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Ukraine-Krieg: Nach Starlink-Streit holt Ukraine Nokia und Iceye an Bord

Allgemein

Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Nach Starlink-Streit: Ukraine zieht Konsequenzen

Trump meldet die Wiederherstellung der Starlink-Verbindungen, Kiew widerspricht. Die Ukraine will unabhängiger von dem System werden. Alle Nachrichten im Newsblog.

Freitag, 23. Oktober

Ukraine widerspricht Trump: Starlink weiter eingeschränkt

Die Ukraine hat Berichten über eine Aufhebung der Starlink-Beschränkungen widersprochen. Ein ukrainischer Regierungsvertreter sagte dem "Kyiv Independent", dass die Geschwindigkeitsgrenze von 161 Kilometern pro Stunde für die militärische Nutzung des Satelliteninternets weiterhin gelte. "Im Großen und Ganzen hat sich nirgendwo etwas geändert", sagte er. Die gegenteiligen Behauptungen seien "alle falsch".

Zuvor hatte das "Wall Street Journal" berichtet, dass US-Präsident Donald Trump SpaceX-Chef Elon Musk telefonisch aufgefordert habe, die Einschränkungen aufzuheben. Danach soll sich die Verbindung verbessert haben. Trump erklärte ebenfalls, Musk habe den Dienst wiederhergestellt. Die seit dem 14. Oktober geltende Beschränkung erschwert der Ukraine unter anderem den Einsatz schneller Abfangdrohnen gegen russische Angriffe. Wer die Drosselung veranlasst hat, ist weiterhin unklar.

Ukraine prüft eigenes Satellitennetz mit Nokia und Iceye

Die Ukraine will bei ihrer militärischen Kommunikation unabhängiger werden. Das Verteidigungsministerium hat mit dem finnischen Satellitenunternehmen Iceye und dem Netzwerkausrüster Nokia eine Absichtserklärung über die Entwicklung eines eigenen Satellitenkommunikationssystems unterzeichnet, wie die Unternehmen mitteilten. Die Vereinbarung wurde beim Besuch des finnischen Ministerpräsidenten Petteri Orpo in Kiew bekannt gegeben.

Ziel ist ein sicheres Kommunikationsnetz, über dessen Satelliten, Bodenstationen und Endgeräte die Ukraine selbst die Kontrolle hätte. Damit soll die Verbindung auch dann gewährleistet bleiben, wenn Kommunikationsnetze am Boden durch russische Angriffe ausfallen.

Putin: Wollen wieder reden

Nach einem Gespräch mit US-Unterhändler Steve Witkoff über ein Ende des Ukraine-Kriegs zeigt sich Kremlchef Wladimir Putin verhandlungsbereit. "Wir haben vereinbart, dass wir bereit sind, unsere dreiseitigen Kontakte wieder aufzunehmen", sagte Putin dem kremlnahen Korrespondenten des Staatsfernsehens, Pawel Sarubin, mit Blick auf frühere Gespräche mit US- und ukrainischen Vertretern. Neue Vorschläge zu einer Friedenslösung machte er nicht. Wolodymyr Selenskyj hatte am Mittwoch erneut betont, dass er ein Einfrieren der Front unterstützen würde.

Der US-Unterhändler Witkoff hatte sich nach Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und europäischen Regierungsvertretern einen Tag später mit Putin in Sankt Petersburg getroffen. Nach dem Treffen hatte Putins Berater Juri Uschakow neue Verhandlungen mit Moskau, Kiew und Washington für Mitte November in Aussicht gestellt.

Donnerstag, 22. Oktober

Drei Tote bei russischen Angriffen

Bei einem russischen Angriff sind drei Menschen im Südosten der Ukraine ums Leben gekommen. Der Angriff habe ein Privathaus in Saporischschja getroffen, teilte die Militärverwaltung mit. Ein Mann (37) und zwei Frauen (38, 69) kamen demnach ums Leben. Zur Art der Attacke machten die Behörden zunächst keine Angaben.

Ebenfalls infolge eines Einschlags in ein Wohnhaus wurden in dem westlich von Kiew gelegenen Gebiet Schytomyr neun Menschen verletzt, wie der Chef der Militärverwaltung der Region, Witalij Bunetschko, bei Telegram schrieb. Darunter seien zwei Minderjährige. Zwei Verletzte seien ins Krankenhaus gebracht worden. Russland setzte demnach eine Drohne ein.

Trump: Starlinkverbindungen wiederhergestellt

Elon Musk hat nach Angaben von US-Präsident Donald Trump den Zugang der Ukraine zum Satellitennetzwerk Starlink wiederhergestellt. Ob er mit Musk über das Thema gesprochen habe, will Trump auf Nachfrage von Journalisten nicht sagen. Die Ukraine ist für ihre Kommunikation auf dem Schlachtfeld und den Einsatz von Drohnen auf Starlink angewiesen. Eine Drosselung des Dienstes hatte nach ukrainischen Angaben zuletzt die militärischen Aktivitäten im Kampf gegen Russland eingeschränkt.

Trump spricht mit Musk – Starlink wohl weiter gedrosselt

Die Einschränkungen beim Starlink-Internetdienst für die Ukraine belasten weiter das Verhältnis zwischen Washington und Kiew. Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge telefonierte US-Präsident Donald Trump am Mittwoch mit Unternehmer Elon Musk, dessen Firma SpaceX das satellitengestützte Internet anbietet. In dem Gespräch soll Trump Musk gebeten haben, die Einschränkungen des Dienstes für die Ukraine aufzuheben.

Kiew beklagt seit einer Woche, dass die Verbindung zu den Starlink-Satelliten bei einer Geschwindigkeit von mehr als 160 Kilometern pro Stunde abreißt – und damit den Einsatz von Kampfdrohnen an der Front erschwert. Zunächst schoben sich die US-Regierung und Musk gegenseitig die Schuld an den Starlink-Ausfällen zu. Übereinstimmenden US-Berichten zufolge soll Musk die Geschwindigkeitsdrosselung selbst veranlasst haben. Zu den Berichten geäußert haben sich aber weder Musk noch SpaceX.

Unklar ist, ob das Telefonat zwischen Trump und Musk am Mittwoch zur Aufhebung der Starlink-Drosselung in der Ukraine geführt hat. So berichtete die britische Zeitung "The Economist" am Donnerstag unter Berufung auf Quellen in der ukrainischen Armee, dass sich die Funktionen von Starlink normalisiert hätten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dagegen beklagte am Abend, dass die Geschwindigkeit noch nicht wiederhergestellt worden sei. Er hoffe auf Gespräche mit dem US-Außenminister in den kommenden Tagen, so Selenskyj.

US-Regierung alarmiert: "Dieses Verhalten entspricht einem Waffeneinsatz im All"

Ein russischer Militärsatellit verfolgt einen Satelliten, der die Ukraine mit Bildern versorgt. Jetzt äußert sich auch die US-Regierung alarmiert. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.

"Auf ihrem eigenen Terrain ausmanövriert": Ukraine überrumpelt russische Soldaten mit neuer Taktik

Durch stillgelegte Gasleitungen sind ukrainische Soldaten 15 Kilometer weit unbemerkt vorgerückt. Die Militärführung bezeichnet die Operation als weltweit erste groß angelegte unterirdische Gegenoffensive. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.

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