Ukraine-Krieg: Putin holt offenbar "General Armageddon" zurück
Mehr Druck auf die Ukraine?
Putin holt offenbar "General Armageddon" zurück
Von t-online, ast
09.10.2026 - 13:59 UhrLesedauer: 2 Min.
Einst kommandierte Sergej Surowikin Russlands Truppen in der Ukraine, nach dem Wagner-Aufstand geriet er ins Abseits. Nun ist der als "General Armageddon" bekannte Militär offenbar nach Moskau zurückgekehrt.
Russlands Präsident Wladimir Putin hat offenbar einen seiner bekanntesten Generäle zurück nach Moskau geholt. Sergej Surowikin, wegen seiner brutalen Kriegsführung auch als "General Armageddon" bekannt, soll seine Tätigkeit in Algerien beendet haben. In russischen und britischen Medien wird bereits über eine neue Rolle des Generals im Krieg gegen die Ukraine spekuliert.
Der russische Militärkommentator Viktor Baranez berichtete bereits Anfang Oktober, Surowikin sei nach Moskau zurückgekehrt. In einem Interview mit der Zeitung des parlamentarischen Verbunds von Russland und Belarus sagte Baranez, im Verteidigungsministerium werde nun darüber beraten, wie der erfahrene General wieder eingesetzt werden könne. Als mögliche Aufgaben nannte er unter anderem die Kämpfe im Osten der Ukraine.
Der britische Militärexperte Hamish de Bretton-Gordon geht noch weiter. In einem Beitrag für den "Telegraph" schreibt er, Putin habe Surowikin zurückgeholt, um den Druck auf Kiew zu erhöhen und unter anderem die Brücken der Stadt ins Visier zu nehmen. Eine Quelle für einen solchen konkreten Auftrag nennt er allerdings nicht.
Eine offizielle Bestätigung des Kremls oder des russischen Verteidigungsministeriums für eine neue Verwendung Surowikins gibt es bislang nicht.
Nach Wagner-Aufstand verschwunden
Surowikin hatte im Oktober 2022 das Kommando über die russischen Truppen in der Ukraine übernommen. Kurz darauf begann Russland mit massiven Angriffen auf die ukrainische Energie- und Versorgungsinfrastruktur. Wegen seiner kompromisslosen Kriegsführung erhielt der General in westlichen Medien den Beinamen "General Armageddon".
Bereits im Januar 2023 verlor er den Oberbefehl wieder. Nach dem gescheiterten Aufstand der Wagner-Söldner im Juni desselben Jahres verschwand Surowikin schließlich weitgehend aus der Öffentlichkeit. Er galt als enger Kontakt des Wagner-Chefs Jewgeni Prigoschin. Berichte, wonach Surowikin vorab von dessen Aufstandsplänen gewusst haben könnte, wurden nie abschließend bestätigt.
Später tauchte der General in Algerien auf. Nach russischen Angaben leitete er dort eine Gruppe russischer Militärspezialisten. Baranez zufolge ist diese Phase nun beendet.
Was Moskau mit dem inzwischen fast 60-Jährigen plant, ist offen. Seine Rückkehr sorgt jedoch auch deshalb für Aufmerksamkeit, weil Russland seine Luftangriffe auf ukrainische Städte und kritische Infrastruktur mit Blick auf den Winter zuletzt wieder deutlich ausgeweitet hat.