Ukraine-Krieg: Putin lässt Villa am Waldai-See mit Flugabwehr ausbauen
Satellitenbilder enthüllen
Putin lässt seinen Privatpalast zur Festung ausbauen
Von t-online, jse
Aktualisiert am 26.10.2026 - 16:54 UhrLesedauer: 2 Min.
Mehr als 50 Flugabwehrstellungen rund um Putins Rückzugsort in Waldai – das entspricht der halben Dichte des Schutzes für ganz Moskau. Experten sprechen von einer beispiellosen Aufrüstung.
Russlands Präsident Wladimir Putin sichert sich offenbar in einem bisher unbekannten Ausmaß gegen Angriffe aus der Luft ab. Das zeigen Satellitenbilder, die das US-Medienunternehmen Radio Free Europe/Radio Liberty (RFE/RL) gemeinsam mit dem OSINT-Forscher Jembob ausgewertet hat.
Um Putins Privatresidenz am Waldai-See im Nordwesten Russlands wurden inzwischen mehr als 50 Flugabwehrstellungen identifiziert. Das berichtet RFE/RL in einer am Sonntag veröffentlichten Untersuchung.
16 neue Türme allein im Oktober
Allein im Oktober wurden demnach 16 neue Abwehrtürme errichtet – und zwar in einem etwa 50 Kilometer breiten Bogen südlich der Residenz, genau in Richtung Ukraine. Sie sollen einen zusätzlichen äußeren Schutzring bilden. Nach Einschätzung der Rechercheure sind die Bauwerke für Systeme wie die Pantsir-Kurzstreckenabwehr oder Tor-Boden-Luft-Raketen ausgelegt.
Auf der Nordseite des äußeren Rings wurden bislang keine vergleichbaren neuen Stellungen entdeckt – Experten schließen weitere Baumaßnahmen dort jedoch nicht aus.
Vergleich mit Moskau ist verblüffend
Deutlich wird das im Vergleich mit der russischen Hauptstadt: Seit Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine hat Russland rund doppelt so viele Flugabwehrstellungen rund um Moskau und den Großraum aufgebaut wie rund um Waldai – doch Moskau und seine Vororte beherbergen mehr als 20 Millionen Menschen. Im Einzugsbereich von Waldai leben hingegen weniger als 100.000 Menschen.
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Gemessen an der Bevölkerungsdichte ist Putins Privatresidenz damit militärisch besser geschützt als die russische Hauptstadt.
Putins Personenschutz wächst seit Jahren
Der neue äußere Schutzgürtel verläuft über den Militärflughafen Chotilowo, der Berichten zufolge für Putins Reisen genutzt wird. Eine eigene Bahnlinie verbindet das Flughafengelände mit der Waldai-Residenz. Bereits im März 2026 war an der Basis ein erster Flugabwehrturm errichtet worden.
Ebenfalls auffällig: In der Nähe des Stausees von Wyschni Wolotschok – unweit der Lissi-Insel – wurden mehrere neue Stellungen entdeckt. Auf der Insel soll sich laut früheren RFE/RL-Recherchen ein Laborkomplex befinden, der möglicherweise mit Russlands Biowaffenprogramm in Verbindung steht.
Die Aufrüstung der Residenz fügt sich in ein größeres Muster: Putin hat die Sollstärke des zentralen Apparats seines Föderalen Schutzdienstes (FSO) seit Beginn des russischen Angriffskrieges bereits vier Mal aufgestockt – so oft wie nie zuvor in einem vergleichbaren Zeitraum.