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Ukraine-Krieg: Putin feiert Eroberung im Donbass

Welt

Startseite Politik Russland meldet Einnahme von Kostjantyniwka – Selenskyj kontert mit brisantem Treffen-Angebot an Putin Von: Bedrettin Bölükbasi Uns auf Google folgen Putins Soldaten wollen Kostjantyniwka eingenommen haben. Für die Stadt laufen seit Monaten heftige Kämpfe. Doch Selenskyj wittert eine russische Lüge. Moskau/Kiew – Moskau hat am Freitag die Einnahme der ostukrainischen Stadt Kostjantyniwka gemeldet. Die Ukraine dementiert dies. „Kostjantyniwka ist komplett eingenommen. Die Stadt steht nun vollständig unter unserer Kontrolle“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow vor Journalisten. Russlands Präsident Wladimir Putin habe mit der Armee darüber gesprochen. Kostjantyniwka ist ein strategisch wichtiger Stützpunkt auf dem Weg zu den letzten größeren Städten in der Donbass-Region, die noch unter der Kontrolle Kiews stehen. Ukraine-Krieg: Russland meldet Kontrolle über wichtige Stadt Aus der Ukraine kommt allerdings eine andere Darstellung der Lage. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wies die russischen Darstellungen zur angeblichen Eroberung scharf zurück. Putin habe „beschlossen, die Welt zu belügen“, erklärte Selenskyj in Onlinediensten: „Natürlich ist das nicht wahr. Es ist nur eine weitere russische Lüge.“ Der ukrainische Präsident schlug Putin ein Treffen in der Stadt vor. „Wenn Kostjantyniwka unter russischer Kontrolle wäre, dann hätte Putin vielleicht kein Problem damit, mich dort zu treffen, um einen diplomatischen Weg zu finden, diesen Krieg endlich zu beenden“, erklärte er. Der ukrainische Armeesprecher Andrij Kowaljow sagte der Nachrichtenagentur AFP, ukrainische Soldaten hielten weiter ihre Verteidigungslinien. Die Lage sei „schwierig“, aber unter Kontrolle der ukrainischen Verteidigungskräfte. Kowaljow räumte ein, dass kleine russische Infanteriegruppen mit ein bis drei Soldaten tief in ukrainische Gefechtsformationen eingedrungen seien. In der Stadt liefen Anti-Sabotage-Einsätze, die russischen Kräfte würden „entdeckt und eliminiert“. Ukraine-Krieg: Kostjantyniwka in Putins Händen? Die Stadt, die vor dem Krieg 78.000 Einwohner zählte, war seit Ende 2025 schwer umkämpft. Peskow sagte, Putin habe einen Kommandoposten der russischen Armee aufgesucht, wo er sich einen Bericht seines Generalstabschefs Waleri Gerassimow angehört und den russischen Soldaten gedankt habe. Im Fernsehen war der Präsident in Uniform mit dem Generalstabschef zu sehen, wie er den russischen Soldaten seinen Dank aussprach. Putin sagte dabei, die Einnahme von Kostjantyniwka sei von „großer strategischer Bedeutung“. „Die russischen Streitkräfte behalten an der Front weiterhin fest die strategische Initiative“, fügte der russische Präsident hinzu. Im Juni hatte Putin bereits angekündigt, die russischen Truppen stünden kurz vor der Eroberung der strategisch wichtigen ukrainischen Stadt. Der russische Kommandeur Anton Grunis teilte mit, die Armee unternehme „Such- und Vernichtungseinsätze gegen vereinzelte Soldaten der ukrainischen Streitkräfte, die versuchen, sich in Gebäuden, Kellern und Ruinen zu verstecken“. Kostjantyniwka ist eine der letzten ukrainischen Bastionen auf dem Weg zu den strategisch bedeutenden Städten Kramatorsk und Slowjansk, deren Einnahme das oberste Ziel des Kreml ist. Die russischen Streitkräfte kontrollierten nun die gesamte Region Luhansk im Osten der Ukraine – eine der beiden Regionen, aus denen sich der Donbass zusammensetzt, erklärte Peskow. Generalstabschef Gerassimow erklärte derweil, die russischen Streitkräfte befänden sich nun neun Kilometer vor Saporischschja, einer Großstadt im Süden der Ukraine, die vor dem Krieg mehr als 700.000 Einwohner zählte. Ein weiterer Kommandeur berichtete, seine Truppen befänden sich zehn Kilometer vor der Regionalhauptstadt Sumy im Norden entfernt, die vor dem Krieg rund 250.000 Einwohner hatte. Ukraine-Krieg: Kiew attackiert Russland mit massiver Drohnenwelle Die Ukraine griff unterdessen nach russischen Angabe mit hunderten Drohnen Ziele in Russland an. Zwischen Freitagabend und Samstagmittag wurden demnach mehr als ein Dutzend Regionen mit fast 400 Drohnen attackiert. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin zufolge fing die Luftabwehr nahe der russischen Hauptstadt 62 Drohnen ab. In der Grenzregion Brjansk und auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim wurde nach russischen Angaben jeweils ein Mensch getötet. In der Region Belgorod wurden den Behörden zufolge Infrastruktureinrichtungen beschädigt, die Strom- und Wasserversorgung fiel teilweise aus. In St. Petersburg wurde nach Angaben von Gouverneur Alexander Beglow ein Erdölterminal im Bezirk Kirowski getroffen. Die „technischen Folgen“ seien behoben worden, Opfer habe es nicht gegeben, erklärte er. Eine Drohne sei im Bereich des historischen Schloss- und Parkkomplexes Peterhof niedergegangen, ohne Schäden zu verursachen. Der Leningrader Gouverneur Alexander Drosdenko meldete zudem eingeschlagene Trümmerteile im Bereich des Hafens Wyssozk nördlich von St. Petersburg nahe der Grenze zu Finnland.

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