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Ukraine-Krieg: Putin reagiert auf ukrainische Angriffe im Hinterland

Welt

Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Putin reagiert auf ukrainische Angriffe: Umbau im Hinterland

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Nahe Jekaterinburg explodiert eine Autobombe. Putin reagiert auf ukrainische Angriffe auf Nachschublinien. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Donnerstag, 6. August

Nordkorea soll Raketeneinheit nach Westrussland verlegen

Eine nordkoreanische Raketeneinheit hat nach Angaben eines ukrainischen Geheimdienstvertreters mit der Verlegung nach Westrussland begonnen. Sie könnte für Angriffe auf die Ukraine mit 120 ballistischen Raketen und sechs Startrampen ausgerüstet werden, sagte Andrij Tschernjak vom Militärgeheimdienst der Ukraine am Mittwoch Russland plane, die Einheit mit rund 90 nordkoreanischen Soldaten in der westrussischen Region Woronesch, etwa 250 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, zu stationieren. Eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die USA wüssten von der Verlegung.

Mittwoch, 5. August

Putin baut Militärstruktur im Hinterland um

Der russische Präsident Wladimir Putin bündelt die Militär-Logistik hinter der Frontlinie nun in einer Hand. Er hat am Mittwoch Waleri Solodschuk zum Chef der rückwärtigen Dienste ernannt. Putin reagiert damit auf die ukrainischen Angriffe auf den russischen Nachschub weit in russischem Gebiet. Er sprach von einer "Kampfaufgabe". Der Präsident kündigte auch weitere Umstrukturierungen in den russischen Streitkräften an. Der stellvertretende Verteidigungsminister Alexander Sanchik soll jetzt für die Anschaffung von Waffen und Nachschub verantwortlich sein. Außerdem wechselte er einige Kommandeure an der Front aus.

Russland zerstört ukrainisches Liqui-Moly-Zentrallager

Russland hat in der Nacht das zentrale Lager von Liqui Moly Ukraine durch einen Raketenangriff zerstört. Liqui Moly ist ein deutsches Unternehmen aus Ulm, dessen Schmierstoffe, technische Flüssigkeiten und Additive ausschließlich in Deutschland produziert und in über 150 Ländern vertrieben werden. Trotz der massiven Sachschäden erklärte die ukrainische Landesgesellschaft, der Angriff habe zwar Tonnen von Produkten vernichtet, alle Mitarbeiter seien aber unverletzt geblieben.

Mercedes explodiert: Chef von Drohnenfirma auf Intensivstation

Bei der Explosion einer Autobombe in der Nähe der russischen Stadt Jekaterinburg ist der Chef eines Drohnen-Herstellers schwer verletzt und sein Fahrer getötet worden. Wladimir Tkatschuk, Leiter des Unternehmens Uraldronzavod, liege auf der Intensivstation, meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf einen Insider bei den Rettungsdiensten. Der Angriff auf seinen Mercedes ereignete sich Medienberichten zufolge bereits am Dienstag, wurde aber erst einen Tag später bekannt.

Tkatschuks Firma stellt sogenannte Vampir-Drohnen her. Diese werden von einem Piloten über eine Videobrille mit Echtzeitübertragung gesteuert und von den russischen Streitkräften im Krieg gegen die Ukraine in großem Umfang eingesetzt. Es handelt sich um das zweite Attentat auf einen russischen Drohnenentwickler innerhalb einer Woche. Russland macht die Ukraine regelmäßig für derartige Anschläge auf hochrangige Militär- und Rüstungsvertreter verantwortlich. Eine Stellungnahme aus Kiew zu dem Vorfall lag zunächst nicht vor.

Luftwaffe: Ukraine konnte bei nächtlichem russischem Angriff keine einzige Rakete abfangen

Bei dem russischen Angriff auf die Region Kiew in der Nacht zu Mittwoch mit mindestens 15 Toten konnte die ukrainische Armee nach eigenen Angaben keine einzige Rakete abfangen. Die russische Armee habe die Ukraine mit 98 Drohnen und 28 Raketen angegriffen, nur die Drohnen seien abgefangen worden, erklärte die Luftwaffe am Mittwoch. Kiew klagt seit Längerem über einen Mangel an Abwehrraketen für die Luftverteidigung.

Gouverneur: Lager des Onlinehändlers Wildberries brennt in Tula

In der russischen Region Tula ist nach Angaben des Gouverneurs bei einem ukrainischen Drohnenangriff ein Logistikzentrum des Onlinehändlers Wildberries in Brand geraten. Ein Mensch sei verletzt worden, teilte Dmitri Miljajew auf Telegram mit. Der russische Marktführer Wildberries bestätigte den Angriff auf Telegram. Die Beschäftigten seien in Sicherheit gebracht worden, die Lieferströme würden umgeleitet. Die ukrainischen Streitkräfte haben seit Mitte Juli mehr als ein Dutzend Anlagen von Wildberries mit Drohnen angegriffen und zum Teil erheblich beschädigt. Miljajew zufolge wurden zudem zwei Industrieanlagen in der Stadt Nowomoskowsk und im Gebiet Uslowaja sowie zwei Wohnhäuser in einem anderen Teil der Region Tula beschädigt.

Rettungsdienst: 14 Tote bei russischem Angriff auf Kiew

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind nach Angaben des Rettungsdienstes 14 Menschen getötet worden. 27 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte der Rettungsdienst auf Telegram mit. "Kyiv Independent" spricht nach Behördeninformationen von 15 Toten und 51 Verletzten.

Zudem seien mehrere Lagerhäuser in der Region um Kiew bei dem Luftangriff in der Nacht beschädigt worden.

Angriff mit ballistischen Raketen auf Kiew – mehrere Opfer

Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew und ihre Umgebung in der Nacht erneut mit ballistischen Raketen angegriffen. Dabei wurde eine Frau getötet, mindestens zwölf Menschen wurden nach Angaben der Militärverwaltung verletzt. Zudem gab es erste Berichte über Schäden in mindestens sieben Bezirken. Die Luftabwehr war im Einsatz.

Im Bezirk Holossijiw seien zwei Verletzte aus den Trümmern eines Lagergebäudes geborgen worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram mit. Eine Such- und Rettungsaktion dauerte zunächst noch an. Es werde befürchtet, dass sich noch weitere Menschen unter den Trümmern befinden könnten.

Im Bezirk Obolon seien mehrere Brände ausgebrochen. Im Bezirk Desna geriet laut Klitschko ebenfalls ein Lagerhaus in Brand, Trümmerteile einer Rakete seien in der Nähe eines Wohngebiets heruntergefallen.

Dienstag, 4. August

Sewastopol: Russischer Soldat erschießt mehrere Menschen

Auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim hat ein russischer Soldat nach Behördenangaben mindestens vier Menschen erschossen. Er habe zuerst das Feuer auf Kameraden eröffnet und dabei einen Militärangehörigen getötet, teilte der von Moskau eingesetzte Gouverneur der Stadt Sewastopol, Michail Raswoschajew, bei Telegram mit. Anschließend habe der Soldat im Nachbardorf Chmelnizkoje drei Zivilisten getötet und drei weitere verletzt. Der mutmaßliche Täter sei festgenommen worden. Zum Motiv der Tat wurde vorerst nichts bekanntgegeben.

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