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Ukraine-Krieg: Russischer Langstreckenbomber abgestürzt - sechs Tote

Welt

Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Russischer Langstreckenbomber abgestürzt – sechs Tote

Ein russischer Bomber zerschellt in Fernost. Der ukrainische Verteidigungsminister sagt wegen der anhaltenden Angriffe Termine ab. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Dienstag, 29. September

Sechs Tote bei Absturz von russischem Langstreckenbomber

Im Fernen Osten Russlands ist am Dienstag nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau ein Langstreckenbomber vom Typ Tu-95 abgestürzt. Sechs Besatzungsmitglieder seien dabei ums Leben gekommen, ein weiteres Besatzungsmitglied sei verletzt ins Krankenhaus gebracht worden, zitierte die Nachrichtenagentur Tass eine Mitteilung des Ministeriums. Die Maschine sei bei einem Trainingsflug in der Region Amur an der Grenze zu China über unbewohntem Gebiet abgestürzt.

China ist offiziell neutral im Krieg zwischen Russland und der Ukraine, unterstützt Moskau aber mit wichtigen Bauteilen wie Halbleitern. Im Gegenzug erhält China Rohstoffe aus Russland.

Ukrainischer Verteidigungsminister sagt Besuch in Deutschland ab

Der ukrainische Verteidigungsminister Jewhenij Chmara hat eine für Dienstag geplante Reise nach Deutschland abgesagt. Chmara werde "wegen der Lage in der Ukraine und der Intensivierung der russischen Angriffe" nicht wie geplant nach Deutschland und Norwegen reisen, hieß es am Dienstag aus seinem Ministerium. Die Attacken erforderten ein "sofortiges Handeln und schnelle Gegenmaßnahmen" des Ministers.

Nordkorea bereitet nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj eine weitere umfangreiche Unterstützung des russischen Angriffskriegs vor. Demnach soll der Diktator in Pjöngjang die Entsendung von weiteren 10.000 seiner Soldaten nach Russland planen. Auf russischem Territorium befänden sich zudem bereits mehr als 8.000 Soldaten aus Nordkorea, schreibt Selenskyj auf der Plattform X. Eine russische oder nordkoreanische Stellungnahme lag zunächst nicht vor.

Angriffswelle auf Ukraine – auch Klinik in Kiew getroffen

Bei einer Serie russischer Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew ist nach offiziellen Angaben auch eine Klinik getroffen worden. "Derzeit versuchen die Rettungskräfte, den Brand schnellstmöglich zu löschen", schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyj auf Telegram. Zu möglichen Opfern dieses Angriffs wurden keine Angaben gemacht.

Kurz zuvor war das Gebäude der Akademie der Wissenschaften in Kiew getroffen worden. Nach offiziellen Angaben vom Abend gab es dabei zwei Todesopfer. Bürgermeister Vitali Klitschko teilte am Abend mit, bei russischen Angriffen seien im Tagesverlauf in der Hauptstadt 24 Menschen verletzt worden.

Die private Klinikkette Dobrobut bestätigte der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine zunächst einen Einschlag in einer Einrichtung. Später nannte das Unternehmen die betroffene Niederlassung. Vor dem Einzug der Klinik beherbergte das Gebäude eine Filiale des Telekommunikationsunternehmens Ukrtelecom. Unmittelbar neben dem Gebäude der Akademie befindet sich der Hauptsitz der Ukrtelecom.

Das etwa 150 Meter entfernt gelegene Gebäude der deutschen Botschaft blieb unbeschädigt. "Die Angehörigen der Botschaft sind alle unversehrt geblieben", teilte die Vertretung der Bundesrepublik mit. Die Sicherheitsmaßnahmen würden jedoch insbesondere nach derartigen Treffern überprüft.

Montag, 28. September

Selenskyj: Russland beginnt mit Mobilmachung

Russland hat nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bereits mit einer zusätzlichen Mobilmachung begonnen. "Sie (die Russen) planen auch, verstärkt Ausländer einzubeziehen", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache und berief sich auf Erkenntnisse der ukrainischen Geheimdienste. Seit Monaten wird über eine neue Mobilmachung in Russland spekuliert, um die zuletzt starken Verluste an den Frontlinien in der Ukraine auszugleichen. Kremlchef Wladimir Putin hat solche Befürchtungen bisher kategorisch zurückgewiesen. Hier lesen Sie mehr.

Ukraine nimmt "ganze Einheiten" gefangen

Im Rahmen der Offensivoperation "Vivaldi" hat das ukrainische 3. Armeekorps nach eigenen Angaben mehrere Ortschaften in der Region Donezk zurückerobert. Brigadegeneral Andrij Biletskyj meldete die Befreiung von Nowe, Ridkodub und Kateryniwka sowie die Wiederherstellung der Kontrolle über Karpiwka und Nowomychajliwka – insgesamt 51 Quadratkilometer, womit die seit Operationsbeginn zurückgewonnene Fläche auf 176 Quadratkilometer angewachsen sei. Die russischen Verluste bezifferte das Korps auf rund 2.000 Soldaten; mehr als 250 sollen in Gefangenschaft geraten sein – darunter Offiziere, Piloten und Artilleristen, die sich laut Biletskyj "in ganzen Einheiten" ergeben hätten.

Den Durchbruch ermöglichte demnach auch eine gezielte Täuschung: Die russischen Streitkräfte verlegten ihre Reserven in Erwartung eines Hauptangriffs auf die Achse Schandryholowe–Selenyj Dolyna – und ließen sich dort in Gegenangriffen aufreiben. Der eigentliche Stoß galt jedoch der Ortschaft Nowe, die die Russen nach Angaben Biletskyjs "verschlafen" hätten.

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Zum Einsatz kamen dabei auch sowjetische Schützenpanzer vom Typ BTR-60 aus den 1950er und 1960er Jahren, die zu robotisierten Kamikaze-Systemen umgerüstet worden waren. Mit ihnen seien die stärksten russischen Befestigungsanlagen gesprengt worden. Nach eigenen Angaben hat das 3. Armeekorps als erste Einheit weltweit unbemannte Bodenfahrzeuge per Drohne tief in in das russische Hinterland eingeflogen haben – ein taktisches Novum, das die Infanterie schützen und feindliche Kommandostrukturen vor dem Angriff lahmlegen soll.

Nahe polnischer Grenze: Wieder russischer Angriff in Ukraine

In der ukrainischen Grenzregion zu Polen hat es nach Angaben der Regierung in Warschau erneut eine Drohnenattacke unweit eines Grenzübergangs gegeben. "Ein weiterer Angriff Russlands auf die Westukraine. Eine düsengetriebene Drohne ist auf ukrainischer Seite etwa zwei Kilometer vom Grenzübergang zu Polen in Dorohusk eingeschlagen", schrieb Polens Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz auf der Plattform X. Der Luftraum über Polen wurde demnach nicht verletzt.

Wie das Oberkommando der polnischen Streitkräfte bekannt gab, wurde in der Region um Lublin im Südosten Polens während russischer Luftschläge gegen die Westukraine Luftalarm ausgelöst. Dieser sei nach einer Viertelstunde wieder aufgehoben worden. Die Drohne beschädigte nach ukrainischen Angaben mit der Druckwelle der Explosion das Gebäude der Grenzkontrollstelle. "Es liegen keine Meldungen über Verletzte oder Tote vor", schrieb Roman Romanjuk, Leiter der Oblast-Verwaltung von Wolyn, auf Telegram. Er bat die Bewohner der Region, in Schutzräumen zu bleiben.

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