Ukraine-Krieg: Neue Brücke von Russland nach Nordkorea weckt Befürchtungen
Großprojekt mit Nordkorea Dieser Bau wird Putins Kriegsmaschine stärken Von t-online, FIN 28.07.2026 - 14:35 UhrLesedauer: 2 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Zwischen Nordkorea und Russland entsteht erstmals eine Straßenbrücke. Beobachter befürchten einen militärischen Zweck des Großprojekts. Eine neue Brücke zwischen Russland und Nordkorea steht kurz vor der Fertigstellung. Bei dem Großprojekt handelt es sich um die erste Straßenverbindung der beiden Länder überhaupt. Laut offiziellen Angaben sollen dadurch die Handelsbeziehungen ausgebaut werden, sowie der Tourismus in der Region gefördert werden. Die 2014 gegründete ukrainische Menschenrechtsorganisation "Truth Hounds" geht jedoch davon aus, dass dieses Projekt in Wahrheit militärischen Zwecken dienen soll. Bislang findet der Handel zwischen Russland und Nordkorea über den Transport auf der Schiene statt. Das soll sich nun ändern. Einen Kilometer lang erstreckt sich die neue Brücke über den Tumen-Fluss, die den Austausch zwischen den beiden Ländern nun ausbauen soll. Aus ukrainischer Sicht ist entscheidend, dass durch die Verlagerung des Handels auf die Straße mögliche militärische Bewegungen nur noch sehr viel schwerer zu Überwachen sind. Russland ist beim Bau der Brücke im Verzug So würden sich beispielsweise aus Satellitenbildern von Lkw-Transporten bald wesentlich schwieriger Rückschlüsse ziehen lassen, ob diese nun militärischer Natur sind oder nicht, sagte der Leiter von "Truth Hounds", Nazar Myhun, dem britischen "Guardian". Die neue Brücke entsteht neben der 1959 eröffneten "Freundschaftsbrücke", einer Eisenbahnbrücke zwischen den beiden Ländern, die aufgrund unterschiedlicher Spurweiten beider Länder an der Grenze zu erheblichen Verzögerungen führt. Der Bau der neuen Brücke wurde im Juni 2024 besiegelt und begann, nachdem die Nachbarländer ihre Beziehungen anlässlich des 80. Jahrestages des Sieges über Japan noch einmal vertieften. Der russische Verkehrsminister äußerte sich positiv über das Projekt, seiner Ansicht nach würden so die Handelsbeziehungen beider Länder gestärkt, sowie die Logistik verbessert. Dennoch gab es beim Bau Probleme auf russischer Seite: Während Nordkorea ihren Teil des Baus schon vor offiziellem Eröffnungsdatum des 19. Juni fertigstellte, geriet Russland in Verzug und stellte den Bau auf ihrer Seite bis heute nicht fertig. Möglicher neuer Knotenpunkt im Ukraine-Krieg Nicht nur die Tatsache, dass Russland und Nordkorea aktuell ihre militärischen Beziehungen ausbauen und vertiefen, sondern auch die vergleichsweise hohen Kosten des Projektes von etwa 100 Millionen US-Dollar lässt die Organisation "Truth Hounds" zum Schluss kommen, dass die Brücke als neuer strategischer Knotenpunkt im Ukraine-Krieg dienen könnte. Myhun warnt davor, dass durch die neue Verbindung nordkoreanische Truppen und russische Güter zwischen den Ländern bewegt werden könnten. Bisher kämpften rund 14.000 Soldaten aus Nordkorea im Ukraine-Krieg. Jüngst warnte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj davor, dass bereits weitere 30.000 Nordkoreaner nachziehen könnten. Insgesamt kamen mehr als 2.000 von ihnen bei Gefechten ums Leben.