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Ukraine-Krieg | Polen soll Waffen zurückhalten - Ministerium reagiert

Welt

Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Wirbel um Waffenlieferung aus Polen – Ministerium reagiert

Der ukrainische Präsident äußert sich zu neuen Friedensgesprächen. Polen hält möglicherweise Waffen für die Ukraine zurück. Alle Nachrichten im Newsblog.

Donnerstag, 22. Oktober

Vorwürfe gegen Polen – Ministerium reagiert

Polen soll die Lieferung eines großen Waffenpakets an die Ukraine vorerst gestoppt haben. Das berichtet das ukrainische Nachrichtenportal "RBC Ukraine" unter Berufung auf eine ungenannte Quelle. Auslöser sei ein Beschluss des Regionalrats von Lwiw, heißt es in dem Artikel. Die Abgeordneten in der westukrainischen Stadt hatten am Dienstag dafür gestimmt, 2027 zum Jahr der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA), ihres Kommandeurs Roman Schuchewytsch und des Politikers Oleh Olschytsch zu erklären.

Das Verteidigungsministerium in Warschau weist den Bericht entschieden zurück. Auf Anfrage der polnischen Zeitung "Fakt" erklärte Ministeriumssprecher Janusz Sejmej, die Information sei falsch. Polen stehe weiterhin an der Seite der Ukraine, keine Waffenlieferung werde zurückgehalten.

Die UPA wird in Polen für die Massaker in Wolhynien verantwortlich gemacht, bei denen 1943 und 1944 Zehntausende polnische Zivilisten getötet wurden. Laut der Quelle erfolgte die Abstimmung genau in dem Moment, als Warschau die Militärhilfe vorbereitete. Nun werde über Hintergrundkanäle intensiv daran gearbeitet, "ein Problem zu lösen, das aus dem Nichts geschaffen wurde".

Klitschko: Teile von U-Bahn-Brücke beschädigt

Bei einem Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind Teile einer U-Bahn-Brücke beschädigt worden. Betroffen sei die Südbrücke über den Fluss Dnipro, teilt Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram mit.

Toter bei Angriff auf Atomkraftwerk Saporischschja

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf das russisch besetzte Atomkraftwerk Saporischschja ist nach Angaben der dortigen Verwaltung ein Fahrer getötet worden. Die von Russland eingesetzte Verwaltung des größten europäischen Atomkraftwerks teilte mit, Busse mit Mitarbeitern seien zwei Tage in Folge angegriffen worden.

Die Angriffe seien gezielt und stellten eine direkte Bedrohung für das Personal dar. Eine ukrainische Stellungnahme liegt zunächst nicht vor. Beide Seiten werfen sich seit der Besetzung des Kraftwerks durch russische Truppen im Februar 2022 gegenseitig vor, die Sicherheit der Anlage zu gefährden.

Strack-Zimmermann über Musk empört

Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Europaparlament, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), hat empört auf US-Medienberichte reagiert, wonach der Tech-Milliardär Elon Musk persönlich hinter der Drosselung des wichtigen Satelliten-Internetdienstes Starlink in der Ukraine stecken soll. Musk spiele sich auf als Herr über Leben und Tod, sagte Strack-Zimmermann den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). "Wie krank und verroht muss man sein?", fragte die FDP-Politikerin.

Zugleich forderte sie, dass Europa rasch eigene leistungsfähige Kommunikationssysteme aufbaut. "Auch wenn es nicht von jetzt auf gleich sein wird. Es ist unser Ziel, schnellstmöglich unabhängiger von der Technologie der USA zu werden. Tempo, Tempo, Tempo ist angesagt."

In der ukrainischen Frontregion Huljajpole nahe Saporischschja häufen sich nach ukrainischen Militärangaben Fälle, in denen russische Infanteristen Suizid begehen. Sie versuchten, in kleinen Gruppen vorzurücken, und zwar ohne ausreichende Unterstützung, stabile Kommunikation und Evakuierungsmöglichkeiten, heißt es. Videos auf Telegram zeigen einen Soldaten, der offenbar verwundet ist und dann eine Handgranate zündet.

Das teilte das 7. Luftsturmkorps auf Telegram mit. "In Richtung Huljajpole werden Fälle von Selbsttötungen russischer Infanteristen häufiger", heißt es in der Mitteilung. Genaue Zahlen wurden nicht genannt. Das 7. Korps der ukrainischen Streitkräfte betonte aber, dass solche Fälle in seinem Verantwortungsbereich keine Einzelfälle seien.

Hinweis der Redaktion: Berichte über Suizide können wissenschaftlichen Studien zufolge Anreiz für Nachahmungen geben. Wir berichten daher nur dann über Selbsttötungen, wenn die Betroffenen besonders prominent oder die Begleitumstände außergewöhnlich sind. Falls Sie selbst viel über den eigenen Tod nachdenken oder sich um einen Mitmenschen sorgen, finden Sie hier sofort und anonym Hilfe.

Russische Raketen treffen Kiew

Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist nach Militärangaben von Russland am späten Abend mit ballistischen Raketen beschossen worden. Die höchste Alarmstufe wurde um 22.06 Uhr Ortszeit (21.06 Uhr MESZ) ausgelöst. Nur zwei Minuten später meldete die ukrainische Luftwaffe den Anflug mehrerer Raketen. Medien berichteten von lauten Explosionen über der Stadt.

Eine zweite Angriffswelle folgte etwa anderthalb Stunden später, ohne dass neue Einschläge gemeldet wurden. Dies könnte auf eine erfolgreiche Abwehr hindeuten. Der Raketen- und Drohnenalarm hatte gegen Mitternacht Ortszeit (23 Uhr MESZ) fast die gesamte Ukraine erfasst.

Mittwoch, 21. Oktober

Selenskyj: "Das ist ein echter Weg, diesen Krieg zu beenden"

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist nach eigenen Angaben bereit, im Ukraine-Krieg die derzeitigen Frontlinien zu akzeptieren und damit den langjährigen Konflikt zu beenden. "Ja, wir müssen jetzt die Frontlinien einfrieren", sagte er dem US-Senders Fox News und ergänzte: "Ich denke, das ist ein echter Weg, diesen Krieg zu beenden."

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