Ukraine-Krieg: Russische Angriffe auf Saporischschja - mehrere Tote
Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Russische Angriffe auf Ukraine: Mindestens sieben Tote
Es gibt Tote und Verletzte nach russischen Angriffen auf Saporischschja. In Montenegro ist der Chef des russischen Militärblogs Rybar festgenommen worden. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Samstag, 10. Oktober
Schwere Angriffe in Ukraine und Russland – mehrere Tote
Bei russischen Angriffen sind im Südosten der Ukraine mindestens sieben Menschen getötet worden. Die Gebietshauptstadt Saporischschja sei an mehreren Stellen getroffen worden, schrieb der Militärgouverneur der gleichnamigen Region, Mychajlo Semikin, auf der Plattform Telegram. Unter den Todesopfern seien drei Minderjährige, außerdem gebe es zehn Verletzte, schrieb er. Such- und Rettungsarbeiten dauern demnach an.
Die Ukraine nahm bei Gegenangriffen ihrerseits das südrussische Gebiet Rostow ins Visier. Auf der Nasa-Webseite Firms, die weltweit Brandherde erfasst, waren mehrere Feuer dort zu sehen, wo sich ein Erdöl verarbeitendes Unternehmen befindet. Der Gouverneur der Region, Juri Sljussar, schrieb bei Telegram von Bränden und Schäden an Wohnhäusern infolge ukrainischer Angriffe. Zudem sei eine Eisenbahnbrücke beschädigt worden. Sechs Menschen benötigten demnach ärztliche Hilfe. Das Verteidigungsministerium in Moskau gab an, in der Nacht 560 ukrainische Drohnen über russischen Gebieten und der annektierten Krim abgewehrt zu haben.
Ölterminal in Rostow in Flammen
In Rostow nahe der russischen Grenze zur Ukraine brennt ein Ölterminal des Erdölverarbeitungswerks Nowoschachtinsk. Das Terminal dient der Annahme, Lagerung und Umladung von Erdölprodukten auf Fluss- und Seeschiffe, berichtet der Telegramkanal Exilenova+.
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Insider: Neuer Friedensvorschlag in Vorbereitung
Die USA, die Ukraine und europäische Partner wollen Russland einem Insider zufolge noch vor dem Winter einen gemeinsamen Vorschlag zur Beendigung des Krieges in der Ukraine vorlegen. Zu diesem Zweck hätten Unterhändler am Freitag in Miami sechs Stunden lang beraten, sagt eine mit den Gesprächen vertraute Person. Die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner sowie Delegationen aus der Ukraine, Europa und der Nato hätten daran teilgenommen.
Bei den Gesprächen sei es unter anderem um ein Nachkriegspaket mit Sicherheitsgarantien der USA und Europas für die Ukraine gegangen. Zudem seien ein Wirtschaftsplan für die Ukraine sowie ein Weg zu einem EU-Beitritt Kiews diskutiert worden. Auch über "einige Ideen" zu Gebietsfragen sei bei dem Treffen gesprochen worden, hieß es weiter, ohne dass Details genannt wurden.
Kreml zu Putin-Trump-Telefonat: Keiner wollte auflegen
Nach Altkanzler Gerhard Schröder haben laut Kremlangaben auch US-Präsident Donald Trump und seine Frau Melania dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zum Geburtstag gratuliert. Trump habe Putin während eines Telefonats Erfolg und Wohlbefinden gewünscht und auch nicht vergessen, Grüße von seiner Frau Melania zu übermitteln, sagte Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow laut staatlicher Nachrichtenagentur Tass. Putin habe Trump dafür gedankt.
Das Telefonat – laut Kreml das sechste in diesem Jahr – lief der Darstellung nach positiv: Weder Putin noch Trump hätten als Erster auflegen wollen, sagte Uschakow. Putin hatte am Mittwoch seinen 74. Geburtstag gefeiert.
Putin schiebt Ukraine Schuld zu
Der russische Präsident Wladimir Putin hat in einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump der Ukraine die Schuld für den aktuellen Stillstand bei den trilateralen Friedensverhandlungen zugewiesen. Laut dem außenpolitischen Berater des russischen Präsidenten, Juri Uschakow, sagte Putin, Kiew habe die Gespräche durch Drohnenangriffe auf Moskau während der russischen Parlamentswahl im vergangenen Monat untergraben.
"Mit dem massiven Drohnenangriff auf Moskau, andere Städte und Wahllokale am Hauptwahltag hat das Regime in Kiew die Möglichkeit einer sofortigen Wiederaufnahme des Verhandlungsprozesses faktisch zunichtegemacht." Man werde nun prüfen, wann die Dreiergespräche zwischen den USA, Russland und der Ukraine wieder aufgenommen werden könnten.
Bislang beharrt Russland darauf, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zu Verhandlungen nach Moskau kommen soll, was dieser ablehnt. In vergangenen Friedensgesprächen hatte der Kreml an seinen Maximalforderungen festgehalten. Selenskyj hatte am Freitag angedeutet, dass in bestimmten Sektoren Waffenruhen möglich seien.
Freitag, 9. Oktober
Selenskyj kritisiert Trump-Deal scharf
Eine zwischen den USA und Russland vereinbarte Aufhebung von Sanktionen für den Verkauf von russischem Diesel ist von der Ukraine stark kritisiert worden. "Die Erlaubnis für Russland, Erdölprodukte zu verkaufen, ist eine Investition in den Krieg (gegen die Ukraine), den man beenden und nicht verlängern muss", schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram. Moskau werde mit weiterem "Terror und Gemeinheiten" danken.
Selenskyj erneuerte dabei die ukrainische Bereitschaft, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen, wenn Russland im Gegenzug die Attacken auf ukrainische Energieanlagen einstellt. "Wir haben eben Amerika eine solche Vereinbarung vorgeschlagen und finden, dass die Kräfte der Vereinigten Staaten ausreichend sind, um einen derartigen Kompromiss zu erreichen", schrieb der Staatschef. Eine Abschwächung der Russland-Sanktionen sei ein Zeichen der "offensichtlichen Schwäche". Russland werde die USA noch weniger ernst nehmen.
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Russlands bekanntester Militärblogger in Montenegro festgenommen
Der Gründer des meistgelesenen russischen Militärblogs Rybar, Michail Swintschuk, ist in Montenegro festgenommen worden. Das teilte montenegrinische Ministerpräsident Milojko Spajić auf der Plattform X mit, ohne allerdings den Namen zu nennen. Rybar bestätigte die Festnahme von Swintschuk auf Telegram. Er und die anderen Festgenommenen seien legal in dem Balkanland an der Adria gewesen. Das Außenministerium in Moskau teilte mit, es versuche die Umstände über die russische Botschaft in Podgorica zu klären. Das meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass.
Nach Medienberichten wurden Swintschuk, seine Frau und drei weitere russische Staatsbürger in dem Ort Risan in der Bucht von Kotor festgenommen. Er war angeblich zu Dreharbeiten dort. Als Verfechter des russischen Angriffskriegs steht Swintschuk auf mehreren westlichen Sanktionslisten. Die Behörden von Montenegro äußerten sich zunächst nicht, was den Festgenommenen vorgeworfen werde. Spajić schrieb von einer "erfolgreichen Operation". Lesen Sie hier mehr dazu.