Kiew attackiert worden. Das Portal "The Kyiv Independent" berichtete, Russland habe einen massiven Raketen- und Drohnenangriff auf die Hauptstadt begonnen. In den frühen Morgenstunden seien zahlreiche Explosionen in der Stadt zu hören gewesen, berichteten Reporter. "Eine Rakete nach der anderen schlägt ein. Soweit ich zählen kann, sind es mindestens 10 bis 12 Explosionen. In der Innenstadt ist es ziemlich laut", wurde einer der Reporter zitiert.
Der britische Journalist Tim White schreibt auf X: "Im Morgengrauen senkt sich eine düstere Wolke über Kiew."
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Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete laut dem Portal von einem Angriff auf Gebäude im Bezirk Obolonskyj, die nicht zu Wohnzwecken genutzt werden. Im Bezirk Podilskyj seien Lagerhallen getroffen worden. Auch Journalisten des Mediums berichteten von Angriffen dort, Flammen und Rauch seien zu sehen gewesen. Über Schäden war zunächst nichts bekannt.
Einem anderen Bericht zufolge war es bereits am Abend zu einem Drohnenangriff in der nordostukrainischen Großstadt Sumy gekommen. Die Nachrichtenagentur RBK Ukraine berichtete unter Berufung auf den Bürgermeister von einem Toten und mehreren Verletzten.