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Ukraine-Krieg News: Kreml widerspricht Spekulationen zu neuen Gesprächen

Welt

Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Russland reagiert auf Spekulationen zu Verhandlungen

Russland widerspricht Spekulationen zu neuen Gesprächen. Der CIA-Chef zeigt wohl Moskau die bittere Kriegsbilanz auf. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Freitag, 28. August

Laut Kreml soll es aktuell keine Friedensgespräche geben

US-amerikanische Vermittlungsbemühungen für ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges verliefen bisher im Sande. Der Kreml reagiert nun auf Spekulationen über eine Wiederaufnahme der Gespräche. Demnach führt Moskau aktuell keine Friedensgespräche mit der Ukraine. "Dieses Thema befindet sich gerade in einer tiefen Pause", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow, wie russische Nachrichtenagenturen berichteten. Es gebe keine neuen Ideen. Gleichzeitig kenne Kiew die russischen Forderungen "ausgezeichnet".

Tags zuvor hatte der Chef des ukrainischen Präsidentenbüros, Kyrylo Budanow, gegenüber Journalisten die Wiederaufnahme von Gesprächen mit Russland im September nicht ausgeschlossen.

Die Ukraine wehrt sich seit über viereinhalb Jahren gegen die russische Invasion. Die USA drängen Moskau und Kiew seit längerem zu einem Friedensschluss. Für August erwartete Reisen der US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner in die verfeindeten Staaten blieben aus.

Selenskyj: Ukraine greift russisches Raketenflugzeug an

Die Ukraine hat Präsident Wolodymyr Selenskyj zufolge ein russisches Tu-95MS-Raketenflugzeug auf dem Stützpunkt Engels angegriffen. "Das sind die Flugzeuge, die Angriffe gegen die Ukraine fliegen", erklärt Selenskyj auf X. Der Angriff sei von der Alpha-Einheit des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU durchgeführt worden.

Ölraffinerie brennt wohl nach ukrainischem Angriff

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben eine Ölraffinerie im russischen Jaroslawl angegriffen. Dies teilt der ukrainische Generalstab auf Telegram mit. Vor Ort sei ein Feuer ausgebrochen. Jaroslawl liegt etwa 280 Kilometer nördlich von Moskau. Russische Behörden berichteten zunächst von einer Industrieanlage, die von den Trümmerteilen einer ukrainischen Drohne getroffen worden sei. Wie Gouverneur Michail Jewrajew mitteilte, sei ein Mensch bei dem Angriff getötet worden. 27 weitere Menschen seien verletzt worden.

Drohne trifft Supermarkt in der Region Moskau

Eine Drohne ist in einen Supermarkt des russischen Einzelhändlers Magnit in der Stadt Pawlowski Possad in der Region Moskau eingeschlagen. Es seien auch Schäden an einem nahegelegenen Gesundheitszentrum entstanden, sagt der Gouverneur der Region Moskau, Andrej Worobjow, auf Telegram. Das Gesundheitszentrum bleibe jedoch geöffnet.

CIA-Chef drängt Russland offenbar zu Friedensverhandlungen

CIA-Direktor John Ratcliffe hat Russland bei seinem Besuch in Moskau laut der "New York Times" (NYT) zu ernsthaften Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Krieges gedrängt. Gegenüber FSB-Chef Alexander Bortnikow habe Ratcliffe die militärische und wirtschaftliche Lage Russlands als düster beschrieben und davor gewarnt, dass sie sich weiter verschlechtern werde, berichtet die "NYT" unter Berufung auf amtierende und ehemalige Regierungsvertreter.

Ratcliffe habe keine konkreten Konsequenzen für den Fall angedroht, dass Präsident Wladimir Putin den Krieg fortsetzt. Die US-Regierung hoffe jedoch, dass der Kreml die Einschätzung eines Geheimdienstchefs ernster nehme als Botschaften über diplomatische Kanäle. CIA-Analysten bezweifeln dem Bericht zufolge seit Langem, dass Putins Berater ihm ein ehrliches Bild von den Verlusten und dem Verlauf des Krieges vermitteln.

Vor dem Treffen versicherte Ratcliffe ukrainischen Geheimdienstvertretern demnach, lediglich Russlands Positionen ausloten zu wollen. Zugeständnisse im Namen der Ukraine habe er nicht angeboten. Ob die Mission eine Änderung der amerikanischen Russland-Politik einleitet, ist bislang unklar. Am Donnerstag gab es Berichte, nach denen Ratcliffe Russland bei dem Besuch in Moskau vor einem Angriff auf die Nato gewarnt hat.

Postfirma beklagt kaputte Anlagen durch russische Angriffe

Bei neuen russischen Angriffen auf die Ukraine sind in der Nähe von Kiew Sortierzentren des privaten Post- und Kurierunternehmens Nova Poshta Unternehmensangaben zufolge zerstört worden. Auch in der nördlichen Stadt Sumy seien solche Zentren zerstört worden, teilt Nova Poshta auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Vier gelenkte Luftbomben hätten das Terminal in Sumy getroffen und zudem drei Lastwagen beschädigt. Alle Mitarbeiter seien unversehrt. Der Betrieb laufe weiter. Die Einrichtungen von Nova Poshta wurden seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Februar 2022 wiederholt attackiert.

Stundenlanger russischer Luftangriff erschüttert Kiew

Russland hat Kiew am Donnerstag über viele Stunden hinweg mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen angegriffen. Explosionen und Flugabwehrfeuer waren nach Angaben des "Kyiv Independent" vom frühen Morgen bis in den Abend zu hören. Mindestens vier Menschen wurden verletzt. Trümmer beschädigten unter anderem zwei Schulen, eine Sportanlage und ein Wohnhaus.

Bei den Angriffen setzte Russland auch strahlgetriebene Drohnen auf Basis des iranischen Shahed-Modells ein. Sie sind deutlich schneller als herkömmliche Drohnen und stellen die ukrainische Flugabwehr vor große Probleme. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe wurden landesweit sieben ballistische Raketen, ein Onyx-Flugkörper, drei Banderol-Marschflugkörper sowie 222 Drohnen abgefangen. Auch aus Odessa und Saporischschja wurden Explosionen gemeldet.

Russland soll Indonesier rekrutieren

Der ukrainische Auslandsgeheimdienst SZRU hat nach eigenen Angaben Beweise dafür erhalten, dass Russland gezielt Bürger Indonesiens für den Krieg gegen die Ukraine anwirbt. Das teilte der Dienst über seinen Telegram-Kanal mit, wie die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform berichtet.

Der SZRU erklärte, dem Dienst lägen Dokumente zu mindestens acht indonesischen Staatsbürgern vor, die rekrutiert worden seien.

Nach Angaben des Geheimdienstes geht Russland dabei nach einem bereits erprobten Muster vor: Ausländern werde eine hohe Bezahlung, angeblich ungefährliche Tätigkeiten abseits der Kampfhandlungen, eine beschleunigte russische Staatsbürgerschaft sowie diverse soziale Vergünstigungen in Aussicht gestellt.

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