Ukraine-Krieg: Nato sagt Selenskyj in Gipfel-Erklärung Milliardenhilfen zu
Newsblog zum Krieg in der Ukraine Nato-Gipfel: Trump kündigt Patriot-Deal an Aktualisiert am 08.07.2026 - 15:26 UhrLesedauer: 11 Min. Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Die Nato sagt der Ukraine Milliarden zu. In Kiew schlagen erneut Raketen ein. Alle Entwicklungen im Newsblog. Mittwoch, 8. Juli Trump: USA werden der Ukraine den Bau von Patriot-Raketen erlauben Die USA werden der Ukraine den Bau von Patriot-Raketen erlauben. Das erklärte US-Präsident Donald Trump bei einer Pressekonferenz mit seinem ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj in Ankara. Trump sagte wörtlich: "Wir werden euch die Lizenz erteilen, Patriots zu bauen. Das ist ziemlich cool, oder? Der Hersteller weiß davon noch nichts, aber das wird klappen. Ich bin sicher, sie werden begeistert sein." Gipfel-Erklärung: Nato sagt Selenskyj Milliarden zu Die von Russland angegriffene Ukraine hat beim Nato-Gipfel in Ankara eine neue Zusage für milliardenschwere Militärhilfen erhalten. Für dieses Jahr sagen Verbündete 70 Milliarden Euro für Ausrüstung, Unterstützung und Ausbildung zu. 2027 soll die Militärhilfe mindestens auf diesem Niveau fortgesetzt werden, wie aus der am Nachmittag von den Staats- und Regierungschefs angenommenen Gipfelerklärung hervorgeht. Insgesamt geht es damit um 140 Milliarden Euro. Ein EU-Hilfspaket wird dabei allerdings mitgerechnet. Über dieses soll die Ukraine bis Ende 2027 rund 60 Milliarden Euro für verteidigungsrelevante Ausgaben bekommen. Unter dem Strich bleiben damit noch rund 80 Milliarden Euro, die Nato-Staaten aus ihren nationalen Haushalten stemmen müssen. Außerdem kündigten die Nato-Staaten neue Rüstungsverträge im Umfang von "mehr als 50 Milliarden US-Dollar" (mehr als 43 Mrd. Euro) an. Im Text der Abschlusserklärung heißt es zudem, man verpflichte sich dazu, die gemeinsamen Produktionskapazitäten auszubauen. Bundeskanzler Friedrich Merz sieht die Zusagen als wegweisend an. "Dem Kreml dürfte langsam klar sein, dass sich Russland in diesem Krieg nicht durchsetzen und seine Kriegsziele nicht erreichen wird", hatte der CDU-Politiker bereits zum Auftakt des Spitzentreffens gesagt. Der Gipfel in Ankara könne einen Einschnitt in diesem Krieg markieren Ukraine legt eine der größten russischen Raffinerien lahm Die Ukraine hat ihre Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur erneut ausgeweitet. Neben intensiven Angriffen auf Schiffe der russischen Schattenflotte im Asowschen Meer haben die ukrainischen Streitkräfte verschiedene Ölraffinerien im russischen Hinterland attackiert. Das ukrainische Militär scheint dabei die Reichweite seiner Angriffe stetig auszuweiten. Zu Beginn der Woche verkündete der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass eine "Langstrecken-Sanktion" eine Ölraffinerie im sibirischen Omsk getroffen habe – etwa 2.500 Kilometer von der Ukraine entfernt. Putins Gesandter für die Region, Anatoli Seryschew, bestätigte den Angriff und teilte mit, dass der Betrieb der Anlage vorübergehend eingestellt werden musste. Empfohlener externer Inhalt Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen X -Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren X -Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren. X-Inhalte immer anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen. Mit einer Verarbeitungskapazität von rund 22 Millionen Tonnen Öl jährlich zählt die Anlage nahe der Grenze zu Kasachstan zu den größten Raffinerien Russlands. Durch den Produktionsausfall ist es wahrscheinlich, dass sich die ohnehin schon prekäre Versorgung mit Treibstoff an russischen Tankstellen weiter zuspitzt. Weiter hat die Ukraine in der Nacht zum Mittwoch auch die russische Ölraffinerie Saratow und eine petrochemische Anlage in Tatarstan angegriffen. Das russische Verteidigungsministerium habe vor einem möglichen Drohnenangriff in der Region gewarnt, sagte der Gouverneur des Gebiets Saratow, Roman Busargin, am frühen Abend. Saratow liegt etwa 460 Kilometer (285 Meilen) östlich der ukrainischen Grenze zu Russland in der Nähe des Gebiets Luhansk in der Ostukraine. Kiew von Serie von Explosionen erschüttert Kiew ist am Mittwochmorgen von einer Serie von Explosionen erschüttert worden. Wie Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP aus der ukrainischen Hauptstadt berichteten, erfolgte die erste heftige Explosion noch vor Ertönen der Luftschutzsirenen. "Der Feind greift die Hauptstadt mit ballistischen Raketen an. Bleiben Sie in den Schutzräumen", schrieb Bürgermeister Vitali Klitschko in Onlinenetzwerken. Durch die russischen Angriffe gerieten Klitschko zufolge mehrere Lagerhallen sowie ein weiteres "Nicht-Wohngebäude" in Brand. Die neue Angriffswelle erfolgte nur einen Tag, nachdem durch Attacken der Truppen Moskaus in der Ukraine nach Behördenangaben mindestens 30 Menschen getötet worden waren. Die Ukraine braucht nach eigenen Angaben dringend Nachschub für ihre Luftabwehr. Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte am Dienstag unmittelbar vor dem Nato-Gipfel in Ankara "mehr Entschlossenheit" bei der Versorgung seines Landes. Die "oberste Priorität" der Ukraine sei derzeit, "mehr Luftabwehrraketen zu bekommen", sagte Selenskyj auf dem Nato-Rüstungsforum in der türkischen Hauptstadt. Dienstag, 7. Juli Ukraine schließt weitere Drohnen-Abkommen Die Ukraine schließt nach eigenen Angaben am Rande des Nato-Gipfels in Ankara drei weitere Drohnen-Abkommen mit Dänemark, Estland und den Niederlanden ab. Damit steige die Zahl dieser Vereinbarungen auf neun, erklärt Präsident Wolodymyr Selenskyj. Sein Land gebe dabei die im Krieg gegen Russland gewonnene Expertise weiter. Zudem sei es das Hauptziel der Ukraine bei dem Treffen in der türkischen Hauptstadt, weitere Luftverteidigungssysteme zu erhalten. Loading... Loading... Loading... Selenskyj fordert von Nato "mehr Entschlossenheit" bei Flugabwehr der Ukraine Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat von den Nato-Ländern "mehr Entschlossenheit" bei der Versorgung seines Landes mit Flugabwehrfähigkeiten gefordert. Die "oberste Priorität" der Ukraine sei derzeit, "mehr Flugabwehrraketen zu bekommen", sagte Selenskyj auf dem Nato-Rüstungsforum in Ankara am Dienstag. "Alles andere sind wir in der Lage, selbst zu leisten", betonte er. "Wenn es um die Luftverteidigung geht, brauchen wir den entschlossenen Willen unserer Partner", sagte Selenskyj. "Bitte sorgen Sie dafür, dass mehr Entschlossenheit und mehr Entscheidungen für die Luftverteidigung zu den wichtigsten Ergebnissen dieses Nato-Gipfels in Ankara gehören", fuhr er fort.