Ukraine-Krieg: Putin rüstet Drohnen wohl mit westlicher Technik auf
Analyse der Ukraine
Putin rüstet Drohnen wohl mit westlicher Technik auf
Von t-online, afp, reuters
05.10.2026 - 14:18 UhrLesedauer: 2 Min.
Putins Militär greift die Ukraine mit verbesserten Drohnen an. Kiews Analysten stellen nun ein brisantes Bauteil aus den USA sicher.
Seit Tagen führt die Armee des russischen Staatschefs Wladimir Putin gezielte Angriffe auf Brücken in der Ukraine aus. Zuletzt wurde sogar eine Attacke während des Besuchs von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Sonntag in Kiew ausgeführt.
Eine Analyse ukrainischer Spezialisten hat nun die neuen Methoden der Jet-getriebenen russischen Drohnen vom Typ Geran-4 entschlüsselt. "Das integrierte Steuersystem kombiniert Satellitennavigation, ein Inertialmodul, eine magnetometrische Einheit sowie ein elektro-optisches Korrektursystem für die autonome Zielführung", heißt es in einer Analyse des ukrainischen Fachportals militarnyi.com.
Die Geran-Drohnen des russischen Militärs beruhten ursprünglich auf der iranischen Entwicklung Shahed. Doch hat Russland die Technik zuletzt entschieden weiter vorangetrieben, unter anderem mit einem Jet-Antrieb. Aus Trümmerresten in Kiew zogen ukrainische Spezialisten jetzt brisante Rückschlüsse auf die jüngsten technischen Verbesserungen.
US-Unternehmen soll wichtiges Bauteil liefern
Demnach sind seit Herbst 2026 verbesserte Drohnen vom Typ Geran-4 im Einsatz. Unter anderem ist der Sprengkopf verstärkt, was die Durchschlagskraft bei Zielen aus Stahl wie Brücken erhöht. Für den Antrieb optimierte die russische Armee wohl das in China entwickelte Telefly-System. Wohl wegen "mangelnder Qualität" der chinesischen Ware, wie Militarnyi vermutet.
Ein neues Ortungssystem vergleicht zudem Echtzeit-Luftbilddaten mit ursprünglichen Satellitendaten für die Navigation. Zudem baut die weiterentwickelte Geran-4 laut ukrainischen Untersuchungen auf einen Magneto-Sensor PNI5GA des US-Unternehmens PNI Sensor. Die Ukraine mahnt deshalb Lücken in der westlichen Sanktionsüberwachung an.
Merz hatte der Ukraine am Sonntag weitere Unterstützung zugesagt. Unter anderem soll die Nürnberger Diehl-Gruppe neue Einheiten des Flugabwehrsystems Iris-T liefern. Merz mahnte in der ARD, "diese barbarischen Angriffe auf die Zivilbevölkerung der Ukraine müssen aufhören."