Ukraine-Krieg: Russland attackiert deutschen Frachter "Emil" vor Odessa
Newsblog zum Krieg in der Ukraine Russland attackiert deutschen Frachter im Schwarzen Meer Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Russland greift mehrere Frachtschiffe vor Odessa an. Nach einem ukrainischen Angriff steht eine Raffinerie in Russland in Flammen. Alle Entwicklungen im Newsblog. Donnerstag, 6. August Russland attackiert deutschen Frachter im Schwarzen Meer Ein Frachter einer deutschen Reederei ist im Schwarzen Meer von russischen Drohnen getroffen worden. Die "Emil" sei am Mittwoch rund 21 Seemeilen vor der ukrainischen Hafenstadt Odessa unterwegs gewesen, als sie mehrfach angegriffen worden sein soll, berichtet die "Bild"-Zeitung. Dem Bericht zufolge brach Feuer aus, mehrere technische Systeme fielen aus. Das Schiff sei zeitweise manövrierunfähig gewesen. Die "Emil" fährt unter liberianischer Flagge, gehört aber der Reederei Johann M. K. Blumenthal GmbH & Co. KG mit Sitz in Hamburg. Die elf Besatzungsmitglieder wurden laut "Bild" evakuiert, Deutsche seien nicht darunter gewesen. Verletzt wurde demnach niemand. Während der Evakuierung soll es aber zu einem weiteren Angriff gekommen sein. Russland hat am Donnerstag Angriffe auf zwei Frachtschiffe bestätigt, nannte aber weder Namen noch Herkunft der Schiffe. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte jedoch ein Video des Angriffs, auf dem die "Emil" zu erkennen ist. Das Ministerium begründete die Attacken damit, dass die Frachter angeblich Rüstungsgüter für das ukrainische Militär transportiert hätten. Nach ukrainischen Angaben wurde am Mittwoch auch das Getreideschiff "Mera Queen" im Schwarzen Meer angegriffen. Das Schiff fuhr unter der Flagge von Guinea-Bissau und war demnach mit Weizen beladen. Ein Besatzungsmitglied sei dabei getötet worden. Russland greift Schiff in Ukraine an – Toter und Verletzte Bei einem erneuten russischen Angriff auf ein Schiff in der Schwarzmeerregion Odessa sind nach ukrainischen Behördenangaben mindestens ein Mensch getötet und drei weitere verletzt worden. "Diesmal wurde ein unter der Flagge von Guinea-Bissau fahrender Handelsfrachter getroffen, der mit ukrainischem Weizen beladen war", teilte Regionalgouverneur Oleh Kiper beim Messengerdienst Telegram mit. Der Rumpf des Schiffs sei beschädigt, die anderen Besatzungsmitglieder seien an Land gebracht worden. "Der Feind greift weiterhin ununterbrochen zivile Schiffe im Schwarzmeerraum an", sagte Kiper. "Solche Angriffe zeigen einmal mehr die Systematik und den Zynismus des russischen Terrors sowie die Gefahr, die der Aggressor sowohl für das Leben der Zivilbevölkerung als auch für die weltweite Ernährungssicherheit insgesamt darstellt", sagte er. Die Ukraine gehört zu den großen Getreideexporteuren und nutzt dafür die Häfen um Odessa als Umschlagplatz. Russland und die Ukraine haben zuletzt ihren See- und Luftkrieg intensiviert. Beide Länder beschießen gegenseitig in der Schwarzmeerregion Schiffe. Besonders im Raum Odessa kommt es immer wieder zu folgenreichen Treffern. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte die Angriffe auf das Gebiet Odessa. Es seien zwei Schiffe südlich und östlich von Odessa getroffen worden, hieß es. Das Ministerium warf der Ukraine vor, die Getreidefrachter für den Transport von militärischen Gütern zu nutzen. Von unabhängiger Seite sind die Angaben nicht überprüfbar. Ukraine greift Russland mit über 600 Drohnen an – Raffinerie brennt Das ukrainische Militär hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj zwei Ölraffinerien tief im russischen Hinterland angegriffen und getroffen. Es handele sich um die Slawnet-Janos-Raffinerie in der Region Jaroslawl und die Baschneft-Nowoil-Raffinerie in der Republik Baschkortostan, teilt Selenskyj im Onlinedienst Telegram mit. Mehrere in sozialen Medien verbreitete Videos sollen Aufnahmen der in Brand gesetzten Raffinerie zeigen. Im Video | Ukraine schlägt weiter hinter der Grenze zu Player wird geladen In der russischen Region Jaroslawl, etwa 250 Kilometer nördlich von Moskau, seien 92 Drohnen abgeschossen worden, erklärte der örtliche Gouverneur Michail Jewrajew auf Telegram. Er sprach von dem bislang größten Angriff auf die Region. Herabfallende Drohnentrümmer hätten in mehreren Gebäuden Brände ausgelöst und Autos beschädigt. Russland fing in der Nacht 605 ukrainische Drohnen über mehreren Regionen und der annektierten Halbinsel Krim ab, wie das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte. In der Region Twer rund 180 Kilometer nordwestlich von Moskau wurde nach Angaben der Behörden zudem ein Logistikzentrum des russischen Onlineversandhändlers Wildberries "leicht beschädigt". Die Fassade sei vom herabstürzenden Trümmerteil einer Drohne getroffen worden, erklärte Gouverneur Witali Koroljow auf Telegram. Litauen entdeckt Tunnel unter Grenze zu Belarus Der litauische Grenzschutz hat erneut einen Tunnel entdeckt, durch den Migranten unterirdisch aus Belarus in das EU-Land geschleust werden sollten. Der unfertige geheime Gang ohne Ausgang sei unter dem Grenzzaun in einer Tiefe von etwa 1,5 Metern gegraben und mit Baumstämmen und Brettern verstärkt gewesen, teilte die Behörde in Vilnius mit. Litauen hat Belarus wiederholt beschuldigt, in organisierter Form Migranten aus Krisenregionen an die EU-Außengrenze zu bringen. Die Regierung in Vilnius reagierte darauf mit einem verstärkten Schutz der Grenze und dem Bau eines Grenzzauns. Mittwoch, 5. August Putin baut Militärstruktur im Hinterland um Der russische Präsident Wladimir Putin bündelt die Militärlogistik hinter der Frontlinie nun in einer Hand. Er hat am Mittwoch Waleri Solodschuk zum Chef der rückwärtigen Dienste ernannt. Putin reagiert damit auf die ukrainischen Angriffe auf den russischen Nachschub weit in russischem Gebiet. Er sprach von einer "Kampfaufgabe". Der Präsident kündigte auch weitere Umstrukturierungen in den russischen Streitkräften an. Der stellvertretende Verteidigungsminister Alexander Sanchik soll jetzt für die Anschaffung von Waffen und Nachschub verantwortlich sein. Außerdem wechselte er einige Kommandeure an der Front aus.