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Ukraine-Krieg | Offenbar mehr Suizide bei russischen Soldaten

Welt

Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Ukraine: Mehr Suizide bei russischen Soldaten

Der ukrainische Präsident äußert sich zu neuen Friedensgesprächen. Die Ukraine meldet mehr Suizide russischer Soldaten in einer Region. Alle Nachrichten im Newsblog.

Donnerstag, 22. Oktober

Strack-Zimmermann über Musk empört

Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Europaparlament, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), hat empört auf US-Medienberichte reagiert, wonach der Tech-Milliardär Elon Musk persönlich hinter der Drosselung des wichtigen Satelliten-Internetdienstes Starlink in der Ukraine stecken soll. Musk spiele sich auf als Herr über Leben und Tod, sagte Strack-Zimmermann den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). "Wie krank und verroht muss man sein?", fragte die FDP-Politikerin.

Zugleich forderte sie, dass Europa rasch eigene leistungsfähige Kommunikationssysteme aufbaut. "Auch wenn es nicht von jetzt auf gleich sein wird. Es ist unser Ziel, schnellstmöglich unabhängiger von der Technologie der USA zu werden. Tempo, Tempo, Tempo ist angesagt."

In der ukrainischen Frontregion Huljajpole nahe Saporischschja häufen sich nach ukrainischen Militärangaben Fälle, in denen russische Infanteristen Suizid begehen. Sie versuchten, in kleinen Gruppen vorzurücken, und zwar ohne ausreichende Unterstützung, stabile Kommunikation und Evakuierungsmöglichkeiten, heißt es. Videos auf Telegram zeigen einen Soldaten, der offenbar verwundet ist und dann eine Handgranate zündet.

Das teilte das 7. Luftsturmkorps auf Telegram mit. "In Richtung Huljajpole werden Fälle von Selbsttötungen russischer Infanteristen häufiger", heißt es in der Mitteilung. Genaue Zahlen wurden nicht genannt. Das 7. Korps der ukrainischen Streitkräfte betonte aber, dass solche Fälle in seinem Verantwortungsbereich keine Einzelfälle seien.

Hinweis der Redaktion: Berichte über Suizide können wissenschaftlichen Studien zufolge Anreiz für Nachahmungen geben. Wir berichten daher nur dann über Selbsttötungen, wenn die Betroffenen besonders prominent oder die Begleitumstände außergewöhnlich sind. Falls Sie selbst viel über den eigenen Tod nachdenken oder sich um einen Mitmenschen sorgen, finden Sie hier sofort und anonym Hilfe.

Russische Raketen treffen Kiew

Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist nach Militärangaben von Russland am späten Abend mit ballistischen Raketen beschossen worden. Die höchste Alarmstufe wurde um 22.06 Uhr Ortszeit (21.06 Uhr MESZ) ausgelöst. Nur zwei Minuten später meldete die ukrainische Luftwaffe den Anflug mehrerer Raketen. Medien berichteten von lauten Explosionen über der Stadt.

Eine zweite Angriffswelle folgte etwa anderthalb Stunden später, ohne dass neue Einschläge gemeldet wurden. Dies könnte auf eine erfolgreiche Abwehr hindeuten. Der Raketen- und Drohnenalarm hatte gegen Mitternacht Ortszeit (23.00 Uhr MESZ) fast die gesamte Ukraine erfasst.

Mittwoch, 21. Oktober

Selenskyj: "Das ist ein echter Weg, diesen Krieg zu beenden"

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist nach eigenen Angaben bereit, im Ukraine-Krieg die derzeitigen Frontlinien zu akzeptieren und damit den langjährigen Konflikt zu beenden. "Ja, wir müssen jetzt die Frontlinien einfrieren", sagte er dem US-Senders Fox News und ergänzte: "Ich denke, das ist ein echter Weg, diesen Krieg zu beenden."

Selenskyj sagte zudem, dass das Einfrieren der Frontlinien und eine Waffenruhe das "absolute Minimum" sei, "was wir heute von Russland fordern." US-Unterhändler Steve Witkoff überbrachte Kremlchef Putin am Mittwoch in Sankt Petersburg neue Vorschläge für eine Beendigung des Kriegs. Zuvor hatte er Selenskyj und andere europäische Staatschefs in Oslo getroffen. Ein Ergebnis der Pendeldiplomatie ist, dass Russland sich zu einer Fortsetzung dreiseitiger Gespräche mit den USA und der Ukraine im November offen zeigt. Lesen Sie hier mehr zu Selenskyjs Vorschlag.

Düstere Prognose: Europa droht jahrzehntelanger Konflikt mit Russland

Selbst ein Ende des Ukraine-Kriegs dürfte Europa und Russland kaum versöhnen, warnt ein Experte. Er rechnet mit Jahrzehnten der Konfrontation. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.

"Größte Sorge": Merz warnt vor "permanenten" russischen Attacken

Kanzler Friedrich Merz (CDU) hat vor mittlerweile täglichen hybriden Angriffen Russlands auf Deutschland gewarnt und gleichzeitig eine Kapitulation der Ukraine abgelehnt. "Meine größte Sorge ist im Moment nicht unsere Wirtschaft, nicht die Europäische Union, nicht Amerika und nicht China", sagte Merz am Mittwoch beim Berlin Global Dialogue (BGD). "Meine größte Sorge sind die Auswirkungen Russlands auf unsere Gesellschaft und die Art und Weise, wie es ihnen gelingt, unsere Gesellschaften zu destabilisieren." Man erlebe permanent Angriffe Russlands und müsse widerstandsfähig werden. Die fortwährenden Desinformationen aus Moskau würden auch noch von einer Partei geschürt, sagte er in Anspielung auf die AfD.

Deshalb sei auch klar, warum Deutschland die Ukraine weiter in ihrem Abwehrkampf gegen den russischen Angreifer unterstütze. "Das ist nicht nur ein Krieg in der Ukraine. Das ist ein grundlegender Angriff auf die gesamte politische Ordnung, die wir nach 1990 erreicht haben", sagte er. Mit Blick auf die neuen Russland-Avancen von US-Präsident Donald Trump fügte der Kanzler hinzu: "Eine Kapitulation – oder gar eine bedingungslose Kapitulation der Ukraine – kommt nicht infrage. Denn das wäre eine Kapitulation von uns allen." Deutschland und die Europäer unterstützten die Ukraine im eigenen Interesse.

Regierungssprecher Stefan Kornelius bestätigte, dass der außen- und sicherheitspolitische Berater des Kanzlers bei den Gesprächen in Oslo zwischen dem US-Sondergesandten Steve Witkoff, dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, dem norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre und dem finnischen Präsidenten Alexander Stubb anwesend gewesen sei. Für die Bundesregierung sei klar, dass es keine Vereinbarung über die Köpfe der Ukraine und der Europäer hinweg geben könne.

Ärger um Musk-Dienst: Jetzt muss sich die Ukraine neu orientieren

Nach Einschränkungen des Satellitendienstes Starlink prüft ein großer ukrainischer Drohnenhersteller Alternativen. Die Abhängigkeit von Elon Musks Unternehmen wird für die Ukraine zunehmend zum Problem. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.

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